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Für 2.085 Euro von Paderborn nach Münster | Unbezahlte Werbung: Ein Muslim auf dem Jakobsweg | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro

Guten Tag,
wenn Sie ohne Unterbrechung durchfahren, dann brauchen Sie auf dem Rad fünf Stunden von Paderborn nach Münster. Schneller geht es mit dem Auto. Das braucht eine Stunde und 45 Minuten. Und mit dem Flugzeug bringen Sie die Strecke in einer Stunde und 25 Minuten hinter sich.
Mit dem Flugzeug? Das Portal „Mirai“ bietet am Sonntag einen Flug von Paderborn-Lippstadt an den Flughafen Münster-Osnabrück an. Wenn Sie buchen, reisen Sie luxuriös im Privatjet.
Wobei, Luxus ist bekanntlich relativ. In der Maschine mit dem phänomenalen Namen „Phenom 300“ ist es eher eng. Die Kabine ist nur 1,25 Meter hoch. Aber egal, die meiste Zeit werden Sie auf dem Flug eh sitzen. In dem Jet ist Platz für acht Passagier:innen. Eine Person sollte Handgepäck mitbringen, denn es gibt nur für sieben Reisekoffer Stauraum. Und apropos Gepäck: Etwas zu trinken und ein Snack wären nicht schlecht. Verpflegung ist auf der Reise von Paderborn nach Münster nämlich nicht enthalten.
Ein einmaliges Erlebnis
Der Anderthalb-Stunden-Flug zwischen den beiden Provinzflughäfen ist kein Schnäppchen. Sage und schreibe 2.085 Euro müssen die Passagier:innen zahlen. Geht’s noch? Sind die denn jetzt verrückt geworden? „Nein“, entwarnt FMO-Sprecher Andrés Heinemann am Telefon. „Der Flug am Sonntag ist ein einmaliges Ereignis.“ Also keine neue Standardverbindung.
Aber selbst wenn das so ist, muss das sein? Eine Taxifahrt von Paderborn nach Münster ist fast genauso schnell, je nach Verbindung ist man mit der Bahn sogar schneller am Ziel.
Andrés Heinemann erklärt, wie der Privatjetflug zustande kommt. Es ist so: Am Sonntag muss der Jet Geschäftsleute nach Paderborn-Lippstadt bringen und danach weiter nach Münster-Osnabrück, um am Flughafen neue Gäst:innen einzusammeln. Auf der Zwischenstrecke ist die Maschine unbemannt.
Solche Leerflüge nennt man in der Luftfahrtindustrie „Empty Legs“, und darauf ist das Buchungsportal „Mirai“ spezialisiert. Die Website funktioniert wie eine Mitfahrzentrale, nur eben für Flugreisen: Firmen, die Geschäftsflüge anbieten, können ihre „Empty Legs“ auf gut Glück inserieren. Vielleicht findet sich ja irgendwer, der mitwill. Und mit ganz viel gedanklicher Kreativität kann man sich vielleicht noch ein gutes Gewissen einreden. So nach dem Motto: Wäre ja auch Verschwendung, so ein leerer Kurzstreckenflug im Privatjet. (sfo)
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Sollten Ihnen noch nicht die richtigen Geschenkideen fürs Weihnachtsfest gekommen sein, hätten wir hier etwas für Sie: ein RUMS-Geschenk-Abo! Wir bieten drei verschiedene Varianten an: 3 Monate (38,99 Euro), 6 Monate (77,99 Euro) oder 12 Monate (155,99 Euro). Unsere Geschenk-Abos können Sie entweder direkt hier auf unserer Website kaufen oder im Gewand eines hübschen Papier-Gutscheins in unserem neuen Redaktionsbüro (Prinzipalmarkt 21 – 23) erwerben. Kommen Sie uns doch gerne bei Gelegenheit besuchen, wir freuen uns.
Übrigens: Sie bekommen für den Kauf eines Geschenk-Abos als Dankeschön auch etwas von uns: unseren RUMS-Kalender, in dem wir Ihnen unsere schönsten RUMS-Cartoons von Stephan Rürup zusammengestellt haben. Schreiben Sie uns gern eine kurze E-Mail, wenn Sie Ihr Exemplar bei uns abholen möchten.

Wohnung gesucht!
Irgendwann gehen auch die schönsten Lebenskapitel zu Ende: RUMS-Redakteur Sebastian Fobbe will raus aus der WG und rein in die eigenen vier Wände. Kennen Sie zufällig eine Wohnung, die bald frei wird? Melden Sie sich gerne mit Tipps bei sebastian.fobbe@rums.ms.
