Kanadischer Eishockeyfan steigt bei den Preußen ein | Unbezahlte Werbung: Werkhaus-Hütte | RUMS 6 Monate für 1 Euro

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

ein kanadischer Eishockey-Fan ist mit einer halben Million Euro bei Preußen Münster eingestiegen. Thomas Knüwer, Preußenfan, Unternehmensberater, lange Handelsblatt-Redakteur und RUMS-Gastbeitrag-Autor, hat in seinem Blog „Indiskretion Ehrensache“ auf einen Artikel dazu auf der kanadischen Nachrichtenseite „Financial Post“ hingewiesen.

Laut Knüwer geht es nicht einfach um eine Finanzmeldung über irgendeinen neuen Geldgeber, sondern um etwas Größeres – einen „Frühindikator“, und zwar dafür, dass die Kommerzialisierung des Sports voranschreite, allerdings in eine andere Richtung, als viele denken würden, so schreibt er und erklärt das am Beispiel der Preußen.

16 Menschen aus Nordamerika halten inzwischen ein knappes Drittel der Anteile an dem Verein. Firmenchefs, Börsenhändler, ein Zahnarzt und seit vergangenem Sommer eben auch Scott Saxberg aus Alberta, der viel Geld im Ölgeschäft gemacht hat und der bis vor acht Jahren noch Miteigentümer eines etwas größeren Vereins war. Ihm gehörte zusammen mit einer Gruppe von Geschäftsleuten das NHL-Eishockey-Team „Phoenix Coyotes“ (das es inzwischen nicht mehr gibt).

Im Jahr 2013 hatte die Gruppe die Coyotes für 225 Millionen gekauft, vier Jahre später verkauften sie den Club für 300 Millionen. Im Nachhinein bereute Saxberg das. „Erzählen Sie es nicht meiner Frau, aber ich wünschte, ich würde die Coyotes immer noch besitzen“, sagte er der „Financial Post“. Doch heute bekommt man für das Geld in der NHL keinen Fuß mehr in die Tür.

Also orientierte Saxberg sich um. Und hier sieht Thomas Knüwer die neue Entwicklung. Sportbegeisterte Menschen mit viel Geld, die gern im Geschäft mitmischen würden, aber nicht so reich sind, dass sie bei den ganz Großen mitspielen können, entdecken kleinere Vereine, auch in Europa und auch in unteren Ligen.

Der Kontakt nach Münster entstand über einen anderen Anteilseigner der Preußen – Nick Semaca, einen früheren McKinsey-Manager, der wiederum familiäre Verbindungen hierher hat. Saxberg sieht die Preußen – auch eine interessante Perspektive – als „Startup“ mit guten Wachstumschancen.

Thomas Knüwer schreibt in seinem Text auch über den Zwiespalt, der so ein Engagement für Fans bedeutet. Am liebsten wäre ihnen, ihr Verein wäre einfach ein Verein und keine kommerzielle Gesellschaft. Andererseits wollen sie, dass ihr Verein oben mitspielt. Dafür braucht es Geld.

Die Preußen haben bei ihren Investoren auch schon daneben gegriffen. Vor zwei Jahren machten wir öffentlich, dass zwei Waffen-Investoren Anteile gekauft hatten. Von ihnen trennte sich der Verein.

Im Fall von Scott Saxberg sieht das alles etwas anders aus. Er hat das Geld nicht einfach nur rübergeschoben. Er war inzwischen auch schon hier und versichert, dass es nicht nur um sein Geld geht, sondern auch um sein Herz.

