Musik-Campus: Bund gibt 20 Millionen | Gasometer und Hansaforum: Wie geht’s weiter? | Besuch von der Reportageschule

Müns­ter, 30. Sep­tem­ber 2022

Guten Tag,

heu­te fan­gen die Herbst­fe­ri­en an und bei RUMS endet die Kul­tur­wo­che. Ges­tern Abend haben wir in der RUMS-Redak­ti­on über den Gaso­me­ter und das Han­sa­fo­rum dis­ku­tiert. Das kön­nen Sie gleich wei­ter unten im Brief aus­führ­lich nach­le­sen. So viel vor­ab: Natür­lich geht es bei sol­chen Debat­ten ja immer um Geld.

Und um viel Geld geht es auch in der gro­ßen kul­tur­po­li­ti­schen Nach­richt der Woche: Der Bun­des­tag hat ges­tern im Haus­halts­aus­schuss För­der­gel­der frei­ge­ge­ben, unter ande­rem 20 Mil­lio­nen Euro für den Musik-Cam­pus, den Uni und Stadt gemein­sam bau­en wol­len. Gut 5 Mil­lio­nen Euro gibt es für das Kunst- und Kul­tur­zen­trum Hop­pen­gar­ten, das von der frei­en Kunst­sze­ne genutzt wird und umfas­send saniert wer­den muss.

Wir konn­ten die­se Nach­richt in sie­ben ver­schie­de­nen Pres­se­mit­tei­lun­gen nach­le­sen, die in sehr kur­zer Zeit in unse­rem Post­fach lan­de­ten. Eine von der Stadt, eine von den Grü­nen, zwei von der FDP (je eine von der müns­ter­schen Rats­frak­ti­on und dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Karl­heinz Busen) und drei von der SPD, da freu­en sich Müns­ters Vor­sit­zen­der Fabi­an Schulz, die Rats­frak­ti­on und die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sven­ja Schul­ze. Lus­ti­ger­wei­se schrei­ben natür­lich alle drei Par­tei­en, dass beson­ders ihre Vertreter:innen in Ber­lin die groß­zü­gi­ge Finanz­sprit­ze für den Musik-Cam­pus erwirkt haben.

Aber was bedeu­tet das Geld denn nun für das Groß­pro­jekt? Zumin­dest einen Schritt vor­wärts, aber ganz in tro­cke­nen Tüchern ist es noch nicht. Zur Erin­ne­rung: Der Cam­pus soll ins­ge­samt 285 Mil­lio­nen Euro kos­ten. Eine Finan­zie­rungs­lü­cke von 65 Mil­lio­nen Euro müs­sen Stadt und Uni mit För­der­mit­teln und Spen­den schlie­ßen (RUMS-Brief vom 20. Mai). 20 Mil­lio­nen sind nun schon mal sicher, der Ober­bür­ger­meis­ter hat außer­dem Spen­den­zu­sa­gen von Pri­vat­leu­ten über 10 Mil­lio­nen Euro (RUMS-Brief vom 4. Febru­ar). Es müs­sen jetzt also noch 35 Mil­lio­nen Euro gefun­den wer­den, zum Bei­spiel beim Land oder in EU-Töp­fen. Dabei könn­te die För­der­zu­sa­ge des Bun­des hel­fen, denn die ist ja auch ein Signal für das Projekt.

Aller­dings: Wenn es mit der Infla­ti­on so wei­ter­geht, dann wer­den all die­se Zah­len spä­tes­tens in ein paar Jah­ren Schall und Rauch sein. (cbu)

Kurz und Klein

+++ Wenn es eine Kri­se gibt, fängt man in Deutsch­land mit einem an: Man setzt sich zusam­men an einen Tisch. Und da saßen sie heu­te Nach­mit­tag, „Spit­zen­ver­tre­ter von Wirt­schaft und Ver­wal­tung“, schreibt die Stadt in einer Pres­se­mit­tei­lung, der man wei­ter ent­neh­men kann, dass auch Spit­zen­ver­tre­te­rin­nen dabei waren, unter ande­rem von der Initia­ti­ve Star­ke Innen­stadt, der Hand­werks­kam­mer, der IHK-Nord-West­fa­len und dem Gast­stät­ten­ver­band Deho­ga. Für die Stadt waren der Ober­bür­ger­meis­ter, Kri­sen­stabs­lei­ter Wolf­gang Heu­er, die Wirt­schafts­för­de­rung, das Stadt­mar­ke­ting und die Stadt­wer­ke dabei, um über dro­hen­de Insol­ven­zen, schwie­ri­ge Lie­fer­ket­ten und Roh­stoff­prei­se zu spre­chen. Für kon­kre­te Lösun­gen ist es heu­te noch etwas zu früh, es ging um einen ers­ten Aus­tausch. Und natür­lich ist so ein Ter­min ja auch ein Signal, das alle Teilnehmer:innen in ihre jewei­li­gen Orga­ni­sa­tio­nen wei­ter­ge­ben wer­den, um etwas Zuver­sicht aus­zu­strah­len: Man küm­mert sich.

