Eine Journalismus-WG in Münster | Unbezahlte Werbung: Brasserie an der Salzstraße

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Münster, 28. November 2023

Sport ist gesund. Das dürfte allen bekannt sein. Aber wissen Sie auch, woran das liegt? Erst vor zwanzig Jahren hat eine Forscherin aus Dänemark hormonähnliche Stoffe im Körper gefunden, die wir beim Sport ausschütten. Diese Botenstoffe heißen Myokine und die Wissenschaft schreibt ihnen ein großes gesundheitsförderndes Potenzial zu.

Warum erzähle ich Ihnen das? Naja, am Wetter kann es nicht liegen. Der Winter lädt gerade nicht wirklich zum Joggen oder Radfahren ein. Und bis Sie Ihren Neujahrsvorsatz einlösen müssen, endlich ins Fitnessstudio zu gehen oder zweimal in der Woche an der Boulderwand zu klettern, vergeht auch noch ein bisschen Zeit.

Es ist viel einfacher. Heute Morgen habe ich beim Frühstück eine interessante Recherche über Myokine bei „Perspective Daily“ gelesen. Kurz vor dem Beginn der Coronapandemie habe ich bei dem Onlinemagazin ein Praktikum absolviert. Das hat mir so gut gefallen, dass ich danach beschlossen habe, Journalist zu werden. Seit gestern teilen wir uns mit „Perspective Daily“ eine Redaktion am Prinzipalmarkt 21-23. Für mich ist der Umzug also auch ein schönes Wiedersehen mit den neuen-alten Kolleg:innen.

„Pespective Daily“ macht seit dem Sommer 2016 konstruktiven Journalismus, oft mit wissenschaftsjournalistischem Einschlag. Was das genau bedeutet, habe ich Katharina Wiegmann gefragt, die die Redaktion leitet. „Für alle, die über Lösungen, statt nur Probleme nachdenken wollen, machen wir Perspective Daily“, antwortet sie. Statt schneller Nachrichten veröffentlicht das Magazin nur einen sorgfältig recherchierten Artikel pro Tag.

Warum? Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass die Menschen resignieren, wenn Medien nur über das berichten, was schiefläuft, sagt Katharina Wiegmann. Durch die Negativberichterstattung schalte unser Gehirn in den Krisenmodus. Und wer keine Hoffnung mehr habe, sei auch nicht mehr dazu bereit, sich für die Lösung der Probleme zu engagieren.

Wir bei RUMS verfolgen eine ähnliche Strategie. Anders als die Tageszeitung legen wir weniger Wert darauf, das gesamte Stadtgeschehen abzubilden, sondern investieren mehr Zeit in die Recherche und Analyse. Wir wollen in unseren Briefen Zusammenhänge aufzeigen und Nachrichten einordnen. Wenn wir auf ein Problem in Münster stoßen, fragen wir uns auch immer, wie andere Städte es in den Griff bekommen haben.

Und wer weiß, was sich alles aus unserer neuen Journalismus-WG ergibt. In diesem Jahr habe ich mit Felix Austen von „Perspective Daily“ schon zum Grünen Weiler in Gievenbeck recherchiert. Vielleicht entwickeln sich noch mehr gemeinsame Projekte, von denen Sie noch lesen werden. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Gewerkschaft Verdi und die in ihr organisierten Beschäftigten, die unter den Tarifvertrag der Länder fallen, haben heute den ganzen Tag gestreikt. (Antenne Münster)

+++ Die Bürgerinitiative B51 „Handorf-Mauritz“ fordert ein Moratorium für den Ausbau der Umgehungsstraße, nachdem sie die neuen Pläne von Straßen-NRW dazu gesehen haben. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die neue Busspur an der Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Hammer Straße zeigt Wirkung, da der Bus pro Fahrt über 30 Sekunden einspart. (Stadt Münster)

+++ Vielleicht wird es bald eine fest installierte schwimmende Pontonbrücke im Stadthafen geben, die die A-Seite mit der B-Seite verbindet. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadtwerke haben ein Windenergieprojekt in der Nähe von Rödder beantragt, wo drei Anlagen mit einer jeweiligen Leistung von rund 5,6 Megawatt beziehungsweise 4,3 Megawatt entstehen sollen. (Stadtwerke Münster)

+++ In Südlohn sollen vier Windenergieanlagen für rund 17.000 Haushalte entstehen. (Stadtwerke Münster)

