Wer rettet den Lokaljournalismus? Christopher Buschow zu Gast | RUMS 3 Monate lang für je 3 Euro

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 18. April 2023

das war ein schöner Abend gestern in der RUMS-Redaktion. Der Medienwissenschaftler Christopher Buschow von der Uni Weimar hat uns besucht und mit uns über Lokaljournalismus gesprochen. Das war interessant, denn damit beschäftigen wir uns zwar den ganzen Tag. Aber Vögel wissen ja auch nicht zwingend alles über Ornithologie.

Vielleicht waren Sie vor Ort dabei oder haben die Veranstaltung online verfolgt. Wir haben zum ersten Mal beides angeboten. Das hat nach unserem Eindruck gut geklappt. Wir werden das also fortführen.

Wir hatten Christopher Buschow gefragt, weil RUMS gerade drei Jahre alt geworden ist, und weil wir in diesen drei Jahren festgestellt haben: Vielen Menschen, auch denen, die uns dann und wann lesen, ist gar nicht so klar, warum wir das alles eigentlich machen.

Dabei lässt sich der Nutzen von Lokaljournalismus klar benennen. In Gegenden ohne lokale Medien gibt es zum Beispiel mehr Korruption. Das zeigen Untersuchungen. Schon die Möglichkeit, dass ein Medium berichten könnte, erhöht das Risiko, erwischt zu werden.

Für die Medien ergibt sich daraus ein Problem. Menschen profitieren von diesem Effekt auch dann, wenn sie die Medien nicht kaufen. Christopher Buschow sagt: „Das macht den Journalismus medienökonomisch schwierig.“

Die Gesellschaft profitiert davon, aber Lokalmedien haben es immer schwerer. Lokaljournalismus findet sich oft in Zeitungen. Buschow sagt: „Das Zeitalter der Zeitung ist vorbei, weil das Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert.“

Schaut man sich das etwas genauer an, sind es eigentlich sogar drei Geschäftsmodelle, die aus irgendeinem Grund zusammengefunden haben. Der Verkauf von Nachrichten, der Verkauf von Werbeflächen und der von Kleinanzeigen. Buschow nennt das eine „historische Singularität“.

Dieses Geschäftsmodell ist auseinandergefallen. Wer etwas verkaufen möchte, lädt es heute kostenlos bei Ebay-Kleinanzeigen hoch. Werbeflächen findet man in großer Zahl und sehr günstig im Netz. Für Veranstaltungsankündigungen gibt es eigene Portale. Vereine informieren auf ihren Websites. Und Informationen findet man an allen möglichen Orten im Netz. Vielen Menschen reicht das, vor allem jungen. Sie gehen dem Journalismus abhanden.

Früher erinnerten sich Menschen, sobald sie selbst eine Familie gründeten, oft daran, dass es doch ganz schön war, wenn bei den Eltern beim Frühstück eine Zeitung auf dem Tisch lag. Heute fehlt vielen schon diese Erinnerung.

Mangelndes Interesse ist offenbar nicht das Problem. „60 Prozent der Menschen zwischen 18 und 29 Jahren interessieren sich für lokale Nachrichten“, sagt Buschow. Das sei das Ergebnis einer relativ neuen Untersuchung. Nur mit dem vorhandenen Lokaljournalismus können junge Menschen oft nichts mehr anfangen.

„Wir brauchen Journalismus, der in der Lebenswelt der jungen Menschen stattfindet“, sagt Buschow. Und das hätten öffentlich-rechtliche Sender besser verstanden als viele Verlage, die an den alten Formaten festhalten.

Wenn ein Geschäftsmodell zerfällt, entstehen viele kleine Anbieter. Buschow sieht hier „die Gefahr einer Vernischung“ und in der Folge die einer fragmentierten Öffentlichkeit, in der es nur noch wenige Berührungspunkte gibt.