Die Stadt hat der Ener­gie­kri­se inzwi­schen auch schon eine eige­ne Sei­te auf ihrer Home­page gewid­met. Die Über­schrift heißt „Jetzt Gas spa­ren für vol­le Spei­cher im Herbst und Win­ter“, und dazu ruft auch Ober­bür­ger­meis­ter Mar­kus Lewe in einer Video­bot­schaft auf. Er habe sich extra noch einen dicken Pull­over zuge­legt. Ins­ge­samt machen die Deut­schen beim Gas­s­pa­ren aller­dings etwas schlapp, seit es drau­ßen käl­ter gewor­den ist, wie Bun­des­netz­agen­tur-Chef Klaus Mül­ler laut Spie­gel kri­ti­siert. Die Uni Müns­ter will dafür jetzt rich­tig mit dem Spa­ren anfan­gen: Büros und Hör­sä­le wer­den nur noch auf 19 Grad geheizt, Flu­re und Tee­kü­chen gar nicht mehr. Das Schloss wird nachts nicht mehr ange­strahlt. Und in den Weih­nachts­fe­ri­en blei­ben die meis­ten Gebäu­de geschlos­sen und wer­den noch weni­ger beheizt, die Aus­nah­men sind die gro­ßen Biblio­the­ken. (cbu)

+++ Wir blei­ben beim The­ma. Die Infla­ti­ons­ra­te ist inzwi­schen zwei­stel­lig, unter ande­rem weil Ener­gie und Lebens­mit­tel viel teu­rer gewor­den sind. Auch Ben­zin und Bahn­fah­ren kos­ten wie­der mehr, seit die Som­mer­ra­bat­te aus­ge­lau­fen sind. Eine finan­zi­el­le Ent­las­tung hat die Bun­des­re­gie­rung ges­tern ver­kün­det: Die Gas­be­schaf­fungs­um­la­ge, die ab 1. Okto­ber auf die Gas­rech­nun­gen auf­ge­schla­gen wer­den soll­te, kommt nun doch nicht. Trotz­dem soll die Mehr­wert­steu­er auf Gas von 19 auf 7 Pro­zent gesenkt wer­den. Die Stadt­wer­ke Müns­ter wol­len bei­des an ihre Kund:innen wei­ter­ge­ben, schrei­ben sie hier. (cbu)

+++ Die Poli­zei Müns­ter hat ers­te Details zu ihren Sicher­heits­maß­nah­men für das G7-Tref­fen Anfang Novem­ber ver­öf­fent­licht. Wenn die Außenminister:innen in Müns­ter tagen, wer­den am Dom­platz und rund um das Rat­haus Sicher­heits­be­rei­che abge­sperrt, zeit­wei­se auch um das LWL-Muse­um am Dom­platz, wo die Pres­se­kon­fe­ren­zen statt­fin­den wer­den. Wo genau die Sicher­heits­be­rei­che lie­gen und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Sie sie betre­ten dür­fen, kön­nen Sie sich hier anschau­en. Und es gibt eine Web­sei­te zum G7-Tref­fen, dort fin­den Sie auch eine Tele­fon­num­mer. (cbu)

+++ Die Stadt will die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung bei Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen nach der Bera­tungs­re­ge­lung ver­bes­sern und spricht dafür jetzt mit der Uni­kli­nik Müns­ter. Laut einem Bericht, den das Gesund­heits­amt dem Sozi­al­aus­schuss vor­ge­legt hat, gab es bereits 2019 ers­te Gesprä­che, aller­dings ohne Erfolg. In Müns­ter gibt es neben der Uni­kli­nik nur kon­fes­sio­nel­le Kran­ken­häu­ser, aber kein kom­mu­na­les. In der Uni­kli­nik wol­len aber bis­her kei­ne Ärzt:innen Abbrü­che durch­füh­ren, und es gibt nur zwei gynä­ko­lo­gi­sche Pra­xen, in denen es mög­lich ist. Des­halb hät­ten Schwan­ge­re die Wahl zwi­schen zu weni­gen Metho­den und Ärzt:innen und oft lan­ge War­te­zei­ten und Wege vor sich. Unse­re Kol­le­gin Ann-Mar­len Hoolt hat­te die Situa­ti­on in Müns­ter schon im letz­ten Jahr aus­führ­lich beschrie­ben. Um die­se nun zu ver­bes­sern, schlägt die Stadt vor, dass kom­mu­na­le und vom Land getra­ge­ne Kran­ken­häu­ser mit Gynä­ko­lo­gie-Abtei­lun­gen gesetz­lich dazu ver­pflich­tet wer­den, Schwan­ger­schafts­ab­brü­che nach der Bera­tungs­re­ge­lung durch­zu­füh­ren. Laut Bericht sieht der Ärzt­li­che Direk­tor und Vor­stands­vor­sit­zen­de der Uni­kli­nik die Ver­ant­wor­tung eben­falls bei sei­nem Haus. 

Schwan­ger­schafts­ab­brü­che sind nicht nur in Müns­ter, son­dern welt­weit oft nur unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen mög­lich. Dar­auf soll der Inter­na­tio­nal Safe Abor­ti­on Day am 28. Sep­tem­ber auf­merk­sam machen. (ast)

Wie es weiterging – mit der Nachtwache

Seit ges­tern steht fest, wer künf­tig über das Nacht­le­ben wachen soll: Lisa Marie Tubies und Manu­el Roja­no Marin sind die ers­ten Nachtbürgermeister:innen von Müns­ter. Sie sol­len als Ansprechpartner:innen für die Gas­tro­no­mie, Event­bran­che, Club­sze­ne und Kul­tur fun­gie­ren und auch mit Poli­tik und Ver­wal­tung in Kon­takt stehen.

Die bei­den Pädagog:innen kön­nen unter ande­rem auf Par­ty­er­fah­rung als Hob­by-DJs zurück­bli­cken. Für ihre Bewer­bung muss­ten Marin und Tubies vor­ab ein Kon­zept ein­rei­chen und der Stadt vor­stel­len. Laut Pres­se­mit­tei­lung wer­den sie sich unter ande­rem dar­um küm­mern, Streits zwi­schen Veranstalter:innen, Fei­ern­den und Anwohner:innen zu schlich­ten, die Bar­rie­re­frei­heit von Clubs und Knei­pen zu för­dern, die Sicher­heit von Fei­ern­den zu gewähr­leis­ten und inof­fi­zi­el­le Par­ty­hot­spots wie die Wie­se am Aasee in den Blick zu neh­men. Falls Sie sich fra­gen, wie das in der Pra­xis funk­tio­nie­ren soll: Im Mai gab uns Jakob J. Lüb­ke ein Inter­view über sei­nen Job als Nacht­bür­ger­meis­ter von Osnabrück.

