CSD-Angriff: Verdächtiger in Untersuchungshaft | Wasserstoff-Pläne für Münster | Kompromiss für das Preußen-Stadion

Müns­ter, 6. Sep­tem­ber 2022

Guten Tag,

seit Sams­tag sitzt der 20-jäh­ri­ge Mann, der mut­maß­lich eine Woche zuvor den 25-jäh­ri­gen trans Mann Mal­te beim Chris­to­pher-Street-Day ange­grif­fen und töd­lich ver­letzt hat­te, in Unter­su­chungs­haft. Die Poli­zei hat­te letz­te Woche etli­che Zeu­gen­hin­wei­se, Bil­der und Vide­os aus­ge­wer­tet und dabei ein Bild des Tat­ver­däch­ti­gen gefun­den. Eine Poli­zis­tin erkann­te ihn am Frei­tag­nach­mit­tag am Haupt­bahn­hof und nahm ihn fest. Bis­her hat der Mann noch kei­ne Aus­sa­ge gemacht. Die Staats­an­walt­schaft ermit­telt nun gegen ihn wegen Kör­per­ver­let­zung mit Todesfolge.

Laut Ober­staats­an­walt Dirk Oll­ech ist der 20-Jäh­ri­ge schon mehr­fach „straf­recht­lich in Erschei­nung getre­ten“, es gab meh­re­re Ver­fah­ren wegen Kör­per­ver­let­zung. In einem Fall wur­de er ver­ur­teilt (und ist damit ein­schlä­gig vor­be­straft), aller­dings nicht zu einer Haft­stra­fe. Im Jugend­straf­recht sind auch ande­re Sank­tio­nen mög­lich, erklärt Dirk Oll­ech, bei­spiel­haft nennt er Geld­stra­fen, gemein­nüt­zi­ge Arbeit oder Anti-Aggressions-Trainings.

Kundgebungen in Münster und ganz Deutschland

Kurz nach­dem die Poli­zei am Frei­tag­abend in einer Pres­se­mit­tei­lung über die Fest­nah­me des Tat­ver­däch­ti­gen infor­miert hat­te, begann am Prin­zi­palmarkt eine Kund­ge­bung gegen queer­feind­li­che Gewalt. Meh­re­re tau­send Men­schen hat­ten sich zum Geden­ken an den ver­stor­be­nen Mal­te vor dem his­to­ri­schen Rat­haus ver­sam­melt. Im Lau­fe der Kund­ge­bung wur­de die Nach­richt von der Fest­nah­me bekannt gege­ben. Die Teil­neh­men­den applau­dier­ten dar­auf­hin. Hass oder Häme gegen­über dem Tat­ver­däch­ti­gen war aller­dings nicht zu spü­ren. Vie­le Teil­neh­men­de waren ein­fach erleichtert.

Auf der Kund­ge­bung spra­chen Vertreter:innen ver­schie­de­ner quee­rer Ver­ei­ne in Müns­ter. Sie berich­te­ten von der Dis­kri­mi­nie­rung, der Gewalt und den Aggres­sio­nen, die Frau­en und nicht-hete­ro­se­xu­el­le Men­schen im All­tag erle­ben. Aber auch von Soli­da­ri­tät und Unter­stüt­zung. Felix Adri­an Schäper vom Ver­ein Trans*-Inter*-Münster freu­te sich, dass so vie­le Men­schen zur Kund­ge­bung gekom­men sind. Er sag­te: „Das zeigt, wir sind kei­ne Min­der­heit. Wir sind kei­ne Rand­grup­pe. Die, die den Hass haben, sind eine Min­der­heit und eine Randgruppe.“ 

Auch in vie­len ande­ren Städ­ten in Deutsch­land gab es Kund­ge­bun­gen, zum Bei­spiel in Bie­le­feld, Nürn­berg und Kiel.

Begleiter war offenbar nicht beteiligt

Am Sonn­tag hat sich der Beglei­ter des Tat­ver­däch­ti­gen bei der Poli­zei gemel­det. Er war eben­falls gesucht wor­den, um zu klä­ren, ob er an dem Angriff beim Chris­to­pher-Street-Day betei­ligt war. Das ist offen­bar nicht der Fall, wie sich bei sei­ner Ver­neh­mung am Mon­tag her­aus­ge­stellt hat. Poli­zei und Staats­an­walt­schaft ermit­teln des­halb nicht mehr gegen ihn.

Das sind die Din­ge, die wir bis­her sicher wis­sen. Und jetzt kommt der schwie­ri­ge Teil. Es sind längst Gerüch­te über den Tat­ver­däch­ti­gen im Umlauf, die Bild-Zei­tung hat­te vie­le mut­maß­li­che Details sei­ner Iden­ti­tät, Natio­na­li­tät und Fami­li­en­ge­schich­te ver­öf­fent­licht. In die­sem Brief sol­len sie nicht vor­kom­men, weil zu vie­les davon Ver­mu­tun­gen wären. Bei kei­nem Detail lässt sich jetzt schon sicher sagen, dass es in einem Zusam­men­hang zu dem Angriff steht, den der Tat­ver­däch­ti­ge bis­her noch gar nicht gestan­den hat.

