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Ein zweiter Bremer Platz? | Eis an der Kreuzkirche | 3 Monate RUMS jeweils zum halben Preis lesen


Münster, 7. Juli 2023
vor Kurzem hat die Drogenhilfe Indro eine Bildergalerie bei Instagram veröffentlicht. Darin zu sehen sind Fotos vom Lambertibrunnen, vom Clemenspark, von den Aaseewiesen, von der kleinen Bahnhofstraße und vom Hansator am Hauptbahnhof.
Diese Orte haben eines gemein: Sie waren früher Aufenthaltsplätze der Drogenszene. Wie die Galerie auf Instagram aber zeigt, sind sie alle im Laufe der Zeit aufgehübscht worden. Was dort inzwischen zu sehen ist, nennt sich „defensive Architektur“: Bestimmte Gruppen sollen städtebaulich vertrieben werden. Für die Drogenszene heißt das, sie muss sich neue Orte in der Stadt suchen.
Und einen solchen Ort hat die Szene hinter dem Hauptbahnhof gefunden: Der Bremer Platz gilt als der letzte Szenetreffpunkt in Münster. Auch nach seinem Umbau soll er ein Ort sein, an dem sich die Szene aufhalten kann (RUMS-Brief).
Die Szene am Servatiiplatz
So weit, so bekannt. Gestern schrieben die Westfälischen Nachrichten allerdings von einem anderen Drogenumschlagplatz in der Innenstadt: vom Servatiiplatz. Dort gehe bei den Gewerbetreibenden in der Nachbarschaft inzwischen die Angst um, der Ort an der Promenade könne sich bald zu einem zweiten Bremer Platz entwickeln.
Eine Frage klammert der WN-Artikel aber aus: Warum halten sich am Servatiiplatz mehr Szeneangehörige auf? Heute liefert eine Pressemeldung aus der FDP-Rathausfraktion eine plausible Antwort: „Es wirkt, als habe sich der Bremer Platz nach dem Umbau des Hauptbahnhofes nun in die Innenstadt verlagert“, heißt es darin.
Aber stimmt das auch? Für Stefan Engemann von der Indro-Drogenhilfe kam die Veröffentlichung in den Westfälischen Nachrichten überraschend. Der Servatiiplatz sei bisher kein bekannter Szenestandort. Die Mitarbeitenden vom Indro wollen ihn aber künftig aufsuchen, um zu beobachten, ob sich die Szene dort häufiger trifft.
Schleichende Verdrängung
Engemann sagt jedoch, es werde für die Szene in Münster generell ungemütlicher. Das zeigten nicht nur die defensive Architektur, sondern auch kleinere Entwicklungen. Nur wenige Meter vom Servatiiplatz entfernt, hätten bis vor einiger Zeit noch ein paar Bänke gestanden. Nachdem die Bänke aber abgebaut und einige Bäume und Sträucher in der Umgebung gestutzt wurden, hätten sich die Szeneangehörigen dort nicht mehr wohlgefühlt. Das führte zu mehr Tamtam vor der Clemenskirche.
In diese Reihe könnte man auch problemlos einen Vorschlag der CDU-Ratsfraktion aufnehmen: Wenn es nach ihr geht, entstehen bald an der Engelenschanze ein Brunnen und eine Fläche für „alkoholfreie Tagesgastronomie“, offiziell um einen familienfreundlichen Ort zur Erholung zu schaffen. Als zwei CDU-Ratsleute das Konzept den Westfälischen Nachrichten vorstellten, heißt es aber dort ganz unverhohlen, man wolle mit den „Wasserspielen gegen Kriminalität, Drogen und Obdachlosigkeit“ vorgehen. Für die SPD ist das ein „makabrer Scherz“.