Mit dem Amts­an­tritt sind zwei schö­ne Nach­rich­ten ver­bun­den: Die bei­den sind das zwei­te Nacht­bür­ger­meis­ter­duo des Lan­des (Anfang des Jah­res ist in Wies­ba­den schon ein Zwei­er­ge­spann gestar­tet) und Lisa Marie Tubies ist die über­haupt ers­te Nacht­bür­ger­meis­te­rin Deutsch­lands. (sfo)

Personalmangel: Stadtwerke streichen Buslinie

Mal kurz nach­schau­en, wie läuft es denn so mit der Ver­kehrs­wen­de? Hm, na ja. Die Bahn erhöht die Prei­se im Fern­ver­kehr. Für den regio­na­len Bahn­ver­kehr im Müns­ter­land feh­len in den kom­men­den Jah­ren hun­der­te Mil­lio­nen Euro. Aber zum Glück gibt es ja noch Bu – oh, Moment, eine Mel­dung der Stadt­wer­ke. Ab Mon­tag wer­den die Bus-Ring­li­ni­en 33 und 34 vor­über­ge­hend ein­ge­stellt. Es gibt zu weni­ge Fahrer:innen, auf ver­schie­de­nen Lini­en fal­len immer wie­der Bus­se aus, schrei­ben die Stadt­wer­ke. Die­se Stö­run­gen wer­den auf der Web­site gemel­det. Ges­tern Nach­mit­tag muss­ten allein zwi­schen 14:35 und 16:15 Uhr neun Fahr­ten gestri­chen wer­den, etwas spä­ter zeig­te die Lis­te 13 Aus­fäl­le. Heu­te war es nicht bes­ser. Die Stadt­wer­ke schich­ten des­halb jetzt Per­so­nal um: Für die Ring­li­nie gibt es eine ver­gleichs­wei­se klei­ne Nach­fra­ge, die Fahrer:innen sol­len statt­des­sen auf stär­ker genutz­ten Stre­cken dafür sor­gen, dass die Bus­se da wie­der zuver­läs­si­ger fah­ren. Ob das reicht, ist laut der Pres­se­mel­dung noch nicht ganz klar. Mög­li­cher­wei­se müs­sen die Stadt­wer­ke auch auf ande­ren Lini­en Abstri­che machen und ihr Per­so­nal noch stär­ker auf die wich­tigs­ten Stre­cken konzentrieren.

Das klingt ja dra­ma­tisch, wie vie­le Fahrer:innen feh­len denn? Zur­zeit sind bei den Stadt­wer­ken und ihren Part­ner­un­ter­neh­men zehn Pro­zent der Stel­len nicht besetzt, schreibt Stadt­wer­ke-Spre­cher Flo­ri­an Adler auf Anfra­ge. Allein die Stadt­wer­ke selbst könn­ten sofort 20 bis 30 Busfahrer:innen ein­stel­len, „um das Ange­bot von vor Coro­na wie­der zu fah­ren und gleich­zei­tig die Mög­lich­keit zu haben, ers­te Fahr­pla­ner­wei­te­run­gen durch­füh­ren“. Der zusätz­li­che Bedarf für die Mobi­li­täts­wen­de ist da also noch gar nicht einkalkuliert.

Schon in den letz­ten Jah­ren sei es immer schwie­ri­ger gewor­den, Ersatz für Kolleg:innen zu fin­den, die in den Ruhe­stand gehen, schreibt Flo­ri­an Adler. Seit Beginn der Coro­na­pan­de­mie sei das Pro­blem noch grö­ßer gewor­den, unter ande­rem weil Fahr­schu­len die Aus­bil­dung unter­bre­chen muss­ten und vie­le Men­schen sich ande­re Jobs gesucht haben. Die Stadt­wer­ke ver­su­chen nun, unter ande­ren zusam­men mit der Agen­tur für Arbeit neu­es Per­so­nal zu fin­den oder aus­zu­bil­den, aber es geht lang­sam vor­an. Das Job­cen­ter ver­mitt­le zum Bei­spiel geflüch­te­te Men­schen, die aber meis­tens erst sechs bis zwölf Mona­te lang eine Sprach­schu­le besu­chen müs­sen, bevor sie die Aus­bil­dung begin­nen kön­nen. Die wie­der­um daue­re auch ein hal­bes Jahr und kos­te einen fünf­stel­li­gen Betrag. Die Kos­ten über­nimmt ent­we­der die Agen­tur für Arbeit oder man suche „gemein­sam nach Lösun­gen“, wie die Stadt­wer­ke hier schrei­ben. (cbu)

Besuch von der Reportageschule Reutlingen

Heu­te haben wir eine beson­ders schö­ne Ankün­di­gung für Sie: Vom 24. bis 28. Okto­ber wird wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren der aktu­el­le Jahr­gang der Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen nach Müns­ter kom­men. Die zwölf Journalist:innen wer­den hier Repor­ta­gen, Por­träts und Fea­tures recher­chie­ren und schrei­ben, die wir dann ver­öf­fent­li­chen. Die jun­gen Frau­en und Män­ner sind hoch­ka­rä­ti­ge Kolleg:innen, die oft vor ihrer Aus­bil­dung an der Repor­ta­ge­schu­le schon bei renom­mier­ten Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten gear­bei­tet und volon­tiert haben, für Qua­li­täts­me­di­en wie die Zeit, die Süd­deut­sche Zei­tung, den Tages­spie­gel oder den Stern schrei­ben und wäh­rend und vor allem nach der Repor­ta­ge­schu­le deutsch­land­weit im Ein­satz sind.