Es werden immer mehr queerfeindliche Taten registriert

Was sich sagen lässt: Dass der 20-Jäh­ri­ge die bei­den Frau­en am Ran­de des CSD als „les­bi­sche Hure“ beschimpft und bedroht hat, war eine queer­feind­li­che Tat. Dass er anschlie­ßend den 25-jäh­ri­gen Mann angriff und nie­der­schlug, der die Frau­en schüt­zen woll­te, ist eine unmit­tel­ba­re Fol­ge davon. Ob es eine Rol­le spiel­te, dass der Ver­tei­di­ger ein trans Mann war, ist bis­her unklar.

Mit dem Begriff Queer­feind­lich­keit sind Dis­kri­mi­nie­rung, ver­ba­le und kör­per­li­che Angrif­fe zum Bei­spiel gegen homo- und bise­xu­el­le Men­schen oder trans Per­so­nen gemeint. Seit Jah­ren wer­den immer mehr sol­cher Taten erfasst. Das kann dar­an lie­gen, dass es tat­säch­lich mehr Fäl­le gibt. Es kann auch dar­an lie­gen, dass sie inzwi­schen häu­fi­ger als queer­feind­li­che Taten in die Sta­tis­tik ein­ge­hen, wäh­rend frü­her das Motiv gar nicht erkannt oder erfasst wur­de – auch jetzt gibt es etwa bei trans­feind­li­chen Taten offen­bar immer noch ein gro­ßes Dun­kel­feld. Wenn es tat­säch­lich mehr Angrif­fe gibt, ist eine zuneh­men­de Feind­lich­keit die Ursa­che? Oder zei­gen sich mehr quee­re Men­schen öffent­lich und wer­den des­halb auch häu­fi­ger ange­grif­fen, ein­fach weil sie sicht­ba­rer sind? Es kann auch eine Mischung aus allen Grün­den sein. Tat­sa­che ist aber, dass nach wie vor vie­le quee­re Men­schen Angst vor Anfein­dun­gen und Angrif­fen haben und ihre Sexua­li­tät oder Iden­ti­tät des­halb nicht offen leben; laut einer Stu­die sind es in Deutsch­land fast die Hälfte.

Auf die­ser trau­ri­gen Tat­sa­che soll­te jetzt der Fokus lie­gen, nicht auf der Iden­ti­tät eines ein­zel­nen Täters. Wie es quee­ren Men­schen in unse­rer Gesell­schaft geht, ist zu sel­ten The­ma – auch hier bei uns. Wir ver­su­chen, das in Zukunft bes­ser zu machen.

Das ist nötig. In Bre­men wur­de am ver­gan­ge­nen Sams­tag eine trans Frau von Jugend­li­chen belei­digt, kör­per­lich ange­grif­fen und schwer ver­letzt. (cbu/sfo)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Kom­pro­miss für das Preußen-Stadion
  • Medi­en­schau: Mar­kus Lewe spricht über Geld
  • Strom­sper­ren: Här­te­fall­fonds als Lösung?
  • Müns­ters Wasserstoff-Pläne
  • Coro­na-Update: Über­blick über den Omikron-Impfstoff
  • Ein-Satz-Zen­tra­le: Das Bis­tum muss sparen
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Lecke­rei­en bei Wilma
  • Drin­nen und Drau­ßen: Kino, Kino, Kino

Kurz und Klein

+++ Wie immer vor den Rats­sit­zun­gen wer­be ich für das Demo­kra­tie-Live-Erleb­nis. Sie kön­nen mor­gen ab 16:15 Uhr im Rat­haus am Prin­zi­palmarkt oder online zuschau­en. Eini­ge The­men, um die es gehen wird, fin­den Sie in die­sem Brief, und hier die gesam­te Tages­ord­nung. (cbu)

+++ Und hier kommt direkt das ers­te The­ma für mor­gen, das Preu­ßen-Sta­di­on. Die Par­tei­en im Rat haben sich kurz vor der Rats­sit­zung auf einen Kom­pro­miss geei­nigt, der es mög­lich machen soll, das Sta­di­on wei­ter aus­zu­bau­en, ohne den fest­ge­leg­ten Finanz­rah­men zu spren­gen. Wie das gelin­gen soll, skiz­ziert das Rat­haus­bünd­nis aus Grü­nen, SPD und Volt in einem Ände­rungs­an­trag, den vor­aus­sicht­lich auch die CDU mit­tra­gen wird – zu erken­nen am Par­tei­lo­go in der Kopf­zei­le. Auf die etwa 20 Mil­lio­nen Euro teu­re Mobil­sta­ti­on wol­len die Par­tei­en danach erst mal ver­zich­ten. Bei der Ent­schei­dung dar­über, wel­che Tri­bü­ne zuerst gebaut wird, wel­che spä­ter und wel­che mög­li­cher­wei­se gar nicht, sol­len der Fuß­ball­ver­ein und die Fans mit­ent­schei­den. Damit schiebt die Poli­tik einen zen­tra­len Kon­flikt rüber zum Ver­ein. Das ist die Fra­ge: Was ist wich­ti­ger – die lukra­ti­ve Nord­tri­bü­ne mit den VIP-Logen oder die Ost­tri­bü­ne für die Preu­ßen-Fans? Am Plan, das Sta­di­on zu einem soge­nann­ten Plus-Ener­gie-Sta­di­on zu machen, das Ener­gie pro­du­ziert, will man fest­hal­ten, auch wenn die Inves­ti­ti­ons­kos­ten damit stei­gen. Unter dem Strich soll der Aus­bau damit wirt­schaft­li­cher und kli­ma­freund­li­cher wer­den. Offen ist wei­ter, wie viel Geld die für den Bau zustän­di­ge und extra zu die­sem Zweck gegrün­de­te städ­ti­sche Gesell­schaft Bau­wer­ke für ihre Diens­te bekom­men wird – und ob sich der Pacht­ver­trag mit dem Ver­ein so aus­ge­stal­ten lässt, dass die Stadt die Vor­steu­er abzie­hen kann. Das wür­de in den Pla­nun­gen meh­re­re Mil­lio­nen Euro aus­ma­chen. Der Sport­aus­schuss und die Bezirks­ver­tre­tung Hil­trup (Kor­rek­tur­hin­weis: Wir hat­ten erst Bezirks­ver­tre­tung Mit­te geschrie­ben) haben die Sta­di­on­plä­ne in ihrer gemein­sa­men Sit­zung heu­te Abend schon beschlos­sen. Mor­gen Abend ist der Rat dran. Am Frei­tag erklä­ren wir das alles etwas aus­führ­li­cher. (rhe)

