Streit um die demokratische Mitte | Unbezahlte Werbung: Die Floristen | 6 Monate RUMS für 1 Euro lesen!

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von Anna Niere

Guten Tag,

das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat die Münsteraner Erklärung zur Bundestagswahl veröffentlicht, doch unter den Unterzeichnern fehlt die SPD. Dafür hagelt es seit einigen Tagen Kritik. Eine Erklärung der Partei ließ zunächst auf sich warten. Gestern hat der Vorsitzende der SPD Münster aber mit den Westfälischen Nachrichten über die Erklärung gesprochen und erklärt, warum sich seine Partei gegen eine Unterschrift entschieden hat.

Kurze Rolle rückwärts. Worum geht es? In der Münsteraner Erklärung plädieren die Unterzeichnenden für einen respektvollen und demokratischen Wahlkampf. Gleichzeitig lehnen sie jegliche Zusammenarbeit mit der AfD ab. Als Begründung nennen sie die spaltende und extrem rechte Politik der Partei.

Auf seiner Website nennt das „Keinen Meter“-Bündnis neun Erstunterzeichner, darunter Volt, die Linke und die Grünen. Die SPD steht nicht dabei, wohl aber ihre Jugendorganisation, die Jusos. Aber warum nicht? In den Westfälischen Nachrichten begründete Fabian Schulz aus dem SPD-Vorstand die Entscheidung damit, die Erklärung sei zu kurzfristig vorgelegt worden. Zudem habe man inhaltliche Bedenken gehabt.

In einer Pressemitteilung der Linken klingt das anders: Die Münsteraner Erklärung sei bereits im vergangenen Jahr mehrfach in Sitzungen des Bündnisses besprochen worden – in Anwesenheit von Vertreter:innen der SPD. Sie dürften also informiert gewesen sein. Bei der inhaltlichen Erarbeitung der Erklärung hätte die SPD dann jedoch gefehlt.

Entgegen den Aussagen von Fabian Schulz habe die SPD kurz vor Weihnachten sogar schriftlich bestätigt, keine Änderungswünsche zu haben und der Erklärung beizutreten, heißt es bei den Linken. Die plötzliche Kehrtwende sei daher für die Bündnismitglieder nicht nachvollziehbar.

Zustimmung bekommt die SPD derweil von der FDP. Die Liberalen kritisieren in einer Pressemitteilung, die Münsteraner Erklärung verhindere notwendige politische Debatten. Wer die AfD ignoriere, mache sie am Ende nur stärker. Das schwäche laut der FDP die demokratische Mitte.

Gutes Stichwort. SPD-Chef Fabian Schulz spricht sich in den WN für einen breiteren politischen Konsens aus, auch mit CDU und FDP. Beide Parteien sind allerdings vom „Keinen Meter den Nazis“-Bündnis angefragt worden, die Münsteraner Erklärung zu unterschreiben, haben sich aber dagegen entschieden. Das scheint allerdings für weniger Empörung zu sorgen. Wobei: Die Unterschriften wären ja ein breiter politischer Konsens gewesen.

Wenn die SPD unterschrieben hätte, dürfte sie auch nicht mehr auf einem Podium mit der AfD sitzen, so legt zumindest Fabian Schulz die Münsteraner Erklärung aus. Ein generelles Podiumsverbot für die AfD, etwa bei Schulveranstaltungen, hält der SPD-Chef aber nicht für zielführend.

Aber offensichtlich haben sich viele Menschen in Münster ein klareres Statement, durch die Unterzeichnung der Münsteraner Erklärung, von der SPD gewünscht. Ob die SPD ihrer Einladung, die Erklärung doch noch zu unterzeichnen, nachkommen wird, bleibt abzuwarten. (ani)

