Die Kolumne von Michael Jung | Gegangen, abgeworben, gefeuert

Porträt von Michael Jung
Mit Michael Jung

Guten Tag,

als Ende August der Spätsommer strahlte, da berichtete die Stadt Münster mit einer Pressemitteilung in blumigen Worten über eine Dienstreise. Die Kulturdezernentin und ein Mitarbeiter des städtischen NS-Gedenkortes Villa ten Hompel waren nach Berlin gereist. Dort hielt an diesem Tag nämlich der angehende Leiter der Villa eine Rede.

Anlass war die Verlegung eines Stolpersteins für ein NS-Opfer. Die Kulturdezernentin, gewissermaßen zur feierlichen Einholung des neuen Villa-Direktors nach Berlin gereist, ließ sich mit der Forderung nach Aufklärung über das Handeln rassistischer Weltanschauungstäter zitieren. Alles in allem also der ganz große Bahnhof für den neuen Villa-Leiter – und sogar der Bundespräsident, der bei der Gedenkfeier anwesend war, durfte als Bühnendekoration in der Pressemitteilung nicht fehlen.

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