Bistum sagt umstrittene Tagung ab | Unbezahlte Werbung: Münster Antwort auf Aperol Spritz | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Guten Tag,

zwei Jahre ist es her, da geriet das Bistum Münster bundesweit in die Schlagzeilen. Der „Spiegel“ berichtete über eine spezialisierte Beratungsstelle, die über Jahre hinweg traumatisierten Frauen eingeredet haben soll, sie seien in die Fänge geheimer Kulte geraten. Diese verborgenen Gruppierungen seien in der Lage, ihre Opfer so zu manipulieren, dass sie den Missbrauch selbst nicht bemerken würden.

Was nach einer absurden Verschwörungsideologie klingt, ist ein gefährlicher und erstaunlich hartnäckiger Aberglaube. Früher brachte man den Mythos mit den Machenschaften satanischer Zirkel in Verbindung. Jahrelang ermittelten die Behörden und konnten keine einzige Straftat im Namen Satans nachweisen.

Damit war der Fall aber nicht erledigt. Auch heute floriert noch die Angst vor übermächtigen Geheimkulten, nur unter neuem Namen. Eine Szene aus Psychotherapeut:innen und Heilpraktiker:innen spricht inzwischen verallgemeinernd von ritueller Gewalt. Im Kern ist aber dasselbe gemeint: extremster Missbrauch in sektenähnlichen Strukturen, der sich bisher nie nachwiesen ließ.

Wenige Tage, nachdem der „Spiegel“ über den Verschwörungsmythos berichtete, löste das Bistum seine Beratungsstelle für rituelle Gewalt auf. Als wir darüber berichteten, sagte uns Antonius Hamers, damals noch Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung und heute Übergangsleiter des Bistums, das Bistum möchte sich in der Kontroverse um rituelle Gewalt nicht mehr positionieren.

Trotzdem traf sich einige Monate später die Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation noch zur Jahrestagung im Franz-Hitze-Haus, der Bildungsakademie des Bistums Münster. Der Gesellschaft wird ebenfalls vorgeworfen, die Legende von ritueller Gewalt in Deutschland zu befeuern und krude bis haltlose Thesen zu verbreiten.

Hamers sagte uns damals, das Bistum habe die Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation beendet. Die Veranstaltung sei allerdings schon so weit vorbereitet gewesen, dass das Bistum den Vertrag mit der Gesellschaft nicht habe kündigen können.

Inzwischen steht auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation ein neues Datum für die Jahrestagung. 8. bis 9. Mai 2026 im Franz-Hitze-Haus Münster. Wie kann das sein?

Auf Anfrage erklärt das Bistum, Buchungsanfragen fürs Franz-Hitze-Haus werden grundsätzlich immer bestätigt, wenn eine Organisation schon einmal in der Akademie getagt hat. „Diese Praxis werden die Verantwortlichen auf den Prüfstand stellen“, schreibt das Bistum. Denn das Bistum lehne Veranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation in seinen Einrichtungen ab. Nun werde man die Jahrestagung für Mai 2026 stornieren.

Wenn es um rituelle Gewalt geht, mauert das Bistum Münster normalerweise. Die Aufarbeitung dieses Kapitels scheint momentan keine Priorität zu haben. Dass die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation jetzt abgesagt wird, kann man insofern als kleinen Fortschritt werten. (sfo)

Erzählen Sie uns Ihre Wohn-Geschichte

Wie war das bei Ihnen, als Sie eine Wohnung gesucht haben? Hat das Monate gedauert? Und wie ging es weiter? Hatten Sie Ärger mit dem Vermieter oder der Vermieterin?

Wenn es richtig schlecht läuft, kann es so enden, wie das NDR-Magazin „STRG+F“ es in dieser Woche in einem Instagram-Beitrag beschreibt. Ein Vermieter hängt in seinem Wohnheim Überwachungskameras auf, filmt Studentinnen und droht ihnen mit Rauswurf, berichtet das Magazin.

