Nach Angriff beim CSD: 25-Jähriger ist gestorben | G7-Treffen in Münster bestätigt | Klimaneutralität: Wie läuft’s?

Müns­ter, 2. Sep­tem­ber 2022

Guten Tag,

heu­te müs­sen wir mit einer sehr trau­ri­gen Nach­richt begin­nen. Der jun­ge trans Mann, der am ver­gan­ge­nen Sams­tag beim Chris­to­pher-Street-Day ange­grif­fen wur­de (RUMS-Brief von Diens­tag), ist heu­te Mor­gen gestor­ben. Der 25-Jäh­ri­ge war zwei Frau­en zu Hil­fe gekom­men, die von einem unbe­kann­ten Mann belei­digt und beschimpft wur­den. Dar­auf­hin schlug der Unbe­kann­te ihm mehr­mals ins Gesicht, sodass er das Bewusst­sein ver­lor und mit dem Kopf auf dem Asphalt auf­schlug. Im Kran­ken­haus muss­te er ins künst­li­che Koma ver­setzt wer­den. Am Diens­tag hat­te es noch gehei­ßen, sein Zustand habe sich sta­bi­li­siert und er schwe­be nicht mehr in Lebens­ge­fahr. Heu­te Mor­gen mel­de­ten Poli­zei und Staats­an­walt­schaft, dass er an sei­nen Ver­let­zun­gen gestor­ben ist.

Am Hafen­platz, wo der jun­ge Mann nie­der­ge­schla­gen wur­de, lie­gen seit Anfang der Woche eine Flag­ge in den Far­ben der trans Com­mu­ni­ty und bun­te Gedenk­stei­ne. Die Flag­gen an städ­ti­schen Gebäu­den wer­den auf halb­mast gesetzt, am Rat­haus gibt es Trau­er­be­flag­gung, teilt die Stadt mit.

Der Ver­ein für Trans*- & Inter*- Men­schen in Müns­ter und Umge­bung hat heu­te für 18 Uhr zu einer Kund­ge­bung gegen Gewalt an quee­ren Men­schen am Rat­haus auf­ge­ru­fen. Wenn Sie mögen und Zeit haben, kön­nen Sie dort­hin gehen und Ihre Soli­da­ri­tät zei­gen. Und falls Sie am ver­gan­ge­nen Sams­tag in der Nähe des Hafens unter­wegs waren: Die Poli­zei hat hier eine Beschrei­bung des Tat­ver­däch­ti­gen ver­öf­fent­licht. (cbu)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Offi­zi­ell bestä­tigt: G7-Tref­fen im Friedensrathaus
  • Tele­not­arzt­sys­tem für das Münsterland
  • Wie es wei­ter­ging – mit der Auf­ar­bei­tung des Kolonialismus
  • Das Kli­ma­neu­tra­li­täts-Update
  • Coro­na-Update: Vie­le Krank­schrei­bun­gen im ers­ten Halbjahr
  • Ein-Satz-Zen­tra­le: Hei­ße Tage, Start­bahn-Sanie­rung am FMO und Kaf­fee für die Bahnhofsmission
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Tortenrezepte
  • Drin­nen und Drau­ßen: Ska­tenight, Tan­zen, Tatort-Spaziergang

Kurz und Klein

+++ Die Stadt Müns­ter wird gemein­sam mit den Krei­sen Bor­ken, Coes­feld, Reck­ling­hau­sen, Stein­furt und Waren­dorf ein soge­nann­tes Tele­not­arzt­sys­tem ein­füh­ren. Telenotärzt:innen unter­stüt­zen den Ret­tungs­dienst, indem sie sich digi­tal dazu­schal­ten und bei den Behand­lun­gen hel­fen. Dafür kön­nen sie auch auf die Daten der Gerä­te im Ret­tungs­wa­gen zugrei­fen. Der Aus­tausch zwi­schen den zuge­schal­te­ten Notärzt:innen und der Besat­zung im Ret­tungs­wa­gen über den Zustand der Patient:innen soll die Qua­li­tät im Ret­tungs­dienst ver­bes­sern. In lebens­be­droh­li­chen Fäl­len wer­den aber natür­lich wei­ter­hin Notärzt:innen zur Ein­satz­stel­le fah­ren. Ins­ge­samt plant Nord­rhein-West­fa­len mit 12 bis 16 Tele­not­arzt­sys­te­men, die je bis zu 1,5 Mil­lio­nen Men­schen ver­sor­gen kön­nen. Im Febru­ar 2020 hat­te das NRW-Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um beschlos­sen, ein sol­ches Sys­tem lan­des­weit ein­zu­füh­ren. (ast)