Im ver­gan­ge­nen Jahr ent­stan­den hier in Müns­ter zum Bei­spiel eine Repor­ta­ge über die Büro­kra­tie beim Bau von und beim Kampf gegen Wind­kraft­an­la­gen, ein Bei­trag über Tier­ver­su­che an der Uni Müns­ter und eine Geschich­te über den Eisen­­­man-Brun­­­nen, der letz­ten Herbst an die Kreuz­schan­ze zurück­kehr­te. Wir haben die drei Tex­te für Sie frei­ge­schal­tet. Sie kön­nen sie ger­ne an Ihre Freund:innen, Ver­wand­ten und Bekann­ten wei­ter­lei­ten.

Wie im letz­ten Jahr haben wir noch eine Bit­te an Sie, unse­re Leser:innen. Wir wer­den die Journalist:innen pri­vat unter­brin­gen, um Kos­ten zu spa­ren, aber auch, um mehr Nähe zur Stadt her­zu­stel­len. Haben Sie viel­leicht Inter­es­se, einen oder zwei von ihnen bei sich auf­zu­neh­men? Die zwölf sind per Fahr­rad mobil – und auch sehr nett. Wenn ja, mel­den Sie sich doch ger­ne per E-Mail bei uns. Und falls Sie in der Woche kein Gäs­te­bett, aber ein Fahr­rad zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen, hilft uns das auch sehr weiter.

Wie im letz­ten Jahr laden wir alle Gastgeber:innen und Gäs­te an einem Abend zu uns in die Redak­ti­on ein, damit wir alle ein­an­der ken­nen­ler­nen kön­nen. Wir freu­en uns auf Sie.

Gasometer und Hansaforum: Wie geht’s jetzt weiter?

Um die drän­gends­te Fra­ge ging es am Ende der Dis­kus­si­on: Was pas­siert denn jetzt heu­te, am Frei­tag, wenn der Miet­ver­trag am Gaso­me­ter endet? „Fah­re ich dann da hin, hole mei­ne Sachen und brin­ge alles nach Hau­se?“, war eine Fra­ge aus dem Publi­kum, von einer jun­gen Frau, die zu dem Kol­lek­tiv gehört, das den Gaso­me­ter bis heu­te gemie­tet hat. 

Das Gelän­de müss­te heu­te Abend geräumt sein. In einer Woche, am 7. Sep­tem­ber, hät­ten die Stadt­wer­ke gern ihre Schlüs­sel zurück. Aber das Gelän­de bis dahin in sei­nen ursprüng­li­chen Zustand zu ver­set­zen, wird kaum mög­lich sein. Es sieht auch nicht aus, als wenn die Grup­pe das vorhat. 

Und was jetzt? Kommt die Poli­zei und trägt die Leu­te her­aus? Oder gibt es doch noch eine Chan­ce den Miet­ver­trag zu verlängern? 

Vie­le der etwa 20 Gäs­te in der RUMS-Redak­ti­on am Don­ners­tag­abend hät­ten auf die­se Fra­gen gern eine kla­re Ant­wort gehört. Die gab es zwar nicht, aber doch eine über­ra­schend deut­li­che Ein­schät­zung, die viel Raum für Hoff­nung oder Ärger lässt, je nach­dem, von wel­cher Sei­te man auf den Gaso­me­ter schaut. Die Ein­schät­zung kam von CDU-Rats­herr Ste­fan Leschni­ok, einem der vier Gäs­te bei der ers­ten RUMS-Dis­kus­si­on über Lokal­po­li­tik, die nicht am Bild­schirm stattfand.

Leschni­ok sag­te, schon ganz zu Beginn, er kön­ne die Ängs­te ver­ste­hen. „Aber ich glau­be, so kurz­fris­tig wird nichts pas­sie­ren.“ Es gebe kei­ne Not­wen­dig­keit, da jetzt jeman­den hin­zu­schi­cken und zu sagen: Ihr müsst jetzt sofort weg in den nächs­ten Wochen. „Das steht nicht an, und das kann ich mir auch als CDU-Ver­tre­ter nicht vor­stel­len“, sag­te er. 

Das war kei­ne Ent­war­nung, es war auch kei­ne Zusa­ge, dass es wei­ter­ge­hen wird, aber es war immer­hin etwas. Ein paar Tage Auf­schub, viel­leicht ein paar Wochen oder Mona­te. Oder noch mehr?

Es wird noch alles kompliziert

In der Neu­ig­keit steckt auch ein Teil der Ant­wort auf die Fra­ge, um die es am Don­ners­tag­abend ging: Ist es die Auf­ga­be der Stadt, dem Kol­lek­tiv Gazo und dem Ver­ein Sozi­al­pa­last hier einen Ort zur Ver­fü­gung zu stel­len, mit­hil­fe von Steu­er­geld? Wo liegt das öffent­li­che Inter­es­se? Und inwie­fern ist es die Auf­ga­be der Stadt, im Han­sa­vier­tel eine Initia­ti­ve zu finan­zie­ren, also das Han­sa­fo­rum, die das Vier­tel gestal­ten möch­te, und die der Stadt­ver­wal­tung – na, was denn eigent­lich? Unter die Arme grei­fen möch­te? Oder will sie ihr eini­ges aus der Hand nehmen? 

