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SPD unterstützt Grünen-Kandidat | Unbezahlte Werbung: Arancino | Jetzt RUMS 6 Monate für 1 Euro lesen!

heute Morgen um kurz nach halb elf standen Stephan Brinktrine und Tilman Fuchs an der Hafenstraße, Ecke Südstraße, vor einem Wahlplakat und gaben eine kleine Pressekonferenz.
Auf dem ÖDP-Plakat im Hintergrund daneben klebte schon ein Störer mit dem Satz: „Seid schlau, wählt den Fuchs.“ Und das empfahl nun auch Stephan Brinktrine, der bei der Wahl für die SPD angetreten war, es aber nicht in die Stichwahl geschafft hatte.
Stephan Brinktrine sprach über Tilman Fuchs schon als den zukünftigen Oberbürgermeister von Münster. Und wenn man auf das Wahlergebnis schaut, dann stehen die Chancen für die Grünen tatsächlich sehr gut.
41 Prozent hatte Fuchs am Sonntag bekommen, 12 Prozent Brinktrine, Volt hatte mit seinen gut zwei Prozent ebenfalls dazu aufgerufen, Fuchs zu wählen. Das wären zusammen schon weit über die Hälfte der Stimmen. Und wer die Linke gewählt hat, wird vermutlich auch eher zum grünen Kandidaten tendieren. Es könnte aber auch sein, dass viele Menschen in der zweiten Runde einfach zu Hause bleiben, wie es auch bei der letzten Stichwahl passierte. Entscheidend für das Ergebnis wird sein, wie viele Menschen zur Wahl gehen.
Die FDP hofft, dass ihre Wählerinnen und Wähler dem CDU-Kandidaten Georg Lunemann ihre Stimme geben, dem „Oberbürgermeister der Mitte“, wie die Partei in ihrer Pressemitteilung schreibt.
Die Stimmen der FDP sind allerdings wahrscheinlich schon im Ergebnis vom Sonntag enthalten. Die FDP hatte diesmal keinen eigenen Kandidaten aufgestellt, und sonst standen auf den Wahlzetteln außer Georg Lunemann nur zwei Kandidaten und eine Kandidatin aus der Koalition, also dem, Zitat CDU, „Linksbündnis“ – und vier weitere Namen aus Parteien, die noch etwas weiter links stehen.
Die CDU muss darauf hoffen, dass wenige Menschen zur Wahl gehen, vor allem die nicht, die das sichere Gefühl haben, bei diesem komfortablen Vorsprung sei das gar nicht nötig.
Sie muss darauf hoffen, dass die Menschen zur Wahl gehen, die in der ersten Runde ausgesetzt hatten, weil sie dachten, in Münster sei die Kommunalwahl für die CDU eine sichere Sache.
Und sie muss hoffen, dass viele Menschen, die beim ersten Mal Stephan Brinktrine gewählt hatten, sich in der Stichwahl nicht an die Empfehlung der SPD halten.
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Die CDU hofft offenbar auch, auf den letzten Meter das nachholen zu können, was man in den vergangenen Wochen versäumt hatte. Georg Lunemann soll in der Stadt bekannter werden. Die Partei hat viele Plakatwände der FDP übernommen und ihren Kandidaten auch sonst deutlich sichtbarer gemacht.
Georg Lunemann selbst hat auch etwas geändert. Er geht jetzt mehr in die Offensive. In einem am Donnerstag veröffentlichten Instagram-Video steht er in Kinderhaus vor einem Acker am Moorhock und sagt: „Hinter mir hätten seit 2018 44 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau entstehen können.“ Das sei aber leider nicht geschehen. Mit der CDU werde das nicht passieren.
Grüne, SPD und Volt wollten an dieser Stelle kein Baugebiet, weil Altlasten im Boden liegen und das Areal Teil eines Grünrings ist, den man für schützenswert hält. Darauf weist Grünen-Ratsherr Robin Korte in den Kommentaren hin – auch darauf, dass die CDU im Rat gar keine Mehrheit hätte, um hier weiterzubauen.
Ein CDU-Oberbürgermeister alleine könnte damit wenig machen. Aber das ist vielleicht nicht ganz so wichtig in diesem Video. Vor allem möchte man ein Gefühl vermitteln: Die Grünen stehen auf der Bremse, die CDU möchte aufs Gas.
Mit Gefühlen arbeiten vor der Stichwahl beide Parteien. In einem Instagram-Video der Grünen heißt es: „Wusstest du schon? Lunemann und die CDU haben nichts dagegen, wenn dein Vermieter deine Wohnung luxussaniert und du dir danach die Miete nicht mehr leisten kannst.“
Hier geht es um die Milieuschutzsatzung im Hafen-, Hansa- und Herz-Jesu-Viertel. Sie soll tatsächlich verhindern, dass Wohnungen luxussaniert und Menschen mit wenig Geld aus den Vierteln verdrängt werden.