+++ Wir blei­ben beim The­ma: Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach hat vor­ges­tern sei­ne Plä­ne für 1.000 Gesund­heits­kios­ke in Deutsch­land vor­ge­stellt. Sie sol­len vor allem in ärme­ren Stadt­tei­len ein nied­rig­schwel­li­ges medi­zi­ni­sches Ange­bot dar­stel­len, ein­rich­ten sol­len die­se Kios­ke die Kom­mu­nen. Die Rats­ko­ali­ti­on in Müns­ter dürf­te nichts dage­gen haben. Grü­ne, SPD und Volt stell­ten schon im Mai einen Antrag für die Ein­rich­tung sol­cher Anlauf­stel­len. Dort sol­len zum Bei­spiel ärzt­li­che Befun­de in die Mut­ter­spra­che der Hil­fe­su­chen­den über­setzt wer­den. Aber auch Kur­se zum Abneh­men oder zur Rauch­ent­wöh­nen könn­te man dort anbie­ten, schreibt das Bünd­nis in ihrem Antrag. Und man könn­te auch mit soge­nann­ten Gesund­heits­lee­zen auf­su­chen­de Ange­bo­te orga­ni­sie­ren. In die­sem Quar­tal soll die Ver­wal­tung einen Zwi­schen­be­richt zu den Gesund­heits­kios­ken in Müns­ter vor­le­gen. Klingt alles wun­der­bar. Ein­zi­ger Haken: Die Gesund­heits­kios­ke sol­len Pfle­ge­kräf­te betrei­ben – und die feh­len blö­der­wei­se an allen Ecken und Enden. (sfo)

+++ Mann, Mann, Mann, hier ist wie­der was los. Also, eigent­lich wird erst Anfang Novem­ber rich­tig was los sein, aber Sie wis­sen ja, die gro­ßen Ereig­nis­se und ihre Schat­ten. Wir hat­ten das Gerücht am Diens­tag schon kurz gemel­det, seit Mitt­woch ist es offi­zi­ell: Die G7-Außenminister:innen kom­men am 3. und 4. Novem­ber nach Müns­ter. Das ist natür­lich sehr sym­bo­lisch, mit­ten in Kriegs­zei­ten ein Tref­fen im Frie­dens­rat­haus in der Frie­dens­stadt (hier steht, wor­über sie außer dem Krieg noch bera­ten werden).

Damit das Tref­fen selbst fried­lich bleibt, ist viel zu tun. Die Stadt mel­det, der Ober­bür­ger­meis­ter und sein Team tausch­ten sich schon mit Sicherheitsexpert:innen des Aus­wär­ti­gen Amtes aus. Die Poli­zei wird dafür sor­gen müs­sen, dass Anna­le­na Baer­bock, US-Außen­mi­nis­ter Ant­o­ny Blin­ken und ihre Amtskolleg:innen sicher zwi­schen ihren Hotels und dem Rat­haus hin und her kom­men. Dazu wer­den vor­aus­sicht­lich auch Ein­satz­kräf­te aus ande­ren Städ­ten zur Unter­stüt­zung nach Müns­ter kom­men, allein aus eige­nen Kräf­ten sei das Groß­auf­ge­bot nicht zu stem­men, sag­te uns die Poli­zei. Außer­dem wer­de sie mit dem BKA, der Bun­des­po­li­zei und den Per­so­nen­schutz­kräf­ten der Politiker:innen zusammenarbeiten.

Wie gesagt, ein gro­ßes Ereig­nis. Aber weil Müns­ter Müns­ter ist, gibt es kei­nen Zwei­fel am Erfolg der Unter­neh­mung: „Nach dem his­to­ri­schen Frie­dens­schluss von 1648 ist Müns­ter noch eini­ge Male Schau­platz auf­se­hen­er­re­gen­der Gip­fel­tref­fen gewe­sen. Im Juni 1990 traf im Frie­dens­saal des müns­ter­i­schen Rat­hau­ses bei­spiels­wei­se der dama­li­ge Außen­mi­nis­ter Hans-Diet­rich Gen­scher mit sei­nem UdSSR-Amts­kol­le­gen Edu­ard Sche­ward­nad­se zusam­men. Das Tref­fen wird heu­te als wich­ti­ge Sta­ti­on auf dem Weg zur deut­schen Ein­heit gese­hen“, schreibt die Stadt. Von die­ser Ein­stel­lung kann man sich eine Men­ge abschau­en. In die­sem Sin­ne: Den­ken Sie groß! (cbu/ast)

+++ Vor sechs Wochen einig­ten sich die Gewerk­schaft Ver­di und die Uni­kli­ni­ken in NRW auf einen soge­nann­ten Tarif­ver­trag Ent­las­tung, nach­dem die Beschäf­tig­ten fast 80 Tage lang gestreikt hat­ten. Nach dem Streik ist bekannt­lich vor dem Streik: Auch in ande­ren Städ­ten Deutsch­lands for­dern Beschäf­tig­te von Uni­kli­ni­ken bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen, zum Bei­spiel in Frank­furt. Dort rief Ver­di Ende letz­ter Woche zum Streik auf, nun wird wei­ter ver­han­delt. (ast)

