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Die Stadt schließt zwei Kitas | Unbezahlte Werbung: Pizza per Klick | RUMS 6 Monate für 1 Euro testen

Guten Tag,
im vergangenen Jahr brauchte die Stadt Münster dringend Fachkräfte für ihre Kitas. Inzwischen braucht sie dringend Kinder (RUMS-Brief) – so dringend, dass sie zum 1. August zwei ihrer Kitas schließen will, eine in der Alten Schule in Mecklenbeck, eine an der Killingstraße in Kinderhaus. Andere Kitas werden kleiner. Die städtischen Kitas „Kinderhaus“, „Brüningheide“ und „Im Moorhook“ sollen jeweils eine Gruppe verlieren.
Das ist ein Vorschlag der Stadtverwaltung. Stadtdirektor Thomas Paal und Jugendamtsleiterin Sabine Trockel stellten ihn am Montag in einer Pressekonferenz vor. Das frisch formierte Rathausbündnis aus Grünen, SPD und Volt signalisierte bei seiner Pressekonferenz zum neuen Koalitionsvertrag am Nachmittag (mehr dazu unten) allerdings schon, dass es wohl auch so kommen wird.
Die guten Nachrichten sind: Kündigungen soll es nicht geben. Die Kinder bekommen einen Platz in einer anderen Kita.
Die Zahlen, mit denen Paal und Trockel ihre Ankündigung am Montag unterfütterten, zeigen das Problem deutlich. Ende 2024 lebten etwa 500 Kinder im Kita-Alter weniger in Münster als prognostiziert. 400 davon sind unter drei Jahren. Diese Entwicklung finde nicht nur in Münster statt, sondern bundesweit, sagte Paal.
In Münster komme hinzu, dass Familien weggezogen und Baugebiete zu spät fertig geworden seien. Das Ergebnis ist zum Beispiel am Bielenfeld in Angelmodde zu sehen. Dort steht eine fertige Kita. Drumherum nichts. Im Sommer könnte es hier losgehen. Doch die Stadt werde die Kita nicht öffnen, sagte Paal.
Leere Plätze bringen kein Geld
In anderen Stadtteilen gibt es hunderte freie Plätze. In Kinderhaus etwa 340, knapp 150 davon in den fünf städtischen Kitas. Auch in Coerde, Gievenbeck, Gremmendorf und Angelmodde sieht es ähnlich aus.
Ein Problem ist vor allem, dass leere Kitaplätze kein Geld bringen. Das Land zahlt nur für belegte Plätze. Die Kosten für Gebäude, Energie und Personal laufen aber auch weiter, wenn keine Kinder kommen.
Für die freien Träger, die mit dem Geld vom Land ohnehin nicht auskommen, wird das Problem damit immer größer. Die Stadt will den Trägern mit freiwilligen befristeten Zuschüssen vorübergehend aushelfen.
Fällt die Belegung einer Kita auf unter drei Viertel der Plätze, will die Stadt für einen Teil der Miete und der Pauschalen pro Kind einspringen. Für die Übergangsfinanzierung sind 1,6 Millionen eingeplant – zusätzlich zu den vier Millionen Euro jährlich, mit denen die Stadt seit dem vergangenen Jahr jährlich die Lücke zwischen dem Geld, das vom Land kommt, und den tatsächlichen Kosten schließt.
Die Stadt will anders planen
Im Dezember hat die schwarz-grüne Landesregierung in Düsseldorf einen Entwurf zur Reform des Kinderbildungsgesetzes vorgelegt. Er soll den Kitas frühestens ab 2027 mehr Geld bringen. Thomas Paal rechnet jedoch nicht damit, dass sich für die Kitas damit grundlegend etwas ändert.
„Derzeit gibt es keine Signale, dass das eine verlässlichere, sichere und komfortablere Trägerfinanzierung mit sich bringt“, sagte er am Montag. Zur Entwicklung bei den Kindern sei eine neue Prognose in Arbeit. Es gebe noch keine neuen Zahlen, aber auch keine Hinweise darauf, dass die Entwicklung sich fortsetzt, sagte Paal.