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Korrekturen

+++ Am Dienstag sind wir mit den Museen in der Altstadt durcheinander gekommen. Wir schrieben im Drinnen und Draußen, das Ahlener Mammut stünde im Archäologischen Museum. Richtig ist, das Mammut wird nebenan ausgestellt, im Geomuseum. So oder so: Falls Sie mal gucken wollen, haben Sie heute Abend besonders viel Zeit, denn beide Museen machen mit beim „Langen Freitag“ (hier und hier nachzulesen). Das Thema im LWL-Museum für Kunst und Kultur und im Archäologischen Museum lautet diesmal, passend zum Valentinstag und zur bevorstehenden Bundestagswahl, „Verliebt in die Demokratie“. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Dieser Abschnitt der Piusallee wird ab Ende 2026 zur Fahrradstraße Plus umgebaut. (Stadt Münster)

+++ Die Grünen begrüßen die vorübergehende Übernahme der Eurobahn durch den Nahverkehr Westfalen-Lippe, um Ausfälle und Beeinträchtigungen im regionalen Bahnverkehr zu vermeiden. (Grüne Münster)

+++ In Mauritz starten parallel der Neubau und die Sanierung der Margaretenschule, die ab 2026/27 dreizügig sein soll. (Stadt Münster)

+++ Nachdem der ursprüngliche Träger abgesprungen ist, zieht eine Kita des DRK ab August in das Gebäude der neuen Kita am Gievenbecker Sonja-Kutner-Weg, allerdings mit einer Gruppe weniger. (Stadt Münster)

+++ Im Sommer möchten die Stadtwerke und Stadtnetze erste Ergebnisse für den kommunalen Wärmeplan in Münster vorstellen. (Stadt Münster)

+++ Die Stadtwerke sind zufrieden mit dem Rütteltest (aka 3D-Seismik), der zur Vorbereitung der Tiefengeothermie in Münster durchgeführt wurde. (Stadtwerke Münster)

+++ Die FDP und die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU sind gegen eine Verpackungssteuer in Münster. (FDP Münster und MIT Münster)

+++ Die Sparkassen in Westfalen-Lippe sind vergangenes Jahr okay gewachsen und haben ein bisschen weniger Gewinn gemacht. (Antenne Münster)

+++ Der Digital-Hub Münsterland (eine Mischung aus Anlaufstelle für Start-ups und Ort zum gemeinsamen Arbeiten) bleibt bis mindestens 2028 am Hafen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Schlossgarten-Café musste schließen, weil das Gebäude einsturzgefährdet ist. (Westfälische Nachrichten)

+++ Der Historiker Thomas Großbölting, der lange Zeit an der Uni Münster geforscht hat und die Missbrauchsstudie über das Bistum Münster mitverfasst hat, ist bei dem ICE-Unglück in der Nähe von Hamburg ums Leben gekommen. (Uni Hamburg, Uni Münster, Bistum Münster)

+++ Mehrere Clubs aus Münster rufen dazu auf, eine demokratische Partei bei der Bundestagswahl zu wählen. (Sputnikhalle bei Instagram)

+++ Die Aktion „Münster strahlt gegen Rechts“ startet noch einmal kurz vor der Bundestagswahl. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Agentur GUCC sucht nach einem neuen Standort für ihr Plakat, das kurz vor der Bundestagswahl ein Zeichen für Demokratie und Respekt setzen wollte, aber wieder verschwinden musste. (GUCC bei LinkedIn)

Unbezahlte Werbung

Ohne einen frischen Strauß Blumen wäre der Valentinstag nur halb so schön. Aber auch vor und nach dem 14. Februar gibt es immer einen Anlass, den „Floristen“ an der Salzstraße einen Besuch abzustatten. Das Geschäft bietet neben Schnittblumen und anderen Pflanzen auch weitere schöne Deko-Artikel und Geschenkideen. Bei Instagram sehen Sie einiges von dem, was Sie montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr im Laden kaufen können. (aze)

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Neben Tipps für den Valentinstag hat Annalena Zernott heute auch noch ein paar andere schöne Empfehlungen für Sie herausgesucht:

+++ Im Schloßtheater und im Cineplex laufen heute vor allem, na klar, Liebesfilme. Den Anfang um 17 Uhr macht eine Verfilmung des Shakespeare-Klassikers „Romeo und Julia“, weiter geht’s zum Beispiel mit den Schnulzen „Mitten ins Herz“ und „Notting Hill“. Am späteren Abend wird es im Cineplex dann weniger romantisch: Dann läuft das Actionthriller-Paar „Planet Terror“ und „Death Proof“. Zum Abschluss des Tages gibt es im Schloßtheater noch eine Kult-Sneak mit einem geheimen Liebesfilm-Klassiker. Das gesamte Programm und Kinokarten bekommen Sie hier. Blumen, kleine Überraschungen und Aktionen gibt’s heute obendrauf.