Auch dar­um ging es in der Dis­kus­si­on, zu der wir drei wei­te­re Gäs­te ein­ge­la­den hat­ten: Sascha Kul­lak vom Han­sa­fo­rum, Janis Ester vom Kol­lek­tiv Gazo und Grü­nen-Frak­ti­ons­spre­cher Chris­toph Kat­tentidt. Im ers­ten Teil, dem über den Gaso­me­ter, wur­de vor allem eines deut­lich: Es wird alles noch sehr kom­pli­ziert werden. 

Chris­toph Kat­tentidt, der sich schon ein­mal dafür ein­ge­setzt hat­te, dass die Stadt­wer­ke den Miet­ver­trag ver­län­gern, sag­te: Aus Sicht der Grü­nen kön­ne es nicht sein, dass das Kol­lek­tiv an die­sem Ort kei­ne Per­spek­ti­ve mehr habe, weil der Miet­ver­trag aus­läuft. Es sei natür­lich die Sache der Stadt­wer­ke, zu ent­schei­den, ob sie das Gelän­de wei­ter ver­mie­ten. Aber man füh­re Gesprä­che und hof­fe, eine Lösung zu fin­den. Das klang vage, aber opti­mis­tisch, jeden­falls für die nächs­ten Monate. 

Was lang­fris­tig pas­sie­ren wird, ist noch mal eine ganz ande­re Frage. 

Das Kol­lek­tiv Gazo möch­te auf dem Gaso­me­ter­ge­län­de „ein Expe­ri­men­tier­feld auf­bau­en“, einen „Ort, an dem alles Mög­li­che pas­sie­ren kann“, so erklär­te es Janis Ester. Das Kol­lek­tiv gestal­te die­sen Ort zwar, aber es sei offen, und es öff­ne ihn auch immer wie­der – für Ver­an­stal­tun­gen, für Märk­te, für die Men­schen, die mit­ma­chen wol­len. Es gehe dar­um, den Gaso­me­ter als nicht kom­mer­zi­el­len Ort zu bewah­ren, ihn allen ver­füg­bar zu machen. 

Die Stadt­wer­ke haben ande­re Plä­ne. Das Unter­neh­men möch­te jeman­den fin­den, der auf dem Gelän­de ein über­zeu­gen­des Kon­zept umsetzt. Was „über­zeu­gend“ bedeu­tet, soll eine Jury ent­schei­den. Im bes­ten Fall springt für die Stadt­wer­ke auch noch ein schö­ner Ver­kaufs­er­lös her­aus. Doch Geld soll nicht das ers­te Ent­schei­dungs­kri­te­ri­um sein. Und inzwi­schen ist eine Bedin­gung: Ein Teil des Gelän­des ist für die Kul­tur reserviert. 

Die Stadt­po­li­tik sitzt hier zwi­schen den Stüh­len. Einer­seits besetzt sie den Auf­sichts­rat der Stadt­wer­ke und ver­tritt hier deren Inter­es­se. Ande­rer­seits hat die Rat­haus­ko­ali­ti­on aus Grü­nen, SPD und Volt eini­ge Sym­pa­thien für die Plä­ne des Kol­lek­tivs und des Ver­eins Sozi­al­pa­last. Die neue SPD-Frak­ti­ons­chefin Lia Kirsch hat das Kol­lek­tiv vor eini­gen Wochen besucht. Volt hat sich vor zwei Wochen dafür aus­ge­spro­chen, den Gaso­me­ter nicht zu verkaufen. 

Viele Fragen, viel Zeit

Chris­toph Kat­tentidt ver­wies ges­tern Abend auf das, was die Grü­nen im Rat in einer Pro­to­koll­no­tiz fest­ge­hal­ten haben. „Wir gucken uns das Ergeb­nis des Inves­to­ren­wett­be­werbs an und schau­en mal, was dabei her­aus­kommt“, sag­te er. Und dann gebe es ja noch das Kon­zept des Kol­lek­tivs. Die Grü­nen hät­ten von Anfang an gesagt, dass die Finan­zie­rung nicht das aus­schlag­ge­ben­de Kri­te­ri­um sei. Der Rat wer­de sich am Ende alles anschau­en. Es wer­de noch vie­le Fra­gen geben. „Da braucht man Zeit, sicher­lich auch etwas mehr“, sag­te Kat­tentidt. Dann kön­ne man dar­über nach­den­ken, die Bür­ger­schaft zu betei­li­gen, und dann gehe es dar­um, eine Mehr­heit zu finden. 

Das klingt, als wäre das Kol­lek­tiv zumin­dest nicht chan­cen­los. Aller­dings wür­de eine Ent­schei­dung gegen den Ver­kauf bedeu­ten: Es wird die Stadt Geld kosten. 

Das bringt eine wei­te­re Fra­ge mit sich: Muss die Stadt dann an ande­ren Stel­len spa­ren? Mög­li­cher­wei­se an einer ande­ren Stel­le in der Kul­tur? Und das führt schließ­lich zu einer ganz grund­le­gen­den Fra­ge: Was für eine Kul­tur­för­de­rung will und braucht die­se Stadt? 

Die­se Debat­te müs­se die Stadt­ge­sell­schaft füh­ren, sagt Chris­toph Kat­tentidt. Und so eine Debat­te könn­te schmerz­haft wer­den. Der größ­te Pos­ten in der Kul­tur­för­de­rung geht an das städ­ti­sche Thea­ter, etwa 23 Mil­lio­nen Euro im Jahr. 