Die Stadt will nicht nur Kitas schließen, um das Problem abzumildern. Sie will in Zukunft auch anders planen. In Neubaugebieten sollen Kitas nicht mehr bereitstehen, sobald die Häuser fertig sind. Man will später bauen, Grundstücke erst mal zurückhalten, vor allem aber erst mal abwarten. (rhe)
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+++ Die „Feminist Law Clinic“, ein Projekt, in dem Studierende kostenlose rechtliche Beratung aus feministischer Perspektive anbieten, hat den Studierendenpreis der Uni Münster und damit 7.500 Euro erhalten. (Universität Münster, RUMS-Brief)
+++ Der Rechtswissenschaftler Wilfried Schlüter, von 1982 bis 1986 Rektor der Uni Münster, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. (Uni Münster)
+++ Münster hat zu wenige öffentliche Toiletten. (WDR)
+++ Weil es Preußen Münster finanziell gut geht, will die Stadt dem Verein für dieses Jahr nur 200.000 Euro als Zuschuss fürs Stadion überweisen – eine Million weniger als geplant. (Westfälische Nachrichten)
+++ Morgen streiken vor dem Rathaus Lehrerinnen und Lehrer. (WDR)
+++ Die Politik in Münsters Nord will, dass die Stadt Vereinen mehr hilft, damit Veranstaltungen und Feste trotz höherer Sicherheitsauflagen stattfinden können. (Westfälische Nachrichten)
+++ Unternehmen aus der Region machen sich angesichts der von Donald Trump angekündigten Zölle Sorgen um ihre Wettbewerbsfähigkeit. (WDR)
+++ Die Zeiterfassungs-Software „Clockin“ aus Münster gehört zu den beliebtesten Programmen in Deutschland. (Antenne Münster)
+++ Bei mehreren Bränden in Münster sind am Montagabend drei Menschen verletzt worden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Münsters Zoo hat die kranke Wölfin „Morane“ einschläfern lassen. (Allwetterzoo Münster)
Die Café-Imbiss-Bar „Teilchen und Beschleuniger“ und die Pizza-Bar „Zum Zweischneidigen Pferd“ haben seit einigen Wochen eine App. Ohne Anmeldung, Push-Nachrichten und Schnickschnack – dafür mit aktuellen Angeboten der beiden Läden auf einen Blick. Im Moment gibt es zum Beispiel ein alkoholfreies Bier für 1,50 Euro und zwei Bagel to go für 7 Euro im Teilchen. Die Insalata Mista mit Burrata kostet mit App 10 Euro beim Zweischneidigen Pferd. Aperol Spritz bekommen Sie in beiden Lokalen für 3,50 Euro. Hier geht’s zum Download (iPhone und neu Android).
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute haben Svenja Stühmeier und Anna Niere für Sie in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Wenn es einer Ihrer Neujahrsvorsätze ist, eine neue Sportart zu lernen, dann lassen Sie sich doch morgen Abend bei der Hochschulsportschau inspirieren. Dort zeigen Studierende, was sie abseits des Studiums im Wintersemester gelernt haben. Zu sehen gibt’s neben Kampfsport und Tanz auch Sportarten wie Rhönradfahren oder Trampolinspringen. Los geht’s um 19:30 Uhr in der Sporthalle der Universität am Horstmarer Landweg. Einlass ist ab 19 Uhr. Sie können die Show aber auch ganz entspannt live vom Sofa aus verfolgen, über den Youtube-Kanal der Uni.
+++ Falls Sie lieber etwas Musik hören möchten, schauen Sie doch alternativ in der Atelier-Bar am Bült vorbei. Dort gibt die Münsteraner Band Die Wolkenleser ein Konzert. Sound: Rock. Oder, wie die Band selbst schreibt: „Echte Emotionen zwischen Lautstärke und Leichtigkeit“. Hören Sie doch mal in eines der drei Alben rein.
+++ Vielleicht ist bei Ihnen auch die Wahlbenachrichtigung zur Straßenumbenennung eingeflogen (RUMS-Brief). Hilfreich für Ihre Entscheidung könnte das Streitgespräch im Franz-Hitze-Haus am Donnerstag um 18.30 Uhr sein. Hier kommen unterschiedliche Perspektiven zu Wort. Der Eintritt ist frei.
+++ Der ADFC lädt am Donnerstag zum Kurzfilmabend ein. Anlass ist das International Cycling Film Festival. Thema sind, natürlich, Räder und Radfahren. Los geht es um 19 Uhr im ADFC-Infoladen „Fietserei“ an der Dortmunder Straße 19.
+++ Die Klima-Kneipe am Freitag steht unter dem Titel „Provokante Aktionen und ihre Bedeutung im politischen Protest“. Zu Gast ist Autor und Journalist Jörg Bergstedt, der sowohl bei Aktionen als auch als Aktionsausbilder und -planer unterwegs ist. Er wird über Auswirkungen von Aktionen in der Vergangenheit und ihre Zukunft sprechen. Im Anschluss findet ein Austausch statt. Los geht es um 18.30 Uhr in der a.cat-Kneipe, Herwarthstraße 7. Die Teilnahme ist kostenlos, eigene Verpflegung darf mitgebracht werden.
Und sonst?
Nach den Koalitionsverhandlungen des Ratsbündnis ist klar: Grüne, SPD und Volt wollen weiter zusammen regieren. Ihr neuer Koalitionsvertrag versprüht keine Euphorie. Und er lässt einige Fragen offen. Wir haben uns das Papier genauer angeschaut.
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Am Freitag schreibt Ihnen Anna Niere. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Raphael Balke (rba), Anna Niere (ani), Svenja Stühmeier (sst), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer
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PS
Haben Sie am Wochenende schon was vor? Der Volleyball-Bundesligist USC Münster wird 65 und feiert das – Sie haben es vielleicht schon gehört oder gelesen – am Samstag mit einem Jubiläumsspiel. Höhepunkt des Nachmittags ist ein Showmatch zwischen einem USC-Allstar-Team aus ehemaligen Spielerinnen und einem Münsteraner „Promi-Team“ ist. Und jetzt bitte festhalten: Unser RUMS-Mitgründer Marc Stefan Andres spielt in einem Team mit Eduard Hüffer, dem Verleger der Westfälischen Nachrichten. Das kommt ja auch nicht alle Tage vor. Mit dabei sind Oberbürgermeister Tilman Fuchs, Tobias Oetzmann von der Instagramseite Münsterdings, Titus Dittmann, Preußenmanager Ole Kittner und unter anderem auch Domprobst Hans-Bernd Köppen (als „Mental Coach“). Tickets kosten läppische 6,50 Euro. Alles Organisatorische hier. Und von uns schon mal viel Spaß!



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