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Das 49-Euro-Ticket kostet 588 Euro | 3 Monate RUMS lesen für jeweils nur 3 Euro

Münster, 28. April 2023
vor gut zwei Jahren haben sich SPD, Volt und Grüne nach einmal Nachverhandeln auf ihren Koalitionsvertrag geeinigt. Etwa 120 Seiten voller Pläne, die in Münster bis 2025 in die Wege geleitet und umgesetzt werden sollen. In zweieinhalb Jahren werden die nächsten Kommunalwahlen stattfinden. Ein passender Zeitpunkt also, um eine Halbzeitbilanz zu ziehen. Wir haben den Vertrag mal wieder hervorgekramt und geschaut, wie es um die zentralen Punkte gerade steht.
Wir besprechen sechs Themen: Klima- und Umweltschutz, Bildung, Finanzen, Wohnen, Mobilität und Stadtplanung. Sie können sich vorstellen, da kommt einiges zusammen. Deswegen werden Sie heute den ersten Teil unserer Bestandsaufnahme lesen, am Dienstag den zweiten. Zusätzlich haben unsere Kolumnisten Michael Jung und Ruprecht Polenz zwei persönliche Einschätzungen für uns geschrieben. Michael Jungs Sonderkolumne finden Sie unten im Brief.
Und nicht vergessen: Neben dem Tag der Arbeit können Sie am 1. Mai auch den Beginn des Stadtradelns feiern (mehr dazu in den Veranstaltungstipps und unserem RUMS-Brief) und außerdem zum ersten Mal Ihr Deutschlandticket Kontrolleur:innen in Bus und Bahn unter die Nase halten.
Falls Sie sich noch schnell eins kaufen wollen, erschrecken Sie bitte nicht, wenn die Bahn auch Ihnen ankündigt, dass Sie auf einen Schlag 588 Euro für ein Jahresabo zahlen müssen. Laut den Westfälischen Nachrichten eine fehlerhaft versandte Information. Für das Ticket werden 49 Euro pro Monat abgebucht und es ist monatlich kündbar (Achtung: Eine Kündigung muss bis zum 10. des Vormonats eingegangen sein). Oder Sie buchen Ihr Ticket bei den Stadtwerken, die haben das Problem laut Pressesprecher nicht. (sst)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Achtung, es gibt Trickdiebe, die so tun, als wären sie Stadtwerke-Mitarbeiter, um in Wohnungen zu kommen. (Polizei Münster)
+++ Ab Dienstag ist die Zufahrt zur Umgehungsstraße B51 vom Industrieweg aus in Richtung A43 für drei Wochen wegen Bauarbeiten gesperrt. (Stadtnetze Münster)
+++ Am 1. Mai ändert sich der Abfallabfuhrplan um einen Tag, Schwimmbäder und das Stadtmuseum bleiben geschlossen, das Freibad Coburg und der Friedenssaal nicht. (Stadt Münster)
+++ Am 2. Mai findet am Servatiiplatz eine Geburtstagsfeier für Paul Wulf statt. (Stadt Münster)
+++ Am 3. Mai können Sie im Begegnungszentrum Kinderhaus Ideen für die Neugestaltung des Sprickmannplatzes einbringen. (Stadt Münster)
+++ Der Lambertibrunnen, der seit 2020 kaputt ist, wird in den nächsten Wochen repariert, später dann auch die Brunnen in Berg Fidel und am Kinderhauser Sprickmannplatz. (Westfälische Nachrichten)
+++ Weil es in Münsters Kitas zu wenig Personal gibt, plant die Stadt unter anderem eine ständige Notbetreuung. (Stadt Münster)
+++ Die CDU Münster will, dass alle Schwimmbäder die gleiche Technik bekommen, damit man weniger Fachkräfte braucht. (CDU Münster)
+++ Es gibt mehr freie Ausbildungsplätze als junge Leute, die einen suchen, genauer: in etwa dreimal so viele. (Arbeitsagentur Ahlen-Münster)
+++ Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Münster ist im Vergleich zum vergangenen Montag leicht gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr sehr stark. (Arbeitsagentur Ahlen-Münster)
+++ Die FDP Ratsfraktion fordert, dass der Oberbürgermeister im Dialog mit der „Letzten Generation“ klarstellt, dass Forderungen legal und konstruktiv vorgebracht werden müssen. (FDP Münster)
+++ Die Technologieförderung Münster will 50 Millionen Euro für zwei neue Gebäude ausgeben, damit dort neue Firmen für Batterietechnik einziehen können. (Antenne Münster)
+++ In Münster gibt es einen neuen Staatsanwalt, der sich nur um Straftaten im Bahnhofsviertel kümmert, damit alles an einer Stelle bearbeitet werden kann. (Polizei Münster)
+++ Als der Fußballverein Preußen Münster aufgestiegen ist, war das Handynetz überlastet, weil so viele Leute ihre Freude teilen wollten. (Westfälische Nachrichten)
Unbezahlte Werbung
Wo gibt es eigentlich den besten Döner der Stadt? Zu dieser Frage gibt es sicherlich geteilte Meinungen, ein Kandidat ist allerdings Level Up Kebab. Der Imbiss in der Marievengasse backt das Brot selbst und bereitet auch die Falafeln im Haus frisch zu. Mit in die Tasche kommen außerdem noch gegrilltes Gemüse und hausgemachte Soßen. Der Dönerladen hat montags bis samstags zwischen 11.30 Uhr und 21 Uhr geöffnet.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Fabian Cohrs hat diesmal Kulturtipps für Sie gesammelt:
+++ Am 1. Mai ist Tag der Arbeit. Unter anderem der Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ruft zu einer Demonstration auf. Die geht um 11 Uhr am Hafenplatz los und endet um 12 Uhr in der Stubengasse für eine Abschlusskundgebung. Die Mairede wird von der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken gehalten. Alles weitere finden Sie hier.
