Vor der Stichwahl – eine Analyse | Bündnis-Fantasien | MELT N’Icecream

Müns­ter, 18. Sep­tem­ber 2020

Guten Tag,

Müns­ters Ober­bür­ger­meis­ter ist in die­ser Woche tat­säch­lich nach Ita­li­en auf­ge­bro­chen. Falls Sie es nicht mit­be­kom­men hat­ten: Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er hat­te ihn bei sei­nem Besuch in Müns­ter vor zwei Wochen ein­ge­la­den. Lewe ist im Neben­job Vize-Prä­si­dent des Deut­schen Städ­te­tags. Daher soll­te er in Ita­li­en dabei sein, und nun war er erst ein­mal weg, kurz vor der Stich­wahl gegen sei­nen grü­nen Kon­kur­ren­ten Peter Todes­ki­no. Der hat­te schon am Wahl­abend deut­lich gemacht, wie er sei­nen Wahl­kampf füh­ren wür­de: offen­siv. Er hat­te Lewe ange­grif­fen. Auf die Fra­ge der West­fä­li­schen Nach­rich­ten nach der Unter­stüt­zung von ande­ren Par­tei­en hat­te Todes­ki­no gesagt, er ver­traue dar­auf, dass die Wähler:innen wüss­ten: Er sei jemand, der vor so einem wich­ti­gen Ter­min nicht mit dem Bun­des­prä­si­den­ten nach Ita­li­en fah­ren wür­de. Mar­kus Lewes Stra­te­gie deu­tet dar­auf hin, dass sein Team von einer ande­ren Annah­me aus­geht – näm­lich von der, dass vie­le Men­schen in Müns­ter nur sehr wenig über Peter Todes­ki­no wis­sen. Und wenn die­se Annah­me stimmt, macht Lewe momen­tan vie­les genau rich­tig. In sei­nem Wahl­kampf scheint es vor allem dar­um zu gehen, ihn nicht wie jeman­den aus­se­hen zu las­sen, der sich um ein Amt bewirbt.

Den Text liefert die Stadt

Auf einem Foto, das heu­te bei den West­fä­li­schen Nach­rich­ten zu sehen ist, sitzt Mar­kus Lewe an einem gro­ßen Tisch im König­li­chen Palast von Mai­land, ihm gegen­über: der deut­sche Bun­des­prä­si­dent. Rechts neben Lewe: ein Mann, der ein biss­chen aus­sieht wie Peter Todes­ki­no mit Atem­schutz­mas­ke. Das ist der ita­lie­ni­sche Prä­si­dent Ser­gio Mattarel­la. In der Bild­un­ter­schrift der Zei­tung steht: „Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er (l.) und Ser­gio Mattarel­la (r.), Prä­si­dent von Ita­li­en, tra­fen sich im König­li­chen Palast in Mai­land mit Mar­kus Lewe, Ober­bür­ger­meis­ter von Müns­ter und Vize­prä­si­dent des Deut­schen Städ­te­ta­ges.“ Es wirkt, als hät­te Lewe die bei­den im König­li­chen Palast emp­fan­gen. Die Aus­sa­ge des Berichts: Müns­ters Ober­bür­ger­meis­ter spielt ganz oben mit. 

Den Text dazu hat die Stadt Müns­ter gelie­fert. Die West­fä­li­schen Nach­rich­ten haben die Pres­se­mit­tei­lung ein biss­chen umfor­mu­liert, damit sie wenigs­tens aus­sieht wie ein jour­na­lis­ti­scher Bei­trag („heißt es in einer städ­ti­schen Pres­se­mit­tei­lung“). Dass nicht unter dem Arti­kel steht, wer ihn geschrie­ben hat, wird in der Zei­tungs­bran­che als Kennt­lich­ma­chung der Tat­sa­che ver­stan­den, dass es sich hier um zuge­lie­fer­tes Mate­ri­al han­delt. Das weiß jen­seits der Bran­che so gut wie nie­mand. Aber genau das ist eben auch Sinn der Sache. 