+++ Die CDU-Ratsfraktion freut sich, dass das Land NRW einen Förderbescheid über fünf Millionen Euro für die Stadtwerke Münster angekündigt hat, mit dem die Geothermie in Münster weiter erforscht werden soll. (CDU-Ratsfraktion)

+++ Die Abfallwirtschaftsbetriebe unterstützen acht Ideen für Nachhaltigkeitsprojekte, etwa ein Repair-Café in der Stadtbücherei am Alten Steinweg. (Stadt Münster)

+++ In Münster könnten die Bildungsgänge FOS 12 und FOS 13, in denen Leute ihr Abi nachholen, wegen der geringen Nachfrage von der Bezirksregierung eingestellt werden. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die IHK möchte insbesondere Frauen fördern, die ein Unternehmen gründen wollen. . (IHK Nordwestfalen)

+++ Der Dönerladen „Kulti Kebab“ an der Wolbecker Straße hat eine Filiale in Osnabrück eröffnet. (Neue Osnabrücker Zeitung)

+++ Der Münsteraner und leitende Oberarzt an der Uniklinik Philipp Mathmann ist bei der Bundesdelegiertenkonferenz in Karlsruhe auf die Europaliste der Grünen gewählt worden. (Grüne Münster)

+++ In Gremmendorf und Angelmodde haben Mülltonnen, Carports und Autos gebrannt, jetzt hat die Polizei zwei tatverdächtige Kinder und eine Jugendliche in Gewahrsam genommen. (Polizei Münster)

+++ Ein Mann aus Winnyzja, Münsters Partnerstadt in der Ukraine, wurde am Freitag zu einer fünfzehnjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er Russland Informationen für Angriffe auf die Stadt mitteilte. (The Kyiv Independent)

+++ Die CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland spricht sich dafür aus, dass Münster eine Solidaritätspartnerschaft mit einer israelischen Grenzkommune eingeht, um dort den Wiederaufbau zu unterstützen. (Pressemitteilung Simone Wendland)

+++ Die Domfreunde Münster wollen an den Widerstandskämpfer Paulus van Husen mit einer Straßen- oder Platzbenennung erinnern. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ verteilt diese Woche Warnwesten und reflektierende Taschenüberzieher an Menschen auf dem Rad und zu Fuß. (Sicher durch Münster)

+++ Das Jugendzentrum der jüdischen Gemeinde Münster sammelt Spenden für das Kibbuz Re’im, das am 7. Oktober von der Terrorgruppe Hamas zerstört wurde. (Ruprecht Polenz auf dem Kurznachrichtendienst, der früher Twitter hieß)

Unbezahlte Werbung

Draußen ist’s Ihnen zu ungemütlich? In der Brasserie an der Salzstraße finden Sie neben Behaglichkeit auch winterliche Waffel-, Kuchen- und Eiskreationen. Die heißen zum Beispiel Bratapfel-Nuss-Becher, Salted-Caramel-Bowl oder – ganz klassisch – Kaiserschmarrn. Für die Durstigen stehen „Lillet Apfel Tarte“ oder „Spicy Ginger“ auf der Karte. An den Advents- und Weihnachtstagen präsentiert sich das Frühstücks- als Brunchbuffet mit extralangen Öffnungszeiten bis in den Nachmittag hinein. Und an Neujahr gibt es ein Katerfrühstück. Sie können online noch Plätze reservieren.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Heute hat Deike Terhorst wieder ein paar schöne Empfehlungen für Sie herausgesucht:

+++ Das Exzellenzcluster Religion und Politik und die Forschungsstelle Islam und Politik der Universität Münster laden morgen zur Podiumsdiskussion zu Antisemitismus, Nationalismus und Islamismus ein. Die Veranstaltung findet in der Aula des Schlosses statt, Beginn ist um 18:15 Uhr.

+++ Von Lissabon nach Lappland: Fotograf und Autor Peter Gebhard berichtet von seinem 25.000 Kilometer langen Bulli-Abenteuer quer durch Europa. Den Roadtrip können Sie am Donnerstag um 19:30 Uhr in der Aula der Waldorfschule am Rudolf-Steiner-Weg nachverfolgen. Karten sind im Online-Vorverkauf für 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro.