+++ Der Ober­bür­ger­meis­ter hat letz­te Woche und am Wochen­en­de gleich zwei gro­ße Inter­views gege­ben. Es ging um alles, was gera­de in der Welt und in Müns­ter pas­siert, und vor allem um Geld. Mal hören, was Mar­kus Lewe dazu sagt. Der Deutsch­land­funk woll­te wis­sen, ob die Stadt in der aktu­el­len Situa­ti­on noch Kre­di­te von der Bank bekom­me. Lewe ant­wor­te­te, die Fra­ge sei eher, ob die Stadt sie zurück­zah­len kön­ne, kor­ri­gier­te die­se Aus­sa­ge aber schnell. Natür­lich zah­le die Stadt Geld zurück, aber die „man­nig­fal­ti­gen“ Kri­sen führ­ten zu „mul­ti­plen Man­gel­la­gen“, sodass nicht viel übrig blei­be. Aus­bau­fä­hig sei auch die „ver­trau­ens­vol­le Basis“ zwi­schen Bund, Län­dern und Kom­mu­nen. Dafür for­der­te Lewe zum Bei­spiel mehr Wert­schät­zung und einen Ret­tungs­schirm für die Stadt­wer­ke. Ret­tungs­schirm ist ja immer ein hüb­sche­res Wort für Geld. Wie viel Geld denn? „Es geht um einen Schirm, da fra­ge ich nicht, wie teu­er der ist, den span­ne ich auf, wenn es reg­net“, ant­wor­te­te Lewe. Wel­che Sum­me der Stadt selbst fehlt, steht auch im Inter­view mit den West­fä­li­schen Nach­rich­ten nicht. Nur, dass man bei Bau­pro­jek­ten die Stan­dards der Maß­nah­men zur CO2-Reduk­ti­on und die Kos­ten ins Ver­hält­nis set­zen müs­se. Es müs­se schließ­lich nicht immer Pla­tin sein, Gold sei auch nicht übel. Und noch eine Fra­ge zum Geld: Haben die Kom­mu­nen in den letz­ten Jah­ren nicht zu viel bil­li­ges Geld bekom­men? „Die Situa­ti­on war sehr kom­for­ta­bel, aber wir leben nicht mehr in kom­for­ta­blen Zei­ten.“ (ast)

+++ Der Müns­te­ra­ner Dom­propst Kurt Schul­te ver­zich­tet auf sei­ne Kir­chen­äm­ter. Das hat das Bis­tum Müns­ter ges­tern mit­ge­teilt. Bischof Felix Genn hat­te Schul­te Ende Juni bis auf Wei­te­res beur­laubt, nach­dem Vor­wür­fe gegen ihn erho­ben wur­den. Er soll sich zwei Per­so­nen gegen­über „grenz­über­schrei­tend und unan­ge­mes­sen“ ver­hal­ten haben. Im Zuge der Auf­ar­bei­tung von sexu­el­lem Miss­brauch im Bis­tum hat­ten sich die bei­den Per­so­nen mit Beschul­di­gun­gen gemel­det. Das Bis­tum lei­te­te die­se Mel­dun­gen an die Staats­an­walt­schaft wei­ter. Letzt­lich stell­te sie aber die Ermitt­lun­gen ein, weil sich kein Anfangs­ver­dacht gegen Schul­te erge­ben hät­te, schreibt das Bis­tum in einer Pres­se­mit­tei­lung. Der Amts­ver­zicht stün­de auch nicht im Zusam­men­hang mit den Ermitt­lun­gen. Schul­te habe Bischof Genn mit­ge­teilt, aus allen Ämtern aus­schei­den zu wol­len. Die­ser Bit­te sei Genn schließ­lich nach­ge­kom­men. (sfo)

Wie es hätte weitergehen können – mit den Stromsperren

Nor­ma­ler­wei­se erzäh­len wir an die­ser Stel­le Geschich­ten wei­ter, aber Sie sehen es schon an der Über­schrift: In die­sem Text wird es nicht um eine Fort­set­zung gehen, son­dern um die Suche nach Lösun­gen. Das hat einen Grund: Vor Kur­zem berich­te­ten wir über die 329 Strom­sper­ren, die die Stadt­wer­ke Müns­ter bis Ende Juli 2022 gegen ver­schul­de­te Kund:innen ver­hängt haben (RUMS-Brief vom 26. August). Dar­auf­hin mel­de­te sich ein Leser bei uns mit der Idee, die Stadt und die Stadt­wer­ke könn­ten einen Här­te­fall­fonds ein­rich­ten, über den betrof­fe­ne Verbraucher:innen ihre Strom­schul­den aus­glei­chen könnten.