Kritik an der Reise

Die Bot­schaft der PR-Mel­dung ist ein­deu­tig: Wäh­rend der grü­ne Kon­tra­hent sich immer noch dar­über schwarz­är­gert, dass der Ober­bür­ger­meis­ter im Wahl­kampf eine Rei­se macht, küm­mert der Amts­in­ha­ber sich davon unbe­ein­druckt um die gro­ßen The­men der Zukunft. Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er darf in der Pres­se­mel­dung sekun­die­ren: „Der Ober­bür­ger­meis­ter hat in die­sen Tagen einen beson­ders vol­len Ter­min­ka­len­der. Umso mehr weiß ich zu schät­zen, dass Mar­kus Lewe die Bedeu­tung lang­fris­ti­ger The­men trotz­dem nicht aus dem Blick ver­liert.“ Der Satz hat im Grun­de nur eine Funk­ti­on: Er soll die Kri­tik an der Rei­se ent­kräf­ten. Die Zei­tung hat ihn fast genau so übernommen. 

Es ist schwer zu bewer­ten, ob eine Kli­ma­part­ner­schaft mit Bolo­gna tat­säch­lich sinn­voll ist, oder ob es hier vor allem dar­um geht, zu einem güns­ti­gen Zeit­punkt den Ein­druck zu ver­mit­teln, dass Müns­ters Ober­bür­ger­meis­ter die Din­ge in die Hand nimmt, glo­bal denkt und sich mit The­men beschäf­tigt, die auch dem lin­ken Spek­trum gefal­len dürf­ten. Was sich sicher sagen lässt: Mar­kus Lewe sitzt hier ein wenig zwi­schen den Stüh­len. Als er bei einer Dis­kus­si­ons­run­de der West­fä­li­schen Nach­rich­ten Anfang Sep­tem­ber gefragt wur­de, ob er der Mei­nung sei, dass die Stadt Müns­ter beim Kli­ma­schutz schon genug mache, sag­te er: „Nein.“ Als der Rat Ende August über einen Antrag abstimm­te, der vor­sah, das Tem­po beim Kli­ma­schutz noch etwas zu erhö­hen, stimm­te sei­ne Par­tei, die CDU, dage­gen. Beschlos­sen wur­de der Antrag aller­dings trotzdem. 

Lewe braucht Unterstützung

Schaut man sich das Wahl­er­geb­nis noch ein­mal an, wird Lewes Pro­blem deut­lich: CDU und FDP haben bei der Ober­bür­ger­meis­ter-Wahl knapp 74.000 Stim­men bekom­men. Die übri­gen Par­tei­en zusam­men 81.000.

Wenn Lewe nur auf die kon­ser­va­ti­ve Wäh­ler­schaft setzt, könn­te es knapp für ihn wer­den. Mit vie­len Stim­men der FDP wird er rech­nen kön­nen, aber das sind ins­ge­samt nicht so vie­le. Auch von der AfD wird er Unter­stüt­zung bekom­men. Die Par­tei hat­te kei­nen eige­nen Ober­bür­ger­meis­ter-Kan­di­da­ten auf­ge­stellt und statt­des­sen Lewe emp­foh­len. Der hat­te sich nicht gewehrt. Einem Bünd­nis gegen die AfD schloss er sich als ein­zi­ger der neun Kan­di­da­ten nicht an. Doch auch die Stim­men aus die­ser mie­fi­gen Ecke dürf­ten kaum ins Gewicht fallen. 

Wenn Mar­kus Lewe sei­nen Wahl­sieg absi­chern möch­te, braucht er Unter­stüt­zung von Men­schen, die sich nicht dem kon­ser­va­ti­ven Spek­trum zuord­nen wür­den. Aber wie könn­te das gelingen?

Eine Stra­te­gie könn­te sein, vage zu blei­ben, sich nicht zu deut­lich rechts zu posi­tio­nie­ren, aber auch nicht zu weit links. Kli­ma­po­li­ti­sche Absich­ten zu for­mu­lie­ren, könn­te ein guter Weg sein, um auf bei­den Sei­ten zu punk­ten, denn schließ­lich sind sich alle dar­in einig, dass die Erde geret­tet wer­den muss. Die strit­ti­ge Fra­ge ist nur: Wie? 