Die CDU möchte die Satzung abschaffen – allerdings, weil sie die Regelung laut ihrem Wahlprogramm für wirkungslos hält und für ein Hemmnis, das der energetischen Sanierung und dem Bau neuer Wohnungen im Weg stehe.
Auch hier ist es nicht so leicht. Die Stadt schreibt auf ihren Seiten, sie begrüße es auch in den geschützten Vierteln, wenn neuer Wohnraum entsteht. Allerdings macht die Satzung das etwas aufwändiger. Jede Änderung muss genehmigt werden, am Grundriss bestehender Wohnungen darf sich nichts ändern. Energetische Sanierungen lässt die Satzung zu, aber erschwert sie. Und Erfahrungen zeigten: In den ersten drei Jahren blieb die Regelung nahezu wirkungslos.
Das Ziel ist auf beiden Seiten: Man will etwas gegen die immer weiter steigenden Mieten machen. Die CDU will bauen, bauen, bauen und über ein größeres Angebot die Preise senken. Die Grünen wollen auch mit Hilfe von Vorschriften regulieren.
Hier kommt die SPD ins Spiel. Sie steht, wenn es um das Soziale geht, auf der Seite der Grünen, hält die Baustandards in Münster aber gleichzeitig für zu hoch – für so hoch, dass sie dem Bau neuer Wohnungen im Weg stehen.
Im neuen Rat wird die SPD bei einer Neuauflage des Ratsbündnisses aber weniger Einfluss haben als in den vergangenen fünf Jahren. Deswegen muss sie jetzt mit allem, was sie auf der Hand hat, etwas pokern.
Auf der Hand hat sie zum Beispiel die Stimmen bei der Stichwahl. Auf die Frage, was die SPD sich von den Grünen wünscht, sagte Brinktrine, man habe schon über konkrete Dinge gesprochen. Darüber, dass man zusammen die Gebäudeleitlinien der Stadt überarbeiten wolle. Darüber, dass man dem neuen Gebäudetyp E in Münster eine Chance geben wolle. Das bedeutet, dass Wohnungen einfacher und günstiger gebaut werden können. Der Gebäudetyp E – das steht für einfach und experimentell – ist ein neues Baukonzept, das die gesetzlichen Mindeststandards einhält, aber auf alles Überflüssige verzichtet.
Und man habe über den KfW-40-Standard nachgedacht, sagt Brinktrine. Das ist ein sehr strenger Energiestandard. Die Frage ist: Muss jedes neue Haus diese Vorgabe tatsächlich erfüllen?
Hier liegt das politische Dilemma: Wie schafft man es, bezahlbaren Wohnraum zu bauen, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren? Unter anderem die Prioritäten hier stehen zur Wahl am übernächsten Sonntag. (rhe)
+++ In den Herbstferien dreht das Wilsberg-Team einen Krimi im Gymnasium Mauritz. (Westfälische Nachrichten)
+++ Im November sollen in Mauritz-Ost zwei neue Rad- und Fußbrücken über die Umgehungsstraße aufgestellt werden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Wilhelmstraße ist jetzt eine „Fahrradstraße Plus“ und Teil der Veloroute nach Altenberge. (Stadt Münster)
+++ Die Wohnungslosenhilfe kritisiert, dass die neuen öffentlichen Toiletten in Münster nicht dort gebaut werden sollen, wo der Bedarf in der Innenstadt am größten ist. (Alles Münster)
+++ Die Zahl der Einzelhändler in Münster ist in den vergangenen zehn Jahren um knapp 18 Prozent gesunken. (Westfälische Nachrichten)
+++ Seit Anfang September rüstet die Stadtverwaltung 45 weitere Ampeln im Stadtgebiet auf LED-Technik um. (Stadt Münster)
+++ In Amelsbüren will der Klinkerproduzent Janinhoff seine Produktion künftig mit Wasserstoff CO2-frei machen. (Stadt Münster)
+++ Die Abfahrt von der Bundesstraße auf die Weselerstraße ist ab Montag wieder frei. (Westfälische Nachrichten)
+++ Nach einem Unfall am 4. September an der Sprickmannstraße sucht die Polizei einen kleinen Jungen, der verletzt davongelaufen ist. (Polizei Münster)
+++ Europa braucht bis 2050 gigantische Mengen Ökostrom, um Batterien selbst herstellen zu können. (Uni Münster)
Ende 2024 warfen wir die Frage auf: Stirbt mit dem bekannten und beliebten Wirt Henry Pohlmann auch eine der letzten Eckkneipen Münsters (RUMS-Brief)? Nun, eine klassische Eckkneipe ist das Arancino nicht, das vor ein paar Monaten in die ehemalige „Sentruper Höhe“ eingezogen ist. Ein einladendes Restaurant allerdings schon – warum nicht auch ein neuer Treffpunkt im Viertel? Falls Sie zum Essen in das italienische Restaurant gehen und eine Entscheidungshilfe brauchen: Pizza Porcini ist sehr zu empfehlen. Die hausgemachten Nudeln am Nachbartisch sahen ebenfalls sehr lecker aus. Wenn Sie die Möglichkeit haben, testen Sie bitte auch die namensgebenden Arancini. Die frittierten Reisbällchen (hier gefüllt mit Tomate und Fior di latte) sind ein traditioneller sizilianischer Snack und wirklich lecker. Übrigens: Hunde werden im Restaurant herzlich und mit einem vollen Wassernapf begrüßt.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute haben Sebastian Fobbe und Svenja Stühmeier in den Terminkalender geschaut:
+++ Der Verein „Iriba-Brunnen“ aus Coerde, der sich für die migrantische und Schwarze Gemeinschaft in Münster einsetzt (RUMS-Brief), feiert morgen das Fest der Vielfalt in der Vhs am Aegidiimarkt. Es gibt Vorträge, Debatten und Austausch, aber auch Musik, Tanz und gutes Essen. Das Programm geht von 15 bis 21 Uhr, der Eintritt ist frei.