Im September hat er sich zusammen mit seiner Familie ein Spiel angesehen. Auf seinem Instagram-Account veröffentlichte er Fotos aus der Innenstadt und dem Stadion. Dazu schreibt er: „Fantastische Reise nach Münster, Deutschland, um unser Team Preußen Münster gegen Schalke zu sehen.“

Der „Financial Post“ hat Saxberg gesagt, er sehe die Investition als langfristiges Engagement. Er habe sogar schon angefangen, Deutsch zu lernen, auch wenn das wohl noch etwas dauern werde. Irgendwann wolle er mit seiner Familie eine Weile in Münster leben. Dann könne er die Spiele live im Stadion sehen. Im Moment muss er dafür morgens um 5:30 Uhr aufstehen. (rhe)

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Ein-Satz-Zentrale

+++ Am Ludgeriplatz haben sich am Sonntag etwa 180 Exil-Syrer:innen versammelt, um den Sturz des Assad-Regimes zu feiern. (Westfälische Nachrichten)

+++ An der Steinfurter Straße ist heute ein Blindgänger entschärft worden. (Stadt Münster)

+++ Die Fernwärme-Bauarbeiten in der Theodor-Heuss-Straße verzögern sich bis Ende März 2025. (Stadtnetze Münster)

+++ Die neue Grundschule Sprakel ist eingeweiht worden. (Stadt Münster)

+++ In Roxel sind viele Haushalte seit fast zwei Monaten ohne Festnetzanschluss. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadtwerke Münster planen, bis 2025 weitere hundert Haltestellen mit Infoanzeigen auszustatten. (Münstersche Volkszeitung)

+++ Am Preußenstadion werden 80 Bäume gefällt, um Platz für Auto- und Fahrradparkplätze zu schaffen. (Stadt Münster)

+++ Das defekte Windrad Loevelingloh steht nach knapp vier Jahren Stillstand vor dem endgültigen Aus, wenn die Stadtwerke bis zum 14. Februar 2025 nicht nachweisen können, dass es ordnungsgemäß läuft. (Westfälische Nachrichten)

+++ Bei den Stadtwerken sinken ab Januar 2025 die Fernwärmepreise um 18,5 Prozent, während die Erdgaspreise ab Februar um 6,5 Prozent steigen. (Stadtwerke Münster)

+++ In Gremmendorf soll es bis Mitte 2027 einen neuen Supermarkt geben. (Westfälische Nachrichten)

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Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

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Lichtstrahl Uganda

Wir sind ein gemeinnütziger Verein aus Münster, der sich seit 2010 mit viel Herzblut in Gulu, im Norden Ugandas, engagiert. Wir versorgen ca. 15.000 Patienten pro Jahr, 5.000 Frauen auf der Entbindungsstation, 4.000 Impfungen, 650 Kinder in den Schulen, 60 Kinder leben bei uns und 140 Mitarbeiter*innen.

Unterstützen Sie uns gerne mit einer Spende!
Drinnen und Draußen

Katja Angenent hat heute für Sie in den Kalender geschaut und ein paar Empfehlungen gesammelt:

+++ Noch bis einschließlich Freitag ist in der Bezirksregierung am Domplatz die Wanderausstellung „Alles wissen wollen – die Stasi und ihre Dokumente“ zu sehen. Exemplarisch werden einzelne Stasi-Archivalien und die Geschichte dahinter präsentiert. Zu sehen ist die Ausstellung zu behördentypischen Öffnungszeiten, das heißt jeweils ab 7:30 Uhr morgens, am Mittwoch und Donnerstag bis 16 Uhr, am Freitag bis 14 Uhr.

+++ Am Donnerstag treffen sich Leseratten um 18:45 Uhr im Gesellschaftszimmer des SpecOps, um gemeinsam aber jeweils für sich das zu tun, was Lesende eben so tun, wenn sie ein Buch aufschlagen. Der Silent Book Club ist aber nicht nur still – vor und nach einer Stunde Lektüre darf sich über das Gelesene ausgetauscht werden. Der Eintritt ist frei, die Lektüre bitte mitbringen. Fast parallel dazu, nämlich um 19:30 Uhr, beginnt ebenfalls im SpecOps eine Lesung mit anschließender Diskussion. Kathrin Hartmann liest aus ihrem Buch „Öl ins Feuer“, in dem sie verdeutlicht, welche Auswirkungen Scheinlösungen für die Klimakrise global haben können. Auch zu dieser Veranstaltung ist der Eintritt frei.