Wir haben uns des­halb, ganz im Sin­ne des kon­struk­ti­ven Jour­na­lis­mus, ein­mal auf die Suche nach Vor­bil­dern für eine sol­che Lösung gemacht. Und tat­säch­lich: Wie das evan­ge­li­sche Sonn­tags­blatt kürz­lich berich­te­te, gibt es schon man­cher­orts sol­che Här­te­fall­fonds. Zum Bei­spiel in Han­no­ver: Die Stadt und die Stadt­wer­ke ver­wal­ten dort seit zehn Jah­ren einen gemein­sa­men Topf, aus dem Men­schen auf Antrag Geld bekom­men, wenn sie in die Ener­gie­ar­mut abrut­schen. Nach Anga­ben des han­no­ver­schen Strom­ver­sor­gers Ener­ci­ty konn­ten dadurch seit 2012 rund 10.000 Strom­sper­ren abge­wen­det wer­den, ins­ge­samt sei die Zahl gleich­zei­tig um 45 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Bis 2022 stell­te Ener­ci­ty dem Fonds nach eige­nen Anga­ben jedes Jahr 150.000 Euro zur Ver­fü­gung, künf­tig sol­len es 350.000 Euro sein.

Die­ses Modell fin­det Anklang. In Ber­lin, Sach­sen, Thü­rin­gen und Nie­der­sach­sen sind laut Sonn­tags­blatt lan­des­wei­te Här­te­fall­fonds im Gespräch. Die Bür­ger­schaft der Han­se­stadt Bre­men hat im März 2021 einen sol­chen Fonds mit 250.000 Euro auf den Weg gebracht. Über 4.000 Strom­sper­ren wer­den dort jedes Jahr ver­hängt. Dafür hat das Land Bre­men bereits einen run­den Tisch mit Vertreter:innen von Ver­wal­tung und Ener­gie­fir­men ein­ge­rich­tet. Men­schen mit Ener­gie­schul­den kön­nen dort Hil­fe suchen.

Ähn­lich funk­tio­niert das Gan­ze auch im Saar­land. Dort kön­nen sich Betrof­fe­ne zunächst an eine Hilfs­stel­le wen­den, sobald eine Strom­sper­re droht. Sie ver­sucht dann, mit den Ener­gie­ver­sor­gern, Behör­den und Sozi­al­ver­bän­den eine Lösung zu fin­den. Klappt das nicht, über­nimmt der Fond die Hälf­te der Strom­schul­den. Von den 200.000 Euro im Topf waren Ende 2021 bis­her 23.000 Euro abge­flos­sen. Jedes Jahr sind 2.000 bis 3.000 Haus­hal­te im Saar­land von Strom­sper­ren betroffen.

Wie sieht das in Müns­ter aus? Die Stadt­wer­ke und das Pres­se­amt der Stadt ant­wor­ten uns gemein­sam. Sie schrei­ben, die Stadt­wer­ke stün­den im Aus­tausch mit den Sozi­al­hil­fe­trä­gern. Das habe sich bewährt, denn die Zahl der Strom­sper­ren sei mit 500 bis 600 pro Jahr ver­gleichs­wei­se gering.

Ob sich die Stadt und die Stadt­wer­ke schon ein­mal mit einem Här­te­fall­fonds für Müns­ter aus­ein­an­der­ge­setzt haben, geht aus dem Ant­wort­schrei­ben nicht her­vor. Ver­glei­che mit Han­no­ver und Bre­men sei­en schwie­rig, heißt es dort. Die Fonds wür­den wenig genutzt und man müs­se abwar­ten, ob sie „Bestand haben und Wir­kung ent­fal­ten“ wer­den, wenn mehr Men­schen der Strom abge­stellt wer­den muss und sich die wirt­schaft­li­che Lage für die Stadt­wer­ke verschlechtere.

Aber viel­leicht schafft der Bund eine Lösung. Dort sind zwei Vor­schlä­ge im Gespräch: Bun­des­ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Stef­fi Lem­ke von den Grü­nen will ein Mora­to­ri­um für Strom­sper­ren „im Kri­sen­fall“ und die Links­frak­ti­on im Bun­des­tag for­dert ein Ver­bot von Strom­sper­ren. (sfo)

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Wasserstoff: Eine Reise von Münster nach Australien

Am Frei­tag habe ich in mei­nem Brief lie­be­voll-iro­nisch geschrie­ben, dass Müns­ter ger­ne groß denkt. Und das passt auch sehr schön zu einem The­ma, mit dem sich mor­gen Abend der Rat beschäf­ti­gen wird: Die Stadt will gezielt in die neu ent­ste­hen­de Was­ser­stoff­wirt­schaft ein­stei­gen und soll dafür eine:n Koordinator:in bekom­men, die oder der sich um alles küm­mert. Ich habe mir ange­schaut, was genau geplant ist, was das für Müns­ter brin­gen kann und was nicht.

