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Lokaljournalismus: Alles muss man selber machen | Unbezahlte Werbung: Erbsenzähler | RUMS-Abo 3 Monate zum halben Preis


Münster, 30. Juni 2023
irgendeiner muss ja Lokaljournalismus machen. Das bin dann wohl ich. Meine beiden Redaktionskolleg:innen gönnen sich gerade eine wohlverdiente Auszeit. Und ich geb’s ja zu: Ein bisschen neidisch bin ich schon. Für diesen Sommer habe ich (noch) keinen Urlaub gebucht. Erst im Herbst verabschiede ich mich für zwei Wochen in den Südkaukasus. So lange halte ich hier in Münster die Stellung.
Vielleicht geht es Ihnen so wie meinen beiden Kolleg:innen und Sie lesen den heutigen RUMS-Brief am Strand oder in den Bergen. Schicken Sie uns gerne ein paar Grüße und ein Foto zu, am besten per Mail an redaktion@rums.ms oder auf Instagram unter #rumsurlaubsgruesse. Ihre Urlaubsbilder veröffentlichen wir dann im RUMS-Brief.
Trotzdem geht hier alles weiter. Im Sommer ist es zwar ein bisschen ruhiger als sonst, es gibt aber immer noch einiges zu berichten. Heute geht es noch einmal um das Zimmermannsche Wäldchen in Kinderhaus, das ein Investor vor ein paar Jahren gekauft hat. Er möchte auf dem Grundstück einen Supermarkt bauen – aber der Stadtteil wehrt sich dagegen. (sfo)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Gestern wurden zwei Weltkriegsbomben an der Alerdinckstraße in Mauritz entschärft. (Stadt Münster)
+++ Heute Vormittag wurden die Sirenen in der Stadt getestet, weshalb Sie hoffentlich eine Warnbenachrichtigung aufs Handy geschickt bekommen haben. (Stadt Münster)
+++ Und dann hat die Feuerwehr am Mittag noch eine zweite Warnnachricht verschickt, weil in Mecklenbeck eine Lagerhalle brannte, wovon aber keine Gefahr ausging. (Feuerwehr Münster auf Twitter)
+++ Verschiedene Antifa-Gruppen und die Grünen kritisieren, dass die Beamten, die an einer rechten Chatgruppe beteiligt waren, immer noch für die Polizei Münster arbeiten. (Alles Münster, Grüne)
+++ Am Donnerstagabend haben Polizist:innen einen Mann festgenommen, nachdem er mehrere Frauen beleidigt und ihnen den Hitlergruß gezeigt hat. (Polizei Münster)
+++ Der Mann, der im vergangenen Jahr zweimal einen Baukran an der Hammer Straße besetzt hatte, wurde heute vom Amtsgericht Münster zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, will aber gegen das Urteil Berufung einlegen. (Antenne Münster)
+++ Das Landgericht muss sich noch einmal mit dem Urteil gegen die Mutter des Hauptopfers im Missbrauchsfall Münster beschäftigen, der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch durch Unterlassung vorgeworfen wird. (Deutsche Presseagentur, hier: Westfälische Nachrichten)
+++ Der Mann, der im Dezember mit seinem Auto in den abgesperrten Bereich des Weihnachtsmarkts gefahren ist, muss nach einem Urteil des Landgerichts in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. (Antenne Münster)
+++ Ab morgen ist das Parken am Domplatz bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr möglich. (RUMS-Brief)
+++ Die „Initiative Starke Innenstadt Münster“ findet den weitgehend autofreien Domplatz super. (Initiative Starke Innenstadt Münster, Pressemeldung nicht online)
+++ Die Pläne für die geplanten WLE-Haltepunkte in der Loddenheide und Wolbeck können Sie sich im Stadthaus 3 oder hier ansehen. (Stadt Münster)
+++ Über 10.000 Kund:innen der Stadtwerke warten noch auf ihre Jahresrechnung, offiziell wegen der Energiepreisbremse. (Westfälische Nachrichten)
+++ Der Unverpacktladen an der Warendorfer Straße hat seit heute geschlossen. („Natürlich Unverpackt“, RUMS-Brief)
+++ Das britische Popsternchen Harry Styles – Sie wissen schon, der von „As It Was“ – hat am Mittwoch bei einem Konzert in Düsseldorf mehrmals „Münster“ gesagt, naja, zumindest hat er’s versucht. („Münsterdings“ auf Instagram)
Unbezahlte Werbung
Die Mittagspause habe ich heute nur ein paar Meter von der RUMS-Redaktion entfernt verbracht. An der Neubrückenstraße 27 befindet sich nämlich ein kleines Lokal, das meinen Geschmack punktgenau trifft: Der Erbsenzähler serviert vegane und vegetarische Gerichte, bei deren Zubereitung man sogar zugucken kann. Die Karte wechselt immer wieder, heute standen zum Beispiel Risotto, Gemüsepasta und griechischer Salat zur Auswahl. Ich habe mich für einen Erbsenburger mit Salat und Minzjoghurt entschieden, was ich Ihnen unbedingt empfehlen kann. Der Erbsenzähler hat von Dienstag bis Samstag geöffnet, jeweils von 12 bis 14:30 Uhr und von 18 bis 22 Uhr.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Fabien Cohrs und Jan Große Nobis haben heute ein paar schöne Tipps herausgesucht:
+++ Die Purism-Reihe macht morgen Abend ab 21:30 Uhr wieder 5.000 Sekunden Musik im Localhost (ja genau, das ist der Veranstaltungsraum im Pressehaus neben der RUMS-Redaktion). Diesmal spielen die Postrockband Miira und die Elektroniker Awakino. Das Doppelkonzert beginnt um 21:30. Eintritt: 12 Euro (ermäßigt 10 Euro).
