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Preußen Münster: Wo bleibt das Frauen-Team? | Spargel- und Erdbeerstände | 3 Monate RUMS zum halben Preis


Münster, 26. Mai 2023
als Reaktion auf die kürzlich vom SC Preußen Münster veröffentlichte Studie darüber, wie gut der Verein der Stadt tut, hat die FDP eine Pressemitteilung veröffentlicht. Ist ja schön, mal ganz offiziell festgehalten zu haben, wie positiv der ökonomische Einfluss Preußen Münsters so ist, findet Simon Haastert (das Internet hinterfragt diese Studie allerdings, unter anderem das Fanmagazin „100ProzentMeinSCP“). Was den Verein seiner Meinung nach allerdings noch toller machen würde: eine Abteilung für Mädchen und Frauen.
Ja, Mensch, Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Also, in diesem Fall eben besagte Trainingsmöglichkeiten für Fußballerinnen bei Münsters frischgebackenem Drittligisten. Zugegeben, neu ist das Thema nicht. Das macht’s aber nicht besser, eher schlimmer. Es zeigt im Kleinen auf, wie ungleich Männer- und Frauenfußball behandelt werden.
Auch wenn ich absolut keine Ahnung davon habe, was guten Fußball ausmacht, lehne ich mich einfach mal aus dem Fenster und schreibe: Das liegt nicht daran, dass Frauen schlechter spielen als Männer. Der Trainer einer Frauenfußballmannschaft, der auch Fußballmanagement studiert hat, hat mir mal erzählt: Frauen haben andere Voraussetzungen als Männer, im Prinzip kann man die beiden Sportarten gar nicht miteinander vergleichen.
Deswegen brauchen Frauen auch die für sie passenden Trainingsmethoden. Weil Männer schon seit dem 19. Jahrhundert professionell gegen Bälle treten, der DFB das Frauen aber bis 1970 verboten hat und es bis heute eben erhebliche Einschränkungen für sie gibt (zum Beispiel, dass keine Mädchen- und Frauenmannschaften in Vereinen existieren), sind die Trainingsmethoden für Frauen längst nicht so gut entwickelt wie die für Männer.
Ein zweiter Punkt ist natürlich der Vorbildcharakter. Wie sollen junge Mädchen auf die Idee kommen, Fußball zu spielen, wenn sie nie Mädchen und Frauen sehen, die Fußball spielen? Diesen Sommer gucken wir vielleicht nicht und damit doch irgendwie in die Röhre, weil nicht klar ist, ob die Frauenfußball-WM überhaupt übertragen wird (65 Prozent der Menschen in Deutschland, die am 31. Juli abends den Fernseher eingeschaltet hatten, haben übrigens das Endspiel der Frauen-EM verfolgt). Stellen Sie sich mal vor, irgendwelche Fußballer müssten eine Petition starten, damit die WM der Männer hoffentlich doch im Fernsehen gezeigt wird. Oder stellen Sie sich vor, der BVB oder Bayern München würde den morgen gewonnenen Meistertitel der Herren nicht offiziell feiern, weil die Damenmannschaft in dieser Saison nicht so gut abgeschnitten hat und man sich deswegen nicht nach Party fühlt. Absurd, oder?
Und dann kommen Vereine mit der Aussage um die Ecke: Wir würden ja, wenn es die Nachfrage gäbe. Über den Unsinn dieses Arguments hat mein Kollege Ralf Heimann wiederum mit Kolja Steinrötter gesprochen (RUMS-Brief), der die Frauenfußballmannschaft von Blau Weiß Aasee trainiert. Er sagt: Angebote richten sich nicht nach der Nachfrage, sie werden von Fifa und Co. kreiert. Länderspiele in „irgendeinem Dorfstadion“ am Mittwochnachmittag nehmen Menschen wohl genauso gerne wahr wie Eltern Lust haben, ihre Töchter 50 Kilometer weit zum Auswärtsspiel zu fahren, weil da eben die nächste Mädchenmannschaft spielt.
Die gute Nachricht: Es gibt andere Möglichkeiten für Frauen und Mädchen, in Münster Fußball zu spielen. Zum Beispiel in Kinderhaus. Oder bei Borussia Münster. Da hat sich der SC Preußen Münster übrigens neulich ganz gönnerhaft angeboten, seine Expertise „verstärkt mit der Mädchen- und Damenabteilung zu teilen“. Und man wolle schauen, ob und wie sich Preußen Münster in dem Bereich weiterentwickeln kann.
