RUMS hat heute Geburtstag | KI und die Zukunft des Lokaljournalismus | Ergebnisse der RUMS-Umfrage

Müns­ter, 28. März 2023

Guten Tag,

heu­te vor drei Jah­ren ist der ers­te RUMS-Brief erschie­nen. Und ich erin­ne­re mich noch, wie wir in den Tagen vor­her am Tele­fon (!) über klei­ne Details dis­ku­tiert haben – zum Bei­spiel über das, was hin­ter dem Namen „RUMS“ ste­hen soll­te, der damals, wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, noch als Pro­vi­so­ri­um galt. Es ging um das, was wir eigent­lich machen woll­ten. Und dar­über konn­ten wir her­vor­ra­gend Aben­de lang debat­tie­ren oder nicht enden wol­len­de Doku­men­te mit Lis­ten fül­len. Aber ver­kür­zen Sie das mal auf weni­ge Wör­ter. Am Ende einig­ten wir uns auf: Neu­er Jour­na­lis­mus für Münster.

Das ist natür­lich auch etwas wit­zig, wenn man bedenkt, dass die Idee dahin­ter war: Wir ver­schi­cken E-Mails. Und das sagt eini­ges über uns. Aber wenn man bedenkt, dass es so etwas vor drei Jah­ren noch nicht gab, sagt es auch eini­ges über die Branche.

Das Neue soll­te in unse­rem Fall aller­dings gar nicht so sehr das Medi­um sein. Es ging eher um den Jour­na­lis­mus. Wir wun­der­ten uns, dass vie­les, was sich in über­re­gio­na­len Medi­en lan­ge eta­bliert hat­te, im Loka­len noch nicht ange­kom­men war. Ganz ein­fa­che Din­ge wie län­ge­re Recher­chen, Links zu Doku­men­ten oder Sei­ten, auf die man sich bezieht (gut, da kön­nen auch über­re­gio­na­le Medi­en noch viel ler­nen), trans­pa­ren­te Kor­rek­tu­ren, eine weit­ge­hend von Flos­keln („Pau­ken­schlag im Rat­haus“) befrei­te Spra­che, Spu­ren von Humor oder die Pra­xis, Pres­se­mit­tei­lun­gen nicht ein­fach so abzudrucken.

Eine Vorstellung von Zukunft

Wir hat­ten eine dif­fu­se Vor­stel­lung davon, wie man eini­ges bes­ser machen könn­te, im bes­ten Fall so, dass auch Men­schen sich dafür inter­es­sie­ren, die das Inter­es­se am real exis­tie­ren­den Lokal­jour­na­lis­mus ver­lo­ren haben. Und das bedeu­tet wohl: Wir hat­ten eine Vor­stel­lung von Zukunft.

Jetzt, drei Jah­re spä­ter, sehen wir, dass die Zukunft, die wir uns vor­stell­ten, sich ein­fach so, ohne uns zu fra­gen, ver­än­dert hat. Und das ganz radikal.

Seit eini­gen Mona­ten expe­ri­men­tie­ren alle mit die­sen Maschi­nen her­um, die ChatGPT hei­ßen oder Mid­jour­ney, und die man unter dem Begriff künst­li­che Intel­li­genz zusam­men­fasst. Die Schrift­stel­le­rin Kath­rin Pas­sig hat vor Jah­ren in einer Kolum­ne erklärt, war­um künst­li­che Intel­li­genz immer das ist, was Maschi­nen nicht kön­nen. Doch auf ein­mal schei­nen die Maschi­nen alles zu können.

Sie schrei­ben Tex­te, die klin­gen, als hät­ten Men­schen sie ver­fasst. Und damit heben sie sich wohl­tu­end von Tex­ten im Loka­len ab, die klin­gen, als kämen sie aus einer Maschine.

Die gro­ße Fra­ge ist: Was bedeu­tet das alles für den Jour­na­lis­mus? Und im Spe­zi­el­len: Was bedeu­tet es für den Lokaljournalismus?

Der Jour­na­lis­mus hat erst vor weni­gen Jah­ren gelernt zu sagen: „Das weiß ich nicht.“ Nach schreck­li­chen Ereig­nis­sen wie Amok­läu­fen oder Atten­ta­ten erschei­nen Tex­te, über denen steht: „Was wir wis­sen – und was wir nicht wis­sen“. So etwas gab es frü­her nicht. Da wuss­te der Jour­na­lis­mus noch alles und konn­te auch alles erklären. 

Wenn man heu­te mit ein­kal­ku­liert, dass Arti­kel auch in andert­halb, vier oder elf Jah­ren noch im Netz zu fin­den sein wer­den (sofern es das dann noch gibt), ist man gut bera­ten, mit Pro­gno­sen nicht all­zu ver­schwen­de­risch umzugehen.

Mei­ne Pro­gno­se ist: Kei­ne Ahnung, was die­se Maschi­nen mög­lich oder kaputt machen werden.

Wandschrankhohe Rechenmaschinen

Bei allem, was man im Moment sieht, muss man sich immer wie­der klar­ma­chen: Das ist der Anfang. Mit eini­gen Jah­ren oder Jahr­zehn­ten Abstand wer­den die künst­li­chen Intel­li­gen­zen von heu­te wahr­schein­lich erschei­nen wie die wand­schrank­ho­hen Rechen­ma­schi­nen der 1970er-Jah­re, die ein paar Zah­len etwas schnel­ler zusam­men­zäh­len konn­ten als Men­schen, aber das war dann auch schon alles. 

Wenn man sich heu­te vor­zu­stel­len ver­sucht, wie der Lokal­jour­na­lis­mus der Zukunft aus­se­hen könn­te, wird das in eini­gen Jah­ren ver­mut­lich erschei­nen wie eine Zukunfts­vi­si­on aus den 1950er-Jah­ren, die damals nach Zukunft aus­sah, aber heu­te nach Fünfzigern.

