Tag der Pressefreiheit | Unbezahlte Werbung: Georgische Spezialitäten | 6 Monate RUMS für 1 Euro

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Guten Tag,

Norwegen hat die freieste Presse der Welt. In der Rangliste, die die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Reporter ohne Grenzen“ heute zum internationalen Tag der Pressefreiheit herausgegeben hat, belegt das Land den ersten Platz. Auch 2023 war Norwegen schon auf Platz 1.

„Reporter ohne Grenzen“ nennt in der Pressemitteilung zum Ranking drei Gründe, weswegen Norwegen hervorsticht. Zwischen Medien und Politik bestehe eine große Unabhängigkeit, heißt es dort. Außerdem gelten in Norwegen starke Informationsgesetze, mit denen sich Journalist:innen und Bürger:innen Informationen beschaffen können, sobald Behörden mauern (RUMS-Brief). Als letzten Punkt nennt die NGO die traditionell vielfältige Presselandschaft in Norwegen – ein Punkt, bei dem hierzulande Nachholbedarf besteht.

Für die Auswertung hat „Reporter ohne Grenzen“ 180 Staaten und Territorien weltweit untersucht. Die NGO befragt dazu Medienschaffende, Wissenschaftler:innen und Menschenrechtler:innen und wertet Sicherheitsstatistiken aus. Aus den Werten errechnet „Reporter ohne Grenzen“ eine Gesamtpunktzahl, um die Rangliste zu erstellen. Das diesjährige Fazit: Nur in acht Ländern ist die Pressefreiheit demnach gut.

Im Mai unterstützt uns
Anzeige des Allwetterzoos Münster zum 50-jährigen Jubiläum

Live-Fütterung mit Tigern und Bären, Kinderschminken und eine faszinierende Zeitreise … Diese und weitere spannende Aktionen warten am 5. Mai im Zoo auf euch! Zwischen Pinguinen und Elefanten wollen wir mit euch und dem Zoo-Verein unseren 50. Geburtstag feiern.
Entdeckt das ganze Programm und kommt vorbei!

www.allwetterzoo.de/50JAHRE/05MAI

Deutschlands merkwürdiger Aufstieg

Deutschland gehört nicht dazu. Die Bundesrepublik belegt immerhin den 10. Platz. Im Vergleich zu 2023 rückt Deutschland sogar elf Plätze auf. Also doch eine Erfolgsmeldung?

Im Gegenteil. Denn der Grund, warum Deutschland dieses Jahr besser abschneidet als 2023, ist gelinde gesagt verstörend: „Der Sprung auf Ranglistenplatz 10 ist (…) der Tatsache geschuldet, dass sich andere Länder auf der Rangliste verschlechtert haben“, schreibt „Reporter ohne Grenzen“.

Weltweit nimmt die Gewalt gegen Medienschaffende zu, vor allem vor und nach Wahlen. 2024 ist ein besonders gefährliches Jahr, weil über die Hälfte der Weltbevölkerung wählen darf. In Deutschland nimmt die Zahl der Übergriffe zwar ab, liegt aber weiterhin auf hohem Niveau, kritisiert „Reporter ohne Grenzen“. Die Attacken kommen vor allem aus dem rechten und verschwörungsideologischen Milieu.

Auch Proteste sind gefährliche Orte für Journalist:innen. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel beobachtet „Reporter ohne Grenzen“ mehr Angriffe bei antiisraelischen beziehungsweise propalästinensischen Kundgebungen. Auf linken und Klima-Demos komme es nur vereinzelt zu Gewalt. Bei den diesjährigen Bauernprotesten haben Landwirt:innen außerdem in fünf Fällen die Auslieferung von Zeitungen blockiert.

Medienfreundliches Klima im Norden

Wie es besser laufen könnte, zeigen die skandinavischen Länder und die Niederlande, die geschlossen die ersten fünf Plätze im Ranking der Pressefreiheit belegen. Arne Bartram vom ARD-Studio Stockholm hat sich angeschaut, was in Nordeuropa anders funktioniert.

Seine Ergebnisse: Die Gesetzgebung sei in Skandinavien insgesamt sehr pressefreundlich. Dadurch könnten Journalist:innen einfach an Informationen gelangen. Besonders in Schweden: Dort ist auch für die breite Öffentlichkeit im Internet einsehbar, wie viel ein Mensch verdient, wie viele Autos auf eine Person registriert sind oder ob jemand vorbestraft ist.