Was haben Sie erlebt? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte. Wir wollen wissen, was auf dem Wohnungsmarkt in Münster wirklich passiert. Dafür brauchen wir Ihre Erfahrungen. Machen Sie jetzt mit bei unserer Umfrage.

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Grüße aus dem Urlaub

2025-08-07-RUMS-Urlaubsfoto-Carlo

Gestatten, das ist Carlo. Carlo gehört zum RUMS-Team und arbeitet bei uns als Feel-Good-Manager. Weil dieser Job wahnsinnig stressig und anstrengend ist (rumliegen, Ball spielen, gestreichelt werden), braucht auch mal ein kleiner Bürohund eine Auszeit. Hat er sich auch wirklich verdient! Falls auch Sie den schiefen Turm von Pisa oder eine andere tolle Sehenswürdigkeit bestaunt haben, mailen Sie uns gerne einen Schnappschuss (im Querformat) rüber.

Korrekturen

Am Dienstag haben wir den Nachnamen von Niklas Wieczorek, Lokalchef der Westfälischen Nachrichten, falsch geschrieben. Ist korrigiert.

Klima-Update

+++ Die Bezirksregierung Münster will bis 2030 bilanziell klimaneutral arbeiten und hat dafür ein umfassendes Klimaschutzkonzept vorgelegt. Laut einer Pressemitteilung der Behörde richtet sich das Konzept an 1.800 Beschäftigte in sieben Dienstgebäuden und umfasst Bereiche wie Energie, Mobilität, Flächenmanagement, Ressourcen- und Abfallvermeidung, nachhaltigen Einkauf, Biodiversität und Mitarbeitersensibilisierung. Teile seien bereits umgesetzt, unter anderem beziehe die Bezirksregierung hundert Prozent Ökostrom, habe LED-Beleuchtung, Photovoltaikanlagen, weniger Bürofläche als früher und einen wachsenden Fuhrpark mit Ladeinfrastruktur sowie Projekte wie ein Wildbienenhotel und Dachbegrünungen. (rhe)

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Ein-Satz-Zentrale

+++ In Münster gibt es jetzt von allen großen Anbietern mindestens einen Schnellladepark für E-Autos. (Westfälische Nachrichten)

+++ Das Schlossgartencafé bleibt wohl dauerhaft geschlossen, weil das Gebäude laut Gutachten nicht mehr sicher ist. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Grünen haben auf der Stubengasse einen Chatbot vorgestellt, der zeigen soll, wie eine bürgerfreundliche digitale Verwaltung in Münster aussehen könnte. (Grüne Münster)

+++ Nach dem Großbrand in der Alexianer-Gärtnerei hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mangels Beweisen die Ermittlungen gegen einen Jugendlichen eingestellt. (WDR)

+++ Im Bezirk der Handwerkskammer Münster bieten in diesem Jahr mehr Betriebe Lehrstellen an als im Vorjahr. (Handwerkskammer Münster)

+++ Nach der Verletzung von Antonio Tikvic hat Preußen Münster Abwehrspieler Jannis Heuer vom 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen. (Preußen Münster)

+++ Für den 13. September ist erneut eine rechte Demo in Münster angekündigt – Gegendemonstrationen sind schon in Vorbereitung. (Alles Münster und MünsterTube)

+++ An der Uniklinik besuchen die Klinik-Clowns jetzt auch erwachsene Patienten, um mit Musik und Humor für Trost und Aufmunterung zu sorgen. (Alles Münster)

+++ Münster will vorerst keine Kinder aus Gaza aufnehmen und wartet die Prüfungen des Bundes zu dem Thema ab. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Sternsinger haben dieses Jahr 3,7 Millionen Euro im Bistum Münster ersungen und damit so viele Spenden gesammelt wie noch nie. (Bistum Münster)

