Immer Ärger mit dem Rechtsstaat | Fahrradstraßen | Stadt duldet Gehwegparken

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

juristische Entscheidungen sind manchmal schwer zu verstehen. So ist es auch im Fall eines Mannes aus Münster, der möglicherweise ein Mörder ist, der aber in der vergangenen Woche aus der Untersuchungshaft entlassen wurde und nun wieder in Freiheit lebt. Die Bild-Zeitung verfolgt den Fall mit dem für sie typischen Populismus. Am Montag titelte sie, nachdem eine Reporterin den Mann in einem Kleingarten in Münster entdeckt hatte: „Hier erholt sich ein mutmaßlicher Mörder in seiner Laube.“ Solche Berichte führen die vermeintlich hilflose Justiz vor. Seht her, da sitzt ein gefährlicher Mensch in seinem Liegestuhl, und der zahnlose Rechtsstaat schaut tatenlos zu. Ungefähr so lautet die Botschaft. In diesem Fall hätte zwar einiges besser laufen können, und wahrscheinlich sind Pannen passiert. Aber es ist wie so oft: Schaut man ein wenig genauer hin, sieht alles doch etwas anders aus.

Der Auslöser ist ein Verbrechen, das schon fast 27 Jahre zurückliegt. Am Morgen des 15. Oktober 1993 findet eine Zeitungsbotin unter einer Hecke an einer Einfahrt zur Dortmunder Jungferntalschule die Leiche einer jungen Frau. Die Hose des Mädchens ist heruntergezogen, neben ihr liegt ein eingeschalteter Walkman, die Batterie ist leer. Was war passiert? Um diese Frage dreht sich alles.

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