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Mehr Tampons auf Münsters Toiletten | RUMS auf dem Hammer-Straßen-Fest | RUMS drei Monate lang zum halben Preis


Münster, 1. August 2023
ich freue mich richtig über Nachrichten wie diese: Am Schlaun-Gymnasium gibt’s jetzt kostenfreie Menstruationsprodukte. Vor einem knappen Jahr hat der Rat beschlossen, dass man mal schauen will, wie solche Spender wohl in Schulen, sozialen Einrichtungen und Jugendzentren ankommen. Nach intensiver wissenschaftlicher Projektbegleitung kann man jetzt sagen: gut.
Nein, Spaß. Die gab’s soweit ich weiß nicht. Laut Pressemitteilung hat es aber „durchweg positive Rückmeldungen“ aus den Einrichtungen gegeben. Was ja auch irgendwie logisch ist, siehe Kommentar von Schlaun-Schulleiterin Sabine Langenberg: „Hygieneprodukte wie Tampons und Binden sollten in der Schule so selbstverständlich sein wie Toilettenpapier oder Seife.“
Dass Menstruationsartikel an Münsters Schulen und in anderen Einrichtungen immer sichtbarer werden, ist eine tolle Entwicklung. Übrigens auch, dass die Spender Tampons in verschiedenen Größen ausgeben. Körper haben nun einmal unterschiedliche Formen und Blutungen fallen unterschiedlich stark aus.
Und wenn sowas ganz selbstverständlich auf von vielen genutzten Toiletten aushängt, fällt sicherlich auch der eine oder andere beschämte Gang dorthin mit möglichst dezent in der Faust platziertem Tampon weg. Weil, naja, dann ist da ja noch die Sache mit den fehlenden Taschen an Kleidung aus der Damenabteilung.
Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zur Menstruation. Die macht keinen Spaß, sie ist kein feministisches Statement, sie ist kein frei wählbares Extra im Leben von Menschen mit Uterus. Frei zugängliche Menstruationsartikel sind nicht nur praktisch, sondern machen Körper sichtbar, die nicht dem männlichen Stereotyp entsprechen.
Und andersherum: Wer selbst (noch) nicht menstruiert, aber auf der Toilette Binden begegnet, für den wird so vielleicht die Schwelle niedriger, Fragen zu stellen oder mal was in die Suchmaschine einzutippen.
Der Rat entscheidet Ende des Jahres, ob das Projekt mit dem klangvollen Namen „Bereitstellung kostenloser Hygieneartikel“ verstetigt wird. Und ja, damit sind gezielt Tampons und Binden gemeint. Wer mal welche in der Drogerie besorgt hat, kennt den Code: Zwischen Seifen, Toilettenpapier und Rasierern sind Menstruationstassen und Co. die „Hygieneartikel“. Klar, oder? (sst)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Die A1 ist vom 11. bis zum 14. August gesperrt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Von Montag bis Donnerstag ist auch die Heroldstraße in Mecklenbeck gesperrt. (Stadt Münster)
+++ Die Stadt stellt am 16. August die Pläne für den Umbau des Sprickmannplatzes in Kinderhaus vor. (Stadt Münster)
+++ Im vergangenen Jahr ist Münster stark gewachsen, vor allem, weil viele Menschen aus der Ukraine hier Schutz gefunden haben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Jede:r Erwerbstätige in Münster hat 2021 durchschnittlich Waren und Dienstleistungen im Wert von 78.545 Euro hergestellt. (Landesamtes für Statistik)
+++ Die Polizist:innen sollen in Münster künftig häufiger Schulungen zu Rassismus und Antisemitsimus besuchen. (Stadt Münster)
+++ Die Stadt hat neue Veranstaltungstermine zum Friedensjahr veröffentlicht. (Stadt Münster)