+++ Morgen ist zwar Samstag, aber trotzdem Bergfest: Der Skateboardingverein Münster veranstaltet an der Skateboardanlage in Berg Fidel eine gleichnamige Party mit Livemusik, Wettkämpfen und einer Aftershowparty im Hot Jazz Club. Mehr dazu bei Instagram.
+++ Mit den Sommerferien hat auch wieder das „Sport im Park“-Programm angefangen. Es gibt verschiedene Kurse und Angebote an dreizehn Orten in Münster, unter anderem am Wewerka-Pavillon am Aasee, in Gievenbeck und am Sportbildungswerk in Mauritz. Zum Programm zählen beispielsweise Yoga, Lacrosse und Beach-Handball. Surfen Sie doch mal durchs Programm, vielleicht ist ja was Schönes für Sie dabei.
+++ Der Film „How to Blow Up a Pipeline” ist ein Actionthriller über eine Gruppe von Klima-Aktivist:innen, die gegen mutwillige Umweltzerstörung kämpft und sich dabei zunehmend radikalisiert. Morgen Abend zeigt das Cinema an der Warendorfer Straße den Film auf Englisch mit Untertiteln. Beginn: 22:40 Uhr. Tickets gibt’s hier.
+++ Am Sonntag tritt das Kinder- und Familientheater „Roter Hund“ um 11 und um 16 Uhr auf dem Gelände des alten Zoos auf. Diesmal führt Felix Wohlfahrt aus Potsdam eine Zaubershow auf. Für das Freilufttheater sollten Sie eine Picknickdecke oder ein paar Klappstühle mitnehmen. Der Eintritt ist frei.
+++ Einfach mal alles rauslassen, auch wenn alle zuschauen können – was für ein Gefühl! Der portugiesische Künstler Pedro Barateiro stellt zu diesem Thema jetzt einige Werke in der Kunsthalle am Hafen aus. Ausstellungsbeginn ist am Sonntag um 12 Uhr, unter anderem mit einer Performance. Es ist übrigens das erste Mal, dass Pedro Barateiro in Deutschland ausstellt.
+++ Noch ein Kunsttipp: Am Dienstag wird in der Stadthausgalerie eine Ausstellung zu den Krieger- und Kolonialdenkmälern in Münster eröffnet. Danach ist die Ausstellung immer mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Was steht sonst so im RUMS-Brief?
Es ist ruhig im Zimmermannschen Wäldchen. Die Frage ist nur, wie lange noch. Das Grundstück in Kinderhaus gehört der Stroetmann-Gruppe, die ab Juli dort ein Projekt fortführen will, das den Bau eines Einkaufszentrum verfolgt. Dagegen wehren sich zwei Bürgergruppen. Auch die Politik und die zuständigen Behörden halten von dem Bauvorhaben wenig. Wie geht’s also weiter mit dem Zimmermannschen Wäldchen?
Um diese Frage dreht sich die Recherche im heutigen RUMS-Brief. Interessant, oder? Wenn Sie zustimmen, dann schließen Sie doch ein RUMS-Abo ab. Die ersten drei Monate zahlen Sie für alle Recherchen und Kolumnen nur die Hälfte.
Am Dienstag bekommen Sie noch mal Post von uns. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Fabian Cohrs (fco), Jan Große Nobis (jgn)
Lektorat: Lisa Mensing
PS
Immer wieder diese Niedergeschlagenheit, immer wieder diese quälenden Gedanken. Vielleicht haben Sie auch schon mal eine depressive Episode durchgemacht. Gehört ja leider oft zum Leben dazu, c’est la vie. Diesen Titel trägt der neue Song von Mowglih, einem Rapper aus Münster. Er hat zusammen mit dem Kreativen Ungehorsam, einem Street-Art-Künstler, ein Musikvideo aufgenommen, das aus vielen kleinen Illustrationen besteht. Die Bilder, die mir ausgesprochen gut gefallen, können Sie demnächst kaufen. Mit dem Geld wollen der Kreative Ungehorsam und Mowglih die deutsche Depressionshilfe unterstützen, die Betroffenen in schweren Zeiten hilft und Wissen über psychische Gesundheit vermittelt.