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Wärmepumpen-Streit im Geistviertel | Unbezahlte Werbung: Neues vom Hochschulsport | Angebot: 6 Monate RUMS für nur 1 Euro

Guten Tag,
ein wichtiger Hebel, damit Münster klimaneutral wird, ist die Wärmewende. Wie die Umstellung auf klimafreundliche Wärme gelingen könnte, soll ein Plan klären, den die Stadt gerade ausarbeitet. Vorgestern ist ein dicker Zwischenbericht erschienen, den Sie hier lesen und kommentieren können.
Viele Wohnungen und Häuser in Münster sind demnach in keinem sonderlich guten energetischen Zustand. Grund dafür ist, dass viele Wohngebäude in den Siebzigern gebaut wurden, als der Bund noch keine Wärmeschutzverordnung erlassen hatte.
Heute verbrauchen die Wohngebäude mehr als 65 Prozent der gesamten Wärme in der Stadt. Der Großteil wird mit Erdgas erzeugt. Die Stadt sieht in ihrer Auswertung allerdings ein großes Potenzial zur Umrüstung. Aber wie könnte das gelingen?
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Die LEG hat schon vor zwei Jahren einen Vorstoß gewagt. Damals kündigte der Konzern an, er wolle in 20.000 Wohnungen mit Einzel- und Etagenheizungen sogenannte Luft-Luft-Wärmepumpen installieren. Die sind nachhaltig und funktionieren wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Eine Außenanlage saugt Luft an, die anschließend aufgewärmt und in der Wohnung entlassen wird.
Auf diese Weise will die LEG „zur Dekarbonisierung des Bestands“ beitragen, so steht es im aktuellen Geschäftsbericht. Doch nicht alle sind mit dem Vorhaben einverstanden. Im Geistviertel wehren sich gerade LEG-Mieter:innen gegen die Luft-Luft-Wärmepumpen, aber keine Sorge, wir tauen hier jetzt nicht den Wärmepumpen-Streit der vergangenen Jahre auf. Die Mieter:innen fühlen sich vielmehr von der LEG über den Tisch gezogen.
Was ist da los? Als die LEG den Einbau der Luft-Luft-Wärmepumpen ankündigte, hieß es noch, die Sache werde nichts an den Heizkosten drehen. Der deutsche Mieterbund hat sich die Zahlen der LEG aber noch einmal genauer angeschaut und kommt zu dem Ergebnis: Das stimmt vorne und hinten nicht. Die Mieter:innen müssten demnach etwa doppelt so viel fürs Heizen zahlen als vorher (hier ein Rechenbeispiel für Münster auf Seite 4).
Und warum? Einerseits steckt die LEG alle Kosten in den Grundpreis für die Luft-Luft-Wärmepumpe, die einem so anfallen, zum Beispiel die Wartung, Buchhaltung, sämtliche Serviceleistungen oder auch schlicht das unternehmerische Risiko für die Anschaffung. Andererseits können die Mieter:innen nicht mehr frei wählen, wer die nötige Heizenergie für Luft-Luft-Wärmepumpe liefert, sondern einen Vertrag mit einer – Überraschung! – hundertprozentigen Tochter der LEG mit 15 Jahren Laufzeit abschließen. Der deutsche Mieterbund kritisiert, dass die LEG eine Gesetzeslücke ausnutzt, denn solche Contractingmodelle, die Mieter:innen lange binden und der LEG volle Kontrolle über die Preise beim Heizen geben, sind nicht verboten.
Gestern war das ARD-Politmagazin „Panorama“ zusammen mit Max Fuhrmann vom deutschen Mieterbund im Geistviertel, um sich die Sache einmal näher anzuschauen. Nach Fuhrmanns Berechnung werden die Heizkosten je nach Wohnung um 40 bis 160 Prozent steigen. „Unterm Strich wird’s im Durchschnitt doppelt so teuer für die Mieterinnen und Mieter“, sagte er.
Mit den Zahlen konfrontiert, gibt die LEG gegenüber „Panorama“ zu, die bisherigen Kosten nur geschätzt zu haben. Man würde eine „Lernkurve durchlaufen“. Man habe „Herausforderungen (…) bei der Berechnung der Kostenneutralität“ gespürt.