In der Lücke droht Propaganda

In den USA lässt sich das beobachten, was bald auch in Deutschland Wirklichkeit werden könnte: großflächige Nachrichtenwüsten, also Orte, an denen keine Lokalberichterstattung mehr stattfindet. Anders als dort verhindert in Deutschland der öffentlich-rechtliche Rundfunk, dass ganz Gebiete austrocknen. Doch die Tendenz gibt es auch hier.

Im Thüringer Kreis Greiz etwa stellt der Ostthüringer Verlag keine Papierzeitung mehr zu. Auch in anderen Gebieten schrumpft die Zahl der Titel. In Münster hat der Aschendorff-Verlag ankündigt, all seine Anzeigenblätter zum Monatsende einzustellen (RUMS-Beitrag).

Wenn so etwas passiert, droht die Gefahr, dass diese Lücke von Unternehmen geschlossen wird, die kein Interesse an Journalismus haben. In den USA gibt es viele Beispiele für Medien, die diese Chance nutzen, um Propaganda zu verbreiten. Und Entwicklungen, die in diese Richtung gehen, gebe es auch in Deutschland, sagt Buschow. In Gera habe sich etwa ein AfD-nahes Anzeigenblatt etabliert.

Was kann man machen? Der Lokaljournalismus steckt in der Krise. Und es ist nicht absehbar, dass der wirtschaftliche Rahmen sich von alleine verbessert. Christopher Buschow beschreibt die schwierige Situation, in der die Verlage sich befinden, mit einem Bild des amerikanischen Journalistik-Professors Jeff Jarvis. Der erklärte es so: Das Haus brennt. Der Verlag muss es löschen, und er muss gleichzeitig ein neues Haus bauen, von dem er aber noch nicht einmal weiß, ob er später überhaupt darin wohnen kann. Anders gesagt: Es ist nicht klar, ob Zeitungsverlage später allein vom Digitalgeschäft leben können.

Und um das Bild zu erweitern: Dieses Haus wird vielleicht auch deshalb nie bewohnbar, weil es Konstruktionsfehler hat. „Die Verlage, das zeigt alle Forschung, sind in vielerlei Hinsicht Innovationsverhinderer“, sagt Buschow. Und er sagt: „Das Innovationsniveau, das wir im Journalismus haben, ist miserabel im Vergleich zum Innovationsbedarf.“

Als wir bei RUMS vor vier Jahren anfingen, ein neues lokales Medium zu entwerfen, hatten wir den Plan, einiges anders zu machen. Manches davon haben wir verworfen. Wir beschränken uns zum Beispiel nicht mehr auf nur eine einzige Geschichte pro Ausgabe. Anderes haben wir beibehalten und ausgebaut. Wir liefern in jedem Newsletter eine Recherche, die so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie in Zeitungsredaktionen für einen Artikel selten zur Verfügung steht.

Dafür verzichten wir auf anderes. Wir gehen nicht zu Pressekonferenzen, um einfach nur das zu berichten, was dort mitgeteilt wird. Es gibt auch in Münster genügend Medien, die dafür sorgen, dass diese Dinge bekannt werden.

Experimentierfelder

Wenn wir zu Pressekonferenzen gehen, dann in den meisten Fällen nur, weil es Teil einer Recherche ist. Wir berichten kritisch über andere Medien in der Stadt. Wir tun auch sonst nicht so, als gäbe es nur uns. Und wir beziehen auch das in die Berichterstattung ein, was in anderen lokalen Medien steht. Wir aggregieren.

Mit dem, was wir machen, bedienen wir keinen großen Markt. Mit etwa 2.100 Menschen, die für unseren Newsletter zahlen, gehören wir in Deutschland trotzdem zu den größten Projekten, die versuchen, Lokaljournalismus etwas anders zu interpretieren.

Welche Bedeutung haben Projekte wie RUMS, Viernull in Düsseldorf oder Karla in Konstanz für den Lokaljournalismus?

Christopher Buschow sieht in ihnen Experimentierfelder. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends seien im Netz zunächst Lokalblogs entstanden. Von denen sind heute nur noch wenige übrig. Aber wenn einzelne Projekte scheitern, sei das nicht schlimm. Man könne ja daraus lernen (RUMS nehmen wir hier mal aus).

