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Verwirrung im Rathaus | Politthriller oder Kommunikationspanne? | RUMS 30 Tage kostenlos testen


Münster, 11. Juni 2021
heute geht es um den Neubau der Mathilde-Anneke-Gesamtschule. Um ein geheimes Verwaltungsdokument, das inzwischen gar nicht mehr so geheim ist. Und um die Frage: Wer hat das Papier wann gelesen? Hat jemand absichtlich gelogen oder nur unwissentlich die Unwahrheit gesagt?
Auf der Baustelle für das neue Schulgebäude geht es nicht voran, und inzwischen gibt es zwei Erklärungen dafür, warum das so ist. Die erste Erklärung für die Verzögerungen lieferte am Dienstag Immobiliendezernent Matthias Peck. Er sagte, es gebe gerade einen Mangel an Baustoffen, unter anderem an Holz. Darüber hatten wir auch in unserem Brief am Dienstag geschrieben. Matthias Peck hatte die Information am Dienstagmorgen den Ratsfraktionen mitgeteilt, auch die Stadt schrieb es so in einer Pressemitteilung. Die Folge: Die Schule wird wahrscheinlich nicht zum Schuljahr 2022/2023 in das neue Gebäude einziehen können, Verwaltung und Schule sollen laut der Pressemeldung jetzt eine Zwischenlösung entwickeln.
Inzwischen hat sich herausgestellt: Dass es an Holz fehlt, ist wohl nicht der Hauptgrund für die Hängepartie auf der Schulbaustelle. Das städtische Amt für Wirtschaftlichkeitsprüfung und Revision hat das Projekt untersucht und anschließend für den Rechnungsprüfungsausschuss einen internen Bericht verfasst, der unserer Redaktion vorliegt. Die Prüfer:innen weisen in diesem Papier unter anderem darauf hin, dass bei etlichen Ausschreibungen für Gewerke auf der Baustelle Fehler passiert seien. Dadurch habe sich das Projekt weiter verzögert, und einige Posten seien deutlich teurer geworden als geplant. Die Westfälischen Nachrichten, denen der Bericht ebenfalls zugespielt wurde, haben in diesem Text ein paar Beispiele aufgeführt. Und in diesem Artikel hat WN-Autor Klaus Baumeister zusammengefasst, warum das Projekt Mathilde-Anneke-Gesamtschule von Anfang an schwierig war. Zum Beispiel, weil eigentlich alles sehr schnell gehen und das Schulgebäude aus Holz gebaut werden sollte, womit sich im Rathaus niemand richtig auskennt.
Wir haben heute recherchiert, wann dem Oberbürgermeister und dem zuständigen Dezernenten der Bericht vorlag und warum die Stadtverwaltung am Dienstag eine fehler- oder zumindest lückenhafte Information herausgegeben hat. Antworten auf diese Fragen zu bekommen, war gar nicht so einfach.
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Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann wieder. Ich wünsche Ihnen ein schönes Sommerwochenende.
Herzliche Grüße
Constanze Busch
PS
Max Brinkmann-Brand von der ÖDP hat gestern Abend aus dem Verkehrsausschuss getwittert. Es ging um die Velorouten, das Fahrradstellplätzeprogramm und andere Projekte (wir schreiben Ihnen nächste Woche etwas dazu). Und ganz kurz ging es auch um uns. Die CDU hat Stadtbaurat Robin Denstorff offenbar gebeten, noch mal Informationen zum Verkehrsversuch an der Hörsterstraße an die Medien zu geben. Robin Denstorff scherzte darauf: „Die Presse schreibt nicht immer, was sie soll.“ Und das stimmt. Vielen Dank für das Kompliment!