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Rechenspiele mit der Müllabfuhr | Drei Fragen an die „Omas gegen Rechts“ | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro

Guten Tag,
nirgendwo in Nordrhein-Westfalen sind die Abfallgebühren so hoch wie in Münster. Ein Beispielhaushalt mit vier Personen muss jährlich 685 Euro zahlen, damit alle zwei Wochen die Mülltonnen vor der Haustür geleert werden. Das hat zumindest der „Bund der Steuerzahler“ ausgerechnet, der jedes Jahr einen Gebührenvergleich herausgibt.
Nach den Berechnungen des Lobbyvereins kostet die Müllabfuhr im Schnitt ungefähr 425 Euro in NRW. Die Stadt Münster liegt demnach deutlich über dem Landesdurchschnitt. Am günstigsten soll die Abfallentsorgung in Dormagen, Jülich und Karst sein. Dort müssten Vier-Personen-Haushalte laut Steuerzahlerbund jeweils um die 170 Euro ausgeben. Fast überall steigen die Kosten in Nordrhein-Westfalen, besonders stark im Kreis Olpe und Steinfurt.
Heute im RUMS-Brief:
- Fahrradnetz: Noch mehr rote Straßen
- Loop-Aus: Taxibusse kehren zurück
- Affenpocken: Vorerst keine Gefahr
- Warum Münster mehr Geld vom Land bekommt
- Design-Studierende zeichnen die Verkehrswende
- Kurzinterview: Omas gegen Recht
- Ein-Satz-Zentrale: Stromausfall legt Justiz lahm
- Unbezahlte Werbung: Olea
- Drinnen und Draußen: Menschliche Bibliothek
Nur: Stimmt das, was der „Bund der Steuerzahler“ ausgerechnet hat? Die Stadt Münster bezweifelt die Zahlen der Lobbyorganisation. Sie kritisiert in einer Reaktion auf die Berechnung, die Ergebnisse bildeten nicht die Realität in Münster ab.
Größter Kritikpunkt ist die Berechnungsmethode: Um alle Städte in NRW miteinander zu vergleichen, geht der Steuerzahlerbund pauschal von einem Vier-Personen-Haushalt mit einer Restmüll- und einer Biomülltonne aus, die jeweils 120 Liter Abfall fassen und alle 14 Tage geleert werden. Die Stadt schreibt aber, dass so ein Haushalt in Münster normalerweise kleinere Tonnen nutzt: 60 Liter für den Restabfall und 35 Liter für den Biomüll. Die Stadt kommt daher auf weniger als 280 Euro pro Jahr für die Abfallabfuhr.
Im Schnitt zahlen die Städte und Gemeinden laut Steuerzahlerbund bei einem zweiwöchigen Abfuhrrhythmus rund 300 Euro. Heißt also: In Münster ist die Müllabfuhr ein bisschen günstiger als im Landesschnitt, zumindest nach den Angaben der Stadt.
Auch die Einspartipps vom Bund der Steuerzahler überzeugen die Stadt nicht. Der Verein hatte vorgeschlagen, dass der Biomüll nur noch alle zwei Wochen abgeholt wird statt einmal pro Woche. Die Stadt schreibt, mit dem Vorschlag würden die Menschen in der Stadt nur 2 Euro im Jahr sparen.
„Diese Ersparnis steht in keinem Verhältnis zu den hygienischen und praktischen Folgen einer Umstellung“, sagt Christian Wedding, kaufmännischer Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, in der Pressemitteilung. Wer in den vergangenen Tagen den Biomüll entsorgt hat und dem dabei eine Horde Fruchtfliegen entgegengeflogen ist, weiß, was er meint: Hier setzt jemand ein Aufregerthema. (sfo)
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Grüße aus dem Urlaub

Wissen Sie, was Workation ist? Da nimmt man seinen Laptop mit an einen fernen Ort, um von dort aus zu arbeiten. Work und Vacation (beziehungsweise Arbeit und Urlaub) in einem. Andreas Bittner schickt uns dieses tolle Workation-Foto vom Sorpesee im Sauerland. „Alles drin: Pizza, Pommes, Schiff und Kanu, Familiencamping und Klettergarten“, schreibt er. Und natürlich auch: Entspannung.