Die Lokalblogs waren oft kleinere Projekte, die einfach das machten, was man aus der Zeitung kannte, nur eben digital. In der neuen Generation der lokalen Medien, die nicht nur Inhalte anbieten, sondern auch neue Formen und Finanzierungsmöglichkeiten testen, gehörte RUMS zu den Ersten.

Das Problem ist: Mit Lokalnachrichten lässt sich online nicht viel Geld verdienen. Ein großer Teil des Antriebs muss Idealismus sein. Das liegt auch an den schlechten Bedingungen. Das Ergebnis beschreibt Christopher Buschow mit dem Satz: „Wir sehen keine übermäßige Gründungswelle.“

Und wenn das so weitergehen sollte und die Verlage aus eigener Kraft nicht die Kurve kriegen, wird sich sehr bald die Frage stellen, ob der Staat den Journalismus im Lokalen so behandeln muss wie das Theater oder den öffentlichen Personennahverkehr. Beides ist wichtig, aber beides braucht finanzielle Unterstützung.

Die Förderung verschwand in der Schublade

In vielen Ländern ist es lange üblich, dass der Staat den Journalismus fördert. Ein Land wie Österreich zeigt, was dabei schiefgehen kann. Dort finanziert die Regierung Medien mit Anzeigen. So entsteht eine Geschäftsbeziehung, in der gefügige Medien mehr bekommen und kritische weniger. So etwas will man in Deutschland auf keinen Fall. Deshalb sehen viele Verlage eine Presseförderung grundsätzlich eher kritisch.

Eine reine Vertriebsförderung, also eine Variante, die nur die Zustellung subventioniert, soll das Problem etwas entschärfen. Die alte Bundesregierung hatte so eine Förderung bereits in Aussicht gestellt, aber dann legte man die Pläne doch wieder zurück in die Schublade.

Vor einigen Tagen hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Untersuchung vorgestellt, die die Idee einer Zustellförderung stützt. Wir engagieren uns mit dem Arbeitskreis digitale Publisher, den wir mitgegründet haben, für eine andere Variante – eine Förderung, die digitalen Unternehmen die gleiche Hilfe gewährt, die also plattformunabhängig ist. So eine Förderung empfiehlt eine Untersuchung, die die Kulturstaatsministerin vor wenigen Tagen herausgegeben hat.

Sie sieht mehrere Instrumente vor, die abhängig von den Umständen eingesetzt werden können, nicht einfach eine Gießkanne, die über allen Verlagen ausgeschüttet wird, auch über denen, die gar keine Förderung brauchen.

So einen „Policy Mix“ befürwortet auch Christopher Buschow. Mit diesen Instrumenten könne man an unterschiedlichen Stellen ansetzen, sagt er. Man könne Innovationen fördern, die Produktion, in bestimmten Fällen auch die Zustellung. In Dänemark zum Beispiel mache man es genau so.

Buschow sieht allerdings keine großen Chancen darauf, dass so etwas in Deutschland bald kommen könnte. Das Bundeswirtschaftsministerium sagte bei der Vorstellung seines Gutachtens gleich dazu, es mache sich die Ergebnisse nicht zu eigen, es sei auch gar nicht zuständig. Die Kulturstaatsministerin scheint ebenfalls keine großen Ambitionen zu haben.

Warum? „Das Thema hat gerade nicht die höchste Priorität“, sagt Christopher Buschow. Man könne auf diesem politischen Feld auch nicht viel gewinnen.

Bei RUMS sind wir bislang ohne Förderung ausgekommen. Und an den geringen Kündigungsraten sehen wir, dass wir vor allem ein Problem lösen müssen: Wir müssen bekannter werden. Wenn Sie uns einen Gefallen tun wollen, dann erzählen Sie von RUMS.