Zwar komme es auch in den nordischen Ländern zu Übergriffen auf Journalist:innen. Viele Medienhäuser legten aber großen Wert auf die Sicherheit ihrer Angestellten. Es kursierten auch inzwischen zahlreiche Falschinformationen im Internet, die gezielt gestreut würden. Es gebe aber funktionierende Aufklärungskampagnen. Vieles hänge mit der Stimmung in Skandinavien zusammen, sagt ARD-Journalist Arne Bartram in seinem Beitrag. Medienbezogene Ressentiments bediene die Politik zum Beispiel nicht. (sfo)

Korrekturen

+++ Das Gemeine an der englischen Sprache ist ja, dass man sich die Schreibweise von jedem Wort merken muss. Man schreibt nicht so, wie man spricht. Diese Woche ist uns das zum Verhängnis geworden. In dem Text über das neue Buch von Maren Urner haben wir das stumme „e“ in „Perspective Daily“ unterschlagen. Jetzt steht es im RUMS-Brief. (sfo)

… jetzt auch für alle, die schon mal ein RUMS-Abo hatten!

Grafik Instagram (RUMS feiert 4. Geburtstag)

Sie möchten unseren Newsletter wieder in voller Länge lesen und freien Zugriff auf all unsere Website-Beiträge bekommen? Dann buchen Sie jetzt unser Geburtstagsangebot! Wir haben es jetzt auch für all diejenigen freigeschaltet, die schon mal ein RUMS-Abo hatten. Viel Freude beim Ausprobieren!

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Domplatz-Oase ist mit 80 Sitzplätzen unter den Linden zurück. (Stadt Münster)

+++ Die Wohnsiedlung am Maikottenweg in Münster, die seit zehn Jahren diskutiert wird, wird voraussichtlich nicht vor 2026 fertiggestellt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadt Münster will das denkmalgeschützte Schulzentrum Kinderhaus ab Herbst anderthalb Jahre lang energetisch sanieren. (Stadt Münster)

+++ Die typische Frühjahrsbelebung auf dem Münsteraner Arbeitsmarkt ist wegen Unsicherheiten und des Fachkräftemangels ausgeblieben. (Arbeitsagentur Ahlen-Münster)

+++ Jugendliche in Münster haben gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz, da mehr Stellen als Bewerber vorhanden sind. (Arbeitsagentur Ahlen-Münster)

+++ Im Münsterland herrscht nach einem neuen regionalen Wirtschaftsbericht, Stand 2023, Vollbeschäftigung. (NRW-Bank-Bericht)

+++ Die CDU-Fraktion setzt sich dafür ein, dass die Hauptschule Coerde in das Startchancen-Programm aufgenommen wird, um die Bildungsmöglichkeiten der Schüler:innen zu verbessern. (CDU-Fraktion)

+++ Vertreter der „Betroffenen-Initiative“ und der neuen Kommission zur unabhängigen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster haben über die Kommission diskutiert. (Kirche und Leben)

+++ Nachdem der Eisenman-Brunnen in der Nacht auf heute mit politischen Statements beschmiert wurde, distanzieren sich die Mitglieder des Vereins „Dein Brunnen für Münster“ davon, der den Brunnen betreut. („Dein Brunnen für Münster“ auf Facebook)

+++ Der Naturschutzbund sucht nach dem insektenfreundlichsten Garten der Stadt, bewerben können Sie sich online. (Naturschutzstation Münsterland)

+++ Die Bahnhofsmission sucht dringend Kleiderspenden für Männer. (Bahnhofsmission auf Instagram)