Wir könn­ten es ja trotz­dem mal pro­bie­ren. Vor etwas mehr als drei Jah­ren, als wir RUMS plan­ten, tra­fen wir uns in Tele­fon­kon­fe­ren­zen. Aber wir ver­such­ten, alle paar Wochen zusam­men an einem Ort zu sein. Mit der Coro­na­zeit kam die Video­kon­fe­renz und ver­schwand auch nicht mehr. Seit­dem tref­fen wir uns sel­te­ner, aber wir sehen uns öfter. Das ist eines von vie­len Details, die sich in drei Jah­ren ver­än­dert haben. 

Ein ande­res ist: Wenn ich vor drei Jah­ren aus einer Auf­zeich­nung ein Inter­view machen woll­te, schick­te ich die Datei mei­nem Sohn. Der tipp­te sie für 20 Euro ab. Heu­te macht das eine künst­li­che Intel­li­genz, die Whisper heißt (und durch die mein Sohn sei­nen Neben­job verlor). 

Eine ande­re künst­li­che Intel­li­genz macht den Text danach les­bar. Ich kann Tei­le zusam­men­fas­sen las­sen, Fra­gen zum Inhalt stel­len, die Maschi­ne bit­ten, mich auf Wider­sprü­che oder offe­ne Fra­gen hin­zu­wei­sen. Die künst­li­che Intel­li­genz nimmt auch Zwi­schen­tö­ne wahr, zum Bei­spiel die Stim­mung der Spre­chen­den. Und noch ein­mal zur Erin­ne­rung: Das ist der schrank­ho­he Rech­ner, der ganz am Anfang steht. 

Man kann ver­su­chen, die­se neu­en Mög­lich­kei­ten wei­ter­zu­den­ken. Viel­leicht wird all das, was man sich vor­stellt, nie pas­sie­ren. Aber das bedeu­tet dann rela­tiv sicher: Es wird etwas ande­res pas­sie­ren, das nicht so nahe­lie­gend war, sich aber als nütz­li­cher her­aus­ge­stellt hat. 

Man bräuchte keinen Bericht mehr

Hier der Ver­such einer Visi­on: Loka­le Medi­en haben ihre Redak­tio­nen ver­klei­nert, um Geld zu spa­ren. Die weni­gen ver­blie­be­nen Men­schen kön­nen nicht mehr zu jeder Ver­samm­lung kom­men, sich dort den Abend um die Ohren schla­gen und aus dem Erleb­ten einen Bericht schreiben. 

Sie könn­ten sich aber einen Video­mit­schnitt oder eine Ton­auf­zeich­nung schi­cken las­sen. Heu­te müss­te das alles noch eine Maschi­ne tran­skri­bie­ren. Aber neue Ver­sio­nen der künst­li­chen Intel­li­genz ver­ar­bei­ten auch Bil­der oder Videos. 

Sie kön­nen Zusam­men­fas­sun­gen lie­fern; spä­ter könn­te es mög­lich sein, der künst­li­chen Intel­li­genz gezielt Fra­gen zu einer Ver­an­stal­tung zu stel­len. Man bräuch­te gar kei­nen Bericht mehr. Man bräuch­te womög­lich auch gar kein Medi­um, wenn es nur dar­um gin­ge, das Gesche­hen zu vermitteln. 

Aber Medi­en hät­ten eine aus­führ­li­che und ver­läss­li­che Infor­ma­ti­ons­ba­sis, um dar­aus etwas zu machen, das infor­ma­tiv, nütz­lich und im bes­ten Fall auch ver­kauf­bar ist. 

Das wür­de die gegen­wär­ti­ge Form von Lokal­be­richt­erstat­tung in Fra­ge stel­len. Die Dort­mun­der „Ruhr Nach­rich­ten“ kämp­fen seit Jah­ren vor Gericht gegen die Dort­mun­der Stadt­ver­wal­tung, weil der Ver­lag der Mei­nung ist: Die Stadt über­nimmt hier die Auf­ga­be der Presse.

Ist das viel­leicht nur ein Miss­ver­ständ­nis? Wenn eine Stadt­ver­wal­tung inzwi­schen selbst eine Art Nach­rich­ten­por­tal betrei­ben kann, bedeu­tet das dann nicht auch: Medi­en müs­sen ihre Auf­ga­be über­den­ken? Sie müs­sen etwas machen, was die Stadt­ver­wal­tung nicht bie­ten kann?

Es kann sein, dass man loka­le Medi­en nicht mehr braucht, um ein­fach nur mit­zu­tei­len, was pas­siert ist. Das kön­nen Ver­ei­ne, Orga­ni­sa­tio­nen, und das kann auch die Stadt­ver­wal­tung. Wenn in Müns­ter der Rat tagt, hat das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­amt die Beschlüs­se zual­ler­erst auf sei­ner Sei­te. Um zu wis­sen, was beschlos­sen wor­den ist, reicht die­ser Ser­vice voll­kom­men aus. 

Aber es braucht Medi­en, die Beschlüs­se bewer­ten, Ent­schei­dun­gen ana­ly­sie­ren und zum Bei­spiel dar­auf hin­wei­sen, dass die Stadt­ver­wal­tung mit ihrer Dar­stel­lung auch ein eige­nes Inter­es­se verfolgt. 

Wenn loka­le Medi­en ein­fach immer das wei­ter­ma­chen, was sie immer gemacht haben, kann es sein, dass sie nicht mit­be­kom­men, wenn sie dafür nicht mehr benö­tigt werden. 

Wir haben etwas zu feiern!

RUMS ist vor­letz­te Woche 3 Jah­re gewor­den! Wir bedan­ken uns für die vie­len inter­es­san­ten Gesprä­che, Begeg­nun­gen und Ver­an­stal­tun­gen mit Ihnen und freu­en uns auf noch mehr RUMS in den nächs­ten Jah­ren. Und so viel sei schon ein­mal ver­ra­ten: Im April kön­nen Sie sich auf eine span­nen­de RUMS-Geburts­­tags­­­ver­­an­stal­­tung freu­en – Ein­la­dung folgt!

