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Sparen, Sparen, Sparen | Unbezahlte Werbung: Flotte Bohne | 6 Monate RUMS für 1 Euro

Guten Tag,
Guten Tag,
am Mittwoch vor der Ratssitzung demonstrierten Eltern mit Trillerpfeifen gegen die Sparpläne der Stadt. Auf einem Plakat stand: „Ich wünsche mir eine Schwester, aber die können wir uns leider nicht leisten.“ Auf einem anderen: „Bleibt Mama zu Hause, ist das kein Gewinn. Ihre Rente und deine Pension sind dann auch dahin!“
Die Eltern sind wütend, denn sie haben das Gefühl: Am Ende bleibt es wieder an uns hängen. Gruppen schließen früher, Betreuung fällt aus. In den Kitas erzählen sie einem, einen Tag in der Woche muss man sich selbst um die Kinder kümmern. Und jetzt kommt die nächste Belastung?
Die Vorschläge waren, die Kita-Beiträge um drei Prozent anzuheben, Geschwisterkinder nicht mehr vom Beitrag zu befreien und Beiträge nicht mehr zurückzuzahlen, wenn die Betreuung ausfällt.
Das wäre in einer Zeit, in der die Preise schneller wachsen als die Einkommen, tatsächlich eine große Belastung. Man kann den Ärger verstehen. Andererseits sind die Widerstände immer groß, wenn irgendetwas teurer werden soll. Dann heißt es: Wir sind schon an der Grenze, es geht nicht mehr.
Aber ist das so? Also stimmt das wirklich, dass Eltern sich gegen ein zweites Kind entscheiden, weil sie es nicht bezahlen können? Und sind die Kita-Plätze in Münster wirklich so teuer?
Das muss man auch fragen, wenn man eine faire Lösung finden möchte. Macht man das, sieht man zum Beispiel: Die Kita-Beiträge in Münster liegen im Landesvergleich unter dem Durchschnitt.
Wer weniger als 37.000 Euro brutto im Jahr verdient, zahlt in Münster für einen Kita-Platz gar nichts. Familien mit einem Einkommen von 75.000 Euro im Jahr zahlen 350 Euro im Monat. Im Schnitt sind es in Nordrhein-Westfalen 387 Euro.
Der WDR hat im Februar einige Vergleichszahlen zusammengestellt. Zum Gesamtbild gehört auch, dass die Kita-Betreuung in anderen Städten oder Bundesländern deutlich günstiger ist.
In Hamm kostet ein Vollzeitplatz im Monat 97 Euro. Düsseldorf oder Neuss bieten sogar kostenfreie Plätze an, wie auch Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg im Umfang von fünf Stunden am Tag und Rheinland-Pfalz für Kinder ab zwei Jahren.
In Nordrhein-Westfalen ist es allerdings ein Privileg, dass Geschwisterkinder kostenfrei zur Kita gehen. Es ist ein besonderer Standard, den die Stadt sich leistet, ein „Münster-Standard“, der – das hat die Politik schon deutlich gemacht – auch bleiben soll.
Die SPD hat klargestellt, dass sie den Sparvorschlag ablehnt. Die Grünen haben mitgeteilt, dass sie Familien und Eltern nicht zusätzlich belasten wollen. Aber dann, so schreiben sie, müsse man eben woanders sparen.
Und das ist nicht so leicht, wie es klingt, denn auf Widerstände stößt man überall. Den Satz „Wir können das verkraften“ hört man ja wirklich sehr selten. Und auf Privilegien verzichten Menschen schon deshalb nur ungern, weil sie sie nicht als Privilegien empfinden, sondern als Standards. (rhe)
Veranstaltung vor Ort 25. Oktober 2024, 19:30 Uhr
Kirche ohne Kirche?
„Wir müssen reden“ (#13)
Als der Priester Thomas Laufmöller aus der Gemeinde St. Stephanus versetzt werden sollte, gingen die Menschen für ihn auf die Straße. Der liberale Laufmöller war immer wieder mit der konservativen Kirche aneinandergeraten. Im vergangenen Jahr eskalierte der Konflikt. Laufmöller bat den Bischof, ihn von seinen Aufgaben als Priester zu entpflichten.
Seine Geschichte hat Thomas Laufmöller gemeinsam mit dem Journalisten und Kirchenexperten Ralf Isermann aufgeschrieben. Das Buch heißt „Aufruhr! Warum wir eine neue Urkirche brauchen“. Am 25. Oktober stellen sie ihr gemeinsames Buch vor und sprechen darüber mit RUMS-Redakteur Ralf Heimann. Es handelt von einer Kirche, die immer konservativer wird, und von der Möglichkeit, Glauben und Gemeinschaft auch jenseits der Kirche zu erleben.
Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Eintritt: 8 Euro. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind! Bitte melden Sie sich hier per E-Mail an.
…mit den Oberbürgermeister-Kandidaten
Als wir am Dienstag über Georg Lunemann berichteten, den designierten Oberbürgermeister-Kandidaten der CDU, nannten wir auch die Konkurrenz: Stephan Brinktrine, der für die SPD antritt, sowie Andrea Blome und Tilman Fuchs, die für die Grünen kandidieren wollen. Die Partei „Die Partei“ wies uns in einer E-Mail darauf hin, dass auch sie einen Kandidaten nominiert hat. Er heißt Roland Scholle und wird im nächsten Jahr aller Wahrscheinlichkeit keine Chance haben. Allerdings, und da hat „die Partei“ in ihrer E-Mail auch wieder recht: „Die Erfolgsaussichten des erwähnten SPD-Manns Brinktrine sind auch nicht unbedingt größer.“ Zumindest nicht nach den aktuellen Umfragen. Das wären vorerst jedenfalls alle Kandidaten. (rhe)

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+++ Im RUMS-Brief am Dienstag haben wir geschrieben, die Grünen bestimmen ihren OB-Kandidaten am 31. Oktober. Das stand hier falsch im Kalender. Die Mitgliederversammlung ist am 30. Oktober.
Zurzeit entgehen Ihnen viele wichtige Neuigkeiten aus der Stadt …

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+++ An der Trauttmansdorffstraße in Münster öffnen in der nächsten Woche mit „L’Osteria“ und „The Ash“ zwei große Restaurants. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Schülerinnen und Schüler des Schlaun-Gymnasiums haben in einem offenen Brief erklärt, wie sehr sie die ungewisse Zukunft ihrer Schule belastet. (Westfälische Nachrichten)
+++ Bei zwei Verkehrsunfällen am Mittwoch in Hiltrup und Roxel sind ein 89-jähriger und ein 74-jähriger Mann getötet worden. (Polizei Münster hier und hier)
+++ Um die Sicherheit für den Radverkehr an der Wolbecker Straße zu erhöhen, baut die Stadt ab Montag bis Ende des Jahres drei Kreuzungsbereiche an der Hubertistraße, an der Querstraße und an der Von-der-Tinnen-Straße um. (Stadt Münster)
+++ Der Kappenberger Damm wird nicht, wie eigentlich geplant, ab Montag für den Neubau eines Umspannwerks gesperrt, sondern ab dem 4. November. (Antenne Münster)
+++ Weil die Stadtnetze defekte Stromkabel austauschen, wird die Hafenstraße in den Ferien in Richtung Kreisel zur Einbahnstraße. (Stadtnetze Münster, Stadtwerke Münster)
+++ Weil es mit der Baustelle am Albersloher Weg länger dauert, bleibt die Straße dort noch bis mindestens November einspurig. (Westfälische Nachrichten)
+++ Hinnerk Wißmann bleibt Vorsitzender des Senats der Uni Münster. (Uni Münster)
+++ Im Zoo sind Mitte September fünf Geparden geboren worden. (Antenne Münster)
Wenn Sie morgens vor 9 Uhr rund um die Lambertikirche auf der Suche nach einem schnellen, heißen Kaffee sind, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in der Espresso-Bar „Flotte Bohne“. Sie bekommen dort verschiedene Heißgetränke, die Sie direkt im Stehen an der Theke oder an einem der Tische unter freiem Himmel am Drubbel genießen können. Süßes Gebäck und ein Plausch mit Inhaber Mehmet Sarıpınar gehören auf Wunsch genauso dazu. Geöffnet hat die „Flotte Bohne“ montags bis samstags von 7:30 Uhr bis 18:30 Uhr. Sollten Sie Ihren Kaffee lieber zuhause trinken, können Sie übrigens auch die dafür notwendigen Barista-Produkte kaufen und in Kursen lernen, wie sie richtig verwendet werden. Außerdem können Sie eine mobile Espressobar für Ihre Veranstaltung mieten.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Annalena Zernott hat heute für sie in den Veranstaltungskalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ 2022 fotografierte Merle Trautwein die dickste Domina Deutschlands für eine Reportage bei RUMS (hier geht es zum Beitrag) – ab heute hängen ihre Fotos live und in Farbe im Fyal. In der Ausstellung Fisch&Fleisch stellt die Fotografin zusammen mit Sebastian Krampe aus. Die beiden Fotoreihen sind unabhängig voneinander. Während es in der Fotoreihe über Baroness Babalon, die Domina, um Sexarbeit im 21. Jahrhundert geht, zeigt Krampe’s Fotoreihe einen visuellen Dialog über psychische Gesundheit. Zur Ausstellung findet ab 18 Uhr eine Vernissage mit den beiden Fotograf:innen statt. Die Ausstellung bleibt bis Anfang Dezember im Fyal.
