Die Kolumne von Marion Lohoff-Börger | Hinterfragen wir die Münster-Liebe

Porträt von Marion Lohoff-Börger
Mit Marion Lohoff-Börger

Guten Tag,

ich sitze am Küchentisch eines feinen, kleinen Ferienhauses im Sauerland und schaue aus dem bodentiefen Küchenfenster auf die sanften, grünen Hügel. Die seien nach Kyrill vor zwölf Jahren mit Lärchen wieder aufgeforstet worden, erklärte uns gestern die Vermieterin.

Nachdem es in meiner letzten RUMS-Kolumne um Masematte und ihre spendable Großtante, das Jiddische, ging, will ich mir diesmal die zweite große Spendersprache der Masematte vornehmen – das Romanes oder auch Romani, wie manche sagen.

20 Prozent der Wörter aus der Masematte stammen aus dem Romanes der Sprache der Sinti:zze und Rom:nja. Sollte ich das verwandtschaftliche Verhältnis zur Masematte parallel zum Jiddischen beschreiben, so würde ich sagen, ist sie eher die kleine Schwester, die gelernt hat, still zu halten und nicht aufzubegehren, um friedlich existieren zu können.

Ein gemeinsames Merkmal mit der Masematte ist, dass beide Sprachen grundsätzlich nur mündlich gesprochen wurden und es demnach keine Verschriftlichung und damit auch keine im üblichen Sinne überprüfbaren Zeugnisse und Quellen gibt.

Das Romanes hat eine wechselvolle Geschichte, genauso wie die Menschen, die es sprechen. Sie stammten ursprünglich aus Indien und wanderten ab dem 8. bis 10. Jahrhundert über Persien nach Kleinasien und den Kaukasus (Armenien).

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