„Rund um Münster“-Veranstaltung über Demokratie | Unbezahlte Werbung: Souleashes | RUMS 6 Monate für 1 Euro lesen

Porträt von Svenja Stühmeier
von Svenja Stühmeier

Guten Tag,

gestern Abend haben sich Marina Weisband, Ruprecht Polenz und Moderatorin Andrea Hansen auf Getränke und einen Plausch im Specops getroffen. Na ja, zumindest hat es sich ein bisschen so angefühlt bei der Veranstaltung unseres Vereins „Rund um Münster“. Dabei ging es nicht gerade um ein Plauschthema. Sondern um die Demokratie, ihre Verteidigung, ihre Entwicklung.

Bevor Sie jetzt denken: Och nö, wieder so ein Gespräch, bei dem sich die beiden Gäst:innen einig sind – so war’s nicht. Aber klar, einen gewissen Konsens gab’s schon:

  • Migration ist nicht das Problem.
  • Die AfD schon.
  • Die Demokratie hat ihre Schwachstellen, aber sie hat es sowas von verdient, gestärkt zu werden. Und dafür kann und sollte sich jede:r Einzelne einsetzen.
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Gestern hätte man sich auch gut mit einem Getränk nach draußen setzen können, trotzdem war der Veranstaltungsraum im Specops gerappelt voll. Zum Schluss gab es noch viele Beiträge aus dem Publikum. Wohl ein Zeichen dafür, dass das Thema Menschen bewegt.

Was mir persönlich gut gefallen hat, und damit komme ich zurück zu meiner Plausch-These: Marina Weisband und Ruprecht Polenz waren trotz unterschiedlicher Meinung lieb zueinander. Sie haben sich gegenseitig zugehört, sind auf das Gesagte eingegangen und haben sich ernst genommen. 

Und haben dabei deutlich gemacht, wie vielschichtig „die Demokratie“ eigentlich ist. In den zwei Stunden ging es um Bildung, Wohnen, ökonomische Gerechtigkeit, Migration, Patriotismus, Lobbyismus, Medien, Menschenwürde – also: um (fast) alles.

Ein paar Gesprächspunkte von gestern Abend möchte ich Ihnen in aller Kürze mitteilen.

Mitbestimmung

Marina Weisband ist große Verfechterin von mehr direkter und verbindlicher Mitbestimmung für Bürger:innen. Ruprecht Polenz nimmt hier eine skeptischere Position ein und setzt eher auf die repräsentative Demokratie und bürgerliches Engagement (RUMS-Kolumne). Dass die beiden zwar unterschiedliche Haltungen beispielsweise zu einem Bürger:innenrat haben, es aber trotzdem nicht „entweder oder“ sein muss, machen sie deutlich.

Parteimitgliedschaft

Für beide ein sinnvolles Mittel, um sich an der Demokratie zu beteiligen. Und das explizit nicht, weil man sich komplett mit den Inhalten einer Partei identifiziert. Wenn man mitmacht, kann man schließlich selbst Veränderungen anstoßen.

Wünsche und Utopien

„Mit Träumen kann Politik nicht konkurrieren“, sagte Ruprecht Polenz. Also: Ja, es läuft nicht alles rund, aber das sollte nicht der Maßstab sein. Und trotzdem tut es gut, Wünsche und Utopien zu formulieren. Marina Weisband hat das gestern Abend gemacht, zum Beispiel in Form der „Volkshochkneipe“. So wirklichkeitsfern ist das vielleicht gar nicht. Einen Ort hat sie jedenfalls auch schon vorgeschlagen, vielleicht der Karstadt, der in der Innenstadt irgendwann (demnächst?) leersteht. Ruprecht Polenz wünscht sich einen anderen Gesprächsstil beim Thema Migration. Und beide sagen: Der Demokratie würde es sehr gut tun, das Bildungssystem zu verändern.

Jetzt kann man sagen: Das wird eh nie passieren. Oder man kann sich überlegen, wie man Teil einer Veränderung sein kann. Netzwerke bauen. Briefe an Politiker:innen schreiben. Sich gegenseitig ernst nehmen. Und natürlich auch: sich selbst einbringen, in Vereinen, Initiativen oder Parteien.