Übri­gens: Wir freu­en uns natür­lich immer, wenn Sie RUMS wei­ter­emp­feh­len. Jetzt wäre eine gute Gele­gen­heit dafür, denn zum 3. RUMS-Geburts­­tag gibt es unser Abo in den ers­ten 3 Mona­ten für 3 Euro pro Monat. Unser Ange­bot ist auf unse­rer Web­site www.rums.ms zu fin­den und endet am 9. Mai 2023. Viel­leicht haben Sie ja Lust, ande­ren davon zu erzählen.

Loka­le Medi­en haben über Jahr­zehn­te gan­ze Archi­ve von Fach­wis­sen und Fer­tig­kei­ten gesam­melt, um neue Din­ge abzu­weh­ren. Dass künst­li­che Intel­li­gen­zen Feh­ler machen, ist zum Bei­spiel ein will­kom­me­nes Argu­ment, um dar­aus den Schluss abzu­lei­ten: Wir brau­chen die­sen Schnick­schnack nicht. 

Unge­fähr mit die­ser Hal­tung hat der Lokal­jour­na­lis­mus das Inter­net ver­schla­fen. In der ers­ten Redak­ti­on, in der ich gear­bei­tet habe, stand irgend­wo hin­ten zwi­schen ganz viel Gerüm­pel ein alter Rech­ner, den nie­mand mehr brauch­te. Der war ans Inter­net ange­schlos­sen. Und nur der. 

Wenn man sich an die­ses ver­gilb­te Gerät setz­te, um etwas nach­zu­schla­gen, mach­te man sich sofort ver­däch­tig. Ande­re dach­ten dann: „Dafür hat der Zeit?“ 

Das Neue steht immer im Ver­dacht, eine sinn­lo­se Spie­le­rei zu sein. Frü­her ist man schließ­lich auch ohne es ausgekommen. 

Im Fal­le des Inter­nets haben sich gleich­zei­tig zwei Din­ge her­aus­ge­stellt: Zum einen: So schlecht ist es doch gar nicht. Zum ande­ren: So gut ist es auch wie­der nicht. 

Mit dem Inter­net haben sich nicht nur Infor­ma­tio­nen frei ver­brei­tet, wie man es sich erhofft hat­te, son­dern auch Des­in­for­ma­tio­nen. Und mit der künst­li­chen Intel­li­genz wird alles noch schlim­mer werden. 

Vor zwei Tagen ging ein Fotos durchs Netz, das den Papst in einer modi­schen Dau­nen­ja­cke zeigt. Auf dem Bild sieht er aus wie ein Rap­per. Aber die­se Sze­ne hat es so nie gege­ben. Eine künst­li­che Intel­li­genz hat das Bild gene­riert. Wirk­lich­keit und Fan­ta­sie sind kaum noch zu unter­schei­den. Auch das ist eine Fol­ge der neu­en Möglichkeiten. 

Betrug, Mani­pu­la­ti­on und Fäl­schung wer­den immer ein­fa­cher. Es braucht nur noch weni­ge Sekun­den Ton­ma­te­ri­al, um einen Com­pu­ter mit der Stim­me eines bestimm­ten Men­schen spre­chen zu las­sen. Und das kann man nicht nur für den Enkel­trick nut­zen, son­dern auch, um Men­schen fal­sche Aus­sa­gen in den Mund zu legen. Irgend­je­mand muss prü­fen, ob Infor­ma­tio­nen glaub­haft sind, oder ob irgend­wer sie gefälscht hat. Wer könn­te das sein?

In einer Welt, in der man den eige­nen Augen und Ohren nicht mehr trau­en kann, muss man wis­sen, wer glaub­wür­di­ge Infor­ma­tio­nen lie­fert. Das wird die gro­ße Auf­ga­be von Medi­en sein, vor allem im Loka­len, wo es nicht fünf ver­schie­de­ne Quel­len gibt, aus denen man die Infor­ma­tio­nen ver­glei­chen kann. 

ChatGPT nennt keine Quellen

Es kann sein, dass Arbeits­plät­ze ver­schwin­den wer­den, weil Maschi­nen Din­ge schnel­ler, güns­ti­ger und zuver­läs­si­ger erle­di­gen kön­nen als Men­schen. Das ist sogar wahr­schein­lich. Aber wenn auf der einen Sei­te Maschi­nen Men­schen ihre Arbeits­plät­ze neh­men, und auf der ande­ren Sei­te eines der größ­ten Pro­ble­me die Suche nach Fach­kräf­ten ist, dann gibt es einen Zusam­men­hang. Medi­en sind dazu da, sol­che Zusam­men­hän­ge zu erklä­ren und dann auf die Lösun­gen hinzuweisen.

Das ver­su­chen wir mit RUMS jetzt seit drei Jah­ren. Es gelingt mal schlech­ter und mal bes­ser. Aber wenn es nicht so gut gelingt und uns Feh­ler pas­sie­ren, kor­ri­gie­ren wir sie, auch wenn das manch­mal unan­ge­nehm ist. Wir hal­ten Medi­en für glaub­wür­di­ger, die trans­pa­rent mit ihren Feh­lern umge­hen. Und das wird auch beim Ein­satz von künst­li­cher Intel­li­genz wich­tig sein. 

In den ver­gan­ge­nen Wochen und Mona­ten haben wir expe­ri­men­tiert. Wir nut­zen die künst­li­che Intel­li­genz, um Infor­ma­tio­nen zu suchen, um sie zusam­men­zu­fas­sen, zu glie­dern, zu über­set­zen oder um Ideen zu fin­den. Bis­lang haben wir das so gehand­habt, wie wir es mit Goog­le machen. Wir nut­zen die Soft­ware, wir nen­nen die Quel­le, die wir gefun­den haben. Aber wir schrei­ben nicht dazu: Das haben wir gegoogelt. 