Was der oder die Wasserstoff-Beauftragte machen soll

Bis­her haben in Müns­ter acht Insti­tu­tio­nen und Unter­neh­men direkt oder indi­rekt mit dem The­ma Was­ser­stoff zu tun, zum Bei­spiel die Fach­hoch­schu­le (For­schung), die West­fa­len AG (Was­ser­stoff­her­stel­lung und -tank­stel­le), die Stadt­wer­ke (ein was­ser­stoff­be­trie­be­ner Bus im Test­be­trieb) und die Abfall­wirt­schafts­be­trie­be (zwei was­ser­stoff­be­trie­be­ne Müll­fahr­zeu­ge geplant).

Bei der künf­ti­gen Koordinator:in (es wird wahr­schein­lich jemand von der Tech­no­lo­gie­för­de­rung) sol­len inner­halb der Stadt alle Fäden zusam­men­lau­fen; im Rats­pa­pier heißt das etwas sper­rig „zen­tra­le Bün­de­lungs­stel­le zum The­men­kom­plex Was­ser­stoff im Stadt­kon­zern Müns­ter“. Der oder die H2-Beauf­trag­te soll Müns­ter aber auch regio­nal und über­re­gio­nal ver­net­zen, denk­bar wäre da etwa die Initia­ti­ve Get H2, die eine Was­ser­stoff-Infra­struk­tur in Deutsch­land auf­bau­en will (dar­um ging es in die­sem Brief schon ein­mal). Und, ganz wich­tig: Sie oder er soll pas­sen­de För­der­pro­gram­me auftun.

Was das für Münster und die Region bringen kann

Grund­sätz­lich kann Was­ser­stoff eine gan­ze Men­ge, zum Bei­spiel Ener­gie spei­chern und spä­ter in Form von Wär­me oder Strom wie­der abge­ben, gro­ße Fahr­zeu­ge antrei­ben, die für Elek­tro­an­trie­be zu schwer sind, und in der Indus­trie Koh­le erset­zen, etwa in der Stahl­pro­duk­ti­on. Die Wirt­schaft und die Infra­struk­tur rund um die­se Mög­lich­kei­ten sind noch im Auf­bau, und das könn­te für Müns­ter eine Chan­ce sein. Die Stadt wird zwar nicht unbe­dingt als Pro­duk­ti­ons­ort für grü­nen (also mit Hil­fe kli­ma­neu­tra­ler Ener­gie her­ge­stell­ten) Was­ser­stoff in Fra­ge kom­men, weil es dafür hier auch in Zukunft nicht genü­gend Solar­an­la­gen und Wind­rä­der geben wird. Und sie wird – anders als etwa das Ruhr­ge­biet – auch kein rie­si­ger Abneh­mer wer­den, son­dern in einem eher über­schau­ba­ren Rah­men Was­ser­stoff für Müll­au­tos, Lkw-Flot­ten oder Bus­se brau­chen (anders als in Pkw kann sich ein Was­ser­stoff­an­trieb in sehr gro­ßen, schwe­ren Fahr­zeu­gen loh­nen). For­schungs­ein­rich­tun­gen und Unter­neh­men in Müns­ter und dem Müns­ter­land könn­ten aber – so hof­fen die Stadt und ver­schie­de­ne Wirt­schafts­ver­bän­de – viel zur Ent­wick­lung bei­tra­gen und eine Zulie­fer­re­gi­on für die ent­ste­hen­de Bran­che wer­den (dar­um ging es hier auch schon einmal).

Was die Wasserstoff-Vorhaben nicht leisten können

Etwas pro­ble­ma­tisch ist, dass das Rats­pa­pier die Was­ser­stoff-Vor­ha­ben mit dem Ziel in Ver­bin­dung bringt, Müns­ter bis 2030 kli­ma­neu­tral zu machen. Und es schlägt auch einen Bogen zum rus­si­schen Angriffs­krieg auf die Ukrai­ne, der gebo­te­nen Unab­hän­gig­keit von rus­si­schen Gas­im­por­ten und gestie­ge­nen Prei­sen für fos­si­le Brenn­stof­fe. Bei all die­sen Her­aus­for­de­run­gen kann Was­ser­stoff kurz­fris­tig nicht hel­fen. Die Ver­wal­tung schreibt selbst von mit­tel- bis lang­fris­ti­gen Zie­len, lässt aber offen, von wel­chen Zeit­räu­men die Rede ist.

Nach allem, was wir jetzt wis­sen, wird es bis 2030 jeden­falls noch nichts. Deutsch­land wird sei­nen Bedarf an grü­nem Was­ser­stoff bei Wei­tem nicht aus eige­ner Her­stel­lung decken kön­nen. Die Natio­na­le Was­ser­stoff­stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung geht davon aus, dass Deutsch­land ab 2030 pro Jahr 90 bis 110 Tera­watt­stun­den Ener­gie aus Was­ser­stoff benö­ti­gen und davon 14 Tera­watt­stun­den selbst pro­du­zie­ren wird. Eine Tera­watt­stun­de sind eine Mil­li­ar­de Kilo­watt­stun­den, aber das hilft beim Vor­stel­len jetzt wahr­schein­lich auch nicht wei­ter. Des­halb hier zwei Vergleichswerte:

Wir müs­sen hier also in wirk­lich gro­ßen Dimen­sio­nen den­ken. Woher nehmen?

