Fahndungsfotos. Warum erst jetzt? | Überwachung durch Schulsoftware | Kopfwerk

Porträt von Ralf Heimann
Mit Ralf Heimann

Münster, 21. März 2023

die Polizei hat heute Nachmittag ein Foto des Mannes veröffentlicht, der am Wochenende auf dem Send einen Familienvater erstochen haben soll, während die Familienmutter und das gemeinsame Kind zuschauten. Eine unglaublich grausame Tat. Man würde sagen: Die Polizei muss alles machen, um den Täter zu finden. Aber die Fahndungsfotos sind erst jetzt erschienen, fast drei Tage später. Dafür gibt es mögliche Erklärungen, aber es bleiben auch Fragen.

Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei 21 Jahre alt und kasachischer Staatsbürger. Er sei polizeibekannt, schreibt die Mordkommission in einer Pressemitteilung. Man hatte also schon vorher mit ihm zu tun gehabt. Daher muss die Polizei nun nicht die Videobilder vom Send veröffentlichen. Sie kann ihre eigenen Fotos verwenden.

Bis heute Nachmittag konnte der Mann sich noch frei bewegen, ohne befürchten zu müssen, auch von Menschen ohne Uniform erkannt zu werden. Vielleicht hat er den Vorsprung, den man ihm gegeben hat, genutzt, um zu verschwinden. Haben Polizei und Staatsanwaltschaft sich zu lange Zeit gelassen?

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt sagt, es habe konkrete Ermittlungsansätze gegeben. Man habe also Möglichkeiten gesehen, den Mann zu identifizieren, ohne Fotos zu veröffentlichen. Und wenn das so ist, müssen die Behörden erst diese Möglichkeiten ausschöpfen.

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