Doch das wird nicht aus­rei­chen. ChatGPT nennt kei­ne Quel­len, ist selbst kei­ne zuver­läs­si­ge Quel­le. Es ist oft nur eine Art Weg­wei­ser. Die Soft­ware hilft beim Sor­tie­ren, beim Ver­ste­hen, doch dabei kann sie Infor­ma­tio­nen auch ver­zer­ren oder einem Unsinn unter­ju­beln. Wie und an wel­chen Stel­len macht man kennt­lich, wo künst­li­che Intel­li­genz zum Ein­satz kam? Dar­über den­ken wir zur­zeit nach.

Mor­gen beginnt das vier­te Jahr mit RUMS. Wir freu­en uns dar­auf, dass die Zukunft sich wei­ter verändert. 

Vie­len Dank, dass Sie uns lesen! 

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Kurz und Klein

+++ Die Gläu­bi­ger­ver­samm­lung von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof hat ges­tern dem Sanie­rungs­plan des Waren­haus­kon­zerns zuge­stimmt. Damit ist es amt­lich: In Müns­ter bleibt alles so, wie es ist: zwei Kauf­häu­ser in direk­ter Nach­bar­schaft und kei­ne Kün­di­gun­gen. Han­dels­se­kre­tä­rin Gaby Beu­ing von der Gewerk­schaft Ver­di ist mit dem Ergeb­nis zufrie­den, sagt auf RUMS-Anfra­ge aller­dings, der Stand­ort Müns­ter brau­che ein neu­es Kon­zept, damit die bei­den Waren­haus­fi­lia­len neben­ein­an­der wei­ter­exis­tie­ren kön­nen. Die Kauf­häu­ser müss­ten zum Bei­spiel ihr Waren­sor­ti­ment unter­ein­an­der auf­tei­len, damit die Kund:innen einen Anreiz hät­ten, bei­de Filia­len zu besu­chen. Dann kön­ne der Kon­zern auch wie­der in Per­so­nal inves­tie­ren, um sich stär­ker gegen die Kon­kur­renz aus dem Online­han­del zu posi­tio­nie­ren. In der Pres­se­mit­tei­lung von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof heißt es, der Kon­zern wol­le sich künf­tig auf die chan­cen­rei­chen Stand­or­te kon­zen­trie­ren. Außer­dem wol­le Gale­ria die Filia­len in den kom­men­den drei Jah­ren umbau­en und mehr in digi­ta­le Abläu­fe inves­tie­ren. (sfo)

+++ Seit heu­te kön­nen die Kund:innen des Loop-Taxis ihre Fahr­ten nur noch per App buchen. In der Pres­se­mel­dung begrün­den die Stadt­wer­ke Müns­ter die­se Ände­rung damit, dass sie den Anbie­ter für das Buchungs­sys­tem gewech­selt haben. Das ist aber nicht das Ein­zi­ge, was sich ändert. Fahr­gäs­te müs­sen ab heu­te auch einen Auf­preis in Höhe von 1 Euro pro Buchung zah­len. Der Grund ist, dass eini­ge Kund:innen das Loop-Taxi bestellt haben, aber nicht zu den Fahr­ten erschie­nen sind. Das Loop-Taxi soll in Müns­ters Süden die Lücken im öffent­li­chen Nah­ver­kehr stop­fen. Ange­dacht war das Taxi als Ver­kehrs­ver­such über drei Jah­re, der aber wegen der Coro­na-Zwangs­pau­se ver­län­gert wur­de. Im ver­gan­ge­nen Jahr war Mar­tin Hog­ger von der Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen einen Tag mit dem Loop-Taxi unter­wegs. Sei­ne Erleb­nis­se hat er in die­sem RUMS-Bei­trag auf­ge­schrie­ben. (sfo)

+++ Wir blei­ben beim Ver­kehr. Ges­tern streik­ten die Beschäf­tig­ten im öffent­li­chen Nah­ver­kehr. Vie­le Medi­en hat­ten im Vor­feld einen Mega­streik mit Ver­kehrs­kol­laps auf den Stra­ßen in Nord­rhein-West­fa­len ange­kün­digt. Und was war los? Um 7 Uhr herrsch­ten 65 Kilo­me­ter Stau, eine Stun­de spä­ter waren gera­de ein­mal 38 Kilo­me­ter. Zum Ver­gleich: Ähn­lich lang war der Stau auch heu­te Mit­tag um 13:30 Uhr. Die taz ver­mu­tet, vie­le Pendler:innen hät­ten ein­fach Home­of­fice gemacht oder Urlaub genom­men. Etwa die Hälf­te der Bus­li­ni­en sei­en in Müns­ter aus­ge­fal­len. Pri­va­te Fir­men hät­ten einen Teil der Fahr­ten kom­pen­siert. Am Flug­ha­fen Münster/Osnabrück sei hin­ge­gen viel los gewe­sen. Der Flug­ha­fen wur­de nicht bestreikt und konn­te des­halb einen Teil der Starts und Lan­dun­gen ande­rer Flug­hä­fen in NRW über­neh­men. Und wie soll’s jetzt wei­ter­ge­hen? Die Gewerk­schaft Ver­di droht bereits mit einem unbe­fris­te­ten Streik nach den Oster­fe­ri­en. Sie will für die Beschäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst unter ande­rem 10,5 Pro­zent mehr Gehalt errei­chen. Die Arbeit­ge­ber­sei­te bie­tet hin­ge­gen ein Lohn­plus von 5 Pro­zent in zwei Schrit­ten und Ein­mal­zah­lun­gen für die Beschäf­tig­ten an. (sfo)