Nach der Veranstaltung gestern standen wir noch spät draußen an der Bergstraße vor der Tür und sprachen mit zwei jungen Männern, die unseren Podcast gehört hatten und aus Interesse einfach gekommen waren. Beide sagten am Ende, der Abend sei schön gewesen. Sie wollten jetzt ein Abo abschließen. Das hat mich sehr gefreut. Ich halte das für die beste Form einer Förderung. (rhe)

Einladung zum Girls’ Day

Wir bei RUMS finden unseren Job als Journalist:innen ziemlich toll. Und wir wollen natürlich, dass junge Menschen ihn besser kennenlernen und vielleicht sogar selbst Lust haben, als Journalist:in oder Bildredakteur:in zu arbeiten. Deswegen laden wir sie am Girls‘ Day (27. April) zu uns in die Redaktion ein. Wir werden ein Quiz zur Medienkompetenz machen, sprechen über den Job von Redakteur:innen und sind anschließend draußen unterwegs, um Fotos mit dem Smartphone zu machen. Kennen Sie jemanden, die Interesse hat? Dann schreiben Sie uns einfach: kontakt@rums.ms. Wir freuen uns darauf.

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Stadtwerke Münster machen ab dem 28. April Strom und Gas für private Leute in neuen Verträgen oder bei Verlängerungen billiger. (Stadtwerke Münster)

+++ In Münster kann man neuerdings Autos, die eine private Einfahrt blockieren, per „Parknotruf“-App abschleppen lassen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Wer Einwände dagegen hat, dass die Autobahnraststätte Münsterland-Ost ausgebaut wird, hat noch bis zum 16. Mai Zeit, sich zu melden. (Bezirksregierung Münster)

+++ Die Stadt möchte drei Spielplätze verändern und fragt Kinder und Menschen in der Nähe, was sie sich wünschen. (Stadt Münster)

+++ Nienberge bekommt ein neues Feuerwehrhaus mit grünen Dächern und Fassaden. (Stadt Münster)

+++ Bei der Blindgängersuche an der Thierstraße in Münster ist eine Bombe gefunden worden, die allerdings schon im Krieg detoniert war. (Stadt Münster)

+++ Münster spart weiter Energie, indem es den Dom, das Rathaus und die Kirche nicht beleuchtet und Flure und Treppenhäuser nicht heizt. (Antenne Münster)

+++ Die Zahl der alten Menschen in Münster wird von heute 51.400 auf voraussichtlich 58.300 im Jahr 2030 steigen. (Antenne Münster)

+++ Die Jugendstiftung der Wohn- und Stadtbau fördert drei Projekte in Kinderhaus und Coerde. (Westfälische Nachrichten)

Unbezahlte Werbung

Vielleicht geht es Ihnen ein bisschen wie mir und Sie kochen nach Feierabend immer wieder dieselben Gerichte. Das wird irgendwann langweilig, deshalb hier ein Tipp, um die Alltagsküche ein bisschen aufzupeppen: Aries Feinkostladen an der Hammer Straße 106 hat ein ungewöhnlich großes Sortiment an Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürzen und Ölen aus Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika. Falls Ihnen für Ihr Kochabenteuer auch noch ein paar Utensilien fehlen, finden Sie in dem Feinkostladen auch noch das passende Zubehör wie Woks, Bambusdampfgarer und Reiskocher. Mein persönliches Highlight ist aber „Bumbu“ (manchmal auch „Boemboe“ geschrieben), eine Gewürzpaste aus Indonesien mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, mit der Sie jedes Wokgericht verfeinern können. Einfach ein bisschen geschnippeltes Gemüse anbraten, die Bumbupaste dazugeben und mit Kokosmilch ablöschen – fertig ist das Abendessen. (sfo)

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Die Veranstaltungs- und Kulturtipps kommen heute von Svenja Stühmeier:

+++ Immer wieder sterben Menschen während ihrer Flucht über das Meer. Der Verein Sea Eye setzt sich dafür ein, Geflüchtete in Seenot im Mittelmeer zu retten. Wie so eine Rettung aussehen kann, können Sie sich ab heute in der Ausstellung des Vereins im Franz Hitze Haus anschauen. Die Eröffnung findet um 20 Uhr statt, letzter Ausstellungstag ist der 20. Juni. Am 12. Mai zeigt Sea Eye dort auch die Doku „Route 4“, anschließend ist das Publikum zur Diskussion eingeladen.

