Wohin mit der freien Kulturszene? | Unbezahlte Werbung: Weltladen im Südviertel | RUMS 6 Monate für 1 Euro lesen!

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Mit Anna Niere

Guten Tag,

eigentlich waren es gute Nachrichten für die Künstler:innen und Theatergruppen am Hoppengarten: Das alte Heerde-Kolleg in Rumphorst wird endlich saniert. Darauf hat die dortige freie Kulturszene schon lange gewartet (RUMS-Brief). Dach und Fenster sind undicht, an einigen Stellen läuft das Wasser ins Gebäude. Das berichtete mir ein Sprecher der Initiative Monokultur bereits im vergangenen Winter.

Hoffnung bringt der Baubeginn, der für März 2026 geplant ist, jedoch nur auf langfristige Sicht. Denn kurzfristig stellt die Sanierung die Kulturvertreter:innen vor eine große Herausforderung. Bis Ende Februar soll das Gebäude komplett geräumt sein. Mindestens zwei Jahre lang dürfen Künstler:innen und Theatergruppen ihre gewohnten Ateliers und Proberäume dann nicht mehr nutzen. Eine Alternative gibt es bisher nicht, wie die Initiative Monokultur mitteilt.

Das heißt: Ob die Künstler:innen und Theatergruppen, wie zum Beispiel das Jugendtheater Cactus, ab März überhaupt wie gewohnt weiterarbeiten können, ist unklar. Im Januar sollen bereits die Umzüge beginnen, damit pünktlich mit dem Umbau gestartet werden kann. Auf der Suche nach neuen Räumen ist die Initiative schon lange, sagt Monokultur-Geschäftsführerin Raphaela Nagler. Alle Ausweichmöglichkeiten, die sich bisher ergeben hatten, seien schlichtweg zu teuer.

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Rechtlich gesehen sei die Stadt nicht verpflichtet, eine Unterbringung anzubieten. Das Kulturamt helfe jedoch bei der Suche. Bisher erfolglos. Das Problem: Gebraucht werden große Flächen mit bestimmten Anforderungen (zum Beispiel Wasseranschlüsse für die Ateliers), das Budget ist dabei nicht so groß wie bei einem städtisch finanzierten Theater. Bisher waren die Mieten im Hoppengarten recht niedrig, so Nagler. Nach der Sanierung werden sie vermutlich etwas steigen.

18 Künstler:innen haben derzeit im Hoppengarten ihre Ateliers, einige teilen sich ein Atelier. Allein hierfür werden 550 Quadratmeter benötigt, die als Ateliers genutzt werden könnten. Für die darstellende Kunst stehen im alten Heerde-Kolleg vier Probebühnen zur Verfügung. Eine nutzt das Cactus Theater ganzjährig, die anderen werden projektgebunden vermietet. Zum Vergleich: Eine Probebühne ist ungefähr so groß wie die Bühnenfläche im Theater am Pumpenhaus. Auch hierfür wurde noch kein geeigneter Ort gefunden.

Haben Sie Ideen, wo die Künstler:innen und Theatergruppen unterkommen können, während im Hoppengarten gebaut wird? Dann schreiben Sie eine Mail an Raphaela Nagler. (ani)

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Ein-Satz-Zentrale

+++ Entgegen dem Landestrend ist die Zahl alkoholbedingter Unfälle im vergangenen Jahr in Münster deutlich gestiegen. (IT NRW)

+++ Nach dem Rückzug von Christoph Kattentidt aus dem Rat haben die Grünen am Montagabend Albert Wenzel zu seinem Nachfolger gewählt – und Leandra Praetzel zur stellvertretenden Fraktionssprecherin. (Grüne Münster)

+++ Unbekannte haben in der Nacht zu Montag auf der Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Münster Streugut-Säcke auf die Gleise gelegt, sodass Züge stoppen mussten. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Startup Glowkitchen Food, das nachhaltige Backwaren herstellt, ist von der Landesförderbank ausgezeichnet worden. (Pressemitteilung)

+++ Ein Gerichtsurteil in Gelsenkirchen stellt Münsters höhere Grundsteuer für Gewerbe infrage und könnte, falls es bestätigt wird, die Stadt zu Rückzahlungen von Millionen verpflichten. (Tagesschau)

+++ Der Wirtschaftswissenschaftler Manuel Rupprecht aus Münster kritisiert im Gespräch mit dem Soziologen Mirko Sporket, ebenfalls aus Münster, dass nötige Rentenreformen aus Sorge vor den Reaktionen der 21 Millionen Rentenbezieher blockiert würden. (FH-Münster-Podcast „Kopfhörer“)