+++ Eigent­lich steht ja schon alles fest: Die Uni Müns­ter soll künf­tig Uni Müns­ter hei­ßen, ohne Kai­ser Wil­helm im Namen. Offi­zi­ell heißt die Uni noch „West­fä­li­sche Wil­helms-Uni­ver­si­tät“. Jetzt haben sich aber sechs Orga­ni­sa­tio­nen beim Senat der Uni gemel­det, die das ers­te „W“ in WWU Müns­ter ger­ne behal­ten wol­len. Sie haben mit der Uni zwar nichts zu tun, ihnen ist aber der Lokal­ko­lo­rit der Uni Müns­ter wohl ziem­lich wich­tig. Zu den Befür­wor­tern zäh­len der Land­schafts- und der Spar­kas­sen­ver­band West­fa­len-Lip­pe, der West­fä­li­sche Hei­mat­bund, die Wirt­schaft­li­che Gesell­schaft für West­fa­len und Lip­pe, die Stif­tung West­fa­len-Initia­ti­ve und der West­fa­len e. V. Über­ra­schend dabei: Die West­fä­li­schen Nach­rich­ten ste­hen nicht auf der Unter­stüt­zer­lis­te, obwohl sie da zumin­dest namens­tech­nisch gut rein­pas­sen wür­den und in der Ver­gan­gen­heit auch schon ihre Sym­pa­thien für die Lösung „West­fä­li­sche Uni­ver­si­tät“ bekun­det haben. Am Mitt­woch teilt der Senat mit, wie die Uni Müns­ter hei­ßen soll. (sfo)

Der Rürup 

RUMS-Umfrage: Das sind die Ergebnisse

Vor eini­gen Wochen haben wir unse­re Umfra­ge gestar­tet, deren Ergeb­nis­se wir nun mit Ihnen tei­len wol­len. Fan­gen wir mal mit einer Stim­me an, die genau das beschreibt, was wir gera­de zu unse­rem drei­jäh­ri­gen Bestehen den­ken und fühlen:

„Es ist toll, dass es in Müns­ter ein For­mat wie RUMS gibt! Im Gegen­satz zum in vie­ler­lei Hin­sicht ein­di­men­sio­na­len Print­for­mat bie­tet RUMS loka­len Jour­na­lis­mus zeit­ge­mäß und qua­li­ta­tiv auf hohem Niveau. Ich bin ein gro­ßer Fan!!“

Der (sehr) freu­di­ge posi­ti­ve Ton ist nun gesetzt, und das passt auch zu dem, was nun kommt. Denn von den 252 Leser:innen – nein, das ist nicht reprä­sen­ta­tiv –, die bei der Umfra­ge mit­ge­macht haben, äußer­te sich die abso­lu­te Mehr­heit so posi­tiv, dass wir uns auch für die kom­men­den Jah­re in unse­rer Arbeit bestärkt sehen. „Ein sehr, sehr guter Job“ wird uns beschei­nigt, RUMS als „ganz wich­ti­ge Quel­le für Infor­ma­tio­nen und Ein­ord­nung“ oder als „unver­zicht­ba­re Alter­na­ti­ve zu den/der schreck­li­chen Lokalzeitung(en)!“ beschrie­ben. Meh­re­re von Ihnen hoben auch den Humor her­vor, den eini­ge unse­rer Tex­te her­über­brin­gen – und die „sym­pa­thi­sche Art des Lokaljournalismus“.

Auf die Fra­ge, wel­che Rubri­ken Sie am liebs­ten lesen (Mehr­fach­ant­wor­ten waren mög­lich), gibt es einen kla­ren Sie­ger: Die gro­ße Recher­che mit 77,4 Pro­zent der Stim­men. Aber auch unse­re „klei­nen“ For­ma­te wie „Kurz und Klein“ oder die Ein­satz­zen­tra­le (bei­de etwa 54 Pro­zent) mögen Sie eben­so sehr wie die Unbe­zahl­te Wer­bung mit knapp 40 Pro­zent. Auch die visu­el­len For­ma­te wie die Info­gra­fi­ken, die Fotos und die Car­toons haben RUMS ver­bes­sert, lesen wir aus der Umfra­ge. Für knapp 70 Pro­zent von Ihnen rei­chen die­se Ele­men­te aber nun aus, mehr zum Schau­en braucht es für Sie nicht. Die Ergeb­nis­se bekräf­ti­gen damit auch das, was wir uns erhofft hat­ten: Die Ver­än­de­run­gen durch den letz­ten (inhalt­li­chen) Relaunch im Mai 2022 kom­men gut an. Rund 90 Pro­zent von Ihnen haben dem­entspre­chend auch geant­wor­tet, dass ihnen die neu­en Rubri­ken gefallen.

Ein wenig Kri­tik gab es natür­lich auch, und das ist auch gut, damit wir bes­ser wer­den kön­nen. Das Gen­dern in den Tex­ten ist durch­aus nicht unum­strit­ten, für man­che sind die gro­ßen Recher­chen „seee­ehr aus­führ­lich“, aller­dings auch je nach The­men­in­ter­es­se. Kri­tik gab es eben­falls für die Aus­wahl man­cher The­men. Wir wer­den uns nun vor allem auch Ihre vie­len Wün­sche und Anre­gun­gen dar­auf­hin anschauen.

Einen ganz eige­nen Bereich nahm die Tech­nik ein. Vie­le von Ihnen gaben uns Hin­wei­se, die wir bei unse­rem bevor­ste­hen­den Relaunch im Spät­som­mer berück­sich­ti­gen wer­den. Vie­len Dank dafür. Eini­ge hin­ge­gen merk­ten an, was spe­zi­ell bei ihnen nicht funk­tio­nier­te, wie zum Bei­spiel die Anzei­ge von Bil­dern, ein Inhalts­ver­zeich­nis ohne Links oder zu gro­ße oder zu klei­ne Schrift auf dem Smart­phone. Nicht alles davon kön­nen wir klä­ren, aber: Wenn Sie eine Fra­ge haben, schrei­ben Sie uns ein­fach hier per E-Mail und wir ver­su­chen, das Pro­blem zu lösen. Meis­tens klappt das dann auch.

