Corona-Update: Was ist Phase? | Billard in der Pool Hall | RUMS drei Monate lang zum halben Preis

Porträt von Svenja Stühmeier
von Svenja Stühmeier

Münster, 25. August 2023

vor ein paar Wochen sind wir in unserer Berichterstattung auf eine städtische Umfrage eingegangen, die „Was haben wir aus der Pandemie gelernt?“ heißt. Wir haben das betitelt mit „Pandemie im Rückspiegel“ (RUMS-Brief). Unter dem Brief finden Sie einen sehr ausführlichen Kommentar eines Lesers. Er hat viele Fragen aufgeworfen und Anregungen zur Berichterstattung gegeben. Mit der Quintessenz: „Bevor wir die Pandemie […] lässig aus dem Rückspiegel betrachten […], wäre es sehr wünschenswert, wenn nicht unumgänglich, viele dieser Problemfelder aufzuarbeiten, um tatsächlich aus Fehlern zu lernen.“

Und, ja, was soll ich sagen? In Bezug auf die momentane Lage ist das wahrscheinlich eine gute Idee. Deswegen möchte ich Sie heute gerne darauf aufmerksam machen und Ihnen eine Einordnung geben.

Was ist Phase?

Die Covid-19-Infektionen steigen seit sechs Wochen an, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Das jedoch auf einem niedrigen Niveau, zumindest in Bezug auf die gemeldeten Fälle (wissen Sie noch, wann Sie das letzte Mal einen Coronatest gemacht haben?). Vom 14. bis zum 20. August wurden in Deutschland knapp 4.000 neue Infektionen gemeldet, in der Woche davor waren es etwa 2.500. Gerade liegen in Münster zwei Menschen mit Covid-19 auf der Intensivstation, eine Person wird invasiv beatmet.

Zum Vergleich: An einem Mittwoch Ende März 2022 hat das Robert-Koch-Institut gut 280.000 neue Fälle im Vergleich zum Vortag verzeichnet (zu der Zeit haben Sie sich wahrscheinlich recht regelmäßig getestet). In Münster lagen damals acht Menschen auf der Intensivstation, drei von ihnen wurden beatmet. Dass es nun wieder einen leichten Anstieg gibt, liegt an einer neuen Variante: EG.5, auch „Eris“ genannt.

Wie gefährlich ist „Eris“?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sie inzwischen als „Virusvariante von Interesse“ eingestuft. Bisher bewertet die WHO sie in ihrem Risikobericht nicht als besonders gefährlich. Sie schreibt aber auch: Das sollte man weiter aufmerksam beobachten. Ab September soll es neue Impfstoffe geben, die an die zirkulierenden Varianten inklusive EG.5 angepasst sind.

Wie gut ist Münster auf höhere Infektionszahlen vorbereitet?

Noch sei das Infektionsgeschehen nicht besorgniserregend, schreibt eine Sprecherin der Uniklinik. Falls sich das aber ändern sollte, sei das Krankenhaus besser vorbereitet als in der Vergangenheit. Es gebe dort ein sogenanntes Eskalationsschema, das während der Pandemie erarbeitet wurde. Das Stufenkonzept habe sich laut Sprecherin gut bewährt. Die Vorsichtsmaßnahmen, die sich bei Covid-19 als sinnvoll erwiesen haben, werden gegebenenfalls auch auf andere Infektionswellen angewandt.

Die Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Westfalen-Lippe, Anke Richter-Scheer, spricht von Hygienekonzepten in den Praxen, die unabhängig von Infektionszahlen Bestand haben. Zum Beispiel Infektionssprechstunden, Handdesinfektion und Mund-Nasen-Schutz. Menschen, die zu Risikogruppen gehören, würden zu sinnvollen Schutzimpfungen beraten. Sie beschreibt die Hausarztpraxen als „gut eingespielt und vorbereitet“.

Und auf städtischer Ebene? Der Krisenstab könne kurzfristig eingesetzt werden, schreibt uns ein Sprecher. Und außerdem gebe es inzwischen Personal, das sich um das Pandemie- und Krisenmanagement kümmert.

Das neue „Normal“

Klingt sehr nach: „Keine Sorge, wir haben das im Griff.“ Gut so, denn es gibt Menschen Sicherheit und, na ja, irgendwie müssen wir als Gesellschaft mit Corona leben. Aber zu der Wahrheit, dass das Virus jetzt irgendwie „normal“ ist, gehört auch: Folgeschäden sind Alltag geworden. Immer wieder berichten Menschen über Long Covid. Wie viele das betrifft, kann man laut RKI noch nicht genau sagen. Die Einschränkungen sind zum Teil massiv. Andere haben das Post-Vac-Syndrom.

Und auch wenn Münster hohe Intensivkapazitäten hat: Sie erinnern sich bestimmt an den unglaublichen Stress, der Corona für Pflegekräfte zusätzlich bedeutet. An die grundsätzliche Personalknappheit und daran, dass viele Pfleger:innen in der Pandemie ihren Job aufgegeben haben.