+++ Der bei der Oberbürgermeisterwahl unterlegene CDU-Kandidat Georg Lunemann antwortet auf die Frage, was er beim nächsten Mal anders machen würde: gar nichts. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Uni hat 13 herausragende Doktorarbeiten mit einem Dissertationspreis und 122 Doktorand:innen für ihre mit summa cum laude bewerteten Arbeiten geehrt. (Uni Münster hier und hier)

+++ Münsters SPD hat nach dem Rücktritt ihres bisherigen Führungsteams am Wochenende Christoph Strässer übergangsweise zum neuen Vorsitzenden gewählt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Kompetenzzentrum für selbstbestimmtes Leben, das Menschen mit Behinderung unterstützt und sich für Barrierefreiheit einsetzt, ist für weitere drei Jahre finanziert. (Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben)

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Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Katja Angenent hat heute wieder für Sie in den Kalender geschaut und ein paar Empfehlungen zusammengestellt:

+++ Am Mittwoch können Sie um 19:30 Uhr die absurde Komödie „Holy Meat“ im Cinema als Vorabpräsentation sehen. Der Film handelt von einer Laieninszenierung der Passion Christi, die ungewollt zu einem Rave wird. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit Regisseurin Alison Kuhn. Karten kosten 10 Euro und sind hier erhältlich.

+++ Marie Naaß von Sea-Watch gibt am Donnerstag um 18 Uhr im Kleinen Bühnenboden Einblicke in die zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Der Eintritt ist frei, aber eine Anmeldung erforderlich.

+++ Ebenfalls am Donnerstag, allerdings um 18:30 Uhr, können Sie in der Studiobühne Autor und Regisseur David Schalko dabei zuhören, wie er mit dem Musiker und Schriftsteller Sven Regener über Humor in ernsten Zeiten diskutiert. Der Eintritt zu der Veranstaltung mit dem Titel „Die verkaufte Großmutter“ ist frei, bei vollem Haus wird zusätzlich live in den Hörsaal F1 übertragen.

+++ Im Cinema wird ebenfalls am Donnerstag um 19:30 Uhr der Film „Hysteria“ gezeigt. Er handelt von der Praktikantin Elif, die am Set eines Films über den rassistischen Brandanschlag von Solingen in undurchsichtige Geschehnisse verwickelt wird. Anschließend beantwortet Produzent Claus Herzog-Reichel Fragen des Publikums. Karten für 10 Euro erhalten Sie hier.

+++ Im Uhrzeigersinn um Deutschland: Manfred Terhardt hat mit dem Fahrrad die deutschen Grenzen umrundet. Über seine ungewöhnliche Reise und die historischen Hintergründe der Grenzverläufe spricht er – natürlich auch am Donnerstag – um 19 Uhr in der Fietserei, dem Vereinsraum des ADFC Münster. Der Eintritt ist frei, eine ADFC-Mitgliedschaft nicht erforderlich.

+++ Mit „ENDLICH!“ zeigt das Label FreiFrau eine szenische Soundperformance über das Altwerden. Carola von Seckendorff und Cornelia Kupferschmid verweben dazu Interviews, Erinnerungen und Klänge zu einem Resonanzraum voller Nähe und Widersprüche. Die Werkstattaufführung lädt dazu ein, gemeinsam über das Altern zu sprechen – am 14. Dezember um 14 Uhr im Kreativ-Haus Münster (Tickets hier) und am 25. Januar um 18 Uhr im Kleinen Bühnenboden (Tickets hier).

Und sonst?

Fake News setzen Wissenschaft und Journalismus unter Druck. Ich habe mit der Kommunikationswissenschaftlerin Julia Metag darüber gesprochen, wie die Forschung Menschen erreicht, die ihr misstrauen.

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Am Freitag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Anna Niere

Mitarbeit: Raphael Balke (rba), Ralf Heimann (rhe), Katja Angenent (kat), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Gemeinsam mit Theo Steinbach war mein Kollege Raphael Balke am vergangenen Freitag beim Campusradio-Preis der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen in der Kategorie Moderation nominiert. Bei der Preisverleihung in Düsseldorf entschied sich die Jury für eine andere Preisträgerin. Unter den Gewinnern:innen waren viele spannende Beiträge, die Sie auch interessieren könnten. Beispielsweise berichtete Sophia Buschhorn über Femizide, also darüber, dass Frauen getötet werden, nur weil sie Frauen sind. Und auch das Campusradio Radio Q aus Münster wurde von der Jury ausgezeichnet: Elias Daranyis Beitrag über Münsters Rolle in der Mondforschung, Roxana Zambons und Laura Schildheuers Reportage über Hanau fünf Jahre nach dem rassistischen Anschlag dort und Johanna Rieken für ihren Musikbeitrag zum Song „Koffer“ von Apsilon. Alle Beiträge können Sie sich auf der Website des Campusradiopreises anhören.

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