Der präsidiale Repräsentant

Poli­tisch vage blei­ben Kan­di­da­ten auch dann, wenn sie sich an Dis­kus­sio­nen nicht betei­li­gen. Wie auch schon vor der letz­ten Wahl hat Lewe vie­le Gele­gen­hei­ten genutzt, nicht zu kla­re Posi­tio­nen ein­neh­men zu müs­sen. Er hat die Teil­nah­me an Dis­kus­si­ons­run­den abge­sagt, sich ver­tre­ten las­sen – unter ande­rem mit der Begrün­dung, die CDU-Vor­sit­zen­de Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er habe sich ange­kün­digt. Besuch aus Ber­lin. Das gro­ße Gan­ze. Kei­ne Zeit für das Klein-Klein. Dass die­ser Ein­druck an vie­len Stel­len ent­steht, kann Zufall sein, aber auch eine Strategie. 

Ita­li­en­rei­sen, Tref­fen mit der CDU-Che­fin, das sind Ter­mi­ne, die das Bild eines Kan­di­da­ten pro­du­zie­ren, der vor allem eines ist: der prä­si­dia­le Reprä­sen­tant sei­ner Stadt. Aus all die­sen Anläs­sen ent­ste­hen ver­läss­lich gute Nach­rich­ten. Nach einer Dis­kus­si­ons­run­de mit den übri­gen Kan­di­da­ten kann in der Zei­tung ste­hen: Der Ober­bür­ger­meis­ter sah blass aus. Nach einem Tref­fen mit dem ita­lie­ni­schen Prä­si­den­ten ist so eine Mel­dung unwahr­schein­lich, schon weil die Stadt den Text ein­fach selbst schreibt. Und die eigent­li­che Nach­richt ist ohne­hin das Foto, das zeigt: Hier bewegt sich einer in ganz ande­ren Sphären. 

Netter Kerl, politisch schwer festzunageln

Man wür­de Mar­kus Lewe aber unrecht tun, wenn man das alles nur als Stra­te­gie ver­ste­hen wür­de, denn für die­se Art von Poli­tik muss er sich nach allem, was ande­re über ihn sagen, nicht ver­stel­len. Schon als er vor 13 Jah­ren zum ers­ten Mal sei­ne Ober­bür­ger­meis­ter-Kan­di­da­tur ankün­dig­te, sag­te der dama­li­ge Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Hery Klas, Lewe sei ein net­ter Kerl. Das hört man auch heu­te noch, wenn man die poli­ti­sche Kon­kur­renz nach ihm fragt, nur eben mit dem Nach­satz, er sei ein net­ter Kerl, den man poli­tisch schwer fest­na­geln kön­ne.

Lewes Beliebt­heit lässt sich auch am Wahl­er­geb­nis able­sen. Er hat fast 69.000 Stim­men bekom­men, deut­lich mehr als sei­ne Par­tei bei der Rats­wahl (etwa 50.000). Es haben also vie­le Men­schen Lewe gewählt, die eigent­lich kei­ne CDU-Wäh­ler sind.

Bei Peter Todes­ki­no ist das umge­kehrt. Für ihn haben knapp 43.000 Men­schen gestimmt. Für die Grü­nen bei der Rats­wahl knapp 47.000 Men­schen. Vie­le Grü­nen-Wäh­ler haben nicht für ihren eige­nen Ober­bür­ger­meis­ter-Kan­di­da­ten gestimmt.

Im Gesamt­ergeb­nis ist nicht das zu erken­nen, was man als Wech­sel­stim­mung bezeich­nen wür­de, und ver­mut­lich setzt Mar­kus Lewe genau dar­auf. Was er dazu auf sei­ner Sei­te ver­bu­chen kann, ist die Tat­sa­che, dass er seit neun Jah­ren Ober­bür­ger­meis­ter ist. Er hat einen Amts­bo­nus. Er ist deut­lich bekann­ter. Und wenn Men­schen sich bei einer Ent­schei­dung nicht sicher sind, wel­che Opti­on die bes­se­re ist, ten­die­ren sie zu der Wahl­mög­lich­keit, die sie am bes­ten ken­nen. In der Wis­sen­schaft heißt das Reko­gni­ti­ons­heu­ris­tik.