+++ Kurze Geschichtsstunde: Am 2. Mai 1933 fand die Zerschlagung der Gewerkschaften statt. Nationalsozialisten hatten ihre Vereinshäuser besetzt. Daran erinnert der DGB. Um 17 Uhr geht die Gedenkveranstaltung an der Dammstraße 23 los, im Anschluss soll es eine Radtour zu Gedenkorten des Nationalsozialismus mit Stadtführer Klaus Woestmann geben. Mehr Informationen erhalten Sie hier.
+++ Und wer am 1. Mai Entspannung sucht, kann ja mal im Freibad Coburg vorbeischauen. Für Radfahrer:innen gibt’s ab 12 Uhr kostenlosen Eintritt. Schließlich geht der Wettbewerb „Stadtradeln“ an diesem Tag los. Dazu passend gibt es Live-Musik, Waffeln, alkoholfreie Cocktails, ein Coffee-Bike und Schnupperangebote für Wassersportarten.
+++ Der Autor Andi Substanz ist ab dem 2. Mai regelmäßig am Bremer Platz unterwegs, um „Poesie für die Szene“ zu schreiben. Dort wird er, angelehnt an Geschichten, die die Menschen vor Ort ihm erzählen, spontane Lyrik auf seiner Schreibmaschine tippen. Ziel ist es, den Menschen der Szene am Bremer Platz eine Stimme zu geben. Aus den Ergebnissen soll auch ein Magazin entstehen. Mehr zur Aktion und die genauen Termine erfahren Sie hier.
+++ Am Sonntagabend finden traditionell in zahlreichen Bars, Kneipen und Clubs „Tanz in den Mai“-Veranstaltungen statt. Dieses Jahr mit dabei: eine Kooperation des Puls Clubs mit der Meme-Seite „Münster Dings“. Ein Teil der Ticketeinnahmen wird gespendet, unter anderem an den Frauennotruf Münster. Los geht es ab 22 Uhr, Tickets bekommen Sie hier.
+++ Im Stadttheater führt das Jugendtheater Sonntagabend das Stück „Orpheus.Game.Over?!“ auf. Das ist eine Neuinterpretation der Geschichte von Orpheus und Eurydike aus der griechischen Mythologie, und zwar in der virtuellen Welt. Rap, elektronische Musik und ein Orchester begleiten Fragen rund um persönliche Ziele und Rückschläge. Tickets für den Abend erhalten Sie hier.
Was steht sonst noch im RUMS-Brief?
Sie haben es schon im Editorial von heute gelesen: Wir haben uns angeschaut, welche Themen die Rathauskoalition bisher angegangen ist. In Teil 1 geht es um Wohnen, Verkehr, Klima und Umwelt. Den zweiten Teil unserer Bilanz veröffentlichen wir am Dienstag. Außerdem lesen Sie eine Analyse unserer Kolumnisten Michael Jung und Ruprecht Polenz.
Und Sebastian Fobbe hat aufgeschrieben, wie es in der Sache um die geschwurbelte „na dann“-Kolumne von Carsten Krystofiak weiterging, die vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde.
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Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier
PS
Rund um den dritten RUMS-Geburtstag haben wir ja schon über Lokaljournalismus geschrieben und uns mit Ihnen ausgetauscht. Und auch wenn das sicherlich schwer vorstellbar ist für Sie: Neben RUMS gibt es noch einige andere lokaljournalistische Projekte, die ein bisschen anders funktionieren als eine traditionelle Tageszeitung. Allerdings fast ausschließlich in Städten. Mit ihrem Online-Magazin „Wokreisel“ berichtet Dörthe Ziemer hingegen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald und hat sich in ihrem Report „Breite x Tiefe x Nähe“ explizit mit der Frage beschäftigt, was es eigentlich braucht, damit sich in anderen ländlichen Gebieten auch digitale Formen des Journalismus etablieren können. RUMS-Mitgründer Marc-Stefan Andres hat für den Report einige Gespräche mit ihr geführt.