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Der Kanzler zu Besuch in Münster | Unbezahlte Werbung: Café Knut | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro

Guten Tag,
gestern war für die CDU Münster ein herausfordernder Tag. Auch wenn der Termin offiziell nichts mit dem Kommunalwahlkampf zu tun hatte, dürften bei der Partei gemischte Signale angekommen sein. Denn im Friedenssaal standen gestern zwei CDU-Männer, die für Parteilinien stehen, die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Aber der Reihe nach. Für den Amtsantritt von Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst nicht etwa ins sauerländische Brilon oder in die Düsseldorfer Staatskanzlei eingeladen, sondern in das historische Rathaus von Münster. Warum auch nicht?
Nachdem sich Kanzler Merz im Goldenen Buch der Stadt verewigt hatte, begann auch schon die Sondersitzung mit der Landesregierung. Zu besprechen gab’s eine Menge. NRW will ein attraktiver Rüstungsstandort in Deutschland sein und deshalb Schienen und Kasernen in Stand setzen. Außerdem will das Land eine Vorreiterrolle in Sachen künstliche Intelligenz einnehmen. Und wenn wir gerade schon groß denken, dann können wir auch gleich über eine mögliche Austragung der Olympischen Spiele diskutieren.
Viel interessanter als die Inhalte der Gespräche ist die Symbolkraft der gestrigen Veranstaltung. Schließlich wollte die CDU zwei Wochen vor der Kommunalwahl eines ausstrahlen: Wir stehen geschlossen zusammen. Dabei verkörpern Wüst und Merz grundlegend verschiedene politische Philosophien.
Da ist Hendrik Wüst, ein mit seinen 50 Jahren für CDU-Verhältnisse vergleichsweise junger Politiker und ein politischer Senkrechtstarter, der vom NRW-Verkehrsministerium direkt den Sprung in die Staatskanzlei geschafft hat, und seit vier Jahren das bevölkerungsreichste Bundesland der Republik geräuschlos zusammen mit den Grünen regiert.
Dann ist da Friedrich Merz, 20 Jahre älter, der trotz Ambitionen jahrelang von seiner eigenen Partei ausgebremst wurde, einen erbitterten Machtkampf ausgerechnet gegen Angela Merkel verlor, erst im dritten Anlauf zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt wurde und der erste Bundeskanzler der Geschichte ist, der erst im zweiten Wahlgang gewählt wurde, und jetzt ohne Regierungserfahrung eine Koalition mit der SPD führen soll und es nicht so richtig hinbekommt.
Wahrscheinlich hatte sich die CDU vom Merz-Besuch in Münster Rückenwind für die Kommunalwahl erhofft. Denn landesweit sehen die Umfragewerte im Moment zwar ganz okay aus, allerdings könnte das Ruhrgebiet an die AfD verloren gehen und die Rathäuser der großen Städte demnächst von den Grünen regiert werden.
Für die CDU könnte das Ergebnis der Kommunalwahl der Beginn einer Richtungsentscheidung werden. Will sie den Wüst-Kurs einschlagen, jünger und moderner werden, oder auf die Methode Merz setzen, mehr Wagnisse eingehen und sich deutlicher von den Grünen abgrenzen?
Die CDU Münster scheint sich unabhängig vom Ergebnis entschieden zu haben, zumindest lässt der bisherige Wahlkampf darauf schließen. Der besteht bislang aus Allgemeinplätzen („Zuhören, Anpacken, Umsetzen“) und Grünen-Bashing. Am 14. September sehen wir, ob die Strategie aufgeht. (sfo)
Hybrid-Veranstaltung 08. September 2025, 19:00 Uhr
Der große RUMS-OB-Kandidaten-Check | Was wollen die, die regieren wollen?
„Wir müssen reden“ (#14)
Wer wird neuer Oberbürgermeister für Münster? Darüber entscheiden Sie bei der Kommunalwahl am 14. September. Die besten Chancen haben Georg Lunemann (CDU), Stephan Brinktrine (SPD) und Tilman Fuchs (Grüne). Aber was haben sie vor? Was wollen sie erreichen? Was ist ihnen wichtig? Das werden wir die drei Kandidaten fragen.
Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, aber wir führen eine Warteliste und es rücken immer wieder Interessent:innen nach. Wenn Sie gern live vor Ort dabei sein möchten, melden Sie sich bitte hier an – vielleicht ergattern Sie ja noch einen Platz.
Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können: Wir übertragen die Veranstaltung live per Zoom. Den Zoom-Link finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

Anonymer Briefkasten
Haben Sie eine Information für uns, von der Sie denken, sie sollte öffentlich werden? Und möchten Sie, dass sich nicht zurückverfolgen lässt, woher die Information stammt? Dann nutzen Sie unseren anonymen Briefkasten. Sie können uns über diesen Weg auch anonym Fotos oder Dokumente schicken.
+++ Am Samstag fahren viele Buslinien wegen Veranstaltungen nicht über den Prinzipalmarkt und Domplatz. (Stadtwerke Münster)
+++ In den neuen Quartieren Oxford und York sowie in Coerde gibt es je eine neue Kita. (Stadt Münster, Westfälische Nachrichten)
+++ In einem Mehrfamilienhaus am Frankenweg in Gremmendorf ist in der Nacht ein Mann bei einem Brand ums Leben gekommen. (Polizei Münster)
+++ Weil an der Admiral-Scheer-Straße ein Blindgänger gefunden wurde, mussten am Nachmittag über 3.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. (Stadt Münster)
+++ LWL-Chef und OB-Kandidat Georg Lunemann (CDU) hat 2024 rund 83.000 Euro an Nebeneinkünften erhalten, von denen ihm nach Abgaben gut 11.000 Euro blieben. (Münstersche Volkszeitung)
+++ Die FDP warnt, dass den Münsteraner Hochschulen durch geplante Kürzungen im NRW-Haushalt Millionen verlieren und Forschung wie Lehre stark leiden könnten. (FDP Münster)
+++ Die Telekom will die letzten alten Telefonzellen in Münster (RUMS-Brief, RUMS-Fotoreportage) noch in diesem Jahr abbauen. (Antenne Münster)
+++ In Lastrup im Landkreis Cloppenburg ist die Zeitzeugin Auguste Block im Alter von 98 Jahren gestorben, die 1939 in Hiltrup die Festnahme von Kaplan Bernhard Poether durch die Nazis miterlebt hatte. (Westfälische Nachrichten)
+++ Der Elektronik- und Haushaltsgeräte-Händler Coolblue eröffnet am Freitag ein Geschäft in der Stubengasse. (Pressemitteilung)
+++ In Münster leben sieben von zehn Menschen mit Behinderung dank ambulanter Betreuung selbstbestimmt im eigenen Zuhause. (LWL-Jahresbilanz)
Da, wo mal die Alte Fleischerei war, ist jetzt Knut. Knut ist Café und Bar gleichzeitig und sehr charmant. Neben Kuchen, Waffeln und Zimtschnecken von der Backstube Millie gibt es dort auch leckere Panini für den mittelgroßen Hunger. Uns hat besonders die vielfältige Platzauswahl gefallen: Wer’s cosy mag, kann sich hinter einer kleinen Wand in eine gemütlich beleuchtete Ecke setzen. Wer den Überblick behalten möchte, hockt sich auf die Hochebene. Draußen sitzen geht hier auch. Wir haben uns fürs gemütliche Sofa entschieden – und uns extra lange Zeit für den Eiskaffee genommen. Die Öffnungszeiten „9 bis spät“ (dienstags bis freitags) und vorhandenes W-Lan laden übrigens auch zu einer Café-Office-Session ein. Samstag und Sonntag hat Knut ab 10 Uhr geöffnet.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Svenja Stühmeier hat für Sie in den Veranstaltungskalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Bis zu fünf Musiker:innen treten morgen ab 20 Uhr im Sputnikcafé am Hawerkamp auf. Beim Singer-Songwriter-Slam kommen Sie nicht nur in den Genuss der selbstgeschriebenen Songs, sondern sind gleichzeitig Jury. Tickets gibt es für 9,51 Euro, Einlass ist ab 19 Uhr.
+++ Die Musikhochschule lädt am Donnerstagabend in die Petrikirche ein. Dort spielen die Pianist:innen Oleksandr Shykyta und Vasylyna Hrynevych Werke von Beethoven, Schubert, Brahms und Liszt. Los geht es um 19.30 Uhr, als Eintrittsgeld dürfen Sie gerne eine Spende dalassen.