Ges­tern kam die Nach­richt – wir haben es oben schon erwähnt – , dass der Bund 20 Mil­lio­nen Euro zum Musik-Cam­pus dazu­gibt. Falls genü­gend Spen­den zusam­men­kom­men und das Land noch etwas bei­trägt, die Stadt also das Pro­jekt wei­ter­ver­folgt, wür­den zu den 23 Mil­lio­nen Euro irgend­wann die Betriebs­kos­ten für den Cam­pus kom­men. Dann wür­de das Miss­ver­hält­nis zwi­schen den Mil­lio­nen, die für die­se klas­si­schen Kul­tur­for­men zur Ver­fü­gung ste­hen, und dem Geld für alter­na­ti­ve Pro­jek­te noch etwas grö­ßer. Was wäre die Konsequenz?

Ste­fan Leschni­ok hält es für wenig sinn­voll, Groß­pro­jek­te gegen­ein­an­der auf­zu­rech­nen. Er hof­fe, es gebe einen brei­ten Kon­sens in der Stadt, dass es die­se Pro­jek­te brau­che, sag­te er am Don­ners­tag. Dazu gehö­re der Musik-Cam­pus, dazu gehö­re auch das Preu­ßen-Sta­di­on. „Wenn man ver­sucht, das eine gegen das ande­re aus­zu­spie­len, dann bringt man Unfrie­den in die Stadt“, sag­te Leschni­ok. Natür­lich brau­che die Stadt ein Thea­ter, die Musik sei hier ja nur eine Spar­te. Auf Dau­er kön­ne man natür­lich sagen, man müs­se den Etat für den Musik­be­reich vom Thea­ter auf den Musik-Cam­pus über­tra­gen. Aber bis das so weit sei, wer­de noch eini­ges passieren. 

Fehlende Schnittmengen von Vorstellungen

Und der Gaso­me­ter? Es sei nicht so, dass die CDU sich hier ver­schlie­ße, sag­te Leschni­ok. Man kön­ne auch sehen, dass die alten Kli­schees hier nicht mehr pass­ten. Sei­ne Par­tei habe den Beschluss zum Gaso­me­ter ja mit­ge­tra­gen. Und der sehe vor, dass ein Teil des Gaso­me­ter­ge­län­des für Kul­tur zur Ver­fü­gung steht. Nur man dür­fe nicht die Illu­si­on haben, dass hier jetzt noch­mal alles umge­wor­fen wer­de – und das gesam­te Gaso­me­ter­ge­län­de an das Kol­lek­tiv und den Ver­ein gehe. 

Genau das stel­len Kol­lek­tiv und Ver­ein sich aller­dings vor. Und um der­lei feh­len­de Schnitt­men­gen von Vor­stel­lun­gen zu ein und der­sel­ben Sache ging es auch im zwei­ten Teil der Dis­kus­si­on, dem Teil zum Hansaforum. 

Das Forum möch­te die Demo­kra­tie auf unters­ter Ebe­ne um ein Ele­ment ergän­zen und so „die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung (…) stär­ken“, so steht es in einem Antrag an den Rat der Stadt Müns­ter. Der Kern­wunsch des Forums ist: knapp 200.000 Euro, um die Arbeit im nächs­ten Jahr zu finanzieren. 

Vor drei Jah­ren hat­te das Forum 700.000 Euro vom Bund bekom­men. Jetzt geht es um die Fra­ge: Was ist der Stadt die­se Arbeit wert? Was sind über­haupt die Auf­ga­ben des Forums? Wie viel Selbst­ver­wal­tung ist mög­lich? Und braucht das Forum jetzt jedes Jahr so viel Geld?

Sascha Kul­lak hat das Han­sa­fo­rum mit auf­ge­baut. Er erklär­te das grund­le­gen­de Pro­blem am Don­ners­tag anhand eines Bei­spiels: Was­ser­tanks, die auf der Stra­ße mög­lichst griff­be­reit her­um­ste­hen sol­len, um Bäu­me bewäs­sern zu kön­nen. „Die Ver­wal­tung macht es aber unmög­lich, einen Was­ser­tank auf den Geh­weg zu stel­len“, sag­te Kul­lak. Das sei nötig, damit die Bäu­me nicht ver­trock­nen. Nur wer lau­fe erst in den Hin­ter­hof, um eine Gieß­kan­ne zu holen? 

„Wir haben hier ganz offen­sicht­li­che Ver­wal­tungs­schwach­stel­len, recht­li­che Schwach­stel­len, die man mit gesun­dem Men­schen­ver­stand lösen kann“, sag­te Kul­lak. Und über genau die­se Din­ge müs­se man reden. 

Die strit­ti­ge Fra­ge ist, wie viel Ent­schei­dungs­macht eine Initia­ti­ve wie das Han­sa­fo­rum bekom­men soll­te, also inwie­weit sie Auf­ga­ben der Stadt­ver­wal­tung über­neh­men darf. Bei Kitas sei das so üblich, da über­tra­ge die Stadt Auf­ga­ben an freie Trä­ger, sag­te Chris­toph Kat­tentidt. Aber die Auf­ga­ben sei­en klar umris­sen. Im Antrag des Han­sa­fo­rums dage­gen ist von einer „größt­mög­li­chen Selbst­ver­wal­tung“ die Rede. Und dafür sei­en ja nun gera­de die Bezirks­ver­tre­tun­gen da, sag­te Kat­tentidt, also demo­kra­tisch gewähl­te Par­la­men­te auf unters­ter loka­ler Ebene. 

Wer liest das dann noch?”