+++ Braucht Müns­ter einen öffent­li­chen Fahr­rad­ver­leih? Wenn es nach der Stadt geht, dann auf jeden Fall. Ein Ber­li­ner Gut­ach­ter hat am Mitt­woch die Ergeb­nis­se einer Ver­tie­fungs­stu­die vor­ge­stellt, die Stadt schreibt dazu: Die Leu­te könn­ten öffent­li­che Leih­rä­der fle­xi­bel mit ande­ren Ver­kehrs­mit­teln nut­zen, gera­de mit Bus, Bahn und Loop wäre das eine super Ergän­zung, ins­ge­samt wür­den die Fahr­rä­der die „spon­ta­ne All­tags­mo­bi­li­tät“ erhö­hen. In den West­fä­li­schen Nach­rich­ten und den sozia­len Netz­wer­ken liest sich das ganz anders. Der Ver­kehrs­aus­schuss hät­te den Nut­zen eines Leih­fahr­rad­sys­tems für Müns­ter bezwei­felt, allein schon, weil hier sowie­so fast jede:r Fahr­rad fährt und viel zu vie­le Geis­ter­rä­der in der Stadt her­um­ste­hen. Dazu kom­men prak­ti­sche Fra­gen: Wo sol­len die Ver­leih­sta­tio­nen hin? Wür­den die Leih­rä­der irgend­et­was am Ver­kehrs­ver­hal­ten der Münsteraner:innen ändern? Und wie soll das finan­ziert wer­den? Ein paar Ant­wor­ten: Laut Gut­ach­ter könn­ten 90 Pro­zent der Men­schen in Müns­ter inner­halb von fünf bis zehn Minu­ten ein sol­ches Fahr­rad aus­lei­hen. Aller­dings wür­den die ange­peil­ten 1.500 Leih­rä­der in Müns­ter jedes Jahr 1,3 bis 1,6 Mil­lio­nen Euro kos­ten und nur 700.000 Euro an Ein­nah­men brin­gen. Ein Geschäft wür­de die Stadt mit dem Ver­leih also nicht machen. Und Erfah­run­gen aus ande­ren Städ­ten sind eher abschre­ckend, in Mün­chen zum Bei­spiel schei­nen die Räder haupt­säch­lich her­um­zu­ste­hen und unter­schei­den sich damit nicht groß von Autos. Ganz zu schwei­gen von ande­ren Pro­ble­men: Zahl­lo­se Leih­rä­der wer­den mut­wil­lig zer­stört und vie­le Ver­leih­fir­men neh­men es mit der Ver­kehrs­si­cher­heit und dem Daten­schutz nicht so genau. (sfo)

+++ In zwei Wochen wird die Ham­mer Stra­ße auto­frei, jeden­falls am Frei­tag ab 13 Uhr. Der Park(ing) Day am 16. Sep­tem­ber soll unter ande­rem „in Fra­ge stel­len wie viel Flä­che dem Auto­ver­kehr ein­ge­räumt wer­den soll“, schrei­ben die Organisator:innen auf der Web­site (nicht erschre­cken, die Start­sei­te ist, sagen wir, auf­fäl­lig gestal­tet). Ein Fest ist für die­se Fra­ge ein schö­ner Rah­men, aber man kann es auch anders machen. Man könn­te zum Bei­spiel alle Park­plät­ze an der Ham­mer Stra­ße für das städ­ti­sche Rad­stell­plät­ze­pro­gramm (RUMS-Brief vom 10. Juni) vor­schla­gen, mit dem Auto- in Fahr­rad­park­plät­ze umge­wan­delt wer­den. Aber bevor Sie jetzt loskli­cken, Ihnen ist da schon jemand zuvor­ge­kom­men, wie Sie auf die­ser Kar­te sehen kön­nen. (cbu)

Wie es weiterging mit der Aufarbeitung des Kolonialismus

Ver­gan­ge­nen Frei­tag ging es im RUMS-Brief um die Auf­ar­bei­tung des Kolo­nia­lis­mus in Müns­ter. Wir hat­ten uns dabei vor allem um Denk­mä­ler und Stra­ßen­na­men in der Stadt geküm­mert, aber auch eine Anfra­ge an den LWL gestellt, und die Ant­wort sind wir Ihnen noch schul­dig. Wir woll­ten wis­sen, ob sich im Muse­um für Kunst und Kul­tur kolo­nia­le Kunst befin­det, und falls ja, wie der LWL damit umgeht. Die Rück­ga­be sol­cher Aus­stel­lungs­stü­cke an ehe­ma­li­ge Kolo­nien ist schließ­lich ein Dau­er­the­ma; bes­tes Bei­spiel sind die Benin-Bron­zen, von denen die Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz letz­te Woche 512 Stü­cke zurück nach Nige­ria gege­ben hat. Wie sieht das beim LWL-Muse­um aus?

LWL-Spre­cher Mar­kus Fischer ant­wor­tet uns, dass eth­no­lo­gi­sche Kunst nicht zum Pro­fil des LWL-Muse­ums für Kunst und Kul­tur gehö­re. Aller­dings gibt es zwei Aus­stel­lungs­stü­cke, deren genaue Her­kunft unklar ist. Zum einen ein Modell­schiff aus Bin­sen, zu dem bis­her kei­ne Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen. Zum ande­ren ein Dolch des Daho­mey-Volks, den das Muse­um 1935 von einem Müns­te­ra­ner geschenkt bekom­men hat. Das König­reich und die Repu­blik Daho­mey waren Vor­läu­fer­staa­ten des heu­ti­gen Benin. Ein Teil des Daho­mey-Volks leb­te in der deut­schen Kolo­nie Kame­run, in der es immer wie­der zu soge­nann­ten Kolo­ni­al­skan­da­len gekom­men war. Der Fol­gen­schwers­te war der Daho­mey-Auf­stand. Mar­kus Fischer vom LWL sagt, das Muse­um wis­se um die kolo­nia­len Ver­bre­chen des Deut­schen Reichs und gebe Aus­stel­lungs­ob­jek­te zurück, sobald klar sei, dass sie ihren Besitzer:innen gestoh­len wurden.