Mar­kus Lewe kann in sei­nem Wahl­kampf auf einen Fak­tor set­zen, der unpo­li­tisch ist: Sym­pa­thie. Sein Wahl­ver­spre­chen lau­tet: Ober­bür­ger­meis­ter Mar­kus Lewe. So steht es auf sei­nen Wahl­pla­ka­ten dort, wo ande­re mit Inhal­ten wer­ben. Das macht ihn zu einer Opti­on für Wähler:innen, die eigent­lich ande­re Par­tei­en unter­stüt­zen. Und auch für Men­schen, die sich gar nicht für Poli­tik inter­es­sie­ren. Sie wäh­len ihn, weil sie ihn für einen net­ten Typen hal­ten. Für vie­le ist das viel­leicht sogar das wich­tigs­te Argument. 

Eine paradoxe Situation

Peter Todes­ki­no muss auf etwas ande­res set­zen. Er muss dar­auf hof­fen, dass die Men­schen ihn wäh­len, weil sie wol­len, dass sich etwas ändert. Dazu muss er bekann­ter wer­den und erklä­ren, was ihn als Kan­di­da­ten vom Amts­in­ha­ber unter­schei­det. Und da gibt es so eini­ges: die Posi­tio­nen zum Hafen­markt, zum Umgang mit Flücht­lin­gen, zur Woh­nungs­po­li­tik, zum Musik-Cam­pus oder zum Stra­ßen­bau, ganz gene­rel­le Dinge. 

Aus der unter­schied­li­chen Inter­es­sen­la­ge bei­der Kan­di­da­ten ergibt sich aller­dings die para­do­xe Situa­ti­on, dass Mar­kus Lewe mit jeder abge­sag­ten gemein­sa­men Ver­an­stal­tung das für ihn vor­teil­haf­te Bild des viel­be­schäf­tig­ten Reprä­sen­tan­ten mit dem Blick fürs Gro­ße prägt, der fürs kom­mu­nal­po­li­ti­sche Klein-Klein in den Nie­de­run­gen gar kei­ne Zeit hat. Und mit jeder gemein­sa­men Dis­kus­si­ons­run­de hilft Lewe sei­nem Kon­tra­hen­ten, des­sen Zie­le zu errei­chen, näm­lich bekann­ter zu wer­den und sich poli­tisch abzugrenzen. 

Das könn­te auch eine Erklä­rung dafür sein, dass die CDU sich mit dem Kom­mu­nal­wahl-Check der Uni Müns­ter so schwer­tut, den RUMS unter­stützt hat. Nor­bert Kers­t­ing, Pro­fes­sor für Poli­tik­wis­sen­schaft und Initia­tor des Wahl-Checks, hat ges­tern eine neue Ver­si­on ver­öf­fent­licht, die spe­zi­ell auf die bevor­ste­hen­de Stich­wahl zuge­schnit­ten ist. Er hat sie­ben neue Fra­gen hin­zu­ge­fügt. Sie sol­len die Unter­schie­de zwi­schen den Kan­di­da­ten deut­lich machen. Mar­kus Lewes Ant­wort auf vier neue Fra­gen ste­hen wei­ter aus. 

Kor­rek­tur­hin­weis:

In einer frü­he­ren Ver­si­on hat­ten wir geschrie­ben, Nor­bert Kers­t­ing habe bei drei offe­nen Fra­gen an Mar­kus Lewe die Ant­wor­ten der CDU pro­vi­so­risch ein­ge­fügt. Das stimmt nicht. Nor­bert Kers­t­ing teilt uns mit, Mar­kus Lewe habe bestä­tigt, dass sei­ne Posi­tio­nen hier mit denen sei­ner Par­tei über­ein­stim­men. Zu vier im Wahl-Check ent­hal­te­nen Fra­gen feh­len Lewes Ant­wor­ten dage­gen wei­ter­hin. Die feh­len­den Ant­wor­ten gin­gen aber nicht in die Bewer­tung ein, schreibt Kersting. 