+++ Die Pianisten Lucas und Arthur Jussen füllen das Große Haus des Theaters Münster am Sonntagabend mit Klaviermusik. Entweder vierhändig an einem oder an zwei Klavieren präsentieren sie fünf Programmpunkte, unter anderem Mozart, Debussy und einen von Jörg Widmann für die Brüder komponierten Zyklus kurzer Stücke. Los geht es um 18 Uhr. Es gibt noch Tickets ab 37,75 Euro.
+++ Haben Sie das Bedürfnis, mit Ihren Mitmenschen öfter mal über die Klimakrise zu sprechen – ohne dass beide Seiten danach frustriert, demotiviert, genervt sind? Dann schauen Sie doch mal im Workshop „Empathisch über das Klima sprechen“ vorbei. Er findet Sonntag um 10 Uhr im Sobi in der Achtermannstraße statt. Die Teilnahme kostet nichts, anmelden können Sie sich hier.
+++ Die Gruppe „Karibuni – Weltmusik für Kinder“ stellt ab Montag das Kindermusikfestival auf die Beine. Zusammen mit den Bands Suli Puschban und Ferri spielen sie vom 22. bis 28. September zwölf Konzerte. Höhepunkt ist der gemeinsame Auftritt am 28. September im Pumpenhaus. Hier finden Sie den Zeitplan, für einige Veranstaltungen sind Tickets erforderlich.
+++ Vielleicht sind Sie im Rahmen des B-Side-Festivals am Samstag eh am Hansaring unterwegs. Dann schauen Sie doch auch mal in der Kneipe Eulen und Lerchen vorbei – die feiert ihr Zehnjähriges. Wer eins der ersten 500 Getränke kauft, hat Chancen auf einen 10-Euro-Gutschein und ab 23 Uhr gibt es 50 Portionen Gratis-Currywurst.
+++ Am Weltkindertag morgen ist im Südpark von 12 bis 17 Uhr das große Kinderrechtefest des Kinderschutzbundes. Mehr als 60 Organisationen machen mit. Es gibt Spiel-, Sport- und Bastelangebote, dazu Zauberer, Zirkusartisten, Hüpfburgen und ein Bühnenprogramm mit Musik, unter anderem von Corinna Bilke. André Gatzke moderiert das Ganze, auch die Maus ist zu Besuch. Und das Beste: Eintritt frei.
Und sonst?
Ausgerechnet das trockene Thema Flächenverbrauch ist zum Streitpunkt der Stichwahl zwischen den Oberbürgermeisterkandidaten Georg Lunemann (CDU) und Tilman Fuchs (Grüne) geworden. Wobei: Vielleicht ist das doch gar nicht so überraschend, schließlich geht es um die Frage, wie viel Platz wir fürs Wohnen, Arbeiten, Erholen, für Straßen und Parkplätze einplanen wollen.
Grünen-Mann Fuchs plädierte im Wahlkampf für eine Netto-Null-Strategie, die die CDU als faktisches Bauverbot kritisierte. Was hat es mit dem Streit auf sich? Das hat Sebastian Fobbe diese Woche für Sie herausgefunden. Wenn Sie die Einordnung lesen möchten, dann testen Sie RUMS jetzt 6 Monate lang für 1 Euro
Am Dienstag schreibt Ihnen Sebastian Fobbe. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Anna Niere (ani), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer
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PS
Unser Mitgründer Klaus Brinkbäumer hat ein neues Buch geschrieben – über eine Lebensphase, in der sich die Abschiede häufen. Eltern werden krank oder sterben, man verliert Freunde aus dem Blick, Gewissheiten schwinden. Klaus hat in den vergangenen Jahren selbst einige dieser Abschiede erlebt. Darum geht es. Das Buch ist gestern erschienen, daher habe ich es noch nicht gelesen. Aber am Wochenende werde ich das tun. Es heißt: „Zeit der Abschiede – Sieben Jahre des Loslassens und des Wiederfindens”. Wenn Sie reinschauen möchten, eine Leseprobe finden Sie hier – und hier das Buch.