Hier könn­te sich dann ein Pro­blem erge­ben, wenn eine Grup­pe Ent­schei­dun­gen trifft, die eigent­lich in der Hand der demo­kra­tisch gewähl­ten Gre­mi­en lie­gen soll­ten. Die Ver­wal­tung wird vom Rat kon­trol­liert, aber wer wür­de das Han­sa­fo­rum kon­trol­lie­ren? Hier sieht auch Ste­fan Leschni­ok recht­li­che Beden­ken. Das Han­sa­fo­rum mache gute Arbeit. Es spre­che nichts dage­gen, ihm kon­kre­te Auf­ga­ben zu über­tra­gen. „Aber dann muss klar sein, um was es geht“, sag­te Leschni­ok. Der Antrag des Han­sa­fo­rums sei sehr unkonkret. 

Das ist aber mög­li­cher­wei­se über­haupt erst der Grund für die Irri­ta­tio­nen. Sascha Kul­lak sag­te, er hät­te auch 20 Sei­ten schrei­ben kön­nen. Dann wäre alles etwas kla­rer. „Aber wer liest das dann noch?“ Und ja, es gehe schon dar­um, die Auf­ga­ben des Han­sa­fo­rums zu erwei­tern. Im Antrag ist die Rede von einem Pilot­pro­jekt, das sich auf alle ande­ren Vier­tel über­tra­gen las­se. Aber das Motiv sei nicht, demo­kra­tisch gewähl­ten Gre­mi­en Macht abzu­neh­men, es gehe ledig­lich um eine bera­ten­de Funk­ti­on. Und das Ziel sei auch nicht, die Auf­ga­ben der Stadt­ver­wal­tung zu übernehmen. 

Eine Frau aus dem Publi­kum, selbst „gewähl­te Bür­ge­rin des Quar­tiers“ im Gre­mi­um des Han­sa­fo­rums, bestä­tig­te das. „Ich arbei­te für die Stadt­ver­wal­tung. Ich hat­te nie das Gefühl, mir selbst den Job weg­zu­neh­men“, sag­te sie. Sie habe auch nie das Gefühl gehabt, Auf­ga­ben des Rats zu über­neh­men. Es gehe eher dar­um, auf Augen­hö­he mit allen Betei­lig­ten zu spre­chen. Und es geht dar­um, über­haupt erst ein­mal zu ver­ste­hen, um wel­che gegen­sei­ti­gen Vor­stel­lun­gen es hier über­haupt geht. Die Dis­kus­si­on am Don­ners­tag­abend war dazu ein Anfang.

Und was ist nun mit der Fra­ge im Titel der Ver­an­stal­tung: pri­va­tes Inter­es­se? Öffent­li­che Auf­ga­be? Viel­leicht geht es hier auch gar nicht um ein Ent­we­der-oder. Für die Stadt wäre das der Ide­al­fall. (rhe)

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Corona-Update

+++ Die Stadt mel­det heu­te 185 Neu­in­fek­tio­nen mit dem Coro­na­vi­rus in den letz­ten 24 Stun­den. Damit liegt die offi­zi­el­le Wochen­in­zi­denz in Müns­ter laut Robert-Koch-Insti­tut wie­der bei knapp über 400 regis­trier­ten Anste­ckun­gen pro 100.000 Einwohner:innen in den letz­ten sie­ben Tagen. 1.823 Münsteraner:innen gel­ten als nach­weis­lich infiziert. 

+++ Laut Inten­siv­re­gis­ter wer­den in den Kran­ken­häu­sern in Müns­ter vier Covid-19-Patient:innen auf der Inten­siv­sta­ti­on behan­delt, zwei davon müs­sen beatmet werden. 

+++ Seit Diens­tag sind zwei wei­te­re Men­schen an oder mit einer Covid-19-Infek­ti­on gestor­ben, das mel­det die Stadt auf ihrer Web­site. Ins­ge­samt sind seit Pan­de­mie­be­ginn 235 Men­schen aus Müns­ter gestorben. 

+++ Inner­halb von einer Woche ist die bun­des­wei­te Coro­nain­zi­denz um 46 Pro­zent gestie­gen, schreibt der Spie­gel. Ob es sich dabei um den Beginn einer neu­en Wel­le hand­le, kön­ne man erst rück­bli­ckend genau­er sagen, heißt es in dem Arti­kel. Gesund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach hin­ge­gen ist sich sicher: „Das ist ganz klar der Beginn einer Herbst­wel­le.“
+++ Ab mor­gen gel­ten in Deutsch­land neue Coro­na­re­geln. Wir haben sie im RUMS-Brief vom 9. Sep­tem­ber schon zusam­men­ge­fasst. Das Wich­tigs­te: Bus­se und Züge des Fern­ver­kehrs dür­fen Sie nur noch mit einer FFP2-Mas­ke betre­ten. (ast)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Müns­ter­land Giro I: Wegen des Ren­nens wer­den am Sonn­tag und Mon­tag etli­che Stra­ßen gesperrt. (Stadt Müns­ter)

+++ Müns­ter­land Giro II: Wegen der gesperr­ten Stra­ßen fah­ren am Sonn­tag und Mon­tag vie­le Bus­se Umlei­tun­gen. (Stadt­wer­ke Müns­ter)

+++ Der Post­dienst­leis­ter Brief und mehr aus Müns­ter ent­lässt 200 sei­ner 650 Mitarbeiter:innen. (WDR)

+++ Im Müns­ter­land wer­den immer mehr Turn­hal­len wie­der zu Not­un­ter­künf­ten für Geflüch­te­te. (WDR)

+++ Schüler:innen kön­nen sich für den 10. Novem­ber zum Hoch­schul­tag anmel­den. (FH Müns­ter)

+++ Am Diens­tag begin­nen die Auf­bau­ar­bei­ten für das Pilot­pro­jekt „Beschleu­nig­ter Bus­ver­kehr auf Wese­ler Stra­ße“. (Stadt Müns­ter)