Bei tech­ni­schen Fra­gen könn­ten wir übri­gens auch eini­ge unse­rer Leser:innen fra­gen (das ist nun ein geschmei­di­ger Über­gang zur Aus­wer­tung der Sta­tis­ti­ken), denn allei­ne ein Dut­zend von Ihnen ant­wor­te­te auf die Fra­ge nach der Bran­che, in der Sie arbei­ten: IT. Auch in den – im wei­tes­ten Sin­ne – Medi­en und in der öffent­li­chen Ver­wal­tung sind eben­so vie­le von Ihnen beschäf­tigt, im Bereich Pfle­ge, Sozia­les und Medi­zin sind es gleich 30 Men­schen – und wie es sich für Müns­ter gehört, rund 50 im Bereich Bil­dung und Kul­tur. Ansons­ten decken die Beru­fe eine sehr gro­ße Viel­falt ab, wobei wir mit 88 Pro­zent einen wirk­lich gro­ßen Anteil von Men­schen mit Hoch­schul­ab­schluss erreichen.

Viel­fäl­tig sieht es auch bei der Alters­ver­tei­lung aus, die einen guten Quer­schnitt bil­det. Zwi­schen 20 und 26 Pro­zent von Ihnen gehö­ren zu den Alters­grup­pen zwi­schen 30 und 40, 40 und 50 sowie 50 und 60. Zwi­schen 60 und 70 Jah­ren sind mehr als 17 Pro­zent, älter als 70 knapp 4 Pro­zent. Auch unter 30 wird die Luft dün­ner, da lie­gen wir bei gera­de mal 10 Prozent.

Wir haben zudem eini­ge Fra­gen danach gestellt, wie Sie RUMS lesen und was Sie sich wün­schen. 73 Pro­zent von Ihnen nut­zen das Smart­phone oder Tablet. Das passt genau in das Bild, was wir für die Medi­en­nut­zung in der Zukunft erwar­ten. Inter­es­siert hat uns auch, wie vie­le Men­schen uns abon­nie­ren, Sie erin­nern sich viel­leicht an die Fra­ge. Wie wir erwar­tet haben, liest bei mehr als einem Drit­tel unse­rer Abonnent:innen jemand mit, so ähn­lich eben wie bei einer Tages­zei­tung. Das freut uns sehr, und das passt auch zu unse­rer Idee eines Fami­li­en- oder Partner:innen-Abos, für das es meh­re­re Zugän­ge geben soll. Auch dar­an – und am Jah­res­abo, das sich knapp ein Vier­tel von Ihnen vor­stel­len kann, arbei­ten wir im Zuge unse­res Relaun­ches – wir erwähn­ten das schon. Vie­len Dank an Sie alle, die mit­ge­macht haben, das hilft uns sehr. Und wenn Ihnen nun noch etwas ein­fällt, schrei­ben Sie uns einfach.

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Klima-Update

+++ Für Kin­der von sechs bis zehn Jah­ren bie­tet die Volks­hoch­schu­le Müns­ter ein soge­nann­tes Zukunfts­di­plom an. Ab Sams­tag kön­nen die Kin­der an ins­ge­samt 70 Aktio­nen zu Kli­ma, Natur und Umwelt teil­neh­men und dabei Stem­pel sam­meln. Wer min­des­tens drei Stem­pel hat, der bekommt im August sein Zukunfts­di­plom. Die Ver­an­stal­tun­gen sind kos­ten­frei, nur die Anmel­dung kos­tet 10 Euro. Geschwis­ter­kin­der sind gra­tis dabei. (sfo/jgn)

+++ Nach­hal­tig­keit soll aber auch in Müns­ters Schu­len mehr The­ma sein. Zumin­dest lau­tet so das Ziel. Die Stadt Müns­ter möch­te Schu­len dabei unter­stüt­zen, Nach­hal­tig­keit öfter im Unter­richt zu behan­deln. Dazu bekommt die Stadt Geld vom Land Nord­rhein-West­fa­len. Die­ses Bil­dungs­pro­gramm ist außer­dem Teil der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie der Stadt. Nach der Logik: mehr Geld für mehr Bil­dung für mehr Kli­ma­schutz. Aber geht die­se Rech­nung auch auf? Der Sozio­lo­ge und Bil­dungs­for­scher Ala­din El-Mafaala­ni hat sei­ne Zwei­fel. Er zeigt in sei­nem Buch „Mythos Bil­dung“, wie eng das Bil­dungs­ni­veau und der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck mit­ein­an­der zusam­men­hän­gen. Platt gesagt: Wer gebil­det ist, hat in der Regel ein grö­ße­res öko­lo­gi­sches Bewusst­sein. Und wer gebil­det ist, ver­dient in der Regel mehr und kann mehr kon­su­mie­ren. Ver­zicht geht aber nur, wenn man kon­su­mie­ren könn­te, es aber lässt. Und selbst wenn sie ver­zich­ten, erzeug­ten die Kli­ma­be­wuss­ten immer noch mehr CO2 als die Unge­bil­de­ten. Aus alle­dem folgt: „Je höher das Kli­ma­be­wusst­sein des­to grö­ßer der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck.“ Das ist laut El-Mafaala­ni die Tra­gik der Kli­ma­bil­dung. (sfo)

+++ Das Zim­mer­mann­sche Wäld­chen in Kin­der­haus soll abge­holzt wer­den, obwohl die Flä­che eigent­lich als Aus­gleichs­flä­che einen Bei­trag fürs Stadt­kli­ma leis­ten soll. Über die­sen Kon­flikt haben wir schon vor ein paar Wochen im Kli­ma-Update berich­tet. Am Sonn­tag lädt eine Grup­pe aus Kli­ma-Akti­ven und Anwoh­nen­den, die sich für den Erhalt des Wäld­chens ein­set­zen, alle Inter­es­sier­ten zum Besuch ein. Ab 14.30 Uhr gibt es dort Sitz­mög­lich­kei­ten, Kaf­fee und Kuchen. Sie kön­nen wäh­rend­des­sen den Wald besich­ti­gen und die Akti­ven ken­nen­ler­nen. Den Treff­punkt fin­den Sie hier. (sfo)

