Wilhelm verlässt die Uni Münster | Fotoreportage: Von Schildkröten und Artenschutz | Winternothilfe – und dann?

Porträt von Svenja Stühmeier
Mit Svenja Stühmeier

Münster, 6. April 2023

gut vier Jahre hat es gedauert, bis der Senat entschieden hat: Die Universität Münster soll künftig wieder Universität Münster heißen, wie übrigens schon zu ihrer Gründung 1773. Rektor Johannes Wessels nennt diese Entscheidung im Pressegespräch nach der Senatssitzung am Mittwoch „überwältigend“. So formuliert klingt das natürlich ein bisschen lächerlich, aber so einfach ist das Ganze ja auch nicht. Er und Senatsvorsitzender Hinnerk Wißmann sprechen mehrfach von einem „Prozess“.

Die Diskussion um den Namensgeber Wilhelm II. findet seit Jahrzehnten immer wieder statt (Genaueres dazu können Sie in diesem RUMS-Brief und auf der Projektwebseite nachlesen). Für Hinnerk Wißmann ist wichtig: Es ging nicht von Anfang an darum, der Uni einen neuen Namen zu verpassen. Man habe sich mit dem Namensgeber auseinandersetzen wollen. Aber dieses Mal so richtig, unter anderem mit öffentlichen Diskussionen, einer Ausstellung und wissenschaftlichen Gutachten. Es gab Seminare, die sich mit Wilhelm II. beschäftigt haben und die Redaktion des Magazins „UniKunstKultur“ hat sich in den vergangenen Ausgaben mit unterschiedlichen Aspekten auseinandergesetzt.

Manchen war das noch nicht genug. In der Abstimmung zur Umbenennung gab es eine Gegenstimme, die die Entscheidung gern vertagt und noch einmal über andere Namensvorschläge gesprochen hätte. Der Senat habe mit dieser groß angelegten Auseinandersetzung allerdings auch die Verantwortung übernommen, am Ende eine Entscheidung zu treffen, sagt Hinnerk Wißmann.

Denn wie das immer so ist: Diskussionen können unendlich lange geführt werden, wenn man erstmal dabei ist. Einige Verbände sind zum Beispiel vor einigen Wochen auf die Idee gekommen, dass es doch schön wäre, das „westfälisch“ im Namen zu lassen. Und in der Ausstellung gab es eine Pinnwand, an die Besucher:innen einige Argumente für den Wilhelm im Namen geheftet hatten. Eines davon: Die Vergangenheit soll nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden.

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