+++ Nach vier Wochen Sommerpause hat der Maxi-Turm am Syndikatplatz ab sofort wieder geöffnet. (Stadt Münster)
Unbezahlte Werbung
In der Mode kommen die Trends bekanntlich immer wieder. Wenn Sie Klamotten aus längst vergangenen Tagen suchen, finden Sie die bestimmt im „Crocodile“. Der kleine Laden am Hansaring 3 hat von der Lederjacke bis zur Cordhose fast alles in der Garderobe, was früher einmal „in“ und heute Kult ist. Und das Schöne ist ja, dass man beim Vintage-Shoppen nicht nur Geld spart, sondern sich auch ein gutes Gefühl einstellt, weil man nachhaltiger einkauft. „Crocodile“ hat montags bis freitags von 11 bis 18:30 Uhr geöffnet und am Samstag von 11 bis 15 Uhr.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Elija Winkler hat heute wieder in den Terminkalender geschaut und ein paar Veranstaltungen für die kommenden Tage herausgesucht:
+++ Am Samstag und Sonntag findet das diesjährige Hammer-Straßen-Fest statt. Und wie im vergangenen Jahr sind wir von RUMS auch wieder mit einem eigenen Stand vor Ort. Kommen Sie uns gerne besuchen. Wir freuen uns über Lob, Kritik oder einfach nur einen Klönschnack. Ach ja, ein Programm gibt’s natürlich auch. Mehr dazu hier.
+++ Wir hatten vor vier Wochen im RUMS-Brief darüber berichtet: Das Paul-Gerhardt-Haus wird abgerissen. Damit verschwindet auch das dortige Jugendzentrum, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Die Stadtbücherei zeigt gewissermaßen zum Abschied einige „PG-Geschichten“. In der Ausstellung erzählen ehemalige Besucher:innen von den Erinnerungen, die sie mit dem Jugendzentrum verbinden. In zwei Tagen beginnt die Ausstellung, bis zum 19. August können Sie sie in der Stadtbücherei besuchen.
+++ Immer am zweiten Dienstag des Monats treten die Zwillinge Gerd und Richie Bracht im Hot Jazz Club auf. Heute Abend ist es wieder so weit. Ab 20 Uhr können Sie die „Jazzuniversität“ besuchen, bei der Swing, Blues und Impro-Musik auf dem Stundenplan stehen. Der Eintritt zur Vorlesung, äh Vorstellung, ist frei.
Und was steht sonst noch so im RUMS-Brief?
Am Kanal soll eventuell ein Tanz- und Sportzentrum entstehen, ein Coworking-Space für verschiedene Vereine quasi. In einem scheint es allerdings Unstimmigkeiten zu geben: Es geht um Geld und um eine Vorstandswahl, die nicht ordnungsgemäß abgelaufen sein soll. Constanze Busch hat nachgefragt, aber nicht von allen Beteiligten Antworten bekommen. Außerdem: Ein Interview mit der Klimaschutzmanagerin der Uniklinik und eine gute Nachricht vom Wochenmarkt. Falls Sie schade finden, dass Sie das nun nicht lesen können, schließen Sie doch ein Abo ab und lesen Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis.
Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier
PS
Es sollte mehr kostenfreie Angebote im öffentlichen Raum geben. Wie die Sitzplätze auf dem Domplatz, die man einfach nutzen kann, ohne sie sich mit einem Kaffee zu erkaufen. Oder den Sandkasten, der jeden Sommer auf dem Syndikatplatz steht. Oder die Schaumparty, die neulich die Stadt Euskirchen geschmissen hat. Okay, tatsächlich kann die Stadt sich diese Idee nicht auf die Fahne schreiben. Irgendwelche Leute haben acht Flaschen Spülmittel in einen Brunnen gekippt und daraufhin einen riesigen Schaumteppich in der Fußgängerzone kreiert. Die Polizei ermittelt in diesem Fall wegen Sachbeschädigung. Woanders geben Leute fürs fluffige Nass sogar Geld aus. (sst)