Zur wei­te­ren Auf­ar­bei­tung soll 2024 ein The­men­jahr des (Post-)Kolonialismus in West­fa­len-Lip­pe statt­fin­den. Der Ver­band will dazu Kul­tur­pro­jek­te mit einer Mil­li­on Euro för­dern, die den kolo­nia­len All­tag auf­ar­bei­ten. Gera­de ent­schei­de der LWL, wel­che Pro­jek­te geför­dert wer­den, sagt Mar­kus Fischer. Ein Schwer­punkt des The­men­jah­res wird eine Son­der­aus­stel­lung in der Zeche Zol­lern in Dort­mund sein. (sfo)

Das Klimaneutralitäts-Update

Hier kommt noch eine Fort­set­zung, aller­dings liegt Teil 1 der Geschich­te schon eine Wei­le zurück. Im ver­gan­ge­nen Som­mer hat der Rat ein Papier beschlos­sen, in dem steht, wie Müns­ter bis 2030 kli­ma­neu­tral wer­den kann (Kon­zept­stu­die Kli­ma­neu­tra­li­tät, RUMS-Brief vom 25. Juni 2021). Mit­te Sep­tem­ber 2021 gab es die­se Stu­die noch­mal in aus­führ­li­che­rer Form, und dazu eine Lis­te mit elf soge­nann­ten Ad-hoc-Maß­nah­men. Die meis­ten waren zwar doch nicht so Ad hoc, wie die Stadt es dar­stell­te (RUMS-Brief vom 17. Sep­tem­ber 2021). Aber nach knapp einem Jahr kann man ja mal fra­gen, wie es so läuft.

Wie läuft’s denn so?

Das hat­te die Stadt sich vorgenommen:

  • Ener­gie­stan­dard KfW 40 für neue Gebäu­de: Den Stan­dard hat der Rat im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber beschlos­sen, kurz nach Erschei­nen der Kon­zept­stu­die (RUMS-Brief vom 22. Okto­ber 2021). Also gleich ein ers­ter Erfolg, wie schön. Dazu muss man aber sagen: Die Stadt hat hier ein klit­ze­klei­nes biss­chen gemo­gelt. Denn dass das beschlos­sen wer­den wür­de, wuss­te sie natür­lich schon, als sie die For­de­rung auf ihre Ad-hoc-Lis­te geschrie­ben hat. Grü­ne, SPD, Lin­ke und die dama­li­ge Rats­grup­pe der Pira­ten und der ÖDP hat­ten den Ener­gie­stan­dard schon im August 2020 bean­tragt, und ab Som­mer 2021 hat­te die Poli­tik das The­ma im Rat dis­ku­tiert. Aber wir sind groß­zü­gig und ver­ge­ben einen Punkt.
  • Solar­an­la­gen-Pflicht: Die wur­de zusam­men mit dem Ener­gie­stan­dard KfW 40 im letz­ten Herbst beschlos­sen, auch das wuss­te die Stadt­ver­wal­tung also schon vor­her. Seit dem 1. August die­ses Jah­res sind Hauseigentümer:innen außer­dem ver­pflich­tet, eine Solar­an­la­ge zu instal­lie­ren, wenn sie ihr Dach grund­le­gend sanie­ren (RUMS-Brief vom 17. Juni). Noch ein Punkt.
  • Ein För­der­pro­gramm für soge­nann­te Nicht­wohn­ge­bäu­de: Eigentümer:innen sol­len dabei unter­stützt wer­den, Bestands­ge­bäu­de ener­gie­spa­rend umzu­rüs­ten oder eine Solar­an­la­ge anzu­schaf­fen. Für Wohn­häu­ser gab es so eine För­de­rung schon, die Ad-hoc-Lis­te sah etwas Ähn­li­ches auch für ande­re Gebäu­de vor. Und hier läuft es nun gar nicht gut: Die För­de­rung für Wohn­ge­bäu­de ist bis Ende des Jah­res gestoppt, 2023 soll aber fri­sches Geld kom­men. Für gewerb­lich genutz­te und ande­re Nicht­wohn­ge­bäu­de hat die Stadt ein För­der­kon­zept ent­wi­ckelt, teilt das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­amt auf Anfra­ge mit. „Vor dem Hin­ter­grund der aktu­ell hoch­dy­na­mi­schen Ent­wick­lun­gen in der Bau­bran­che und den Ener­gie­märk­ten sowie der umfang­rei­chen För­der­land­schaft auf Bun­des­ebe­ne und der aktu­el­len Haus­halts­si­tua­ti­on der Stadt Müns­ter wur­de die Ent­schei­dung getrof­fen, das Pro­gramm vor­erst nicht in die direk­te Umset­zung zu brin­gen“, steht dann aber in der E-Mail. Das heißt: Geld gibt es keins, weil die Stadt es nicht übrig hat. Was gibt es statt­des­sen? Eine kos­ten­freie Ener­gie­be­ra­tung für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men. Das ist sicher ganz sinn­voll, aber nicht das, was ange­kün­digt war. Also: kein Punkt.
  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie: Damit alle mit­ma­chen, müs­sen sie Bescheid wis­sen und moti­viert sein. Dafür hat die Stadt eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie ent­wi­ckelt, die seit die­sem Früh­jahr „in die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le der Stadt­ver­wal­tung gezielt ein­fließt“, teilt das Pres­se­amt mir mit. Ob das schon etwas gebracht hat, kön­nen nur Sie mir sagen, schrei­ben Sie mir ger­ne. Weil die Stadt die Stra­te­gie aber ein­ge­tü­tet hat: ein Punkt.
  • Hand­lungs­pro­gramm Kli­ma­neu­tra­le Stadt­ver­wal­tung 2030: Das hat der Rat im Dezem­ber 2021 beschlos­sen. Der größ­te Hebel sind laut der dazu­ge­hö­ri­gen Stu­die die städ­ti­schen Gebäu­de, und da vor allem die Schu­len (RUMS-Brief vom 14. April). Ich hat­te bei der Stadt gefragt, wie weit sie damit schon gekom­men ist. Das ist die Ant­wort der Stadt: „Soweit mög­lich wer­den Sanie­run­gen in den Feri­en durch­ge­führt, ins­be­son­de­re bei ener­ge­ti­schen Sanie­run­gen han­delt es sich aber um umfäng­li­che und kom­ple­xe Maß­nah­men, die über einen län­ge­ren Zeit­raum geplant und umge­setzt wer­den müs­sen. Bei­spie­le dafür sind die aktu­ell lau­fen­den Sanie­run­gen am Schil­ler­gym­na­si­um (sie­he Pres­se­mit­tei­lung) und an der Pöt­terhoek- und Erich-Käs­t­ner-Schu­le, wo neben dem Aus­tausch von Fens­tern unter ande­rem auch Wän­de und Decken kom­plett neu gedämmt wer­den, um den Wär­me- und CO2-Ver­brauch mas­siv zu redu­zie­ren. Am Lud­wig-Erhard-Berufs­kol­leg wird bis Ende der Herbst­fe­ri­en der Aus­tausch von rund 400 Fens­ter abge­schlos­sen wer­den (sie­he Pres­se­mit­tei­lung). In den kom­men­den Jah­ren wer­den die ener­ge­ti­schen Sanie­run­gen wei­ter aus­ge­baut, um das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät 2030 zu errei­chen.“ Ganz genau kann ich es Ihnen heu­te also noch nicht sagen. Zur Ori­en­tie­rung: 46 städ­ti­sche Gebäu­de sol­len saniert wer­den, 35 davon sind Schu­len. Aber wir sind groß­zü­gig und ver­ge­ben einen Punkt, denn es ist ja was passiert.
  • 100 Pro­zent Strom aus sich erneu­ern­den Ener­gien für Müns­ters Pri­vat­haus­hal­te: Hier kommt eine gute Nach­richt. Es geht offen­bar schnel­ler, als im Zeit­plan vor­ge­se­hen war. Stadt­wer­ke-Spre­che­rin Lisa Schme­es schreibt, 2024 soll­ten die Pri­vat­kun­den­ta­ri­fe auf Öko­strom umge­stellt wer­den. Und das wird nun ein Jahr frü­her etwas. Anfang die­ses Jah­res sei schon die Grund­ver­sor­gung auf grün gestellt wor­den, und damit „die Mas­se der Pri­vat­kun­den­ver­trä­ge“. Neue Fest­preis­ver­trä­ge gibt es auch nur in öko, die alten wer­den nach und nach umge­stellt. Das ers­te Teil­ziel ist also zu schaf­fen. Die zwei­te Etap­pe lau­tet: Bis 2030 soll Öko­strom für Pri­vat­kun­den nur noch aus eige­nen Quel­len flie­ßen, also etwa Solar­an­la­gen und Wind­rä­dern, die den Stadt­wer­ken gehö­ren. Bei der Wind­ener­gie lie­gen die Stadt­wer­ke bis­her offen­bar gut im selbst­ge­steck­ten Aus­bau­plan. Bei der Solar­ener­gie hakt der Aus­bau aus ver­schie­de­nen Grün­den: Wie über­all feh­len Fach­kräf­te und wegen Lie­fer­ket­ten­pro­ble­men auch Mate­ri­al, außer­dem sto­cken Bau­pro­jek­te – und ohne Dach kei­ne Solar­an­la­ge. Für die ers­te Etap­pe trotz­dem: ein Punkt.
  • Pilot­pro­jekt „Kal­te Nah­wär­me“ in Albach­ten Ost: Bit­te gehen Sie wei­ter, hier gibt es nichts zu sehen. Jeden­falls noch kei­ne kal­te Nah­wär­me in Albach­ten (damit ist Heiz­ener­gie aus dem Boden gemeint, hier kön­nen Sie mehr dazu lesen). Dafür kön­nen aber die Stadt­wer­ke nichts, die das Pilot­pro­jekt umset­zen sol­len. Denn sie kön­nen nicht anfan­gen, bevor es mit dem Bau­ge­biet vor­an­geht, und das wird erst 2024 der Fall sein. Anders­wo lässt sich das Pilot­pro­jekt auch nicht eher umset­zen, schreibt Lisa Schme­es von den Stadt­wer­ken auf Anfra­ge. Es hät­te dort von Anfang an in die Pla­nun­gen auf­ge­nom­men wer­den müs­sen. Lei­der: kein Punkt.
  • Öff­nung der Alt­stadt­sat­zung für Pho­to­vol­ta­ik: Das war ein gro­ßes Streit­the­ma, vie­le befürch­te­ten wohl groß­flä­chi­ge Solar­pa­nele auf den Häu­sern am Prin­zi­palmarkt. Man einig­te sich dann so: Die Ver­wal­tung darf in ihrem Ermes­sens­spiel­raum „gut gestal­te­te Solar­an­la­gen“ zulas­sen und soll im Zwei­fel den Bei­rat für Stadt­ge­stal­tung hin­zu­zie­hen. Laut Kom­mu­ni­ka­ti­ons­amt klappt das, es sei­en immer wie­der Lösun­gen gefun­den wor­den. Das Gan­ze ist aber auf einen Ver­suchs­zeit­raum begrenzt, der am 30. Sep­tem­ber endet. Danach geht das The­ma wie­der zurück in den Rat. Der soll ent­schei­den, ob die Sat­zun­gen geän­dert und Solar­an­la­gen grund­sätz­lich erlaubt wer­den sol­len. Bis­her also: ein hal­ber Punkt.
  • Ener­ge­ti­sche Sanie­rungs­sat­zung: Die Stadt könn­te soge­nann­te Sanie­rungs­ge­bie­te fest­le­gen. Dar­in müss­ten alle, die die Bau­sub­stanz ihres Hau­ses sanie­ren, es dann auch gleich ener­ge­tisch fit machen. Eine sol­che Sat­zung wäre ein wirk­sa­mes Instru­ment, teilt die Stadt mit, „ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund der viel zu nied­ri­gen Sanie­rungs­quo­te von durch­schnitt­lich rund 1 Pro­zent in Deutsch­land“. Aller­dings sei es auch ein star­ker Ein­griff in Eigen­tums­rech­te und daher noch in Prü­fung. Bis­her: kein Punkt.
  • Ener­gie­nut­zungs- und stra­te­gi­sche Wär­me­pla­nung: Die­se Pla­nung müss­te die Ver­wal­tung ganz neu ent­wi­ckeln. Das Ziel wäre ein Wär­me- und Käl­te­ka­tas­ter, um (ähn­lich wie bei der kal­ten Nah­wär­me) natür­li­che Wär­me- und Käl­te­quel­len in der Stadt zum Hei­zen oder Küh­len zu nut­zen. Die Stadt schreibt, sie sei dran, im Juni sei schon ein­mal die Wär­me­ver­sor­gung für künf­ti­ge Bau­ge­bie­te gere­gelt wor­den (RUMS-Brief vom 17. Juni). Am Rest wird noch getüf­telt, und das Tem­po hat die Stadt offen­bar nicht allein in der Hand: Bund und Land arbei­ten an Vor­ga­ben zur kom­mu­na­len Wär­me­pla­nung und ent­spre­chen­den För­der­pro­gram­men, die die Stadt dann berück­sich­ti­gen muss. Trotz­dem bis­her: kein Punkt, weil kein Kataster.
  • Redu­zie­rung des Indi­vi­du­al­ver­kehrs und Aus­bau des Umwelt­ver­bun­des: Das ist die kom­pli­zier­te For­mu­lie­rung für „es sol­len weni­ger Autos her­um­fah­ren, dafür mehr Bus­se und Fahr­rä­der“. In der Ad-hoc-Lis­te ist die Rede vom Mas­ter­plan Mobi­li­tät, dem Rad­ver­kehrs­kon­zept und ande­ren Vor­ha­ben. Die müs­sen wir hier aber nicht alle durch­ge­hen, wir kür­zen ab: Es fah­ren nicht weni­ger Autos durch Müns­ter, son­dern mehr (RUMS-Brief vom 29. Juli). Da ist also noch kein Erfolg zu ver­bu­chen. Kein Punkt.

