Der Fall Thomas Robbers | Die Geschichte eines kommunikativen Debakels

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

am Montagnachmittag um 14.21 Uhr verschickte die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft die vorerst letzte E-Mail, in der die Welt noch in Ordnung schien. Betreffzeile: „Neuer Rekord: Büroflächenumsatz erstmals sechstellig.“ Mit der Nachricht kamen eine Pressemitteilung, eine Grafik und ein Foto, auf dem unter anderem Thomas Robbers zu sehen ist. Robbers, 57 Jahre alt und mit einer Unterbrechung seit 28 Jahren Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, hält einen Bericht in die Kamera, die neue Büromarktstudie für Münster. Er schaut ernst und gleichzeitig freundlich. In den vergangenen Jahren sind Hunderte solcher Fotos von ihm entstanden. Aber dieses ist das letzte in seiner Funktion.

Nur wenige Stunden, nachdem die E-Mail herausging, kamen die Chefs der fünf Ratsfraktionen im Rathaus zusammen, um Thomas Robbers als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung abzuberufen. Danach folgte ein Lehrstück für missglückte Kommunikation, an dessen Ende viele offene Fragen stehen.

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