Dann Kinder und Jugendliche, für die die vergangenen Jahre eine große Herausforderung waren und deren psychische Gesundheit deswegen stark beeinträchtigt ist, darüber berichtet zum Beispiel „Zeit Online“.Und nicht zuletzt vulnerable, also besonders gefährdete Menschen, die sich auch heute nicht frei bewegen können.

Kurz: Eine Infektion kann größere Folgen haben als einen Schnupfen und ein paar Tage im Bett liegen. Vielleicht ist es nicht an der Zeit, Angst vor einer neuen starken Infektionswelle zu haben. Aber sich einmal kurz zu erinnern, welche Auswirkungen dieses Virus hatte und immer noch hat, schadet sicherlich nicht.

Welche Maßnahmen sollte ich jetzt ergreifen?

Die Sprecherin des Uniklinikums schreibt: Die Fachleute dort halten besondere persönlichen Schutzmaßnahmen momentan nicht für notwendig. Gleichzeitig sei es gerade mit Blick auf die kommende Infektionssaison sinnvoll, im Zweifel Abstand zu halten, sich regelmäßig die Hände zu waschen und Maske zu tragen (AHA-Regeln). Die ständige Impfkommission empfiehlt vulnerablen Gruppen, regelmäßig eine Auffrischungsimpfung durchzuführen, am besten mit einem angepassten Impfstoff wie die, die im Herbst zugänglich sein sollen. Und sicherlich ein guter Hinweis für alle: In der Süddeutschen Zeitung sagt Epidemiologe Hajo Zeeb, es sei an der Zeit, bei Erkältungssymptomen wieder einen Selbsttest zu machen – die seien auch wirksam bei der neuen Variante.

Stellen Sie sich gerade auch Fragen zum Thema Covid-19? Melden Sie sich damit gerne bei uns, wir möchten das weiter im Blick behalten. (sst)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Ein 13-jähriger Junge mit Diabetes wird seit Samstag vermisst. (Polizei Münster)

+++ Der vermeintliche Blindgänger am Gerstkamp war doch keiner. (Stadt Münster)

+++ Nach der Strompreissenkung für bestimmte Neuverträge Ende Juli schrauben die Stadtwerke ab dem 1. Oktober die Preise in der Stromgrundversorgung herunter, bis zum Jahresende dann auch die in der Gasgrundversorgung. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadtwerke-Tochter Stadtnetze hat eine Entnahmestelle, ein Pumpwerk und eine Fernwasserleitung gekauft, um die Trinkwasserversorgung in Münster sicherer zu machen. (Stadtnetze)

+++ Thyssengas und Stadtnetze Münster haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um gemeinsam die Wasserstoffversorgung in der Region Münster zu organisieren und auszubauen. (Stadtnetze)

+++ Parken an Studierendenwohnheimen soll künftig 10 Euro im Monat kosten. (Antenne Münster)

+++ Die Stadt plant an der Theodor-Scheiwe-Straße ein nachhaltiges und klimaschonendes Modellquartier, in dem Wohnraum und Arbeitsplätze entstehen sollen. (Stadt Münster)

+++ Der Baustart für das Erweiterungsgebäude an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Grundschule verschiebt sich auf die Herbstferien, weil es Probleme mit der Ausschreibung für die Container gab, in denen der Unterricht vorübergehend stattfinden soll. (Stadt Münster)

+++ Die 400-Meter-Laufbahn an der Sportanlage Sentruper Höhe wird digitalisiert, der Tennenplatz zum Kunstrasenplatz umgewandelt. (Stadt Münster)

+++ Die Stadt Münster plant an der Weseler Straße einen Naturerfahrungsraum auf einem früheren Waldgebiet, das durch den Sturm Kyrill beschädigt wurde. (Stadt Münster)

+++ Wohn + Stadtbau hat im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss von 4,8 Millionen Euro erwirtschaftet und 381 neue Wohneinheiten gebaut – sowie eine Kindertagesstätte. (Wohn und Stadtbau)

+++ Münster erhält im kommenden Jahr schätzungsweise knapp 133 Millionen Euro über die NRW-Gemeindefinanzierung, ein Drittel mehr als zuletzt. (Die Grünen)

+++ Münsters Wohlfahrtsverbände kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung die geplanten Kürzungen in der Migrationsberatung. (GGUA Flüchtlingshilfe)

Unbezahlte Werbung

Billard ist ein schönes Spiel und ein wunderbarer Zeitvertreib für einen Abend als kleine Gruppe. Falls Sie nicht gerade einen eigenen Tisch im Keller haben, finden Sie in Münster allerdings gar nicht so viele Orte zum Spielen. Einer davon ist die Pool Hall am alten Güterbahnhof. Hier gibt es zahlreiche Billard- und Snookertische, zusätzlich Steel-Dartscheiben und eine Küche, die für kleine und größere Snacks sowie Getränke sorgt. Achtung: Falls Sie am Wochenende spielen wollen, lohnt es sich, einen Tisch zu reservieren.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Heute hat Fabian Cohrs einige Wochenend-Veranstaltungen für Sie aufgeschrieben:

+++ Morgen findet der Christopher Street Day in Münster statt. Die Demo wird um 14:30 Uhr am Aasee starten, wo sie gegen 17 Uhr auch wieder enden soll. Zahlreiche queere Vereine werden am Nachmittag zwischen 13 und 19 Uhr auch eine „Infomeile der Vielfalt“ in der Innenstadt veranstalten, bei der Sie die Arbeit der verschiedenen Initiativen kennenlernen können. Aktuelle Informationen gibt es auf der Instagram-Seite der Veranstalter:innen.