+++ Wer ein Stadt­wer­ke-Ticket­abo hat, kann damit in den Herbst­fe­ri­en in ganz NRW Bus und Bahn fah­ren. (Stadt­wer­ke Müns­ter)

+++ Müns­ter hat eine neue Kom­mu­na­le Senio­ren­ver­tre­tung. (Stadt Müns­ter)

+++ Die bei­den katho­li­schen Unter­neh­men St. Fran­zis­kus-Stif­tung Müns­ter und Mari­en­haus-Grup­pe, die Kran­ken­häu­ser und Senio­ren­ein­rich­tun­gen betrei­ben, dür­fen fusio­nie­ren. (St. Fran­zis­kus-Stif­tung)

+++ Fach­leu­te des Ruhr­ver­bands unter­su­chen nächs­te Woche den Fisch­be­stand im Aasee. (Stadt Müns­ter)

+++ Wegen falsch ent­sorg­ter Bat­te­rien und Akkus hat es auf der Anla­ge der Abfall­wirt­schafts­be­trie­be letz­tes Jahr mehr als 50-mal gebrannt. (Stadt Müns­ter)

Unbezahlte Werbung

Heu­te geben wir hier den Tipp eines Lesers wei­ter, der uns wärms­tens den Bio­la­den Cous­Cous emp­foh­len hat. Das Geschäft liegt ganz zen­tral und doch etwas ver­steckt: an der Ach­ter­mann­stra­ße, gegen­über vom Cuba Nova. Wir kann­ten es selbst noch nicht, aber nach­dem unser Leser so davon geschwärmt hat­te, sind wir gleich mal vor­bei­ge­fah­ren. Und wir waren sehr ange­tan: ein Sor­ti­ment, das alles Not­wen­di­ge umfasst, freund­li­cher Ser­vice und aus­ge­spro­chen fai­re Bio­prei­se – ein gut begrün­de­ter Geheim­tipp für den nach­hal­ti­gen Wochen­ein­kauf! (est)

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Drinnen und Draußen

Fürs Wochen­en­de hat Eva Strehlke ein paar schö­ne Emp­feh­lun­gen für Sie.

+++ Im Hot Jazz Club kön­nen Sie heu­te Abend für einen guten Zweck fei­ern. Der gemein­nüt­zi­ge Ver­ein Tag­träu­mer hat die Nacht­schwär­men-Par­ty orga­ni­siert. Die Ein­tritts­gel­der gehen als Spen­den an Bil­dungs­pro­jek­te in Ugan­da und Bra­si­li­en. Pas­send dazu kommt auch die Musik aus Afri­ka und Süd­ame­ri­ka. Los geht’s um 23 Uhr.

+++ Im Krea­tiv-Haus tritt mor­gen Abend der Men­tal­ma­gi­er Marc Gett­mann auf. Tickets gibt es im Vor­ver­kauf für knapp 20 Euro. Noch ein Tipp von uns: Ver­ges­sen Sie vor der Vor­stel­lung zur Sicher­heit Ihre PIN-Nummern.

+++ Wer Metal mag, ist mor­gen Abend in der Bara­cke rich­tig: Ab 18 Uhr tre­ten hier Pha­go­cy­te, For A While und Avalan­che Effect auf. Der Ein­tritt kos­tet 8 Euro, ein Bier 2 Euro.

+++ Die Welt­spit­ze im Schach macht gera­de kon­flikt­rei­che Schlag­zei­len. Wahr­schein­lich weni­ger skan­da­lös, aber ähn­lich span­nend wird es ab mor­gen in der Stadt­hal­le Hil­trup beim Müns­ter­land-Open im Schach. Für Zuschauer:innen ist der Ein­tritt frei. Wenn Sie mit­spie­len möch­ten, müs­sen Sie je nach Wett­kampf zwi­schen 40 und 70 Euro Start­geld bezah­len. Die Aus­schrei­bung fin­den Sie hier.

Am Sonn­tag gibt es kei­ne Kolum­ne. Aber am Diens­tag schreibt Ihnen Sebas­ti­an Fob­be. Ich wün­sche Ihnen ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grü­ße
Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Sebas­ti­an Fob­be, Ralf Hei­mann, Eva Strehlke, Anto­nia Strot­mann
Lek­to­rat: Anto­nia Strotmann

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PS

In die­sen Zei­ten braucht der Mensch ab und zu auch hei­me­li­ge Nach­rich­ten, zum Bei­spiel die­se: Heu­te ist der Tag des Deut­schen But­ter­bro­tes. Da fra­gen Sie jetzt viel­leicht: „Kön­nen Sie das auch bele­gen?“ Ja, kön­nen wir, schau­en Sie hier: Sven Gie­se aus Bonn hat für sei­ne Web­site kuriose-feiertage.de die gan­ze Geschich­te zusam­men­ge­tra­gen, von der Erfin­dung des Fei­er­tags durch die Cen­tra­le Mar­ke­ting-Gesell­schaft der deut­schen Agrar­wirt­schaft bis zu den Slo­gans, die ihn in ver­schie­de­nen Jah­ren beglei­tet haben. 2008 lau­te­te der: „Ach­tung, fer­tig, But­ter­brot!“, und dem ist ja nicht viel hin­zu­zu­fü­gen. Seit 2009 gibt es kein Mot­to mehr, weil sich die Mar­ke­ting-Gesell­schaft auf­ge­löst hat, aber das But­ter­brot wird natür­lich wei­ter gefei­ert. Sie kön­nen sich ja selbst ein Mot­to über­le­gen, unser Vor­schlag wäre ange­sichts der aktu­el­len Prei­se: But­ter ist, was du drauf machst. (cbu/sfo)