In aller Kürze

+++ In die­ser Woche ist nach der Kom­mu­nal­wahl („Pau­ken­schlag in Müns­ter“) noch eini­ges pas­siert. Ein kur­zer Rück­blick: SPD-Ober­bür­ger­meis­ter-Kan­di­dat und -Frak­ti­ons­chef Micha­el Jung ist zurück­ge­tre­ten („Pau­ken­schlag am spä­ten Mon­tag­abend“) und hat sich aus der Poli­tik zurück­ge­zo­gen. Ste­fan Weber ist am Mon­tag als CDU-Frak­ti­ons­chef wie­der­ge­wählt wor­den. Alle Par­tei­en den­ken im Moment noch dar­über nach, wer sich wie zusam­men­tun könn­te, um gemein­sam eine Mehr­heit zu bekom­men. Und da scheint gera­de noch so gut wie alles mög­lich zu sein.
Schaut man auf die gra­fi­sche Dar­stel­lung des Wahl­er­geb­nis­ses (grü­ner Stadt­kern, drum­her­um ein schwar­zer Ring), wür­de ein schwarz-grü­nes Bünd­nis die Wahl­ent­schei­dung am bes­ten abbil­den. Aber mög­lich wäre wei­ter auch – wir hat­ten das am Mon­tag kurz ange­ris­sen – ein lin­kes Bünd­nis aus Grü­nen, SPD und wahl­wei­se Volt oder den Lin­ken. Auch eine Ampel gin­ge (Grün, SPD und FDP). Und eine gar nicht so unwahr­schein­li­che Vari­an­te wäre, dass die Par­tei­en in wech­seln­den Mehr­hei­ten erst ein­mal die Din­ge klä­ren, bei denen man sich nicht so leicht einig wird, um sich dann spä­ter viel­leicht doch zu einer Koali­ti­on zusam­men­zu­schlie­ßen. Dazu dann mehr nach der Stichwahl. 

+++ Am Sonn­tag müs­sen ab 8 Uhr mor­gens 16.000 Men­schen in Müns­ter ihre Häu­ser ver­las­sen, weil die Stadt an drei Stel­len Blind­gän­ger ver­mu­tet. Um die­ses Gebiet geht es. Pjer Bie­der­städt hat für die West­fä­li­schen Nach­rich­ten alles Wis­sens­wer­te zusam­men­ge­tra­gen. Hier erklärt Ober­bür­ger­meis­ter Mar­kus Lewe in einem zwei­mi­nü­ti­gen Video das Wesent­li­che. Und wenn Sie eine kon­kre­te Fra­ge haben, dann wäh­len Sie am bes­ten die 0251 492 83 88. Unter die­ser Num­mer errei­chen Sie am mor­gi­gen Sams­tag zwi­schen 8 und 16 Uhr sowie am Sonn­tag zwi­schen 7 und 16 Uhr die Hot­line der Stadt.


Corona-Update

Anfang der Woche mel­de­ten die West­fä­li­schen Nach­rich­ten, dass sich am Schil­ler-Gym­na­si­um ein Leh­rer mit Coro­na infi­ziert hat (Pau­ken­schlag im Kreuz­vier­tel?). Nun hat es laut der Zei­tung auch einen Leh­rer und einen Schü­ler am Lud­wig-Erhard-Berufs­kol­leg erwischt. Aber alles in allem blei­ben die Infek­ti­ons­zah­len in der Stadt auf einem nied­ri­gen Niveau. Die Stadt Müns­ter mel­de­te am Frei­tag­nach­mit­tag drei Neu­in­fek­tio­nen. Damit gel­ten aktu­ell 42 Men­schen im Stadt­ge­biet als infi­ziert.


Unbezahlte Werbung

An der Frau­en­stra­ße 40 hat vor ein paar Wochen eine neue Eis­die­le eröff­net. Aber so spricht heu­te natür­lich nie­mand mehr. Daher: Der Eis­sa­lon MELT N’Icecream ver­kauft von frei­tags bis sonn­tags zwi­schen 13 und 19 Uhr vega­nes Eis, vor­nehm­lich aus geret­te­tem Obst. Wir emp­feh­len die Sor­ten: Scho­ko-Fall­obst und Vor-den-Nach­bars­kin­dern-in-Sicher­heit-gebrach­te-Kir­schen-Man­del. Guten Appetit. 