+++ Die Abschlussparty des CSD wird dieses Jahr nicht von den Organisator:innen ausgerichtet, sondern findet am Hawerkamp statt, auf dem am Samstagnachmittag bis tief in die Nacht das Heinz Sommer Open Air stattfindet. Tagsüber gibt es Musik und Kunst auf dem Coconut Beach, für die Nacht verlagert sich das Geschehen in den Fusion Club. Mehr Informationen gibt es hier bei Instagram, Tickets erhalten Sie hier.

+++ Samstagabend ist die Premiere des Theaterstücks „Mass“. Vor zwei Wochen schrieben wir bereits über die Matinée, die der Premiere vorausging. Das Stück handelt davon, wie Gott immer und immer wieder großes Leid über die Menschheit bringen kann und stellt den Glauben in Frage. Karten für die Vorstellung um 19:30 Uhr gibt es noch hier, auf der Seite finden Sie auch weitere Informationen zum Stück.

+++ Ebenfalls Samstagabend findet auf der Sommerbühne des Kap.8 das Konzert „DowntownMS: Live on Stage“ statt. Hier werden Klassiker ab den Siebzigerjahren gecovert, beispielsweise von U2, den Beatles und anderen, um für gute Stimmung zu sorgen. Tickets gibt es im Vorverkauf für 11 Euro hier, Kurzentschlossene zahlen an der Abendkasse einen Euro mehr.

+++ Morgen von 16 Uhr bis 22 Uhr eröffnet die Pop-up-Bar „Mille Mille Ciao Ciao“, diesmal auf dem Gelände des SC Münster 08. Auf der italienisch angehauchten Veranstaltung finden Sie ein hübsch dekoriertes Gelände, Aperitifs und Musik vom Live-DJ. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

+++ Samstag in einer Woche, also am 2. September, findet direkt neben unserer Redaktion im Local Host ein Doppelkonzert von AndresGoering und Tunnel&Meadow statt. Während das Gitarren-Duo AndresGoering eher auf Improvisation und Spontanes setzt, hält sich Tunnel&Meadow an sein Motto „the joy of repetition“ und spielt mit Klangwiederholungen. Einlass ist ab 19 Uhr, los geht es dann eine Stunde später.

Was steht sonst noch im RUMS-Brief?

Paris gilt als Vorbild, wenn es um die Mobilitätswende geht. Unsere Autorin Hannah Jäger hat einige Monate dort gelebt. Für uns hat sie aufgeschrieben, wie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo den Verkehr in der Stadt umbaut – und was Münster davon lernen kann.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann abonnieren Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis.

Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier

Mitarbeit: Fabian Cohrs, Jan Große Nobis, Ralf Heimann, Hannah Jäger
Lektorat: Antonia Strotmann

PS

Im September bekommen wir zum vierten Mal Besuch von der Reportageschule Reutlingen. Eine ganze Klasse recherchiert und schreibt eine Woche lang für RUMS in Münster, und das Ganze nennt sich zwar Schule, aber tatsächlich ist es eher eine einjährige Fachausbildung für junge Journalistinnen und Journalisten, die in ihrem Beruf arbeiten, teilweise für große Medien wie „Spiegel”, „Zeit” oder „Süddeutsche Zeitung”, und die sich in einem Auswahlverfahren gegen viele andere durchgesetzt haben. Wenn sie in Münster die Reporterinnen und Reporter in Münster sind, müssen sie zwischendurch natürlich auch irgendwo schlafen. In den vergangenen Jahren haben Sie uns Betten und Zimmer zur Verfügung gestellt, wir haben uns getroffen und kennengelernt, das war für alle sehr schön. Und weil das so gut funktioniert hat, möchten wir das auch in diesem Jahr wieder probieren. Wenn Sie also zwischen dem 16. und dem 22. September eine Schlafmöglichkeit zur Verfügung haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich melden. Und wenn Sie kein Bett, aber ein Fahrrad erübrigen können, wäre auch das großartig, denn die benötigen wir ebenfalls. Das Schöne ist: In diesem Jahr feiern wir mit RUMS am 16. September eine Party, zu der all die Menschen kommen werden, die uns unterstützen, bei RUMS mitarbeiten oder mit uns verbunden sind. Dazu möchten wir auch die Menschen einladen, die uns Betten und Fahrräder zur Verfügung stellen. Melden Sie sich einfach per E-Mail. Und vorab schon mal: ganz herzlichen Dank! (rhe)

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