Unbezahlte Werbung

Keine Mahlzeit in Georgien kommt ohne Khinkali aus. Das sind Teigtaschen, die mit Hackfleisch oder Käse gefüllt werden, und ein bisschen aussehen wie eine Knoblauchknolle. Wenn man Khinkali essen möchte, packt man sie oben am Zipfel, beißt einmal rein, saugt die Füllung aus und isst zum Schluss den Teig. In Münster gibt es seit Anfang April ein neues Restaurant, das Khinkali und andere Speisen aus Georgien serviert. Es heißt „Krug“ und hat am Rosenplatz 7, schräg gegenüber von „Pinkus Müller“, aufgemacht. Bisher stehen auf der Karte im „Krug“ nur wenige Speisen. Der nette Kellner hat mir aber gesagt, dass das Restaurant bald noch mehr Gerichte und auch georgischen Wein und Tresterbrand anbieten möchte. Vergangenen Freitag war ich mit meiner Kollegin Svenja Stühmeier schon mal zum Essen da. Was wir neben Khinkali mit Spinat-Käse-Füllung empfehlen können, sind Khachapuri, eine Art georgische Pide, und Pkhali, eine Walnusspaste mit Spinat, Roter Beete und Granatapfelkernen. (sfo)

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Heute haben Ralf Heimann und Svenja Stühmeier ein paar Veranstaltungstipps für Sie herausgesucht:

+++ Schwindet das Vertrauen in die Demokratie? Und welche Ursachen könnte das haben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Politikberater Johannes Hillje in seinem Vortrag am 14. Mai. Los geht’s um 18:30 Uhr am LVM-Campus am Kolde-Ring. Das schreiben wir Ihnen schon so früh, weil die Ticketanzahl begrenzt ist. Sie können maximal zwei pro Person bestellen. Schreiben Sie dafür eine Mail an kommunkation@lvm.de.

+++ Ganz kurzfristig. Das Cinema an der Warendorfer Straße zeigt heute um 18 Uhr den Dokumentarfilm „Lützerath – gemeinsam für ein gutes Leben“. Die Regisseurin Carmen Eckhardt kommt auch und beantwortet nach dem Film Fragen. Karten gibt es online und an der Kasse.

+++ Im Fürstenberghaus können Sie sich morgen beim „Tag der Münsteraner Archäologien“ zwischen 10 und 17 Uhr unter anderem eine Schaugrabung und mehrere Vorträge anhören. Eintritt frei. Das Programm steht hier. 

Anonymer Briefkasten

Anonymer Briefkasten

Haben Sie eine Information für uns, von der Sie denken, sie sollte öffentlich werden? Und möchten Sie, dass sich nicht zurückverfolgen lässt, woher die Information stammt? Dann nutzen Sie unseren anonymen Briefkasten. Sie können uns über diesen Weg auch anonym Fotos oder Dokumente schicken.

zum anonymen Briefkasten

+++ Die Freiwilligen-Agentur wird 25 Jahre alt und feiert das morgen im Gesundheitshaus mit Vorträgen, Infoveranstaltungen und einem kleinen Markt. Interessant klingt der Titel eines Vortrags, den die Psychologin Lioba Werth um kurz nach 11 hält: „Fake oder Fakt? – Macht ehrenamtliches Engagement wirklich glücklich?“ Das komplette Programm finden Sie hier. 

+++ Ebenfalls morgen ist auf dem Prinzipalmarkt das Hansemahl. Was war das noch mal? 40 Kaufleute binden sich Schürzen um und servieren Schnittchen, schreibt die Stadt. Dazu gibt es Musik. Alles Weitere hier. 

+++ Sonntag ab 11 Uhr lesen die Autoren und Slam-Poeten Dierk Seidel und Andreas Weber Kindergeschichten im Cuba vor. Dabei gibt es auch eine Pause. Die ist wichtig, denn da haben alle Kinder Zeit, ein Elfchen zu schreiben – das sie dann selbst auf der Bühne vorlesen dürfen. Der Eintritt ist frei, Sie dürfen eigene Getränke und Snacks mitbringen.

Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?

In 37 Tagen beginnt die deutsche Europawahl. Aber so richtig hat sich das noch nicht herumgesprochen und auch die Euphorie hält sich in Grenzen. Wir haben uns die Gründe angeschaut und alles aufgeschrieben, was Sie zur Wahl wissen müssen. Falls Sie das interessant finden, dann abonnieren Sie RUMS. Ein Abo kostet momentan nur einen Euro, dafür können Sie sechs Monate lang lesen.

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Kleiner Tipp noch: Münsters Rotarier verteilen morgen zwischen 11 und 15 Uhr vor dem Schloss kostenlos Speichenreflektoren. Grund ist der „Action Day“, bei dem der Club dafür wirbt, was er so alles macht. (rhe)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Anmelden oder registrieren