+++ Weiter oben haben wir es schon erwähnt: Heute wurde das Südbad offiziell eröffnet. Um das zu feiern, können Sie dort ausnahmsweise auch morgen und übermorgen zwischen 8 und 16 Uhr schwimmen gehen. Lesen Sie hier weiter, um Einzelheiten zu erfahren. Ab nächster Woche gelten dann die regulären Öffnungszeiten und Eintrittspreise.
+++ Heute und morgen Abend um jeweils 20 Uhr haben Sie die Möglichkeit, sich im Theater im Pumpenhaus mit ihren eigenen und anderleuts Schamgrenzen auseinander zu setzen. Vier Tänzer:innen und ein Musiker der Düsseldorfer Tanzkompagnie Maura Morales machen im Stück namens „Shame“ für das Münsteraner Publikum an zwei Abenden die Geschichte ihrer eigenen Schamverletzungen erlebbar. Dass das ausgerechnet im Scheinwerferlicht der Bühne geschieht, ist ein gewünschter Nebeneffekt. Wenige Karten sind noch für heute (hier) und morgen (hier) verfügbar, ermäßigt bezahlen Sie 10 Euro, standardmäßig 18 Euro.
+++ 10 Jahre ist es mittlerweile her, dass der Neubau des LWL-Kunstmuseums eröffnet wurde. Seit Mittwoch finden deshalb bereits verschiedene Sonderveranstaltungen statt, am Wochenende kommen noch einige mehr hinzu. Heute Abend zum Beispiel lädt der „Lange Freitag“ wieder zum kostenlosen Museumsbesuch bis Mitternacht ein. Morgen gibt es dann, genau wie vor 10 Jahren, ein audiovisuelles AV-Picknick-Konzert. Dafür benötigen Sie Karten, die Sie unter diesem Link bekommen. Am Sonntag schließt das Jubiläumswochenende mit einem Familienfest auf dem Domplatz. Das gesamte Programm können Sie hier einsehen.
+++ Am Sonntagmorgen um 11 Uhr zeigt der Verein zur Münsteraner Städtepartnerschaft mit Kristiansand die norwegische Tragikomödie „Alle hassen Johan“ im Cinema. Karten gibt es für 6 Euro hier. Im Trailer können Sie sich schon einmal einen Eindruck vom Film verschaffen.
Und sonst?
Die Stadt muss sparen, kann aber auf vieles nicht verzichten. Ein erster Schritt wäre: Ansprüche runter. Aber ist das wirklich so leicht? Im kompletten RUMS-Brief geht es um die Frage, was aus dem Münster-Standard wird, wenn die Stadt kein Geld mehr hat.
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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Anna Niere (ani), Annalena Zernott (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Weil ich mich freue, wenn Menschen mir gute Texte oder Beiträge empfehlen, mache ich das auch selbst gern. Bei WDR5 ist zum Beispiel gerade ein 22 Minuten langer Radiobeitrag von Heiner Wember erschienen, der seit fünf Jahren mit der Diagnose Prostatakrebs lebt und in dem Beitrag seine Krankheitsgeschichte erzählt. Falls Ihnen sein Name bekannt vorkommt: Ich habe ihn vor zwei Jahren für RUMS interviewt, weil er mit Kindern an der Wartburg-Grundschule in Gievenbeck Radio macht. In dem Beitrag sagt er den Satz: „Als ich aus dem Krankenhaus kam, ging ich mit meiner Frau und meiner Tochter erst mal gegenüber auf dem Feld Erdbeeren pflücken, das Leben spüren, sehen, fühlen, riechen, schmecken, anfassen.“ Und er endet mit dem Satz: „Mit leichtem Schwips steige ich auf mein Fahrrad, genieße den Sommerwind, als ich an Münsters Aasee entlangfahre, spüre die Kraft in meinen Beinen, freue mich auf meine Frau, meine Töchter, mein Enkelkind, Freundinnen und Freunde, genieße, dass ich da bin und noch lange bleiben will.“ Eine sehr berührende Geschichte. Am 15. Oktober ist übrigens Europäischer Prostatatag. (rhe)