- Lage gerne in der Innenstadt oder zentrumsnah
- Einzugsdatum flexibel
- Schmerzgrenze: 750 Euro
+++ Wegen des knappen Zeitplans vor der Bundestagswahl am 23. Februar könnte es sein, dass diesmal für die Briefwahl nicht sechs Wochen Zeit bleiben, sondern nur zwei. (Westfälische Nachrichten)
+++ Der bisher geplante gläserne Aufzug für das Historische Rathaus ist wohl zu teuer. (Westfälische Nachrichten)
+++ Jürgen Kroos ist neuer Handwerkskammer-Präsident, Josef Trendelkamp sein Vize und Hans Hund neuer Ehrenpräsident. (Handwerkskammer Münster)
+++ Lars Baumgürtel, Experte für Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Industrie, möchte Nachfolger von Benedikt Hüffer als Präsident der Industrie- und Handelskammer werden. (IHK Nord Westfalen)
+++ Preußen Münster hat einen offiziellen „Ticket-Zweitmarkt“ eingerichtet, über den Fans Tickets für ausverkaufte Spiele regulär weiterverkaufen oder kaufen können. (Antenne Münster)
+++ Vor dem Landgericht Münster hat der Prozess gegen einen 52-jährigen Mann begonnen, der beschuldigt wird, im Jahr 2003 seine Ex-Partnerin aus Rache mit 66 Messerstichen getötet zu haben, und dem die Polizei vor sechs Jahren durch eine DNA-Analyse in Frankreich auf die Spur kam. (Alles Münster)
+++ Die „Himmelsleiter“ der Wiener Künstlerin Billi Thanner hängt wieder an der St.-Lamberti-Kirche. (Antenne Münster)
+++ Die Abfallwirtschaftsbetriebe bauen am Recycling- und Entsorgungszentrum in Coerde ein neues Schadstofflager, das das alte an der Rösnerstraße voraussichtlich 2027 ersetzen soll. (Stadt Münster)
+++ Obwohl noch keine Alternative gefunden ist, schließt die Wohnungslosenunterkunft am Alten Pulverschuppen Ende des Jahres. (Westfälische Nachrichten)
+++ Eine Studie zur Prävention sexualisierter Gewalt in den fünf katholischen Bistümern zeigt, dass Präventionsarbeit inzwischen wichtig ist, es aber immer noch Defizite gibt. (Bistum Münster)

Anonymer Briefkasten
Haben Sie eine Information für uns, von der Sie denken, sie sollte öffentlich werden? Und möchten Sie, dass sich nicht zurückverfolgen lässt, woher die Information stammt? Dann nutzen Sie unseren anonymen Briefkasten. Sie können uns über diesen Weg auch anonym Fotos oder Dokumente schicken.
Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide aus Münster flog im vergangenen Jahr im Mai ins spanische Santiago de Compostela, um ein Stück des Jakobswegs zu gehen. Wegen eines Missverständnisses lief er die letzten hundert Kilometer in entgegengesetzter Richtung. Dabei stellte er fest, dass es den meisten Pilgernden weniger um eine Reise zu Gott zu gehen scheint, als um eine Reise zu sich selbst. Über seine Erlebnisse hat er das Buch „Ein Muslim auf dem Jakobsweg“ geschrieben, das vor Kurzem im Herder-Verlag erschienen ist. In diesem in der vergangenen Woche erschienenen Interview mit der „Zeit“ oder diesem ZDF-Beitrag erfahren Sie mehr. Das Buch kostet 18 Euro, kaufen können Sie es zum Beispiel bei Ringold, im Rosta-Buchladen – oder überall dort, wo es Bücher gibt. (aze)
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Annalena Zernott in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Bei der „Auktion der schönen Dinge“ können Sie Dinge ersteigern, die es normalerweise für Geld nicht zu kaufen gibt: zum Beispiel ein gemeinsames Training mit den Volleyball-Bundesligistinnen des USC Münster, die Besichtigung einer Windenergieanlage im Emsland, ein Privatrundflug mit Titus Dittmann oder die Mitfahrt auf einem Karnevalswagen. Das Ganze findet statt im Atlantic-Hotel und zwar am Samstag ab 19 Uhr. Einen kostenlosen Platz reservieren Sie sich auf dieser Seite. Welche „schönen Dinge“ am Abend versteigert werden, können Sie hier einsehen. Und warum das Ganze? Der Förderverein „Old Tablers 1648 Münster“ möchte mit der Aktion Spenden für wohltätige Zwecke sammeln.