Ich wünsche mir, dass das tatsächlich passiert. Denn um noch einmal das Stichwort Sichtbarkeit in den Ring zu werfen: Es ist natürlich super, dass andere Vereine Mädchen die Möglichkeit geben, gemeinsam zu kicken. Beim Thema Fußball kommt vielen aber wohl doch zuerst Preußen Münster in den Sinn. Insbesondere jetzt, da der Verein wieder in die dritte Liga aufgestiegen ist. Erfolg heißt in diesem Fall vielleicht auch, endlich mehr Verantwortung zu übernehmen. (sst)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Unbekannte haben eine ältere Frau am Telefon mit einer falschen Schockgeschichte betrogen und so wertvolle Münzen erbeutet. (Polizei Münster)
+++ Die Ems ist in Dorbaum ab sofort nicht mehr gesperrt, weil die Bundeswehr eine Übung abgesagt hat. (Bezirksregierung Münster)
+++ Der Mieterschutzverein warnt nach der Veröffentlichung des neuen Mietspiegels vor Mieterhöhungen mit zweifelhaften Begründungen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Im Baugebiet Hiltrup-Ost sind 1.060 Wohnungen und 300 Doppel- und Reihenhäuser geplant, die nach ökologischen Standards gebaut werden sollen. (Westfälische Nachrichten)
+++ In Münster gibt es ein neues System mit roten Schildern auf Radwegen, das helfen soll, sich zu orientieren. (Stadt Münster)
+++ Nachdem 1.700 Kinder in Münster keinen Kitaplatz bekommen haben, hat nur ein Elternpaar eine Klage eingereicht. (Westfälische Nachrichten)
+++ Ein großer Test an Münsters Grundschulen zeigt, dass die Fitness vieler Kinder in der Coronazeit schlechter geworden ist. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Theaterpädagogische Zentrum Münster bekommt 36.500 Euro aus einem Bundesprogramm. (Pressemitteilung Svenja Schulze, nicht online)
+++ Die Stadt Münster überlegt, einen Container mit Toilette und Waschgelegenheit für Prostituierte an der Siemensstraße aufzustellen, aber es fehlt noch das Geld dafür. (Westfälische Nachrichten)
+++ Mit dem „natürlich unverpackt“-Laden an der Warendorfer Straße schließt der letzte Laden in Münster, der Lebensmittel ohne Verpackungen verkauft. (Radio Q)
+++ Tierschützer:innen haben gegen einen Schweinemastbetrieb aus dem Münsterland Anzeige wegen Tierquälerei erstattet. (WDR)
+++ Die Stadt stellt wieder überall in Münster große Wassertanks auf, damit Menschen die Bäume in ihrem Viertel vor dem Vertrocknen retten können. (Stadt Münster)
+++ Es gibt jetzt ein Flugzeug, das Münster heißt. (Antenne Münster)
+++ Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe bleibt Städtetagspräsident. (Deutscher Städtetag)
Unbezahlte Werbung
Sie werden es bemerkt (und geschmeckt) haben, es ist Erdbeer- und Spargelsaison. Unübersehbar sind die vielen Verkaufsbuden unterschiedlicher Höfe im Stadtgebiet. Der Spargelhof Bäcker hat zusätzlich noch Automaten aufgestellt, an denen Sie unter anderem Spargel und Erdbeeren unabhängig von der Tageszeit kaufen können. Einer von diesen Automaten steht neben dem Schlosstheater. Eine Liste mit anderen Verkaufsstandorten gibt es hier, die Automaten sind leider nicht hinterlegt.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
+++ Nach vielen Monaten Bauzeit und Vorbereitung feiert das Hansafloß morgen Eröffnung am Stadthafen, direkt vor der Kunsthalle. Ab 14:30 Uhr gibt’s Livemusik, DJs und künstlerische Performances. Dazu Snacks und Getränke für zwischendurch. Der Eintritt ist frei. Für mehr Informationen können Sie hier vorbeischauen.