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Im RUMS-Brief am Dienstag schrieben wir, im Sommernachtskino sei am Montagabend „Killers of the Flower Moon“ mit Robert de Niro zu sehen gewesen. Ein Leser netterweise korrigiert: Es war „Ezra – eine Familiengeschichte“, ebenfalls mit Robert de Niro.
+++ Im Rechenzentrum der Justiz in Münster ist der Strom ausgefallen, so dass die Justizbehörden in ganz Nordrhein-Westfalen heute nur eingeschränkt arbeiten konnten. (dpa, hier bei der Süddeutschen Zeitung)
+++ Die Stadt Münster schlägt vor, am Bahnhof Zentrum-Nord eine Abstellanlage für über 230 Fahrräder und 8 Lastenräder zu bauen. (Verwaltungsvorlage)
+++ Im Allwetterzoo ist die Zucht des Charco-Azul-Wüstenkärpflings gelungen, einer fast ausgestorbenen Fischart der Welt, was einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz darstellt. (Allwetterzoo Münster, Foto)
+++ In Münster hat gestern eine zentrale Stelle für Beratung und Monitoring ihre Arbeit aufgenommen, die sich mit dem Antisemitismus an den Hochschulen und Universitäten in Nordrhein-Westfalen beschäftigt. (dpa-Meldung in der „Süddeutsche Zeitung“, RUMS-Brief)
+++ Das Annette-Gymnasium hat mit Jochen Wilsmann und Wolfhart Beck eine neue Leitung. (Westfälische Nachrichten)
+++ Mechthild Großmann, die im Münster-Tatort die Staatsanwältin mit der rauen Stimme spielt, steigt aus. (Westfälische Nachrichten)
+++ Seit Mittwoch wird am Bockholter See in Greven ein 38-jähriger Mann vermisst. (WDR)
+++ Während des Stadtfests am Wochenende ist die Innenstadt, teilweise schon seit Donnerstag, bus- und autofrei. (Stadt Münster)
+++ Immobilien und Baugrundstücke in Münster sind im ersten Halbjahr wieder teurer geworden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Unternehmensberatung Viadee aus Münster hat seit diesem Monat eine Gemeinwohlbilanz. (Pressemitteilung)
+++ In der nächsten Woche beginnen die Arbeiten am südlichen Hafenkai, der, wenn alles fertig ist, ungefähr so aussehen soll wie die andere Seite – oder, wie die Stadt schreibt, zu einer „attraktiven Flaniermeile“ werden soll. (Stadt Münster, nicht online)
Die kleine Gasse zwischen der Rothenburg und dem Domplatz heißt Geisbergweg. Wenn Sie am Wochenende übers Stadtfest schlendern, biegen Sie dort mal ein und bleiben in der Mitte stehen. Da gibt es seit Anfang der Woche neben dem Café „Fyal“ etwas Neues: das „Olea“. Der israelisch-palästinensische Imbiss bietet Streetfood aus Nazareth an – Pita, Falafel, Schawarma, Hummus, solche Sachen. Eine Spezialität im „Olea“ ist Msabaha, eine Bowl mit Kichererbsen, Hummus, hausgemachter Tahini-Soße und Zitronensaft. Apropos Dips und Soßen: Unser Fotograf Nikolaus Urban schwärmt von der großen Auswahl. Am besten schmeckt ihm die frisch zubereitete Mango-Curry-Soße.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Annalena Zernott für Sie in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Die „Human Library“ ist ein Projekt, das Menschen zusammenbringen soll, um Vorurteile abzubauen. Man kann sich Menschen mit besonderen Lebensgeschichten wie in einer Bibliothek „ausleihen“, also mit ihnen sprechen, um etwas aus ihrem Leben zu erfahren. Am Samstag zwischen 11 und 16 Uhr ist die menschliche Bibliothek zu Gast im Lesesaal der Stadtbücherei. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Infos hier. Und wenn Sie es sich noch nicht vorstellen können: Die SZ hat über die in Dänemark gegründete Initiative geschrieben. Hier gibt es ein Video.
+++ Um 15 Uhr veranstaltet der Verein für afrikanische Perspektiven in der Stadtbücherei in der Kinderbücherei im Keller eine Lesung für Kinder von vier bis zehn Jahren aus dem Buch „Sulwe“ der kenianischen Schauspielerin Lupita Nyong‘o.
+++ Wegen des Stadtfests und des Promenadenflohmarkts ist der Wochenmarkt in diesem Jahr zum ersten Mal im Mühlenhof-Freilichtmuseum zu Gast. Von 7 bis 14 Uhr. An der Museumskasse gilt: „Zahl‘, so viel du willst“. Der Eintritt ist also freiwillig. Außerdem macht das Museum noch etwas Programm, zum Beispiel für Kinder. Weitere Infos hier.
+++ Vor 85 Jahren setzte die NS-Regierung einen Erlass zur Ermordung von Menschen mit physischen und psychischen Behinderungen um. Ab Sonntag sollen bis zum 29. September verschiedene Ausstellungen, Konzerte und Vorträge daran erinnern, dass es auch in Münster „Euthanasie“-Morde gab. Los geht es um 18 Uhr mit der Eröffnung einer Wanderausstellung zum Thema, und zwar in der Heilig-Kreuz-Kirche. Zu sehen ist sie ab Montag täglich von 9 bis 18 Uhr. In der LWL-Klinik und in der Apostelkirche sind im Lauf der nächsten Wochen einige weitere Veranstaltungen geplant; das vollständige Programm finden Sie hier.
+++ Zum Schluss noch eine Vorankündigung: Am 27. August, einem Dienstag, lädt das Franz-Hitze-Haus zu einer Gesprächsrunde zum Thema „AfD und katholische Soziallehre“ ein. Ab 18:30 Uhr widmen sich verschiedene Wissenschaftler:innen der Universität Münster der Frage, wie die sozialpolitischen Ansätze der AfD zu den Werten der Kirche passen. Eintritt: 15 Euro (8 Euro ermäßigt), Anmeldungen hier. Weitere Infos zur Veranstaltung hier. Die erst im letzten Monat erschienene Studie, die an diesem Abend vorgestellt wird, finden Sie hier.
Und sonst?
Wie werden die Menschen in Münster in der Zukunft von einem Ort zum anderen kommen? Und was könnte dann aus den Autos werden? Wir haben 17 Design-Studierende gebeten, sich dazu Gedanken zu machen und ihre Ideen zu zeichnen. Im kompletten RUMS-Brief zeigen wir die Ergebnisse.
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Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst), Annalena Zernott (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Oh boy! Das Vereinigte Königreich. Ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Gerade macht die Insel irritierende Schlagzeilen. Da tut es doch gut, wenn wir uns darauf zurückbesinnen, was wir in Nordrhein-Westfalen den Briten alles zu verdanken haben. Ohne sie gäbe es unser Bundesland nicht. Die Gründung von NRW hat der Dokumentarfilmer Max Meis aus Münster zum Anlass genommen, um sich auf Spurensuche zu machen. Herausgekommen ist nach mehr als einem Jahr Recherche ein Film, der heute Abend zur Primetime im WDR läuft. Wenn Sie schon eine Karte für das Konzert der Antilopen Gang auf dem Domplatz haben, können Sie die Doku auch in der Mediathek schauen.

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