Max Fuhrmann vom deutschen Mieterbund sagt, das Vorgehen der LEG torpediere die Wärmewende. Denn klar, natürlich müssen die Heizungen weg von Öl und Gas. Wenn aber bei den Menschen am Ende ankommt, dass für sie alles teurer wird, dann wirke das wie „Gift für die Wärmewende“, sagt Fuhrmann.
„Panorama“ geht sogar noch einen Schritt weiter. Das Magazin wirft der LEG vor, sich im Windschatten der Wärmewende zu bereichern. Unplausibel ist das nicht. Im letzten Geschäftsbericht steht ganz unverhohlen, die LEG wolle „Klimaschutz als Geschäftsmodell“ betreiben und einen „finanziellen Erfolgsbeitrag“ schaffen. Der nächste Schritt dorthin: Bald wird die LEG auch anderen Wohnungsgesellschaften das Contractingmodell mit den Luft-Luft-Wärmepumpen anbieten. (sfo)

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+++ Am Dienstag haben wir im RUMS-Brief über die Umnutzung von drei Kirchen in Münster geschrieben. In diesem Zusammenhang verwiesen wir auf das Priesterseminar Borromaeum, das in unserer Darstellung zunehmend „verwaist“. Eine Leserin hat uns zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass das so nicht stimmt. Es leben zwar mittlerweile deutlich weniger Priesteranwärter dort als früher (RUMS-Beitrag), aber das Gebäude wird noch immer für Fortbildungen und als Unterkunft für Studierende genutzt. Vielen Dank, Ruth Kubina!
+++ Das Annette-Gymnasium ist beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten als beste Schule Nordrhein-Westfalens ausgezeichnet worden und darf nun auf den Bundespreis hoffen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Mit der kostenlosen WAU-App der Uni Münster können Menschen Verhalten und Gemütszustand ihres Tiers dokumentieren und so an einem Forschungsprojekt zur Persönlichkeit der Tiere teilnehmen. (Uni Münster)
+++ Die kirchliche Darlehenskasse Münster verwaltet inzwischen ein Finanzvolumen von fünf Milliarden Euro und ist damit so groß wie noch nie. (Kirche und Leben)
+++ Die Stadtwerke und die Telekom wollen in diesem Jahr damit beginnen, die Viertel Schützenhof und Pluggendorf ans Glasfasernetz zu bringen. (Stadtwerke Münster)
+++ Die Stadtwerke planen in Kürze einen speziellen, günstigeren Stromtarif für Haushalte mit Wärmepumpe, um den Umstieg auf klimafreundliches Heizen attraktiver zu machen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Landgerichtspräsident Ulrich Schambert geht in sechs Wochen in den Ruhestand und will sich dann mehr in seiner Kirchengemeinde engagieren und das tun, was schuldige Tatverdächtige auf der Anklagebank machen, wenn alles gut läuft: singen – in Schamberts Fall allerdings in drei Chören. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die St.-Franziskus-Stiftung übernimmt zum Juli die Mehrheit am Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf und wird damit zu einem der größten konfessionellen Krankenhausträger Deutschlands. (St. Franziskus-Stiftung)
+++ Seit Juni 2024 hat die Telenotarzt-Zentrale der Feuerwehr Münster in tausend Einsätzen Rettungskräfte in der Region unterstützt – per Video, Ton und Telemedizin, oft schon bevor ein Notarzt vor Ort war. (Stadt Münster)
+++ In Gievenbeck ist der „Grüne Weiler“ jetzt offiziell eröffnet – ein genossenschaftliches Wohnprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne, das rund 250 Menschen Raum für ein gemeinschaftliches und nachhaltiges Leben bietet. (Grüner Weiler, RUMS-Brief)
+++ Die Stadt bittet darum, genauer hinzuschauen, vor allem wenn tote Wildschweine herumliegen, denn die im Kreis Olpe diagnostizierte Afrikanische Schweinepest kommt näher. (Stadt Münster)
Der Hochschulsport funktioniert seit ein paar Monaten mit einem neuen Buchungssystem. Nutzer:innen können ihr Sportprogramm seitdem flexibler gestalten. Wie Sie es vielleicht aus Fitnessstudios kennen, kann man sich inzwischen zu jedem Zeitpunkt neu beim Hochschulsport anmelden und dann via App Kurse buchen, die in der jeweiligen Woche gut in den persönlichen Zeitplan passen. Als Basis abonnieren Sie den Sportpass. Falls Sie weitere Kurse besuchen möchten, können Sie zusätzliche Mitgliedschaften abschließen (Infos zu Kosten hier und zur Anmeldung hier). So können Sie Ihr Abo flexibel gestalten und bereits mit dem Sportpass an vielen unterschiedlichen Sportarten teilnehmen – auch mehrmals die Woche. Sie können sich jederzeit mit einer Frist von vier Wochen wieder abmelden. Wir finden: Das ist besonders interessant für diejenigen, die auf der Suche nach einer neuen Sportart sind und einfach mal etwas ausprobieren wollen.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Svenja Stühmeier für uns in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen.