+++ Von Donnerstag bis Samstag findet in Münster das Schauraum-Fest statt. Museen und Galerien laden an diesen drei Tagen zu vielen besonderen Aktionen ein. Im LWL-Kunstmuseum gibt’s zum Beispiel Kindertheater, auf dem Domplatz Livemusik und DJ-Sets. Am Samstag können Sie von 16 bis 24 Uhr kostenlos alle Museen und Galerien besuchen.
+++ Vom 4. bis zum 7. September finden an verschiedenen Orten im Kreis Warendorf die Wandeln-und-Handeln-Tage statt. Aus Münster startet Freitag um 16.30 Uhr an der Soester Straße 13 eine gemeinsame Radtour zur Filmvorführung von „The Pickers“. Gezeigt wird er auf dem Emshof in Telgte. Sonntag um 11 können Sie zusammen mit dem Rad zum Haupttag nach Warendorf aufbrechen.
+++ Das Gesundheitsamt lädt am Freitag zu „Feel Good Coerde“ ein. Von 12 bis 18 Uhr gibt’s beim Gesundheitsfestival neben nützlichen Infos und persönlicher Beratung auch konkrete Angebote. Zum Beispiel können Sie einen Hörtest machen und an Sportstationen aktiv werden. In der Teddyklinik können Kuscheltiere verarztet werden. Ab 15 Uhr gibt es eine Tombola und Bühnenprogramm. Der Eintritt ist frei, Sprachmittler:innen sind vor Ort.
+++ Am Freitag kommt der Künstler Michael Burnett ins SpecOps. Er bietet einen Malworkshop zu den Themen Heimat, Ankommen, Zuhause an. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kommen Sie aber pünktlich, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Los geht’s um 16 Uhr. Der Workshop ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Caritas über Wohnungslosigkeit in Münster.
+++ Bis das Filmfestival Münster beginnt, sind es noch zweieinhalb Wochen. Aber die Tickets sind schnell weg. Daher hier schon mal: Zur Eröffnung läuft am 19. September die Deutschlandpremiere des Bergdramas „Alpha.“. Daneben sind unter anderem Daphne Luckers Debüt „Flame“, der Berlinale-Preisträger Christy und Julien Colonnas korsisches Familien- und Mafia-Drama „The Kingdom“ zu sehen. Im Kurzfilmwettbewerb treten 36 Filme aus 15 Ländern an, darunter preisgekrönte Beiträge wie „Fire Drill“ oder „On Weary Wings Go By“. In der „Westfalen Connection“ feiern mehrere Werke regionaler Filmschaffender Premiere, während die Spätvorstellungen (Nightwatch) Gregg Arakis „Teen Apocalypse Trilogy“ zeigen. Mehr zum Festival und zum Programm finden Sie hier.
Und sonst?
Viele Initiativen leben von kurzfristigen Projektgeldern. Doch wer Vielfalt und Antirassismus stärken will, braucht etwas anderes: Verlässlichkeit. Warum das in Münster besonders deutlich wird, erzählt Josee Mukanshimiyimana im Interview.
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Am Freitag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Ralf Heimann (rhe), Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Wenn Sie vom Wählen nicht genug haben, dann können Sie sich auf die nächste demokratische Abstimmung freuen. Der Naturschutzbund Nabu hat heute die Kandidat:innen zur Wahl des Vogels des Jahres 2026 vorgestellt. Ins Rennen gehen die Waldohreule, die Schleiereule, der Zwergtaucher, die Amsel und das Rebhuhn – mein diesjähriger Favorit. Ich verrate Ihnen auch, warum. Das Rebhuhn ist im Münsterland zwar noch halbwegs verbreitet, gilt aber deutschlandweit als stark gefährdet. Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft setzt sich deshalb für den Erhalt des (nebenbei bemerkt) sehr putzigen Vogels ein, der fürs Überleben bunte und diverse Felder braucht. Wenn Sie das Rebhuhn unterstützen wollen, halten Sie Ausschau, zählen Sie nach und melden Sie Ihre Sichtungen. Und: Voten Sie! Ich bin mir sicher, dass wir das Ding fürs Rebhuhn nach Hause holen!



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