+++ Halten Sie auch manchmal vor der Gittertür des Zwingers an der Promenade und fragen sich, wie es darin eigentlich aussieht? Die Frage wird Ihnen die Taschenlampenführung am Donnerstag beantworten. Start ist um 20 Uhr. Sie können nicht nur reinschauen, sondern erfahren auch etwas über die Geschichte des Bauwerks.

+++ Donnerstag geht’s im Münsteraner Klimagespräch um die Frage: Welche Verantwortung muss die lokale Wirtschaft übernehmen, damit das Ziel „klimaneutral 2030“ erreicht wird? Das Gespräch findet im Forum 1 der Volkshochschule statt und beginnt um 19 Uhr. Die Diskussionsrunde besteht aus Inna Gabler von der IHK Münster, Udo Westermann vom Verein „Future“, dem Berater Tobias Daur und Christina Willerding von der Wirtschaftsförderung. Die Moderation übernehmen Helga Hendricks und RUMS-Kolumnist Michael Tillmann aus dem Klimabeirat.

+++ Sie wollen endlich mal wieder auf ein Livekonzert gehen, das ist aber oft schwierig, weil Sie ja Kinder haben? Dann versuchen Sie es doch mal mit Randale. Die Band tritt am Samstag im Gleis 22 auf, ganz familienfreundlich um 16 Uhr. Auf die Ohren gibt’s dann Ska, Punk, Metal, Reggae und Rock, und zwar mit Texten für Kinder. Tickets kosten im Vorverkauf 12 (Kinder) beziehungsweise 15 Euro (Erwachsene), an der Tageskasse dann 15 und 18 Euro.

+++ Zum Schluss noch ein Tipp in eigener Sache: Am Sonntag beginnt um 9:30 Uhr der Allwetterzoo-Lauf. Auch wir von RUMS sind mit einem sportlichen Team aus Leser:innen und Mitarbeiter:innen am Start. Kommen Sie gerne vorbei und feuern Sie unsere fünfzehn Läufer:innen an!

Hat Ihnen gefallen, was Sie gelesen haben? Dann haben Sie vielleicht Lust, RUMS zu testen – 3 Monate lang für jeweils 3 Euro. Hier finden Sie unser Angebot.

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Constanze Busch (cbu), Jan Große Nobis (jgn), Sebastian Fobbe (sfo), Svenja Stühmeier (sst)
Lektorat: Antonia Strotmann

PS

Wenn die Reportageschule Reutlingen uns einmal im Jahr besucht, ist einer der schönsten Nebeneffekte, dass ich später immer wieder auf die Namen der Menschen treffe, die für uns Reportagen geschrieben haben. Pia Stendera zum Beispiel hat vor anderthalb Jahren zusammen mit Jannik Jürgens in der Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete in Gremmendorf recherchiert. Daraus ist dieser Text entstanden. Gestern las ich ihren Namen in einem Instagram-Posting von Jan Böhmermann, für den Pia zusammen mit Lena von Holt ein Jahr lang an einem Podcast gearbeitet hat. Titel: „Boys Club — Macht und Missbrauch bei Axel Springer“. Die beiden haben Vernehmungsprotokolle gelesen, Akten der Staatsanwaltschaft, sie haben mit Menschen gesprochen, die selbst betroffen sind oder alles aus der Nähe erlebt haben. Es geht um die Vermutung, dass nicht Julian Reichelt allein das Problem war, sondern dass dieses in der Kultur des Verlages liegt. Erschienen ist der Podcast bei Spotify. Die ersten beiden von acht Folgen sind seit gestern verfügbar. Nächsten Montag kommen zwei weitere dazu. (rhe)

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