Drinnen und draußen

+++ Seit Don­ners­tag­abend läuft in Müns­ter das Lite­ra­tur-Film-Fes­ti­val Müns­ter. Ich habe mir die Eröff­nung im Schloss­thea­ter ange­se­hen. Zu Gast waren der Schrift­stel­ler Frank Goo­sen und der Fil­me­ma­cher Mat­thi­as Kutsch­mann, die aus der Buch­vor­la­ge und dem Dreh­buch ihres Films “Radio Hei­mat” vor­ge­le­sen und den Film schließ­lich gezeigt haben. Das nur, um zu erklä­ren, was man sich unter einem Lite­ra­tur-Film-Fes­ti­val vor­stel­len muss. Auf die Fra­ge, wer sehr lan­ge nicht im Kino war, zeig­te das Publi­kum zu Beginn fast geschlos­sen auf. Und wenn Sie so etwas in den nächs­ten Wochen auch wie­der ein­mal erle­ben möch­ten, schau­en Sie ins Pro­gramm. Mor­gen Abend zum Bei­spiel läuft ab 18 Uhr im Schloss­thea­ter „Toni Mor­ri­son – The Pie­ces I am“. Den kom­plet­ten Spiel­plan fin­den Sie hier.

+++ Eddy’s Bar am Hafen ist eine der weni­gen Knei­pen in der Stadt, für die 2020 das bes­te Jahr in ihrer Geschich­te war. Eddy’s Bar wird an die­sem Wochen­en­de näm­lich ein Jahr alt. Das soll gefei­ert wer­den. Mor­gen (Sams­tag) um 19 Uhr geht es los. 

+++ Am Sonn­tag um 15 Uhr liest der Schrift­stel­ler Burk­hard Spin­nen aus sei­nem neu­en Kin­der­buch „Fipp, Vanes­sa und die Koof­michs“. Ihre Kin­der soll­ten min­des­tens zehn Jah­re alt sein. Für Zuhörer:innen in die­sem Alter ist die Lesung laut Ankün­di­gung näm­lich gedacht. Und falls Sie grund­sätz­lich nur zu sehr exklu­si­ven Ver­an­stal­tun­gen gehen, kein Pro­blem, es ist eine Deutsch­land­pre­mie­re. Ein­tritts­kar­ten gibt es kos­ten­los auf der Web­site des Aktiv­gar­tens Wie­ga, wo die Lesung statt­fin­det (Ende Langemarckstraße). 

Es war noch nichts dabei für Sie? Dann schau­en Sie am bes­ten in den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Nadann – für den Frei­tag, Sams­tag oder Sonn­tag. So lang­sam ist ja wie­der was los an den Wochenenden. 

Am Diens­tag schrei­be ich Ihnen wie­der. Haben Sie bis dahin ein schö­nes Wochenende. 

Herz­li­che Grüße

Ralf Hei­mann


PS

Tipp von uns: Wenn Ihr Smart­pho­ne oder Ihr Tablet eine Ortungs­funk­ti­on hat, dann schal­ten Sie die am bes­ten ein, denn wenn Sie dann fest­stel­len, dass irgend­wer Ihr Gerät mit­ge­hen las­sen hat, ist noch nicht alles ver­lo­ren. Anfang Sep­tem­ber zum Bei­spiel hat irgend­wer einem Paar zwei Smart­pho­nes aus sei­ner Woh­nung an der Quer­stra­ße gestoh­len. Das mel­de­te die Poli­zei vor zwei Wochen. Einer der bei­den check­te den Stand­ort, fuhr zum Bre­mer Platz und gab dort vor, er wol­le ein Han­dy kau­fen. Der mobi­le Händ­ler hol­te die fri­sche Ware aus sei­nen Ver­steck, und es war tat­säch­lich das ver­schwun­de­ne Gerät. Die Poli­zei fand an der glei­chen Stel­le auch das zwei­te. Am Don­ners­tag­nach­mit­tag ver­schwand aus einem Auto an der Gorch-Fock-Stra­ße ein Tablet. Auch die­ser Eigen­tü­mer orte­te das Gerät, es lag wie­der am Bre­mer Platz. Tipp für die Die­be wäre viel­leicht: Dann stellt die Gerä­te doch ein­fach aus. Der Mann muss­te vor Ort ledig­lich einen Hin­weis­ton aus­lö­sen. Schon piep­te es in irgend­ei­ner Ecke. Auch er hat sei­nen Kram jetzt zurück. Dann war da aller­dings noch der 25-Jäh­ri­ge, der in der Nacht zu Frei­tag an der Hafen­stra­ße erst gegrüßt, dann ange­rem­pelt und schließ­lich beraubt wur­de. Ihm fehlt jetzt sein Porte­mon­naie. Kei­ne Ahnung, wo es ist. Tipp: Kau­fen Sie nur noch Geld­bör­sen mit Ortungsfunktion.

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