+++ Am Donnerstagabend um 19 Uhr sind Schauspieler:innen des Stadttheaters in der Kneipe Bei Ute brennt noch Licht zu Gast. Was genau sie unter dem Titel Guess you had to be there dort tun, wird vorab nicht verraten, aber das Publikum und/oder die Menschen in der Kneipe werden bestimmt miteinbezogen – zumindest, wenn sie nicht nur in Ruhe ihr Bier trinken möchten.

+++ Am Freitag können Kinder ab sieben Jahren, Jugendliche und Erwachsene in der Stadtteilbücherei am Hansaplatz ab 16 Uhr unter Anleitung von Nina Klümpers eigene Weihnachtskarten und Geschenkanhänger basteln. Zum kostenfreien Workshop ist eine vorherige Anmeldung unter buecherei-hansaplatz@stadt-muenster.de erforderlich.

+++ Ebenfalls am Freitag gastiert Frank Spilker von „Die Sterne“ im Fachwerk in Gievenbeck. Dort liest er um 20 Uhr in der Reihe „Pop am Sonntag“ (ja, richtig gelesen) aus seinem Buch „Ich scheiß auf deutsche Texte“. Karten erhalten Sie hier.

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Die Wissenschaftlerin Jara Streuer wurde für ihre Forschung zu Femiziden an der Uni Münster ausgezeichnet. Wir haben mit ihr über Begriffsdefinitionen sowie strukturelle Ungerechtigkeit gesprochen und darüber, wie frauenfeindlich Deutschland eigentlich ist. Das interessiert Sie? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Freitag schreibt Ihnen Anna Niere. Ich wünsche Ihnen einen gute Woche.

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Anna Niere (ani), Sigrid März (sim), Jan Große-Nobis (jgn), Katja Angenent (kat) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Unser Kolumnist Ruprecht Polenz hat dem Blog „Volksverpetzer“, das sich mit der Bekämpfung von Desinformation, Fake News und extremistischen Narrativen beschäftigt, ein halbstündiges Videointerview gegeben. Es geht um die CDU, den aktuellen Kurs unter Friedrich Merz, die Frage nach der Dimension des Migrationsthemas, die Grenzen zur AfD und die Frage: Wie führt man politische Debatten? (rhe)

PPS

Ralf Clausen vom Magazin „Alles Münster“ verliert ständig Handschuhe – und immer den linken. Das schreibt er bei „Threads“. Geht Ihnen das auch so? Und haben Sie eine Erklärung? Liegt’s vielleicht daran, dass man, wenn man alles mit rechts macht, die linke Pfote eher aus den Augen verliert? Erklärungen und rechte Handschuhe, falls gefunden, bitte an die Redaktion. Wir leiten das dann weiter. (rhe)

PPPS

Vermutlich ist das bei Ihnen anders. Mir werden bei Instagram immer Fußballvideos angezeigt. Legendäre Tore, kuriose Spielzüge oder einfach selten dämliche Patzer, die man sich gleich noch mal ansieht, und schon weiß der Algorithmus, was funktioniert. In dieser Woche war das dieses Video. Eine junge Frau spielt abends im Flutlicht einen Pass aus der eigenen Hälfte, der fast etwas zu langsam genau auf der Linie an allen vorbei rollt, die für die Gegnerinnen unerreichbar ist. Die Spielerin heißt Julia Springer, ist im Team von Blau-Weiß Aasee, den Aaseewomen, trainiert von unserem Kolumnisten Kolja Steinrötter, und den Pass hat sie am 26. September im Pokalviertelfinale gegen den FC Gievenbeck, ja, man muss sagen, gezaubert. Am Ende kullert der Ball im Strafraum Noemi Hutter vor die Füße. Die schießt ihn aus einem fast unmöglichen Winkel mit dem linken Fuß über die Torfrau ins Netz. Und wenn das nicht das Tor des Monats ist, dann wissen wir’s auch nicht. Das Spiel ging übrigens 4:0 aus. Das Halbfinale ist im April. (rhe)

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