+++ Weniges tut so weh, wie für Konzerte von großartigen Musiker:innen zu spät geboren worden zu sein . Ein kleines Trostpflaster bieten Leute wie Randy Hansen. Am Sonntagabend spielt er im Hot Jazz Club als Jimi-Hendrix-Imitator. Das Konzert findet um 20 Uhr statt, der Vorverkauf kostet 25 Euro. Karten können Sie hier kaufen, dort gibt es auch weitere Informationen zu Hansen und Hendrix.
+++ Es wird schön am Wochenende. Schauen Sie doch mal wieder im Botanischen Garten der Uni vorbei, dort gibt es nun einen Barfußpfad. Der Eintritt in den Garten ist kostenlos und noch blüht es an jeder Ecke. Die Öffnungszeiten sind täglich von 8 bis 19 Uhr.
+++ Der Filmclub Münster führt am Montagabend den Film „Lost in Translation“ im Originalton auf. Ein Film über eine neue Bekanntschaft zweier sehr unterschiedlicher Menschen, gespielt von Bill Murray und Scarlett Johansson, in einem für sie fremden Land. 2004 bekam der Film sogar einen Oscar für das beste Drehbuch. Die Vorstellung beginnt mit einem kurzen Plädoyer von David Kluge. Sie findet im Schlosstheater statt und beginnt um 20 Uhr, Tickets erhalten Sie hier.
+++ Wenn Sie in der Stadt unterwegs sind und eine Pause machen wollen, müssen Sie dafür an vielen Orten zumindest ein kleines Wasser kaufen. Nicht so im Foyer des Stadttheaters. Dort können Sie morgen in der Zeit von 15 bis 18 Uhr kurz durchatmen, sich einfach mal selbst auf die Bühne stellen und mit Ensemblemitgliedern quatschen.
+++ Nächste Woche Freitag und Samstag finden, veranstaltet vom Stadttheater, Tanzabende in der Stadtbücherei statt. Den Abend füllen Live-DJs und Tanzaufführungen von verschiedenen Tänzer:innen, die damit Geschichten erzählen wollen. Für beide Abende gibt es noch ein paar Tickets, die und weitere Informationen erhalten Sie hier.
Und was steht sonst noch so im RUMS-Brief?
Die Stadt Münster ist gerade dabei, ihr sogenanntes integriertes Flächenkonzept zu erstellen. Denn bis 2045 braucht sie knapp 20.000 neue Wohnungen. Aber wo sollen sie entstehen? Die Stadt hat drei denkbare Szenarien vorgestellt. In einem wächst Münster in der Mitte und vor allem in die Höhe, in einem zweiten ins Ländliche. Im dritten spielen die Bahnhöfe eine große Rolle. Ideal ist keine der Varianten. Wir haben mal geschaut, wie es dazu kam und auf welcher Grundlage solche Entscheidungen getroffen werden.
Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier
PS
Ende April hat die Stadt auf ihrer Statistikseite wieder neue Zahlen veröffentlicht, und im Grunde scheint man in Münster so gut wie alles zu vermessen: den Niederschlag am Flughafen Münster/Osnabrück, die Zahlen der Menschen, die sich um einen Jagdschein beworben und die Zahlen der, die ihn dann auch tatsächlich bekommen haben, oder die Anzahl der Stände auf dem Send, gegliedert nach Sparten. Im Dezember hat jemand die Stadt allerdings mit einer Anfrage ziemlich in Verlegenheit gebracht, wie wir jetzt sahen. Jemand wollte wissen, wie viele Parkplätze es in Münster gibt. Das wäre ja tatsächlich ganz interessant, denn dann könnte man das ins Verhältnis zu den Autos setzen, die in Münster so herumfahren, und vielleicht könnte man hier und da besser abschätzen, was passiert, wenn hunderte von Parkplätzen verschwinden, weil dort Fahrradbügel aufgestellt werden oder Fahrradstraßen mehr Raum bekommen. Die Stadt ließ die Frist mehrfach verstreichen. In einer Erinnerung, die am 24. April rausging, steht, die Stadt sei jetzt schon 91 Tage in Verzug. Und dann dauerte es nur noch zwei Wochen, bis tatsächlich eine Antwort kam. Die Stadt entschuldigte sich für die Verspätung, und ich versuche, die Antwort, die Sie hier nachlesen können, in einem Satz zusammenzufassen. In der Antwort steht ungefähr: Wir wissen es leider nicht. (rhe)