Es sind ver­schie­de­ne Län­der im Gespräch, aus denen Deutsch­land grü­nen Was­ser­stoff impor­tie­ren könn­te. Vier davon – Marok­ko, Spa­ni­en, Chi­le und die Nie­der­lan­de – haben sich das Wup­per­tal-Insti­tut, ein Fraun­ho­fer-Insti­tut und das arbeit­ge­ber­na­he Insti­tut der Deut­schen Wirt­schaft exem­pla­risch für eine Stu­die ange­schaut. Das Ergeb­nis: Die Län­der wer­den bis 2030 vor­aus­sicht­lich nicht die Men­gen Was­ser­stoff nach Deutsch­land lie­fern kön­nen, die hier ein­ge­plant wer­den, zum Bei­spiel weil sie mit dem Aus­bau von Solar- und Wind­parks nicht schnell genug hin­ter­her­kom­men und selbst immer mehr grü­ne Ener­gie brauchen.

Ein ande­res Bei­spiel: Deutsch­land hat gera­de eine Was­ser­stoff-Koope­ra­ti­on mit Aus­tra­li­en ange­sto­ßen. Aber: Es gibt noch kei­ne kon­kre­te Lie­fer­ver­ein­ba­rung, son­dern die bei­den Län­der wol­len Pro­jek­te för­dern, um eine gemein­sa­me Lie­fer­ket­te aufzubauen.

In Aus­tra­li­en steht eine Pilot­an­la­ge, die (bis­her noch nicht grü­nen) Was­ser­stoff für den Trans­port ver­flüs­si­gen soll, sie wird vor­aus­sicht­lich erst in den 2030er-Jah­ren wirt­schaft­lich arbei­ten kön­nen. Und apro­pos Trans­port: Der Was­ser­stoff müss­te mit Schif­fen nach Deutsch­land gebracht wer­den. Eini­ge Schiffs­mo­del­le führt die oben genann­te Stu­die von IW, Wup­per­tal- und Fraun­ho­fer-Insti­tut, die sich auch mit der Trans­port­fra­ge beschäf­tigt hat, noch mit dem Sta­tus „ange­dacht“. Beim nied­rigs­ten ange­nom­me­nen Import­be­darf in 2030 und mit einem Schiffs­typ, den es schon gibt, müss­ten pro Jahr 250 Schif­fe deut­sche Häfen ansteu­ern und Was­ser­stoff lie­fern. Und das wäre auch noch nicht grün: Die Schif­fe wer­den noch mit Die­sel ange­trie­ben, erst Mit­te der 2030er-Jah­re sind was­ser­stoff­be­trie­be­ne Model­le zu erwarten.

Das sind noch längst nicht alle Her­aus­for­de­run­gen, reicht aber, um zu sehen: Es braucht Geduld.

Worum geht es also?

Für die Stadt und die Regi­on geht es vor allem um wirt­schaft­li­che Inter­es­sen, sie sol­len nicht abge­hängt wer­den und sich neue Chan­cen eröff­nen. Sowas ist immer gut. Und es ist natür­lich auch eine gute Sache, dass Müns­ter die auf­stre­ben­de Tech­no­lo­gie mit vor­an­brin­gen soll, die so schnell wie mög­lich in der Indus­trie und für gro­ße Fahr­zeu­ge gebraucht wird. Um bis 2030 kli­ma­neu­tral oder schnell unab­hän­gig von Putin zu wer­den, kann grü­ner Was­ser­stoff aber kei­nen gro­ßen Bei­trag leis­ten; es wird ab 2030 erst rich­tig los­ge­hen. (cbu)

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Corona-Update

+++ Die Stadt mel­det heu­te 228 Neu­in­fek­tio­nen mit dem Coro­na­vi­rus in den letz­ten 24 Stun­den. Damit liegt die offi­zi­el­le Wochen­in­zi­denz in Müns­ter laut Robert-Koch-Insti­tut bei 266 posi­ti­ven PCR-Tests pro 100.000 Einwohner:innen in den letz­ten sie­ben Tagen; 1.285 Münsteraner:innen gel­ten heu­te als infi­ziert. Drei Men­schen lie­gen auf der Inten­siv­sta­ti­on, zwei von ihnen müs­sen beatmet wer­den. Seit Beginn der Pan­de­mie sind 230 Men­schen an oder mit einer Covid-19-Infek­ti­on gestor­ben. (ast)

+++ Bald soll er da sein, der lang erwar­te­te Omi­kron-Impf­stoff. 14 Mil­lio­nen Impf­do­sen soll Deutsch­land bekom­men, frü­hes­tens die­se Woche sol­len laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach die ers­ten Lie­fe­run­gen ankom­men, allein 2,8 Mil­lio­nen Dosen in Nord­rhein-West­fa­len. Wann genau der neue Impf­stoff in Müns­ter ange­kom­men wird, kann uns die Stadt noch nicht sagen. Aber wir kön­nen uns ja schon ein­mal die Zeit für einen klei­nen Über­blick nehmen:

  • Was bekom­men wir da eigent­lich? Der neue Impf­stoff ist ein gemisch­tes Prä­pa­rat. Es wirkt gegen den Wild­typ des Coro­na­vi­rus, aber auch gegen die Omi­kron-Vari­an­te. Genau genom­men ist der Impf­stoff an die Sub­li­nie BA.1 ange­passt. Seit Juni domi­niert aber der Omi­kron-Typ BA.5 das Anste­ckungs­ge­sche­hen in Deutschland.
  • Heißt das, der Impf­stoff nutzt nichts? Nein. Die Anti­kör­per, die der neue Impf­stoff bil­det, schüt­zen auch vor BA.5. Die euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel­be­hör­de EMA prüft auch schon einen BA.5-Impfstoff von Bio­n­tech und Pfizer.
  • Wer soll­te sich imp­fen las­sen? Die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (Sti­ko) emp­fiehlt allen über 60-Jäh­ri­gen, Vor­er­krank­ten ab 5 Jah­ren und medi­zi­ni­schem Per­so­nal eine vier­te Imp­fung. Die­se Ent­schei­dung hat die Sti­ko auch getrof­fen, um die Aus­brei­tung der Omi­kron-Vari­an­te zu redu­zie­ren. Weil sich ab Herbst erfah­rungs­ge­mäß wie­der mehr Men­schen anste­cken, könn­te die Sti­ko ihre Impf­emp­feh­lung noch ausweiten.
  • Was soll­ten alle ande­ren machen? Gute Fra­ge, nächs­te Fra­ge. Weil alle inzwi­schen sehr unein­heit­lich geimpft oder gene­sen sind, fällt es schwer, abseits der Sti­ko-Emp­feh­lun­gen all­ge­mei­ne Aus­sa­gen zu tref­fen. Fakt ist: Für jun­ge, gesun­de Men­schen gibt es (noch) kei­ne Emp­feh­lung für einen zwei­ten Boos­ter. Ent­spre­chend weni­ge haben sich bis­her vier­mal imp­fen las­sen. Des­halb gibt es kaum Erfah­run­gen zu uner­wünsch­ten Begleit­erschei­nun­gen der vier­ten Imp­fung, die bei einer Risi­ko-Nut­zen-Abwä­gung hilf­reich wären. Der Zeit sag­te Leif Erik San­der, Infek­tio­lo­ge an der Ber­li­ner Cha­ri­té, es kön­ne sinn­voll sein, mit der Imp­fung zu war­ten, bis wie­der mehr Virus im Umlauf ist. Aber: Ein Boos­ter erhöht das Anti­kör­per­le­vel und senkt dadurch das Risi­ko, schwer zu erkran­ken und ande­re anzustecken.
  • Und was ist mit Impf­wil­li­gen, die Covid-19 hat­ten? Die Sti­ko emp­fiehlt, nach einer Infek­ti­on min­des­tens drei Mona­te mit dem Imp­fen zu war­ten. Unge­impf­ten, die schon drei­mal oder öfter Covid-19 hat­ten, emp­fiehlt die Sti­ko eben­falls einen Booster. 
  • Wo kann man Ter­mi­ne zum Imp­fen in Müns­ter aus­ma­chen? Ganz ein­fach hier. Es wird aber nicht nur Ange­bo­te in der zen­tra­len Impf­stel­le der Stadt im Jovel geben, son­dern auch in den Haus­arzt­pra­xen und eini­gen Apo­the­ken. Die Stadt über­legt der­zeit, wie sie in den äuße­ren Stadt­be­zir­ken wie­der mobi­le Impf­an­ge­bo­te schafft. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Das Bis­tum Müns­ter rech­net wegen der vie­len Kir­chen­aus­trit­te und der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung für die kom­men­den Jah­re mit stark sin­ken­den Ein­nah­men. (Bis­tum Müns­ter)

+++ Das rus­si­sche Künst­le­rin­nen­kol­lek­tiv Pus­sy Riot hat beim Auf­tritt in Müns­ter ein kom­plet­tes Embar­go für rus­si­sches Öl und Gas gefor­dert. (WDR)

+++ Der städ­ti­sche Park­haus­be­trei­ber WBI könn­te bald in die Stadt­wer­ke ein­ge­glie­dert wer­den. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Am Don­ners­tag ist lan­des­wei­ter Warn­tag. (WDR)

+++ Stadt­bau­rat Robin Denstorff hät­te im Stadt­ha­fen 2 gern ein Schwimm­bad. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Das LWL-Muse­um für Kunst und Kul­tur wird Anfang Novem­ber inter­na­tio­na­les Pres­se­zen­trum des G7-Tref­fens und des­halb sechs Tage geschlos­sen blei­ben. (Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe)

+++ Die Stadt und die Uni Aachen tes­ten im Okto­ber, ob Bus­se auf der Wese­ler Stra­ße mit Hil­fe von künst­li­cher Intel­li­genz schnel­ler wer­den. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Ein Streit um Wein­re­ben an der Ham­mer Stra­ße ist bei­gelegt. (Müns­ter­sche Volks­zei­tung)