Und wenn Sie jetzt Lust haben, mehr von Marina Weisbands und Ruprecht Polenz’ Gedanken zu lesen: Beide haben gerade neue Bücher veröffentlicht. Seit Frühjahr ist Marina Weisbands „Die neue Schule der Demokratie“ auf dem Markt. Und gestern Abend war tatsächlich die erste Gelegenheit, „Tu was! Kurze Anleitung zur Verteidigung der Demokratie“ von Ruprecht Polenz zu kaufen. (sst)

Korrekturen

+++ Am Dienstag hatten wir in der „unbezahlten Werbung“ das stumme „t“ in „Windthorststraße“ unterschlagen. Wie uns ein Leser erklärt hat, geht der Name zurück auf den Ex-Oberbürgermeister Karl Windthorst – vielen Dank für den Hinweis. Den Verschreiber haben wir korrigiert. (sfo)

+++ Zu Beginn des RUMS-Briefs schrieben wir am Dienstag über die Geistersiedlung in Gremmendorf. Wir schrieben, seit elf Jahren stünden die Häuser am Angelsachsenweg leer, in denen bis 2013 noch britische Soldaten gelebt haben. Danach meldete sich ein Leser bei uns, der uns sagte: Das stimmt so nicht. Er selbst hat nämlich mal als Hauswächter in einem der ehemaligen Britenhäuser gewohnt. Die ungenaue Formulierung im Brief haben wir präzisiert. (sfo)

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Ein-Satz-Zentrale

+++ Mehrere Buslinien, die zum Hauptbahnhof fahren, meiden bis zum 23. August die Hörsterstraße, weshalb die Haltestelle Bült A entfällt und der Bus stattdessen am Standesamt und an der Eisenbahnstraße hält. (Stadtwerke Münster)

+++ Eine Forschungsgruppe der Uni Wuppertal und der Versicherungswirtschaft hat gestern in Münster eine Studie mit Vorschlägen vorgestellt, die die Sicherheit von Radfahrenden auf Landstraßen verbessern soll. (Unfallforschung der Versicherer)

+++ Die LEG versucht offenbar gerade, Kabelanschlüsse bei ihren Mieter:innen in den Nebenkosten abzurechnen, obwohl sie das seit dem 1. Juli nicht mehr darf. (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen)

+++ Das Oberverwaltungsgericht hat bestätigt, dass der Prozessionsweg entlang der B51 wegen Denkmalschutz nicht verbreitert werden darf. (Grüne Münster)

+++ Das Bundesbauministerium fördert die Entwicklung des früheren Offizierskasinos im York-Quartier in Gremmendorf zu einem Begegnungs- und Demokratieort mit fünf Millionen Euro. (Stadt Münster)

+++ Da der TV-Übertragungswagen bei den Preußen künftig mehr Platz benötigt, musste ein sieben Meter hoher Feldahorn gefällt werden. (Stadt Münster)

+++ Ab Montag erfasst die Stadt Verkaufsflächen und Sortimente für ein neues Einzelhandelskonzept. (Stadt Münster)

+++ Die Buchkette Thalia hat das Kinderkaufhaus Mukk gekauft. (Thalia)

+++ Die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus“ wechselt zum neuen Jahr den Träger und zieht aus der Villa ten Hompel zum Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen NRW um. (Stadt Münster)

+++ Götz Alsmann hat für Preußen Münster eine neue Vereinshymne mit dem Titel „Fußball-Sinfonie“ aufgenommen. (Antenne Münster)

+++ Die Münsteraner Feuerwehr startet eine Ehrenamts-Kampagne, um neue Ehrenamtliche zu gewinnen. (Stadt Münster)

Unbezahlte Werbung

Normalerweise empfehlen wir hier Geschäfte, Restaurants oder Cafés. Heute kommt ein Tipp für unsere vierbeinigen Freund:innen: Die Manufaktur Souleashes im Geistviertel fertigt sehr hübsche Halsbänder und Leinen für Hunde. Seit 2015 stellen Christina Feldmann und Team aus Tauwerk und Leder zum Beispiel variable Schulterleinen in verschiedenen Farben, aber auch Geschirr für kleine Hunde, spezielle Hundemarken und so manches mehr her. Auf der Website finden Sie Anleitungen zum richtigen Ausmessen Ihres Vierbeiners, falls Sie gern online bestellen möchten. Der Showroom öffnet jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr, außerhalb der Öffnungszeiten kann man aber auch individuelle Besuche vereinbaren.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Heute hat Annalena Zernott in den Kalender geschaut und kann Ihnen diese Veranstaltungen empfehlen:

+++ Wenn Sie Ihren Nachwuchs zwischen 6 und 12 Jahren am Samstag mit zum Wochenmarkt nehmen, dann lassen Sie ihn doch gleich sein eigenes Mittagessen kochen. In der mobilen Fahrradküche des Ernährungsrats Münster, der Spachtel-Leeze, werden um 10:30 Uhr und um 12:45 Uhr regionale, saisonale und nachhaltige Zutaten gemeinsam zu leckeren Gerichten verarbeitet und anschließend verspeist. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. Für den Termin ab 13 Uhr gibt es noch freie Plätze, hier können Sie sich dafür anmelden.

+++ Am Samstag um 15 Uhr führt die Ballettgruppe der Uni Münster das Stück „Peter Pan“ im Hörsaal L10 im IfAS-Lehrgebäude der Uniklinik auf. In der Pause werden Spenden für den Verein herzkranker Kinder gesammelt. Außerdem können Sie sich für die Stammzellenspenderdatei typisieren lassen. Der Eintritt ist frei. Auf der Facebook-Seite und hier finden Sie ausführliche Informationen.

 +++ Unter dem Motto „Flötenuhr – Sehnsuchtsort Orgel“ lädt am Samstag um 20 Uhr Ann-Helena Schlüter zu einem Orgelkonzert in die Apostelkirche ein. Gespielt werden Werke von Bach, Mozart, Ritter, Beethoven, Haydn und Schlüter selbst. An der Abendkasse bekommen Sie Karten zum Preis von 10 Euro.

 +++ Am Samstag ab 22:30 Uhr können Sie gemeinsam mit anderen Interessierten an einer Führung zum Thema Nachtfalter teilnehmen. Die Exkursion dauert etwa 2,5 Stunden. Am besten ziehen Sie vernünftige Schuhe an und nehmen ein paar Snacks, eine Sitzmöglichkeit und eine Taschenlampe mit. Die Teilnahme ist kostenlos, Treffpunkt ist der Gärtnerhof Entrup 119 in Altenberge. Anmelden können Sie sich per E-Mail oder Telefon. Die Kontaktdaten und alle weiteren Informationen finden Sie hier.

+++ Die Gruppe „Gievenbeck solidarisch“ veranstaltet am Sonntag ein Stadtviertelfest mit Musik, Picknick, Grillen und Stockbrot. Beginn ist um 16 Uhr am Grünen Finger.

Und was steht sonst noch so im RUMS-Brief?

Wer psychisch krank wird, braucht Zeit. Auf einen Therapieplatz wartet man Monate. Dabei gibt es in Münster auf dem Papier viel zu viele Praxen. Jeannine Kecker hat sich für RUMS angeschaut, wie das zusammenpasst.

Herzliche Grüße

Svenja Stühmeier

Mitarbeit: Annalena Zernott (aze), Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth 

PS

Wie vielschichtig der Begriff „Demokratie“ ist, haben wir zu Beginn des RUMS-Briefs gesehen. Auf einen Punkt möchten wir zum Schluss noch zu sprechen kommen: auf die Rolle der Medien. Gut und umfassend informiert zu werden, ist eine wichtige Voraussetzung für Entscheidungen in unserer Demokratie. Aber leider fühlen sich viele Menschen immer öfter nachrichtenmüde. Sie schalten aus, wenn die Tagesschau im Fernsehen läuft, bestellen die Zeitung ab, hören im Radio weg, wenn die Nachrichtensendung beginnt. Häufiges Gefühl dabei: Journalismus ist zu negativ. Geht das nicht anders? Über diese Frage hat der Deutschlandfunk heute eine Sendung ausgestrahlt. Eingeladen in der Gesprächsrunde war auch Chris Vielhaus von unseren Büronachbarn „Perspective Daily“. Er plädiert für eine Berichterstattung, die keine Probleme verschweigt, aber auch Lösungen aufzeigt. Den kompletten Beitrag über konstruktiven Journalismus können Sie hier nachhören.

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