+++ Für alle, die jemanden für künftige Valentinstage suchen, gibt es heute einige Single-Partys: Die Meme-Instagram-Seite „Münster Dings“ veranstaltet zum Beispiel eine im „Puls“-Club (Infos und Karten gibt es hier). Im „Cuba“ beginnt die Party um 20 Uhr mit einem Cocktail-Dosenwerfen und ab 23 Uhr beginnt auch die Valentinstags-Party im „Heaven„.

+++ Heute ist aber auch Tag der Proteste in Münster: Heute Nachmittag war der globale Klimastreik an der Lambertikirche (RUMS-Brief) und ab 18 Uhr demonstriert eine Tanzdemo auf dem Stubengassenplatz gegen Gewalt an Frauen.

+++ Morgen geht es um 5 vor 12 demo-mäßig weiter: Dann beteiligt sich der CSD-Verein Münster an der bundesweiten Kampagne „Wähl Liebe“, die kurz vor der Bundestagswahl auf dem Schlossplatz ein Zeichen für die queere Gemeinschaft setzen möchte.

+++ Jedes Jahr finden die Regionalwettbewerbe des bundesweiten Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“ im Januar und Februar statt. Am Sonntag können Sie ab 11 Uhr die Preisträger:innen des Regionalwettbewerbs im Rathaus-Festsaal im Konzert hören. Freier Eintritt.

+++ Der Sauerländische Gebirgsverein lädt am Sonntag zu einer sieben Kilometer langen Halbtagswanderung von Bahnhof Mecklenbeck bis zum Mövenpick-Hotel ein. Treffpunkt um 12:20 Uhr ist der Bussteig D1. Es geht über Hof Hesselmann und Haus Kump am Aasee entlang. Zwischendurch besteht die Möglichkeit, einzukehren. Anmelden müssen Sie sich telefonisch bei Ruth Langer (0251-93130691 oder 0173-2545100), die Teilnahmegebühr von 5 Euro können Sie direkt in bar mitbringen. Mehr zum Wanderausflug hier.

+++ Wenn Kinder zwischen einem und sechs Jahren ihrer Wut freien Lauf lassen, fragen sich manche Eltern: Ist das „normal“? Oder steckt da vielleicht mehr hinter den Aggressionen? Am Montagabend hält die Entwicklungspsychologin Eva-Maria Schiller einen Vortrag zu dem Thema im Franz-Hitze-Haus. Der Beginn ist um 18:30 Uhr. Mehr dazu hier, anmelden können Sie sich hier. Die Veranstaltung kostet regulär 15 Euro.

Und sonst?

Tino Orlishausen berät Schulen in Münster im Umgang mit Extremismus. Warum das so wichtig ist und wo die größten Herausforderungen liegen – das lesen Sie im aktuellen RUMS-Brief. Wir empfehlen: testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Anna Niere

Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn), Annalena Zernott (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Haben Sie schon einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, es aber einfach nicht geschafft? Elsa, Franka und Lotta haben da noch einen Tipp parat: „Iss doch lieber eine Yogurette“. Die drei Sechstklässlerinnen der Mathilde Anneke Gesamtschule haben einen Anti-Rauchen-Rap geschrieben. 30 Sekunden mit guten Gründen fürs Nichtrauchen. Scheint zu klappen: In den Instagram-Kommentaren schreibt eine Person, mit dem Rauchen aufgehört zu haben. Na, ziehen Sie mit? (ani)

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