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21. Oktober 2025

Hausarztmangel im Stadtteil | Unbezahlte Werbung: Unrast-Verlag | Jetzt abonnieren: RUMS 6 Monate für 1 Euro

Portrait-Redaktion-Anna
von Anna Niere

Guten Tag,

ungefähr 7 bis 8 Millionen Menschen in Deutschland husten und schniefen laut Zahlen des Robert Koch Instituts aktuell um die Wette. Grippe oder Erkältung. Bedeutet gleichzeitig: Hochbetrieb in den Hausarztpraxen. Blöd nur, wenn die Praxis im eigenen Viertel schließt.

Mit rund fünf Ärzt:innen pro 1.000 Einwohner:innen rechnet die Bundesärztekammer in Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt. In Berg Fidel gibt es gerade mal eine Hausarztpraxis mit einem Arzt. Dazu noch eine Kinderärztin.

Bald wird es in dem Stadtteil nur noch die Kinderarztpraxis geben. Vor ein paar Tagen schrieb uns jemand über den anonymen Briefkasten, dass es bald keinen Hausarzt mehr in Berg Fidel geben wird. Denn die Praxis von Thomas Post wird in den ersten Monaten des kommenden Jahres geschlossen, bestätigte uns eine Mitarbeiterin am Telefon. Die Gründe sagte sie uns nicht, dafür sei die „Medicum Münster“ GmbH zuständig.

Einladung
17Nov. 2025

Veranstaltung vor Ort 17. November 2025, 18:30 Uhr

„Zeit der Abschiede“. Ein Abend mit Klaus Brinkbäumer

„Wir müssen reden“ (#15)

Zu Gast Klaus Brinkbäumer
Moderation Ralf Heimann
Veranstaltung ansehen

Ein Ende kann ein Anfang sein. In seinem neuen Buch „Zeit der Abschiede“ erzählt Klaus Brinkbäumer von sieben Jahren, in denen vieles zu Ende ging – und Neues begann. Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur, Autor und Filmemacher blickt zurück auf Verluste, Neuanfänge und die Suche nach einem anderen Leben. Es geht um Familie, Freundschaft, Tod und das Erwachsenwerden als Erwachsener.

Am 17. November ist Klaus Brinkbäumer unser Gast, liest Passagen aus seinem Buch und spricht mit RUMS-Redaktionsleiter Ralf Heimann über das Abschiednehmen, das Wiederfinden – und über Münster.

Wir freuen uns, wenn Sie auch dabei sind! Eintritt 25 Euro, Tickets gibt es hier!

mehr dazu

Die Menschen in Berg Fidel müssen also in Zukunft zu Praxen im Geistviertel oder nach Hiltrup fahren. Der kommende Hausarztmangel in Berg Fidel ist nur ein Beispiel für einen landesweiten Trend. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung prognostiziert einen großen Hausärzte-Mangel in NRW in den kommenden 15 Jahren.

Laut der Prognose gehen mehr Hausärzte in den Ruhestand, als junge nachkommen. Auf der anderen Seite werden es potenziell mehr Patient:innen durch die demografische Entwicklung. In Porta Westfalica oder Rheda-Wiedenbrück zum Beispiel könnte es schon bald zur Unterversorgung kommen.

In Münster wird das erstmal kein Problem. Die Stadt hat aktuell so viele Hausärzte, dass die Region (zusammen mit Greven, Emsdetten und Steinfurt) für neue Niederlassungen gesperrt ist. Das Gesundheitsamt in Düsseldorf hat für Münster einen Versorgungsgrad von 110 Prozent errechnet. Rheda-Wiedenbrück liegt bei 70.

Scheint also alles gar nicht so schlimm zu sein für Münster? Wie man’s nimmt. In einem Stadtteil mit mehr als 5.000 Einwohner:innen keine Hausarztpraxis mehr zu haben, ist vor allem für ältere Menschen ein großer Einschnitt und belastet die umliegenden Praxen umso mehr. (ani)

Anzeige vom Theater Münster für das Stück Der Idiot ab 11. Oktober 2025 im Großen Haus
Jetzt Tickets sichern!
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6 Monate für 1 Euro
Ein-Satz-Zentrale

+++ Eine 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe konnte gestern Abend an der Siemensstraße entschärft werden. (Stadt Münster)

+++ In Roxel steht ein Kreisverkehr, der irgendwie doch keiner ist. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ ruft zur Versammlung gegen die rassistische Stadtbild-Aussage von Friedrich Merz vor dem CDU-Büro an der Hammer Straße am Donnerstag um 18 Uhr auf. (Bündnis „Keinen Meter den Nazis“, nicht online)

+++ RUMS-Kolumnist Ruprecht Polenz ist nicht so super begeistert von der Stadtbild-Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz. (Deutschlandfunk)

+++ Erst Mitte 2026 wird die Hafenpromenade auf der B-Seite fertig saniert sein, weil es Probleme beim Verlegen der Leitungen gegeben hat. (Westfälische Nachrichten)

+++ Der Verkehrsclub VCD wirft den Gegner:innen der WLE-Strecken-Reaktivierung vor, auf „perfide“ Weise zu stören. (Verkehrsclub VCD)

+++ Ab Mitte 2026 fährt ein barrierefreier ICE von Münster nach Sylt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Nach den Herbstferien fahren mehr Nachtbusse am Wochenende nach Gremmendorf (Stadtwerke Münster)

+++ Das hochansteckende und leider auch oft tödliche Parvo-Virus breitet sich unter Freigängerkatzen in Münster aus. (Westfälische Nachrichten)