Eine solche Vergrämung finde am Bremer Platz gerade nicht statt, sagt Stefan Engemann von Indro. Kurze Erinnerung: Vor einigen Monaten hatte die Stadt für den Umbau eine Toilette entfernt (RUMS-Brief). Danach verstreute sich die Szene in die angrenzenden Straßenzüge und ins Parkhaus am Bremer Platz. Seitdem wieder eine Toilette da ist und auch ein Sichtschutz in Richtung Montessori-Schule aufgestellt wurde, habe sich die Lage dort beruhigt. Die Übergangsfläche nehme die Szene gut an, sagt Engemann.
Dass sich die Szene also vom Bremer Platz an den Servatiiplatz verlagert haben soll, könne das Indro nicht bestätigen, sagte Engemann. Aber wie gesagt: Die Drogenhilfe möchte dort in Zukunft öfter vorbeischauen, um die Entwicklung im Auge zu behalten. (sfo)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Weil der Send auf- und abgebaut wird, ist der Schlossplatz vom 9. bis zum 19. Juli gesperrt. (Stadt Münster)
+++ Seit gestern kann man das 29-Euro-Ticket vorbestellen, mit dem man ab August unbegrenzt Bus und Bahn in Münster fahren kann. (Stadtwerke Münster)
+++ Studierende der FH Münster haben überprüft, wie gut man auf einigen Straßen mit dem Fahrrad vorankommt und Lösungsansätze entwickelt. (FH Münster)
+++ Auf einem Gebäude der Gesamtschule Münster-Mitte hat die Stadt eine Photovoltaikanlage installiert, eine weitere Anlage soll für das Stadthaus 1 folgen. (Stadt Münster)
+++ Der Wintergarten im Aegidiimarkt wird zum ersten Mal seit 1978 komplett saniert. (Westfälische Nachrichten)
+++ Immer mehr Menschen suchen die Tafel in Münster auf, die inzwischen Schwierigkeiten hat, der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. (Antenne Münster)
+++ Nachdem sich die Gewalt auf Münsters Sportplätzen gemehrt hat, will der westfälische Fußballbund mit härteren Strafen gegen Fußballer, Zuschauer und Trainer vorgehen, die Schiedsrichter aufs Übelste beschimpfen. (Antenne Münster)
+++ Die CDU-Kreisvorsitzende Simone Wendland findet, dass Politiker:innen keine härteren Strafen für die Polizist:innen fordern sollten, die in rechtsextreme Chats involviert waren. (CDU Münster)
+++ Als Ersatz für die Antilopen Gang, die ihren Auftritt beim Stadtfest in Münster blöderweise verpaddelt hat, spielt jetzt der Brite Tom Gregory. (Antenne Münster)
Unbezahlte Werbung
Wir alle kennen sie, die hippen Eismanufakturen, bei denen es nie schadet, ein Buch für die Wartezeit in der Schlange mitzubringen. Ohne Frage werden Sie dort mit leckerem Eis und ausgefallenen Sorten belohnt. Aber falls Sie sich doch mal wieder eine gute alte Eisdiele mit Neunziger-Jahre-Charme wünschen, besuchen Sie bei ihrem nächsten Spaziergang doch das Eiscafé Santelia. Und falls Sie gerade keinen Eis-Hunger haben, können Sie auch Snacks und Cappuccino mit Blick auf die Kreuzkirche genießen.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Fabian Cohrs hat heute in den Terminkalender geschaut und ein paar schöne Tipps für Sie herausgesucht. Der erste Veranstaltungshinweis kommt von mir:
+++ Im Sommer zeigt das Cinema jeden Donnerstagabend am Hawerkamp einen Film im Open-Air-Kino. Gestern ging’s los mit „Der schlimmste Mensch der Welt“, kommende Woche können Sie sich „The Waterman“ ansehen, eine Doku übers Surfen. Das ganze Programm finden Sie hier. Mein persönlicher Tipp für Sie ist das Drama „The Whale“. Brendan Fraser hat für seine grandiose Leistung als adipöser und einsamer Englischdozent einen Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen. Vollkommen zurecht, finde ich.
