Verspätung auf der WLE-Strecke | Schocken in der Sentruper Höhe | Die volle Ladung RUMS 3 Monate zum halben Preis

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Münster, 3. März 2023

im Augenblick könnte man meinen, mit der Mobilitätswende läuft es ausnahmsweise ganz gut. Die Stadt hat das lang erwartete integrierte Parkraumkonzept veröffentlicht. Zum Masterplan Mobilität ist ein Zwischenbericht erschienen. Und vor der RUMS-Redaktion bringt das Mobilitätsamt gerade ein paar Fahrradbügel auf einem Autoparkplatz an (hier das Beweisfoto von der Baustelle).

Also alles paletti? Leider nein. Heute Mittag hat das Presseamt eine Mitteilung zur WLE-Strecke verschickt. Mit der Strecke soll eine Zugverbindung zwischen Münster und Sendenhorst geschaffen werden, sie gehört damit zum Projekt Münsterland-S-Bahn und soll den öffentlichen Nahverkehr im Münsterland verbessern. Ende 2025 sollten die ersten Züge auf der Strecke hin- und herrollen.

Sollten. Wird das also doch nichts? Ein „zusätzlicher und nicht mehr kompensierbarer Planungsaufwand“ sei laut Pressemeldung dafür verantwortlich, dass der Zeitplan doch etwas nach hinten verschoben wird. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe schreibt auf seiner Website, für die Strecke müssten unter anderem die Leit- und Sicherungstechnik verbessert werden, es brauche eine neue Abstellanlage und es müssten neue Signale gebaut und angeschlossen werden. Die Städte Münster und Sendenhorst sowie der Kreis Warendorf reagierten überrascht auf die Verzögerung im Streckenbau.

Am Baubeginn soll immerhin nicht gerüttelt werden, bisher zumindest nicht: Münster und Sendenhorst liegen laut Pressemitteilung im Zeitplan. Fünf neue Haltestellen sollen dann in Münster entstehen: an der Halle Münsterland, in der Loddenheide, in Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck.

Der nächste Termin für die Fertigstellung soll jetzt in die zweite Hälfte des Jahres 2026 fallen. Das ist natürlich ärgerlich. Aber verglichen mit anderen Bahnprojekten sind die paar Monate Verzögerung eine Kleinigkeit. Zum Beispiel der Deutschlandtakt: Der bundesweit harmonisierte Taktfahrplan sollte eigentlich 2030 fertig werden. Gestern gab der deutsche Bahnkonzern bekannt, dass es noch ein bisschen dauern wird, bis er fertig ist. Das neue Zieldatum lautet jetzt: irgendwann im Jahr 2070. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Am 3. April startet der Vorverkauf für das Deutschlandticket bei den Stadtwerken, ab August soll es dann das 29-Euro-Münsterticket geben. (Antenne Münster)

+++ Die Stadt will das Bewohnerparken im Kreuzviertel, Schlossviertel und in Pluggendorf ausweiten und stärker gegen das Gehwegparken im Hansaviertel, Erphoviertel und im Norden des Südviertels vorgehen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadt richtet Sperren an Markweg und Hoppengarten ein, damit sie für Radfahrende und Fußgänger:innen sicherer werden. (Stadt Münster)

+++ Die Bezirksvertretung Südost berät über die Umbenennung der nach den Genozid-Profiteuren Adolph Woermann und Adolf Lüderitz benannten Wege. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadtwerke verschicken nun Informationen zum neuen Preisabschlag an 80.000 Strom-, Wärme- und Gaskund:innen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Zwölf niederländische Gemeinden der Region Twente unterstützen die Abfallwirtschaftsbetriebe nach dem Großbrand. (Stadt Münster)

+++ Ein Labor aus Münster ist für den Negativpreis „Herz aus Stein“ nominiert, weil dort die Wirkung eines Medikaments gegen Multiple Sklerose an schwangeren Affen erforscht wird. (Ärzte gegen Tierversuche)

+++ Start-ups in Münster wünschen sich mehr Förderung. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Hauptzollamt hat im letzten Jahr gut 1.000 Hinweise auf illegale Beschäftigung und Mindestlohnverstöße ermittelt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Caritas im Bistum Münster will verstärkt sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen aufarbeiten. (Caritas Bistum Münster)

+++ Um den Museumsbetrieb im Freiluftmuseum gewährleisten zu können, braucht es laut Vorsitz einen dauerhaften städtischen Zuschuss in Höhe von mindestens 160.000 Euro. (Westfälische Nachrichten)

+++ Obwohl im Februar meistens mehr Menschen arbeitslos sind als im Januar, hat die Arbeitsagentur dieses Jahr die gleiche Anzahl verzeichnet. (Arbeitsagentur Ahlen-Münster)

+++ Der Münsterland-Giro wird um vier Jahre verlängert. (Stadt Münster)