Macht zusam­men: 5,5 von 11 Punk­ten. Wir machen uns eine Notiz und fra­gen nächs­tes Jahr wie­der nach. (cbu)

Korrekturen

+++ Am Diens­tag haben wir uns im RUMS-Brief flei­ßi­ger gemacht, als wir es tat­säch­lich sind. Wir schrie­ben im PPS, bei der Spen­den­ak­ti­on vom Kreuz­vier­tel­fest sei­en 260 Euro zusam­men­ge­kom­men und allein über 90 Euro hät­te unser Stand dazu bei­tra­gen. Die Wahr­heit ist: Es sind 350 Euro ins­ge­samt zusam­men­ge­kom­men, 90 Euro in unse­rer Spen­den­box und 260 Euro in den ande­ren 29 Boxen, also 11,666666667 Euro im Schnitt. Die gute Nach­richt: Die Spen­de ans Rote Kreuz fällt etwas üppi­ger aus. (sfo)

+++ Im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der ist uns auch ein klei­ner Feh­ler unter­lau­fen. Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Chris­toph But­ter­weg­ge kommt heu­te ab 19 Uhr nicht ins F24, son­dern in die Evan­ge­li­sche Stu­die­ren­den­ge­mein­de am Breul 43. Der Kul­tur­ver­ein des F24 rich­tet die Ver­an­stal­tung aus. (sfo)

Corona-Update

+++ Gefühlt ist die Coro­na­pan­de­mie so gut wie vor­bei, in die­sem Som­mer gab es fast kei­ne Schutz­maß­nah­men mehr. Aber das Virus belas­tet nach wie vor unser Leben. Das zeigt zum Bei­spiel eine Stu­die der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se: In einer eige­nen Erhe­bung hat sie her­aus­ge­fun­den, dass im ers­ten Halb­jahr 2022 noch nie so vie­le Ver­si­cher­te krank­ge­schrie­ben waren wie in einem ande­ren Ver­gleichs­zeit­raum. Bis Ende Juni 2022 fehl­ten ver­si­cher­te Berufs­tä­ti­ge im Schnitt 9,1 Tage am Arbeits­platz, im sel­ben Zeit­raum 2021 waren es 6,8 Krank­heits­ta­ge, 2020 7,9 Tage und 2019 7,8 Tage. (sfo)