Unbezahlte Werbung

Die alte Ciba­ria-Back­stu­be an der Bre­mer Stra­ße ist seit eini­ger Zeit eine Bau­stel­le. Hier zieht Wil­ma ein, ein neu­es Pro­jekt im Han­sa­vier­tel. Und seit letz­ter Woche gibt es im Vor­gar­ten auch schon aller­lei Lecke­rei­en: Kaf­fee, Pan­ca­kes, Stul­len, vie­les davon vegan und alles auch zum Mit­neh­men. Auf dem Insta­gram-Account von Wil­ma kön­nen Sie sich einen ers­ten Ein­druck ver­schaf­fen. Oder Sie schau­en ein­fach mal vor­bei, don­ners­tags und frei­tags zwi­schen 8 und 16 Uhr oder sams­tags und sonn­tags zwi­schen 10 und 16 Uhr. (est)

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen

Den Über­blick über die nächs­ten Tage hat heu­te wie­der Eva Strehlke. Vor allem in den Kinos ist viel los:

+++ Am Don­ners­tag gibt es die letz­te Vor­stel­lung die­ses Som­mers beim Kamp-Flim­mern, dem Open-Air-Kino am Hawerkamp. Es läuft der Publi­kums­wunsch­film „Hei­kos Welt“, Kar­ten gibt es hier. Der Film star­tet zwar erst bei ein­set­zen­der Dun­kel­heit, Sie kön­nen aber schon eher kom­men und auf Wunsch selbst mit­ge­brach­tes Grill­gut auf den bereit­ge­stell­ten Grill legen. 

+++ Am Wochen­en­de steigt dann in ganz Deutsch­land das Kino­fest, und auch das Cine­plex Müns­ter macht mit. Das Pro­gramm fin­den Sie online.

+++ Noch ein beson­de­res Ange­bot des Cine­plex im Sep­tem­ber und Okto­ber ist das 25-Tage-Ticket. Für ein­ma­lig 25 Euro kön­nen Sie im Akti­ons­zeit­raum 25 auf­ein­an­der­fol­gen­de Tage lang so vie­le Fil­me des regu­lä­ren Pro­gramms besu­chen, wie Sie möch­ten. Alle Details kön­nen Sie hier nach­le­sen.

+++ Liebhaber:innen von Buch­ver­fil­mun­gen soll­ten sich das Lite­ra­tur-Film-Fes­ti­val Lit­films vor­mer­ken. Das star­tet auch am Wochen­en­de im Schloß­thea­ter. Für den Eröff­nungs­film „Mit­tags­stun­de“ (nach einem Roman von Dör­te Han­sen) gibt es noch eini­ge Rest­ti­ckets. Das gesam­te Pro­gramm fin­den Sie hier.

+++ Und zum Schluss noch etwas ohne Kino: Bei den nächs­ten Ter­mi­nen der Quiz­li­ga Müns­ter sind noch ein paar Plät­ze frei, zum Bei­spiel am Don­ners­tag beim Pub­quiz im Schloss­gärt­chen. Alle Ter­mi­ne fin­den Sie auf der Home­page, anmel­den kön­nen Sie sich per E-Mail.

Am Frei­tag schreibt Ihnen Ralf Hei­mann. Ich wün­sche Ihnen eine gute Woche. Und viel­leicht haben Sie es gemerkt: Vor­ges­tern ist unse­re Kolum­ne lei­der kurz­fris­tig aus­ge­fal­len. Am Sonn­tag kommt aber wie­der eine.

Herz­li­che Grü­ße
Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Sebas­ti­an Fob­be, Jan Gro­ße Nobis, Ralf Hei­mann, Eva Strehlke, Anto­nia Strot­mann
Lek­to­rat: Anto­nia Strotmann

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PS

Wenn man sich mit Was­ser­stoff beschäf­tigt, kommt man an Jules Ver­ne nicht vor­bei. Vie­le Tex­te zu dem The­ma begin­nen mit dem Hin­weis, das Schrift­stel­ler-Genie habe die Was­ser­stoff­tech­no­lo­gie ja schon im 19. Jahr­hun­dert vor­her­ge­sagt. Es gibt einen Jules Ver­ne Mobi­li­täts-Award, der aller­dings kein For­schungs-, son­dern ein Medi­en­preis für Bei­trä­ge zum The­ma ist. Unter­neh­men schrei­ben auf ihren Web­sites von Jules Ver­nes Traum. Das Zen­trum für Brenn­stoff­zel­len­tech­nik in Duis­burg begrüßt offen­bar Besucher:innen mit dem berühm­ten Zitat des Autors. Ein ande­res Unter­neh­men zitiert gleich einen gan­zen Roman­aus­zug. Aber was hat Ver­ne denn nun so Genia­les gesagt? „Die Ener­gie von mor­gen ist Was­ser, das durch elek­tri­schen Strom zer­legt wor­den ist. Die so zer­leg­ten Ele­men­te des Was­sers, Was­ser­stoff und Sauer­stoff, wer­den auf abseh­ba­re Zeit hin­aus die Ener­gie­ver­sor­gung der Erde sichern“, so steht es im Roman Die geheim­nis­vol­le Insel. An einer ande­ren Stel­le bezeich­net er Was­ser als „Koh­le der Zukunft“. Das ist wirk­lich ziem­lich geni­al. Und es ist lei­der immer noch wahr: Es ist die Ener­gie von mor­gen, nicht von heute.