Ein­la­dung zum Infoabend

Die Pro­sta­ta Selbst­hil­fe­grup­pe Müns­ter e. V. hat den Kon­ti­nenz-Exper­ten Dr. Fabi­an Quei­ßert ein­ge­la­den. Dr. Quei­ßert lei­tet das Kon­ti­nenz­zen­trum am UKM und spricht am 30. März 2023 um 18 Uhr über aktu­el­le The­ra­pie­mög­lich­kei­ten bei Inkon­ti­nenz bei Män­nern. Ort: Kon­fe­renz­raum der Selbst­hil­fe-Kon­takt­stel­le Müns­ter im Dah­l­weg 112. Kon­takt: prostata@prostata-selbsthilfe-muenster.de

Hier erfah­ren Sie mehr über unser Ehrenamt.

Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Dau­er­bau­stel­le am Albers­lo­her Weg rückt auf Höhe des Erb­dros­ten­wegs vor, wes­halb die Ver­kehrs­füh­rung geän­dert wird. (Stadt­net­ze Müns­ter)

+++ Die Grü­nen sehen in dem 29-Euro-Ticket den Anfang vom Ende der Auto­sub­ven­tio­nie­rung. (Grü­ne Müns­ter)

+++ Bis 2027 sol­len eine neue Kita in Müns­ter-Mit­te und vier im Süd­os­ten gebaut wer­den. (Stadt Müns­ter)

+++ Der Infor­ma­tik­pro­fes­sor Tho­mas Hup­pe­rich von der Uni Müns­ter befürch­tet, dass die Zahl der digi­ta­len Angrif­fe durch Chat GPT zuneh­men wird. (Uni Müns­ter)

+++ In den Not­schlaf­stel­len der Dia­ko­nie Müns­ter blei­ben jun­ge Woh­nungs­lo­se oft län­ger als erwar­tet, weil sie kei­ne bezahl­ba­re Woh­nung fin­den. (Dia­ko­nie Müns­ter)

+++ In Müns­ter sol­len sechs Boxen auf­ge­stellt wer­den, bei denen man sich per App Sport­ge­rä­te aus­lei­hen kann. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Der Rechts­wis­sen­schaft­ler Hin­nerk Wiss­mann von der Uni Müns­ter hält ein Ver­bot von Jog­ging­ho­sen für Schüler:innen in Nord­rhein-West­fa­len für recht­lich nicht mach­bar. (deut­sche Pres­se­agen­tur, hier: taz).

+++ Das Stra­ßen­ma­ga­zin „drau­ßen!“ sucht hän­de­rin­gend Lebens­mit­tel­spen­den für woh­nungs­lo­se und finan­zi­ell benach­tei­lig­te Men­schen in Müns­ter. („drau­ßen!“ auf Twit­ter, Face­book und Insta­gram)

Erzähl­künst­ler

Welt­li­te­ra­tur, gele­sen von erst­klas­si­gen Spre­che­rin­nen und Spre­chern! Künst­ler des Stadt­en­sem­bles Müns­ter lesen Novellen/Erzählungen von Kaf­ka, Joy­ce, Proust usw. Ein kos­ten­lo­ses Ange­bot für alle, die ger­ne künst­le­ri­sche Tex­te hören und nicht ganz so Bekann­tes aus der Welt der Lite­ra­tur ent­de­cken wol­len, abseits des Mainstreams.

https://www.erzaehlkuenstler.com

Unbezahlte Werbung

Falls Sie noch auf der Suche nach einem schö­nen Oster­brunch sind, hät­ten wir einen Tipp für Sie: Am Oster­mon­tag bie­tet das Dadi ein viel­ver­spre­chen­des Früh­stücks­me­nü an. Die Bras­se­rie im Fac­to­ry Hotel ser­viert fran­zö­si­sche Küche; an Ostern gibt es neben Crois­sants und Made­lei­nes auch Zwie­bel­sup­pe, Rata­touille und Enten­keu­le. Wenn Sie an Ostern aber schon etwas vor­ha­ben, dann kom­men Sie ein­fach spä­ter im Dadi vor­bei. Erst im ver­gan­ge­nen Novem­ber hat die Bras­se­rie auf­ge­macht, die übri­gens sehr schick ein­ge­rich­tet ist. Im Lau­fe des Jah­res sol­len dort auch noch eini­ge Ver­an­stal­tun­gen mit Jazz­mu­sik statt­fin­den. Abends gibt es im Dadi sehr gute Drinks, pro­bie­ren Sie auf jeden Fall das Biè­re de Gar­de, ein fran­zö­si­sches Land­bier, das die benach­bar­te Dackel­braue­rei extra für das Dadi anfer­tigt. Einen Blick in die Spei­se- und die Geträn­ke­kar­te kön­nen Sie hier und hier wer­fen, das Menü für den Oster­brunch fin­den Sie hier und reser­vie­ren kön­nen Sie per Mail oder tele­fo­nisch (0251 4188720).

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen 

Heu­te hat Jan Gro­ße Nobis zusam­men­ge­stellt, was in den kom­men­den Tagen alles los ist:

+++ In den Oster­fe­ri­en ver­an­stal­tet das Kin­der­bü­ro eine Bas­tel­ak­ti­on am Maxi-Turm am Syn­di­kat­platz. Kin­der zwi­schen drei und zehn Jah­ren kön­nen dar­an teil­neh­men. Die Ter­mi­ne: 3. bis 6. April und 11. bis 14. April, jeweils von 14 bis 18 Uhr unter der Woche und sams­tags von 10 bis 18 Uhr. Die Anmel­dung kos­tet 3 Euro.