Unbezahlte Werbung

Endlich macht der Wetterbericht wieder Spaß. Morgen 26 Grad, übermorgen 24 Grad und am Montag 28 Grad. Anders gesagt: Die Aperol-Spritz-Saison ist zurück! Wenn Sie die Münsterländer Antwort auf das beliebte Sommergetränk probieren wollen, dann können wir Ihnen den Likör „Bella Rouge“ empfehlen. Der Aperitif besteht aus Orangen und mediterranen Kräutern und schmeckt etwas süßer und fruchtiger als das italienische Original. Für die westfälische Note im Drink wird der Likör noch mit Rhabarber und der berühmten Stromberger Pflaume hergestellt, die aufgrund ihres hohen Zuckergehalts gerne zum Schnapsbrennen genutzt wird. Eine Flasche „Bella Rouge“ bekommen Sie in Münster unter anderem bei den „Heimat Heroes“ an der Wolbecker Straße oder in gut sortierten Rewe-Märkten. Besonders erfrischend ist der Aperitif als klassischer Spritz mit Prosecco, Eiswürfeln und einer Orangenscheibe im Glas.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Heute hat Svenja Stühmeier nach Veranstaltungen geschaut. Das sind ihre Tipps:

+++ Zehn Bewohner des Christopherushauses (eine Wohneinrichtung für wohnungslose Männer) haben eine ganze Weile lang mit Einwegkameras dokumentiert, was „Zuhause“ für sie bedeutet. Entstanden ist die Ausstellung „Wohnungslos und Zuhause“. Sie ist ab Samstagabend, 18 Uhr, zwei Wochen lang im B-Side-Café zu sehen. An dem Abend können Sie auch mit den Bewohnern ins Gespräch kommen. Der Eintritt ist frei. Das Projekt hat Merle Platt im Rahmen ihres Soziale-Arbeit-Studiums initiiert.

+++ Reservieren Sie noch schnell ein Ticket für einen jungen, kochbegeisterten Menschen in Ihrem Umfeld: Morgen ist der Ernährungsrat wieder mit der Spachtel-Leeze auf dem Markt. Ab 10:45 Uhr wird regional-saisonal eingekauft und im Anschluss gekocht und gegessen. Die Anmeldung ist kostenlos. Das Angebot ist für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Treffpunkt: hinterm Olivenstand.

+++ Vielleicht haben Sie ja mal wieder Lust auf eine Radtour. Mögliches Ziel: Der Waldfriedhof Lauheide. Am Sonntag um 15 Uhr führt Alfons Trockel zwei Stunden lang über den Friedhof und erzählt seine Geschichte. Außerdem wird es um die 16 verschiedenen Grabarten, insbesondere Baumgräber, gehen. Treffpunkt ist an der Feierhalle. Der Spaziergang ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

+++ Das BNE-Regionalzentrum Münster lädt im Herbst zu einem Programm für Umweltheld:innen ein. Los geht der erste Block am 10. September, anmelden kann man sich ab sofort. An drei Terminen geht’s um unterschiedliche Themen der nachhaltigen Entwicklung. Außerdem wird gemeinsam an einem Bauwagen gebastelt. Mitmachen dürfen alle zwischen 8 und 12 Jahren, die Teilnahme ist kostenlos.

Und sonst?

Münsters Abfallwirtschaft ist teuer – und erfolgreich. Der Überschuss in Millionenhöhe ist kein Betriebsunfall, sondern Ergebnis bewusster Entscheidungen. Manche davon sind sinnvoll, andere hinterlassen Fragen

Außerdem hat Ralf Heimann mit Maria Salinas gesprochen. Sie ist die Vorsitzende des Integrationsrats, der ebenfalls am 14. September von allen Mitbürger:innen mit Einwanderungsbiografie gewählt werden darf. Warum die Wahl so wichtig ist, erklärt Salinas im Interview.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Genießen Sie das Wochenende!

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Heute Abend ist das erste Heimspiel der Preußen der neuen Saison. Es geht – Sie wissen es schon – gegen Paderborn. Wenn Sie nicht dabei sein können, können Sie das Spiel im Audiostream der ARD, im Fanradio Mottekstrehle verfolgen, im Liveticker des Vereins – oder, wenn Sie kein Bezahlsenderabo haben, in der Onefootball-App als Liveübertragung für 4,99 Euro. 18:30 Uhr ist Anpfiff. (rhe)

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