Unbezahlte Werbung

Auf der Frankfurter Buchmesse wurden letzte Woche die jährlichen Verlagspreise vergeben. Einer der drei mit je 50.000 Euro dotierten Spitzenpreise ging an den Münsteraner Verlag Unrast, der sich seit 36 Jahren gesellschaftskritischer linker Literatur verschrieben hat und vor allem Sachbücher verlegt. Falls Sie mal stöbern möchten: Im aktuellen Programm finden Sie Titel zu Themen wie Kolonialismus, Rassismus und Feminismus, aber auch Comics oder Kurzgeschichten.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Katja Angenent hat heute wieder ein paar schöne Tipps für Sie gesammelt:

+++ Computerspiele sind eher nicht dafür bekannt, sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Doch seit etwa 15 Jahren gibt es immer häufiger digitale Spiele, die sich neben Unterhaltung auch Bildungspolitik auf die Fahnen geschrieben haben. Am Mittwoch um 19 Uhr gibt Felix Zimmermann in der Villa Ten Hompel einen Überblick über die Entwicklung der sogenannten Serious Games und zeigt aktuelle Trends auf. Die kostenlose Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch über Zoom möglich.

+++ Göttinnen und Fußabstreifer – so lautet der Titel eines Vortrags über Picasso und die Frauen, der am Donnerstag im LWL-Museum für Kunst und Kultur stattfindet. Im Gespräch mit Daniel Müller Hofstede beleuchtet die Journalistin, Publizistin und Autorin des gleichnamigen Buches, Rose-Maria Gropp, die Leben von Picassos Partnerinnen. Um 19:30 Uhr geht es los, Karten für 10 Euro bekommen Sie hier.

+++ Wenn Sie Lust haben auf Live-Musik unterm Sternenhimmel, dann müssen Sie bei dem Schmuddelwetter zum Glück dafür nicht unbedingt nach draußen gehen. Am Freitag spielen John Garner um 20 Uhr unter dem Sternenhimmel des Planetariums. Die Band gewann mit ihrem dreistimmigen Gesang bereits die TV-Sendung „My Hit. Your Song“. Karten zu je 29 Euro erhalten Sie hier. Eine Kostprobe gibt’s hier.

+++ Live-Musik zum Zweiten: Am Freitagabend präsentieren vier renommierte Musiker:innen aus Griechenland und der Türkei in der Musikhochschule ausgewählte Werke aus osmanischer Zeit auf passenden zeitgenössischen Instrumenten. Das kostenlose Konzert mit dem Titel „Music of the Istanbul High Society“ beginnt um 19:30 Uhr.

+++ Die unbekannteren Seiten Bertha von Suttners werden in einem eindrücklichen Monolog jeweils um 20 Uhr am Freitag und Samstag im kleinen Bühnenboden gezeigt. Der Abend bietet auch einen Einblick in das, was der Friedensnobelpreisträgerin neben der Friedensbewegung wichtig war, wie dem Kampf gegen Antisemitismus und für Emanzipation, und erinnert daran, dass Taten von Einzelnen bisweilen tatsächlich die Welt verändern können.

+++ Wir steuern kerzengerade auf Halloween zu und deshalb richtet der Hof Hägerzeit am Freitag und Samstag die Gruseltage aus. „Freut euch auf zwei besondere Herbsttage voller Gänsehaut und Alpakas“, heißt es in der vielversprechenden Ankündigung. Das ganze Programm finden Sie hier. Der Eintritt kostet 5 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder ab 4 Jahren. Anmelden bitte nicht vergessen. Nehmen Sie wetterfeste Schuhe und ein bisschen Geld für Getränke und heiße Würstchen mit.

Anzeige der Baugemeinschaft B3OX für gemeinsames Bauen in Gievenbeck und freie Wohnungen
Werde Teil unserer Baugruppe!

Was gibt’s noch?

Der 17-jährige Mattia Freund aus Münster bringt mit seiner App „Fintelify“ Finanzwissen aufs Handy. Er will übernehmen, was Schulen bisher versäumen: jungen Menschen Geld und Finanzen erklären. Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Freitag schreibt Ihnen dann Sebastian Fobbe. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Anna Niere

Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Katja Angenent (kat) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

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PS

Auf der Frankfurter Buchmesse haben sich am Wochenende nicht nur zahlreiche Leseratten aus ganz Deutschland versammelt, es wurden auch ein paar Preise vergeben. Auch dieser ging nach Münster: Der Autor Dirk Reinhardt hat den Jugendliteraturpreis der Jugendjury für seinen Klima-Aktivismus-Roman „No Alternative“ gewonnen. Das Buch ist aus der Sicht einer fiktiven Klimaaktivistin geschrieben. Sie schließt sich der Gruppe „No Alternative“ (erinnert ein bisschen an die Letzte Generation) an, einer radikalen Umweltorganisation. Die Leser:innen werden auf den waghalsigen Aktionen mitgenommen – immer aus der Perspektive der Protagonistin. „No Alternative“ ist nicht der erste politische Roman von Dirk Reinhardt, aber der erste mit Klimafokus. Die Jugendjury lobt vor allem die facettenreiche Darstellung der Thematik im Roman und, dass Reinhardt genug Platz für eigene Interpretationen lässt. Klingt doch spannend. (ani)

PPS

Vor einigen Wochen hat Lea Breulmann in einem (sehr beeindruckenden) Gastbeitrag bei uns über ihren Alltag mit ME/CFS geschrieben. Jetzt hat auch der WDR in der Lokalzeit über die Studentin aus Rheine berichtet und sie mit der Kamera begleitet. Das Video finden Sie ungefähr ab Minute 16. (ani)

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