+++ Die deutsch-bul­ga­ri­sche Eltern­in­itia­ti­ve „Jan Bibi­jan“ orga­ni­siert mor­gen ab 18.30 Uhr eine Ver­an­stal­tung mit dem Titel „Out­reach 2023“. Dabei geht es um die Aus­gren­zung von armen Men­schen und Sin­ti und Roma. Auf dem Pro­gramm ste­hen Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen und Doku­men­tar­fil­me, Folk­lo­re­tanz und bul­ga­ri­sche Rock­mu­sik von Ani Laza­no­va. Der Ein­tritt ist frei. Ver­an­stal­tungs­ort ist die evan­ge­li­sche Stu­die­ren­den­ge­mein­de am Breul 43.

+++ Fei­er­abend. Dann weiß man manch­mal nicht, ob man sich noch zum Spa­zie­ren auf­raf­fen oder es sich lie­ber auf der Couch mit einem Film gemüt­lich machen soll. Am Don­ners­tag kön­nen Sie bei­des machen, na ja fast, denn das Haus müs­sen Sie schon ver­las­sen. „Die Lin­se“ orga­ni­siert einen fil­mi­schen Rund­gang durch Mau­ritz. An neun Stand­or­ten wer­den Kurz­fil­me gezeigt, den Ton hören Sie über einen Kopf­hö­rer. Kos­tet: 7 Euro (in bar). Dau­ert: 100 Minu­ten. Los geht’s um 21 Uhr. Treff­punkt: Lin­nen­brinks Gar­ten gegen­über vom Cinema.

+++ Nach dem Unter­neh­mer Egbert Snoek ist eine Stra­ße in der Lod­den­hei­de benannt. An sei­nem 90. Geburts­tag wur­de der von ihm reno­vier­te Kon­zert­saal „Frie­dens­ka­pel­le“ ein­ge­weiht. Am Don­ners­tag jährt sich die Eröff­nung zum zwan­zigs­ten Mal. Dazu orga­ni­siert die „Frie­dens­ka­pel­le“ eine Jubi­lä­ums­show, bei der das Swing-Trio „Zuc­chi­ni Sis­taz“ auf­tre­ten. Kar­ten bekom­men Sie hier ab 19,80 Euro, einen musi­ka­li­schen Vor­ge­schmack hier.

+++ Am Frei­tag ist der inter­na­tio­na­le Akti­ons­tag für Trans­rech­te. Ein Bünd­nis orga­ni­siert dazu ab 16 Uhr eine Kund­ge­bung gegen Que­er- und Trans­feind­lich­keit an den Aaseekugeln.

+++ Der Doku­men­tar­film „Orten. Auf der Suche nach Hei­mat“ han­delt, wie der Titel erah­nen lässt, von Orten und der Suche nach Hei­mat. Regis­seu­rin Mar­git Schild hat dazu fünf Men­schen inter­viewt, die sich jen­seits von Krieg, Armut und Ter­ror ein neu­es Leben in West­fa­len auf­bau­en. Die DVD erschien schon 2019, jetzt ist der ein­stün­di­ge Film aber auch kos­ten­frei auf You­tube zu sehen.

+++ 7000 Sekun­den Musik – also knapp 116 Minu­ten – kün­digt die Rei­he „Purism“ für Sams­tag, 1. April, an. Drei Bands wer­den dann im Local Host, also dem Ver­an­stal­tungs­raum neben unse­rem Büro in der Neu­brü­cken­stra­ße, ab 21 Uhr inein­an­der über­ge­hend spie­len, beglei­tet von Pro­jek­tio­nen. Den Anfang machen Seoi Nage aus Müns­ter mit Funk à la Klaus Dol­din­ger, den sie mit der Pro­gres­si­vi­tät von Can paa­ren. Dabei sind Pogo McCart­ney, der Bas­sist der Band Mes­ser, Anton Zim­mer­mann von „Fran­cois Dil­lin­ger” und Pas­cal Schaum­burg (ehe­mals bei Mes­ser). Anschlie­ßend impro­vi­sie­ren und expe­ri­men­tie­ren Marc-Ste­fan And­res (Brandt, RUMS) und Micha­el Göring (Brandt, Rea­dy!, Of Richard) mit zwei Gitar­ren und vie­len Effek­ten. Den Abschluss machen Pain­ting aus Ber­lin, ange­kün­digt vom Rol­ling Stone als „tolls­te neue Band, die man gegen­wär­tig in der deut­schen Pop-Avant­gar­de fin­det“. Der Ein­tritt beträgt 14 Euro (ermä­ßigt 12 Euro). 

Am Frei­tag schreibt Ihnen Sebas­ti­an Fob­be. Und zum Schluss eine im Ver­gleich zu heu­te gute Nach­richt: Mor­gen wer­den es 14 Grad, vor­aus­sicht­lich kein Regen. Kom­men Sie gut durch die Woche. 

Herz­li­che Grü­ße
Ralf Heimann

Mit­ar­beit: Jan Gro­ße Nobis (jgn), Sebas­ti­an Fob­be (sfo)
Lek­to­rat: Mela­nie Kelter

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PS

Zur Geburts­tags­aus­ga­be heu­te gehört am Ende natür­lich auch ein Hin­weis in eige­ner Sache. Oben hat­ten wir schon geschrie­ben, dass unser Mit­grün­der Marc-Ste­fan And­res am 1. April in der Redak­ti­on Musik macht (kein Scherz). Vor ein paar Wochen war er im Pod­cast „Natür­li­che Aus­re­de“ zu Gast und hat mit Gast­ge­ber Chris­to­pher Braucks über RUMS gespro­chen, über Lokal­jour­na­lis­mus und über Demo­kra­tie. Sehr schö­nes For­mat. Und vie­len Dank an Tim Stel­zer fürs Ver­mit­teln. (rhe)