+++ Am Donnerstag um 20 Uhr treten The New Roses in der Sputnikhalle auf. Die Rockband aus Wiesbaden hat unter anderem im Vorprogramm von Kiss, ZZ Top, den Scorpions und den Toten Hosen gespielt. Vielleicht kennen Sie einen ihrer Songs auch aus der Serie „Sons Of Anarchy“. Tickets für das Konzert gibt es für 38 Euro auf Eventim.

+++ Die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster tritt mit einem Klassiker auf: Freitag um 19:30 Uhr können Sie zum ersten Mal „Tratsch im Treppenhaus“ vom Hamburger Ohnsorg-Theater auf Münsterländer Platt ansehen. Tickets für alle Termine gibt es für 18 Euro, ermäßigt 9 Euro, im Webshop des Theaters.

+++ Der Autor und Komiker André Herrmann spricht am Freitag um 20 Uhr im Bürgerhaus Kinderhaus über den Sinn und Unsinn des Lebens. Mal sehen, wie gut er peinliche Anekdoten in Worte fassen kann – immerhin hat er zweimal die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften gewonnen. Der Eintritt kostet 25 Euro, ermäßigt 21 Euro. Karten sind im Webshop erhältlich.

+++ Über Jesu Vater ist nur wenig bekannt. Diese Leerstelle hat den Autor Sebastian Aperdannier zu seinem Roman „Joseph von Nazareth“ inspiriert. Am Samstag liest Aperdannier aus seinem Buch in der Überwasserkirche vor. Beginn ist um 21:30 Uhr, nach dem Weihnachtsmarkt. Der Eintritt ist frei. Es wird um Spenden für Suppenküchen in der Ukraine gebeten.

Was steht sonst so im RUMS-Brief?

Die Uni Baskets Münster spielen seit 2022 in der Zweiten Bundesliga. Eine Wildcard hatte Münsters Basketballer den Aufstieg beschert, aber in der höheren Liga schlagen sie sich besser als erwartet. Dennoch scheint der Erfolg in der Stadt nicht so richtig angekommen zu sein. Lisa Plank von der Reportageschule Reutlingen ist in die Sporthalle nach Berg Fidel gefahren und hat sich das im RUMS-Beitrag näher angeschaut.

Am Sonntag hat Michael Jung die RUMS-Kolumne geschrieben. Er kritisiert darin, dass die öffentliche Daseinsvorsorge wie der Wohnungsbau, die Bäder oder der Busverkehr in Münster gerade stockt. Die Kernaussage lautet: „Die Bullerbü-Jahre sind vorbei. Münster geht gerade ziemlich den Bach runter, und das Tempo ist dabei sehr beachtlich.“ Diese These hat einige Reaktionen hervorgerufen, die wir für Sie zusammengefasst haben.

Unsere Praktikantin Imke Noetzel hat außerdem ein Interview mit Hubert Bergmoser von der „Kulturliste Münster“ geführt. Der Verein vermittelt Eintrittskarten für Kultur- und Sportveranstaltungen an Menschen, die sich die Tickets sonst nicht leisten können.

Am Freitag schreibt Ihnen Svenja Stühmeier. Haben Sie eine schöne Woche und genießen Sie den Winteranfang.

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Imke Noetzel (ino), Svenja Stühmeier (sst), Deike Terhorst (dte)
Lektorat: Maria Schubarth


PS

Hatte ich Ihnen eigentlich mal erzählt, dass ich aus Rheinland-Pfalz komme? Obwohl ich schon mehrere Jahre in Münster wohne, ist Rheinland-Pfalz doch nach wie vor mein Lieblingsbundesland. Ich sage nur: Weinberge, Wanderwege, Burgen und Schlösser. Burgen und Schlösser? Na gut, die gibt es auch hier im Münsterland, sogar mehr als einhundert Mal. Der Münsterland e.V. hat jetzt eine neue App herausgegeben, mit der Sie die vormaligen Adelssitze in und um Münster erkunden können. Das hat aus meiner Sicht auch ein bisschen mehr Charme als der herkömmliche Reiseführer. Denn in der App sind auch Videoaufnahmen enthalten, in denen Schauspieler:innen in die Rolle der ehemaligen Schlossbesitzer:innen schlüpfen, um die Häuser vorzustellen. Wenn Sie es mal ausprobieren wollen, schauen Sie im App-Store nach „Schlösser & Burgen Münsterland“. Wenn Sie mich fragen, fehlt jetzt nur noch eine App, die uns durch Westfalens Weinberge führt.

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