Sanieren, bis die Kurve fällt | Girls‘ Day bei RUMS | Kostenloses Probeabo

Porträt von Constanze Busch
von Constanze Busch

Münster, 14. April 2022

heute ist ein famoser Tag: ein Donnerstag, der sich nicht wie sonst mit dem Titel Vize-Freitag begnügen muss, sondern wie ein richtiger Freitag schnurstracks ins Wochenende führt. Sogar in ein langes. Und weil wir uns hier in der Redaktion selbst einen freien Karfreitag genehmigt haben, schicken wir Ihnen den Brief schon heute.

Wenn Sie nicht aufs Ungewohnte kommen wollen, können Sie ihn natürlich auch einfach für morgen aufheben. Das ist ja das Tolle an solchen E-Mails, sie werden nicht schlecht, anders als Zeitungen vergilben sie auch nicht und sehen sogar in ein paar Wochen noch taufrisch aus.

Klimaneutralität: Realität und Ziele

Ralf Heimann hatte Ihnen am Dienstag im PS das Projekt Klimawatch verlinkt, das die Fortschritte beim Klimaschutz dokumentiert. Oben auf dieser Seite können Sie schätzen, bis wann Münster seine Emissionen auf Null senken müsste.

Falls Sie gerade keine Lust haben zu raten, kommt hier natürlich direkt die Auflösung: Um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen, hätte Münster bis etwa 2033 Zeit (rotgestrichelte Linie in der Grafik „Realität und Ziele“). Die Stadt hat sich vorgenommen, es bis 2030 zu schaffen (grüngestrichelte Linie).

Und wie läuft es nun? Das zeigt die gepunktete grüne Linie („Trend“) an. Sie bewegt sich zwar nach unten, aber eher träge, während die Soll-Kurve wie eine Achterbahn von jetzt bis 2030 steil nach unten abfällt.

Die Stadt hat im letzten Sommer eine erste Konzeptstudie zur Klimaneutralität veröffentlicht, in der steht, wie sie auf die Achterbahn-Kurve einbiegen und die klimaschädlichen Emissionen bis 2030 auf Null drücken könnte (RUMS-Brief von Juni). Ein paar Monate später legte die Verwaltung eine ausführlichere Fassung der Studie und dazu eine Liste mit sogenannten Ad-hoc-Maßnahmen vor, mit denen quasi sofort Treibhausgasemissionen eingespart werden sollten. So richtig klappt das zwar nicht: Die meisten Dinge auf der Liste sind keine konkreten, schnell umsetzbaren Maßnahmen, sondern längerfristige Vorhaben. Aber das Papier zeigt trotzdem, wo die Stadt etwas tun kann und muss.

Ein Punkt auf der Liste heißt: klimaneutrale städtische Gebäude. Und hier wird es nun zumindest konkreter. Der Rat hat in der vergangenen Woche die Stadtverwaltung beauftragt, die Sanierung von 46 Gebäuden voranzubringen. Diese Gebäude hat die Stadt aus ihrem Bestand von mehreren hundert Kitas, Sporthallen, Schul- und Verwaltungsgebäuden herausgesucht, mit denen es losgehen soll. Das Kriterium: ein besonders günstiges Verhältnis von Aufwand und möglicher Energieeinsparung.

35 der 46 Gebäude sind Schulen. Außerdem dabei: die Stadthäuser 1 (Klemensstraße) und 3 (Albersloher Weg), die Feuerwache 1 am York-Ring, das Stadttheater, das Stadtmuseum, die Hallenbäder Hiltrup und Ost und mehrere Sporthallen.

Knapp 320 Millionen Euro soll es kosten, diese Gebäude bis 2030 so umzurüsten, dass sie deutlich weniger Strom und Wärme verbrauchen – und wenn, dann nur aus erneuerbaren Energiequellen. Zum Vergleich: Seit Anfang 2020 hat die Stadt 16,5 Millionen Euro für energetische Sanierungen von eigenen Gebäuden ausgegeben, so teilte das Kommunikationsamt uns auf Anfrage mit. Schlanke fünf Prozent der Summe, die nun für die nächsten acht Jahre eingeplant ist.

Im RUMS-Brief für unsere Abonnent:innen schauen wir uns heute an, wie die Stadt die gewaltige Summe für die energetischen Sanierungen aufbringen will, und welche Herausforderungen das Vorhaben sonst noch mit sich bringt. Mit unserem kostenlosen 30-Tage-Probeabo können Sie den Brief lesen.

Herzliche Grüße

Constanze Busch

PS

Am 28. April ist Girls’ Day, und wer Girls sagt, muss auch RUMS sagen. Wir laden insgesamt zehn Mädchen zu uns in die Redaktion ein, erzählen und zeigen ihnen, wie wir arbeiten, und beantworten Fragen zu unserem Beruf. Und jetzt kommt’s: Es sind noch Plätze frei. Falls Sie also eine Tochter, Nichte oder Enkelin haben, die uns gerne einen Tag lang besuchen würde, melden Sie sich gern per E-Mail. Wir freuen uns!

Das Ganze würden wir übrigens gern auch für Jungen anbieten, aber leider findet der „Boys’ Day“ am selben Tag statt, und die Gruppen sollen der Idee nach möglichst getrennt nach Geschlechtern teilnehmen. Deshalb laden wir die Jungen einfach im nächsten Jahr ein.

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