Die RUMS-Kolumne von Marion Lohoff-Börger | Admiral-Scheer-Straße? Warum nicht: An der Öle?

Porträt von Marion Lohoff-Börger
von Marion Lohoff-Börger

Guten Tag,

an der Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit dem Gebrauch von Worten und Begriffen ihrer Sprache umgeht, kann man einiges über den Umgang mit ihrem geschichtlichen Erbe ablesen. Um diese These für die Stadtgesellschaft Münsters zu verifizieren, möchte ich zwei Dinge zusammenbringen: zum einen die Debatte um Umbenennung der Straßennamen in Münster Mauritz und zum anderen den Umgang mit der Masematte.

Ich wohne seit fast dreißig Jahren „auf Mauritz“, einem schicken Viertel in Münsters Osten. Ich bin aber nicht stolz darauf und betone immer, dass es dort tatsächlich auch bezahlbare Wohnungen gibt, zum Beispiel an der Skagerrakstraße, wo ich lebe. Die Straße wurde nach der größten Seeschlacht in der Weltgeschichte am Skagerrak, dem nördlichsten Zipfel von Dänemark, von den Nationalsozialisten so benannt. Bei dieser Schlacht starben 9.000 Menschen.

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