+++ Die Künstlerin und ehemalige RUMS-Kolumnistin Anna Stern tritt am Sonntagabend mit dem Klarinettisten Robert Beck in der Black Box im Cuba auf. In ihrer gemeinsamen Performance „Sounds and Feathers“ thematisieren sie die Spannung zwischen Schöpfung und menschengemachter Umweltzerstörung, ausgehend vom Vogelsterben. Los geht es um 19:30 Uhr, Karten gibt es ab 10 Euro hier.
+++ Lust auf Neues in Sachen Musik? Am Samstag lädt das Münsterbandnetz ab 12:30 Uhr zum Open-Air „Die wollen nur spielen“ an die Sputnikhalle ein. Dort treten sechs Nachwuchs-Künstler:innen aus NRW auf, unter anderem die Punkband Grenzkontrolle, Josie Malou und Yola. Tickets kosten 10,80 Euro im Vorverkauf, Abendkasse gibt’s auch.
+++ Bis zum 28. Juni gibt es eine ganze Reihe Veranstaltungen im Rahmen des Droste-Festivals, dieses Jahr unter dem Titel „The Landlord’s Game“. Schauen Sie doch mal vorbei, zum Beispiel am morgigen Samstag zum Tagesprogramm im Rüschhaus. Tickets hierfür gibt es ab 10 Euro. Alle anderen Veranstaltungen (auch kostenlose sind dabei) finden Sie im Kalender.
+++ Football-Regionalliga: Sonntag spielen die „Münster Phoenix“ gegen die „Cologne Falcons“ auf der Sentruper Höhe. Kickoff ist um 16 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro. Falls Ihnen das zu viel Action für den heißen Sonntag ist: Schauen Sie doch mal auf Münsters „coolem Stadtplan für heiße Tage“ – vielleicht entdecken Sie dort ja ein nettes schattiges Plätzchen, das Sie noch nicht kennen.
+++ Das Asta-Frauen*referat lädt am Dienstagabend zu einem Vortrag über weibliche Genitalverstümmelung ein. Referentin Khadra ist selbst betroffen und wird ihre Geschichte teilen. Beginn ist um 18 Uhr im Hörsaal S8 im Schloss. Bitte melden Sie sich via E-Mail an.
Und sonst?
Wir wollten von Ihnen wissen: Welche Themen sollen im Kommunalwahlkampf in Münster im Mittelpunkt stehen? Anna Niere hat Ihre Antworten ausgewertet. Ein Thema sticht besonders heraus. Wenn Sie alle Ergebnisse lesen wollen, dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende!
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Anna Niere (ani), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Nanu, was liegt denn da hinter dem Tagesschau-Tresen? Das hat sich wohl Münsters bekanntester Psychologe Leon Windscheid letztens gedacht, als er letztens die 20-Uhr-Nachrichten eingeschaltet hat. Nachdem er sich die Eingangsszene mehrmals angeschaut hat, war er sich sicher, dass Moderatorin Susanne Daubner „ganz lässig ihr Iphone“ auf dem Fußboden lädt. Inzwischen hat sie selbst das Geheimnis gelüftet. Des Rätsels Lösung: ist doch nur ein Pedal, um den Teleprompter zu bedienen. Susanne Daubners komplette Antwort finden Sie hier.



