E-Scooter: Déjà-vu nach 200 Jahren | Klimaschutz: Von unten geht’s nicht | Hasenstall am Servatiikirchplatz

Porträt von Ralf Heimann
Mit Ralf Heimann

Münster, 4. April 2023

in Paris werden bald keine Leih-E-Scooter mehr fahren, denn 89 Prozent der Menschen haben sich in einer Bürgerbefragung dagegen ausgesprochen. Das schreibt jedenfalls die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in den ersten Sätzen eines Artikels, um weiter unten zu erklären: Es war doch etwas anders.

Tatsächlich haben 7,5 Prozent der 1,3 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung teilgenommen, also im Grunde nur ein Bruchteil. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo von der sozialistischen Partei nannte das Ergebnis einen „Sieg der lokalen Demokratie“. Doch das kann man auch anders sehen, denn fast 93 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Meinung nicht geäußert. Vielleicht war es auch einfach ein Sieg der wütenden Traditionalisten.

Klar, die Roller machen Ärger, denn Menschen haben die natürliche Tendenz, mit geliehenen Dingen anders umzugehen als mit ihrem Eigentum. Sie lassen die Scooter gern genau an der Stelle stehen, wo sie entschieden haben, ihren Weg zu Fuß fortzusetzen, oft ist das mitten auf dem Gehweg. Dass E-Scooter nach zwölf Flaschen Bier keine Alternative zum Taxi sind, spricht sich in den Städten nur langsam herum. Und: Es passieren viele Unfälle, an denen Roller beteiligt sind. Aber gegen Autos ist das seltsamerweise kein Argument. Dabei könnte man es auch so sehen wie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, der sagt: Wenn Autos in den Städten nur 30 fahren dürften, würden auch nicht so viele Unfälle mit E-Scootern passieren.

Hinter der Abneigung gegen die Roller steht noch etwas anderes: Sie fallen schon deshalb unangenehm auf, weil sie im Stadtbild neu sind.

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