+++ Beson­ders vie­le Fehl­ta­ge ver­ur­sacht laut Gesund­heits­re­port der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se das Long-Covid-Syn­drom. 2021 mach­te die­se Lang­zeit­fol­ge einer Coro­na­in­fek­ti­on zwar nur ein Pro­zent aller Dia­gno­sen aus (die Dun­kel­zif­fer soll deut­lich höher lie­gen), aber dafür waren Long-Covid-Erkrank­te im Schnitt 105 Tage krank­ge­schrie­ben. Zum Ver­gleich: Nor­ma­ler­wei­se zählt die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se 14,6 Fehl­ta­ge pro Versicherte:r. (sfo)

+++ Und auch ein ande­rer Ver­gleich zeigt, dass das Coro­na­vi­rus noch immer gefähr­lich ist. Im August 2020 starb nie­mand in Müns­ter an oder mit Covid-19, im August 2021 starb eine Per­son im Zusam­men­hang mit der Krank­heit und die­sen August wur­den acht Coro­na­to­te in Müns­ter gemel­det. (sfo)

+++ Wie immer die aktu­el­len Coro­na­zah­len: In den letz­ten 24 Stun­den hat die Stadt Müns­ter 202 posi­ti­ve PCR-Test regis­triert. 1.542 Men­schen gel­ten heu­te in Müns­ter als infi­ziert. Drei Covid-19-Erkrank­te wer­den auf der Inten­siv­sta­ti­on behan­delt, eine Per­son muss inva­siv beatmet wer­den. In den letz­ten sie­ben Tagen haben 262 PCR-Tests pro 100.000 Einwohner:innen ein posi­ti­ves Ergeb­nis gezeigt. (sfo)

+++ Und zum Schluss: Die Euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel­be­hör­de hat ges­tern die Zulas­sung des Omi­kron­impf­stoffs von Moder­na sowie das gemein­sa­me Pro­dukt der Unter­neh­men Bio­n­tech und Pfi­zer emp­foh­len. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die­sen Som­mer gab es in Müns­ter 19 Hei­ße Tage mit mehr als 30 Grad Cel­si­us und viel zu wenig Regen. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Stadt­wer­ke Müns­ter haben die West­fä­li­sche Fern­wär­me­ver­sor­gung GmbH gekauft. (Stadt­wer­ke Müns­ter)

+++ Weil Erzie­hungs­per­so­nal fehlt, müs­sen meh­re­re Kitas in Müns­ter Grup­pen schlie­ßen. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ An der Wol­be­cker Stra­ße sol­len neun Park­plät­ze in Fahr­rad­stell­plät­ze umge­wan­delt wer­den. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ In der Zeit vom 5. bis zum 16. Sep­tem­ber sind in Müns­ter wie­der Mess­fahr­zeu­ge unter­wegs, die den Zustand der Stra­ßen erfas­sen und bewer­ten. (Stadt Müns­ter)

+++ Die Bahn­hofs­mis­si­on Müns­ter braucht drin­gend Kaf­fee. (Bahn­hofs­mis­si­on Müns­ter auf Insta­gram)

+++ Vom 14. bis zum 30. Novem­ber schließt der Flug­ha­fen Müns­ter-Osna­brück, damit die Start- und Lan­de­bahn saniert wer­den kann. (Flug­ha­fen Müns­ter-Osna­brück)

+++ 17 Jugend­ver­bän­de in Müns­ter haben einen Stadt­ju­gend­ring gegrün­det, um die Ver­bands­ar­beit und die Jugend­po­li­tik in der Stadt vor­an­zu­brin­gen. (Deut­scher Bun­des­ju­gend­ring)

+++ Die Poli­zei Müns­ter hat einen 31-jäh­ri­gen Mann aus den Nie­der­lan­den fest­ge­nom­men, der unter dem Namen Eddys Par­ty-Apo­the­ke Dro­gen über Whats­App ver­kauft hat. (Poli­zei Müns­ter)