+++ Am Sonntag können sich Kinder ab fünf Jahren die Geschichte „Vom Ritter, der sich im Finstern fürchtete“ musikalisch näherbringen lassen. Ab 11:30 Uhr zeigen Jungstudierende und Lehrende im Konzertsaal der Musikhochschule, was dem tapferen Sir Fred und der mutigen Lady Wendolyn Angst macht und wie beide ihre Angst überwinden. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig. Am Ausgang werden Spenden eingesammelt.
+++ Erinnern Sie sich noch an die Fernsehsendung „Herzblatt“? Darin wurden in den 80er- und 90er-Jahren Menschen zusammengeführt mit dem Ziel, das „Herzblatt“ durch spontane Wortbeiträge davon zu überzeugen, ihn oder sie näher kennenzulernen. Der Clou: Alle Äußerungen waren vorgegeben, es handelte sich also um eine als authentisch getarnte, in Wirklichkeit aber sehr vorhersehbare Veranstaltung. Beim „Musik Blinddate“ am Sonntagabend im Kreativ-Haus läuft das anders: Vier Musiker:innen, die vorher nicht wissen, mit wem sie heute Abend spielen werden, stehen gemeinsam auf der Bühne, um vor Publikum zu spielen. Keine Proben oder Absprachen vorab, alles geschieht improvisiert. Zuschauer:innen dürfen, aber müssen sich nicht einbringen. Einige Karten zum Preis von 18 Euro (13 Euro ermäßigt) sind noch hier zu bekommen. In diesem Video können Sie sich einen Eindruck von der Veranstaltung verschaffen oder Sie schauen hier.
+++ Die ganze Woche über haben Lastwagen Hütten in die Innenstadt gekarrt und Kräne schwere Dinge aufgestellt: Am Montag um 17 Uhr öffnen die Weihnachtsmärkte. Dann wird auch die Beleuchtung an der Tanne vor der Lamberti-Kirche zum ersten Mal angeknipst, dazu gibt es Musik.
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Und sonst?
In 92 Tagen ist Bundestagswahl. Die knappe Zeit setzt vor allem die kleinen Parteien unter Druck. Dabei geht es um Geld und das Wetter.
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Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Kommen Sie gut durchs Wochenende!
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Ralf Heimann (rhe), Annalena Zernott (aze), Jan Große-Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Die gute Nachricht ist: Beppo ist wieder zu Hause. Der rote Kater aus Sprakel ist ein Medienstar. Über ihn gibt es Fernsehbeiträge und Zeitungsberichte, denn Beppo fährt gerne Bus. Diese Woche wurde Beppo am Hauptbahnhof gesichtet. Vier Männer hatten das Tier bei sich. Eine Frau, die lange in Sprakel gelebt und Beppo deshalb erkannt hatte, sprach die Männer auf den Kater an. Die sollen behauptet haben, er sei ihnen zugelaufen. Die Frau bestand aber darauf, den Freigänger zurück nach Sprakel zu bringen. Dafür sollen die Männer 15 Euro verlangt haben. So steht die Geschichte um Beppos Entführung und die Lösegeldzahlung auf Instagram und in der Zeitung. Was daran stimmt, können wir kaum nachprüfen. Hoffen wir einfach nur, dass sich so etwas nicht wiederholt.
PPS
Seit über einem Jahr recherchiere ich über rituelle Gewalt. Das ist der Aberglaube, es gebe im Verborgenen okkulte Netzwerke, die Frauen und Kinder so lange missbrauchen, bis sich ihre Seele aufspalten. Diese Bruchstücke könnten die Täter angeblich per „Mind Control“ fernsteuern, um ihre Opfer auf späteren Missbrauch abzurichten. Nichts davon stimmt – trotzdem führte das Bistum Münster bis März 2023 eine Beratungsstelle, die auf rituelle Gewalt spezialisiert war (RUMS-Beitrag). Viele Medienbeiträge, die in letzter Zeit darüber erschienen sind, ärgern mich. Denn nach wie vor verbreiten Medien Legenden über rituelle Gewalt, die einfach reiner Quatsch sind. Eine Ausnahme ist der neue Podcast von „Undone“. Die renommierte Produktionsfirma hat einen mehrteiligen Podcast erarbeitet, der auf das größte Problem bei der rituellen Gewalt aufmerksam macht: Viele Hilfsangebote entpuppen sich als schädlich für die Betroffenen. Konkret geht es in dem Podcast über den Fall einer Familie, deren Tochter abhandengekommen ist, nachdem ihr in einer Therapie eingeredet wurde, dass sie durch jahrelangen rituellen Missbrauch zu einer multiplen Persönlichkeit geworden sei. Das alles klingt irre – und ja, das ist es auch. Hören Sie am besten aber selbst rein: Hier kommen Sie zum Podcast „Geteiltes Leid“.


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