+++ Ab morgen liegt die „MS Wissenschaft“ für ein paar Tage im Stadthafen und steht Besucher:innen offen. Auf dem Schiff gibt es eine Ausstellung rund ums Universum. Dabei geht es um die Erde, schwarze Löcher und Exoplaneten. Von Samstag bis Montag können Sie sich die Ausstellung zwischen 10 und 19 Uhr kostenlos anschauen. Mehr Informationen zu Führungen und Workshops erhalten Sie hier.
+++ Morgen findet das „Live und in Farbe“-Festival statt. Tagsüber ist der Eintritt kostenlos und es gibt Live-Musik. Außerdem können Sie töpfern, batiken, Siebdrucke anfertigen oder sich wahlweise auch tätowieren lassen. Am Abend kostet das Festival Eintritt, da tritt dann zum Beispiel die Band Tigermilch auf. Für einen kompletten Überblick über das Line-Up und Programm können Sie auf der Website vorbeischauen. Los geht es ab 13 Uhr im Skaters Palace.
+++ Am kommenden Dienstag können Sie sich in der Kurbelkiste einen Dokumentarfilm zur solidarischen Landwirtschaft ansehen. Er heißt „Ernte teilen“ und begleitet Landwirt:innen, die gegen stetigen Wachstumszwang und für mehr Gemeinschaftssinn arbeiten. Für die Aufführung wird der Regisseur des Films vor Ort sein. Los geht es um 18:15 Uhr, Tickets erhalten Sie hier.
+++ Am Samstag findet im Außenbereich der B-Side eine Veranstaltung zum migrantischen Widerstand statt. Ab 16 Uhr wird es dort Vorträge und Diskussionen mit verschiedenen teilnehmenden Organisationen wie No Lager Osnabrück geben. Im Anschluss gibt es Pizza, Getränke und Live-Musik. Die Veranstaltung ist kostenlos, ebenso das Essen und die Getränke. Wer eine Spende übrig hat, kann die Veranstaltung damit unterstützen. Mehr Informationen gibt es auf dem Instagram-Kanal der B-Side.
Und was steht sonst noch so im RUMS-Brief?
Eine Petition und eine Tanzdemo: Viele Menschen wollen damit verhindern, dass das Paul-Gerhardt-Haus schließt. Weil die Zahl der Gläubigen aber abnimmt, geht den Kirchen das Geld aus, um ihre Immobilien weiter zu finanzieren. Eine davon: das Jugendzentrum in der Innenstadt. Unsere Praktikantin Luzia Arlinghaus hat sich zusammen mit Svenja Stühmeier angeschaut, welche Rettungspläne es für das Paul-Gerhardt-Haus gibt, woran es hakt und wie es weitergehen könnte.
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Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Luzia Arlinghaus (lar), Fabian Cohrs (fco), Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst)
Lektorat: Lisa Mensing
PS
Gedanklich verbringe ich gerade viel Zeit in Reykjavik. Fürs Wochenende werden dort nur 15 Grad vorhergesagt, Sonnenschein und ein paar Wolken, aber kein Regen. Traumhaft. Blöderweise werde ich aber dieses Wochenende, das uns den heißesten Tag des Jahres bescheren könnte, nicht in Island verbringen, sondern im Mittelrheintal bei meiner Familie. Für die drohende Hitzewelle hat der ehemalige ARD-Wettervogel Jörg Kachelmann bei „Spiegel online“ ein paar Überlebenstipps zusammengestellt. Der wichtigste Punkt: „Der Player ist nicht die Temperatur, sondern die Luftfeuchtigkeit. Deswegen zwar Rollos runter, aber Fenster auf und Ventilatoren auf Dreifachwumms, damit das Schwitzgut abgeführt werden kann.“ Und sonst so? Trinken Sie genug. Meiden Sie die Mittagssonne. Kühlen Sie sich unter der Dusche ab. Und passen Sie auf Ihre Lieben auf.