Unbezahlte Werbung

Bevor eine Bur­ger­ket­te mit mär­chen­haf­tem Namen das Laden­lo­kal an der Salz­stra­ße 24 bezog, war dort das Café Gro­te­mey­er zu Hau­se. Das Tra­di­ti­ons­ca­fé im Wie­ner Kaf­fee­haus­stil war 169 Jah­re lang eine ech­te Insti­tu­ti­on in Müns­ter. Nicht nur wegen der fan­tas­ti­schen Aus­wahl an Tor­ten und Tee­ge­bäck. Das Gro­te­mey­er war auch ein Treff­punkt für Geschäfts­leu­te, Schriftsteller:innen – und für Kunstliebhaber:innen. Denn ein berühm­ter Spross der Kon­di­to­ren­fa­mi­lie, Fritz Gro­te­mey­er, stell­te dort auch einen Teil sei­ner Gemäl­de aus. Zum Bei­spiel Male­rei­en von Müns­te­ra­ner Dichter:innen oder von sei­nen Rei­sen nach Paläs­ti­na. 2019 schloss das Gro­te­mey­er, das 1850 in der Aegi­di­i­stra­ße als Zucker­bä­cke­rei gegrün­det wur­de – und damit ende­te auch ein Kapi­tel Müns­te­ra­ner Stadt­ge­schich­te. Ein biss­chen lebt das Café in Müns­ter aber fort. Als Lounge im Café 1648 und zwi­schen zwei Buch­de­ckeln. Der Wer­me­ling Ver­lag hat die 169-jäh­ri­ge Geschich­te des ein­zi­gen Wie­ner Kaf­fee­hau­ses in Müns­ter und die Bio­gra­fie von Fritz Gro­te­mey­er in einem Buch auf­ge­schrie­ben. Mit dabei sind auch Rezep­te aus der Back­stu­be, die in der Fami­lie bis dahin nur münd­lich über­lie­fert wur­den. Ein zwei­ter Band hat die Rezept­samm­lung dann noch ein­mal moder­ni­siert: Dort fin­den Sie neue Tor­ten­re­zep­te, aber mit der alt­be­kann­ten Gro­te­mey­er-Hand­schrift. Und falls Sie jetzt noch zwei­feln, ob die Bücher etwas für Sie wären, kom­men hier noch drei schmack­haf­te Argu­men­te: Zitro­nen-But­ter­creme­tor­te, Ber­ner Kirsch­tor­te und Stachelbeer-Baisertorte.

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen

Eva Strehlke hat wie­der schö­ne Tipps für die nächs­ten Tage zusammengestellt:

+++ Heu­te Abend ist wie­der Ska­tenight. Treff­punkt ist ab 19 Uhr am Schloss­platz, um 20 Uhr geht’s von dort aus los. Tickets gibt’s für 5 Euro an der Abend­kas­se oder für einen Euro weni­ger vor­ab hier. Aber Ach­tung: Das Ord­nungs­amt hat neue Regeln auf­ge­stellt. Mit­fah­ren dür­fen Sie nur, wenn Sie „retro­re­flek­tie­ren­de Klei­dung oder Warn­wes­ten“ tragen.

+++ In der zen­tra­len Stadt­bü­che­rei fin­den Sie im Moment eine Aus­stel­lung zum The­ma „Schwan­ger­schafts­ab­bruch frü­her und heu­te“. Die Aus­stel­lung ist zu den nor­ma­len Öff­nungs­zei­ten (also mon­tags bis frei­tags von 10 bis 19 Uhr und sams­tags von 10 bis 18 Uhr) zugäng­lich. Dar­über hin­aus gibt es bis zum 28. Sep­tem­ber, dem Safe Abor­ti­on Day (Tag der siche­ren Schwan­ger­schafts­ab­brü­che), eini­ge Ver­an­stal­tun­gen zum The­ma. Eine Über­sicht fin­den Sie hier. Los geht’s mor­gen um 15 Uhr mit einem Vor­trag zur aktu­el­len Rechtslage.

+++ Mor­gen steigt ab 15 Uhr auf dem Hof Hes­sel­mann das Meck­len­be­cker Stadt­teil­fest. Es gibt natür­lich Essen, Geträn­ke und Infos rund um Meck­len­beck. Dazu macht Kari­bu­ni Musik für Klein und Groß. 

+++ Auf dem Müh­len­hof fin­det am Sonn­tag von 10 bis 18 Uhr ein Trö­del­markt statt. Um dabei zu sein, müs­sen Sie erst den Ein­tritt bezah­len und dann kön­nen Sie sich in Ruhe umschauen. 

+++ Und dann ist schon wie­der Mon­tag. Um beschwingt in die neue Woche zu star­ten, schau­en Sie doch früh­mor­gens um 7:30 Uhr am Wewerka Pavil­lon am Aasee vor­bei. Dort wird getanzt, mit Kopf­hö­rern und Lieb­lings­mu­sik, beim „Feel Good Dance“.

+++ Viel­leicht waren Sie am Diens­tag­abend im Preu­ßen-Sta­di­on und haben sich die Pre­mie­re des neu­en Müns­ter-Tat­orts ange­schaut. Sonst müs­sen Sie noch etwas Geduld haben, die Fol­ge wird erst am 13. Novem­ber im Fern­se­hen lau­fen. Aber Sie kön­nen die Zeit mit einem Tat­ort-Spa­zier­gang über­brü­cken. An den Dreh­or­ten in der Stadt sind Zet­tel mit QR-Codes ange­bracht, und wenn Sie die Codes mit dem Han­dy scan­nen, sehen Sie die Sze­nen, die dort gefilmt wur­den. Hier kön­nen Sie sich die Kar­te für den Spa­zier­gang herunterladen.

Am Diens­tag bekom­men Sie wie­der Post von mir. Ich wün­sche Ihnen ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grü­ße
Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Sebas­ti­an Fob­be, Jan Gro­ße Nobis, Eva Strehlke, Anto­nia Strot­mann
Lek­to­rat: Anto­nia Strotmann

PS

An die­ser Stel­le steht nor­ma­ler­wei­se etwas Lus­ti­ges oder Unter­halt­sa­mes. Heu­te kommt mir das mit Blick auf die Ein­stiegs­mel­dung nicht rich­tig vor. Des­halb set­zen wir hier heu­te aus.