Der Kultur-Brief von Christoph Tiemann | Woker Sinn am Kleinen Bühnenboden

Portrait Christoph Tiemann (Kultur-Kolumne)
von Christoph Tiemann

Guten Tag,

mit der Sturheit und dem Kampfgeist eines gallischen Dorfes hält sich seit mehr als 40 Jahren ein wackeres kleines Kammertheater an der Schillerstraße: Eine von unbeugsamen Künstlern bevölkerte Bühne hört nicht auf, den Widrigkeiten des freien Kulturbetriebs Widerstand zu leisten.

Aber jetzt spinnen sie, die Intendanten. Schon 14 Spielzeiten lang lenkt das Gespann aus Toto Hölters und Konrad Haller Geschicke und Geschichten des kleinen Bühnenbodens, im September haben sie feierlich Spielzeit Nummer 15 eröffnet. Seitdem schlägt jedem Besucher, der den Weg in den dramatischen Hinterhof findet, ein grellbuntes Banner entgegen. Schon bei der Farbgebung denkt manch einer an Erbrochenes: blassgrüne Schrift auf orangefarbenem Grund. Aber spätestens beim aufgedruckten Wort kommt es vielen hoch: WOKE.

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