+++ Professor Thorsten Marquardt aus Münster hat eine Sonnencreme für Menschen entwickelt, die aufgrund ihrer Krankheit erythropoetische Protoporphyrie bisher nicht ins Sonnenlicht gehen konnten. (Alles Münster)

Unbezahlte Werbung

Frisch gezapftes Bier, selbstgemachte Frikadellen von Chef Henry und Stammgäste, die gemeinsam schocken und knobeln. Das klingt nach einer gemütlichen westfälischen Altherren-Kneipe. Eine der schönsten in ganz Münster heißt Sentruper Höhe. Gemütliche Umgebung, aufmerksames Personal und den ein oder anderen Thekenplausch finden sich in der Waldeyerstraße 81, hinter der Uniklinik. Und falls Sie die Herrentoilette besuchen, schaut Ihnen vielleicht der eine oder andere ausgestopfte Vogel dabei zu.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Heute hat Frieda Krukenkamp für Sie einige sportliche und musikalische Tipps für das Wochenende herausgesucht:

+++ Am Samstag spielt um 14 Uhr Preußen Münster gegen den SV Lippstadt. Tickets gibt es hier.

+++ Oder doch lieber selbst Sport treiben? Am Samstag findet um 9 Uhr der „Wienburgparkrun” statt. Das kostet nichts, Sie brauchen nur die Motivation, früh genug aufzustehen. Die Anmeldung finden Sie hier.

+++ Wenn Sie über 60 Jahre alt sind, Rock und Popmusik mögen und gerne tanzen, dann sind Sie am Samstag im Gleis 22 gut aufgehoben. Bei der Faltenrockparty gibt es die Tickets nur an der Abendkasse. Die kosten 8 Euro.

+++ Am Sonntag können Sie kostenlos Saxophon- und Klaviermusik mit französischen Einflüssen hören. Die Veranstaltung „À la française” findet um 17 Uhr im Konzertsaal der Musikhochschule statt.

+++ Oder es zieht Sie an die frische Luft: Dann wäre ein Spaziergang auf dem Wald-Klima-Lehrpfad in der Hohen Ward vielleicht etwas für Sie. Mit Modellen, Tafeln und auch einer App kann man beim Spazieren lernen, wie der Wald und unser Klima zusammenhängen.

+++ Die Künstlergruppe TUN 83 stellt vom 7. März bis zum 2. April im Haus der Niederlande im Krameramtshaus aus. Die elf Kunstschaffenden stellen ihre Empfindungen und Erlebnisse zum Thema Wandel in der gleichnamigen Ausstellung dar. Wochentags können Sie die Ausstellung von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr besuchen.

Was steht sonst noch so im RUMS-Brief?

Eine Leserin hatte sich bei uns gemeldet: Sie berichtete davon, dass es in Münster schwierig ist, ein Haustier im Notfall behandeln zu lassen. Denn in der Stadt gibt es keine Kleintierklinik, die einen Rund-um-die-Uhr-Notdienst anbietet. Ich bin dem Hinweis nachgegangen und habe herausgefunden: Die Gründe für die schlechte Notfallversorgung liegen tiefer als nur am Personalmangel in den Tierarztpraxen.

Martin Hogger eine weitere Geschichte für RUMS recherchiert. Er hat den Mann getroffen, der dem Allwetterzoo Geld gespendet hat, sehr viel Geld sogar. Wer ist dieser Mann? Und woher stamm all das Geld? Martin Hogger bringt etwas Licht ins Dunkel.

Hört sich das interessant an? Dann abonnieren Sie doch RUMS. In den ersten drei Monaten lesen Sie die volle Ladung Analysen, Reportagen und Kolumnen zum halben Preis.

Am Dienstag schreibe ich Ihnen noch einmal. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

PS

Emmanuel Macron kommt nächstes Jahr nach Münster. Für Oberbürgermeister Markus Lewe ist dieser Besuch schon jetzt eine „außerordentliche Ehre“. Die wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe möchte Macron 2024 mit dem Westfälischen Friedenspreis auszeichnen. Der französische Präsident halte laut Jury „trotz schwerer Verwerfungen mit der russischen Führung“ im Ukrainekrieg die Kontakte zu Moskau aufrecht – auch wenn ihm das an einigen Stellen Kritik einbringt. Die Stadt hat jetzt mehrere Monate Zeit, um die Kulisse im historischen Rathaus vorzubereiten. Bei solch symbolträchtigen Veranstaltungen muss schließlich jede Frage geklärt sein. Zum Beispiel: Sollen wir das Jesuskreuz abhängen oder lieber dort lassen, wo es ist? Denn stellen Sie sich mal vor, Monsieur Macron aus dem laizistischen Frankreich, wo man es mit der Trennung von Kirche und Staat ganz genau nimmt, würde es verweigern, sich unter einem Jahrhunderte alten Kruzifix ablichten zu lassen. Was wäre dann wohl los?

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