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Braucht Münster den besten Regenbogen? | Unbezahlte Werbung: Café Westart | 6 Monate RUMS für 1 Euro

Guten Tag,
am Mittwoch war Ratssitzung. Und es ging um Geld. Das ist ja oft der Fall. Aber weil die Stadt Münster da gerade nicht allzu viel Spielraum hat (RUMS-Brief), hat die Frage „Können wir uns das leisten?“ sehr viele Diskussionen begleitet.
Bevor wir weiter unten im Brief auf die drängenden (Kitas) und zahlenlastigen (Stadion) Geld-Themen eingehen, an dieser Stelle etwas Buntes zum Einstieg: Quer über dem Hafenplatz soll bald ein Streifen in Regenbogenfarben verlaufen (so soll das dann aussehen). Als Symbol für Offenheit und Toleranz.
Das Symbol ist teuer. Es soll 18.000 Euro kosten, die Folgekosten liegen jährlich bei 6.000 Euro. Ulrich Thoden (Linke) sagte im Rat, er habe an sich nichts gegen Symbolpolitik, frage sich aber, ob der queeren Community nicht mehr geholfen wäre, wenn man das Geld direkt an Vereine geben würde. Lars Nowak (Internationale Fraktion) beantwortete das. In Gesprächen hätten besagte Gruppen sich eher Projektunterstützung anstelle eines Regenbogens gewünscht.
Für eine Stadtkasse ist das kein erheblicher Betrag („Damit werden wir den städtischen Haushalt nicht retten“, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg Berens). Für Farbstreifen auf einem Platz aber irgendwie doch viel Geld, oder? Findet auch Andrea Blome (Grüne). Die Sache ist: Es gab zwei alternative Vorschläge. Einen für 2.000 Euro und knapp 700 Euro Folgekosten pro Jahr, einen anderen für 1.500 Euro mit etwa 500 Euro Folgekosten pro Jahr.
Regenbogen im „Münster-Standard“
Warum hat man sich dann für die teuerste Option entschieden? An dieser Stelle bietet der geflügelte Begriff „Münster-Standard“ vielleicht eine Erklärung. Man will seine Sache exzellent machen. Dabei nimmt man allerdings in Kauf, dass die Aufgaben viel Zeit brauchen, mehr Geld kosten und manchmal vielleicht übers Ziel hinausschießen.
In diesem Fall bietet die Regenbogen-Variante Hafenplatz laut Verwaltung die größte Sichtbarkeit und hat den stärksten symbolischen Charakter. Am Hafenplatz wurde während des Christopher Street Day 2022 trans* Mann Malte C. zusammengeschlagen, der an seinen Verletzungen gestorben ist (RUMS-Brief). Bei den anderen Varianten am Ludgerikreisel und an der Engelenschanze hatte die Verwaltung Bedenken, dass ein Regenbogen-Zebrastreifen die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnte.
Trotzdem bleibt die Frage: Ist das die sinnvollste Investition in Erinnerung, Aufarbeitung und stärkere Sichtbarkeit von queeren Menschen?
Was das Geld angeht, hat man sich übrigens was überlegt. Und zwar Sponsoring von Unternehmen. Während Jörg Berens und Andrea Blome das als Möglichkeit für Partizipation und Miteinander sehen, ist die Finanzierung aus Spenden und Sponsoring für die Internationale Fraktion ein Zeichen dafür, dass die queere Community der Stadt doch eher unwichtig ist. Und sie zum Beispiel Unternehmen die Möglichkeit gibt, „Pinkwashing“ zu betreiben. Auf Deutsch: Farbe für den Regenbogen zu spendieren und dafür das interne Anti-Diskriminierungs-Seminar doch nicht zu machen.
Was Regenbogenfarben im öffentlichen Raum bei Ihnen auslösen, können Sie übrigens schon in der Windthorststraße testen. Die ist ganz offiziell Modellachse für die Sichtbarkeit von queeren Menschen in Münster, mit gleichgeschlechtlichen Ampelfiguren und bunten Radbügeln. Für den städtischen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit läuft zurzeit eine Umfrage, an der Sie noch bis Sonntag teilnehmen können. (sst)
Englischsprachige E-Mails von unserem Zahlungsdienstleister Stripe
Möglicherweise haben Sie in letzter Zeit englischsprachige E-Mails mit dem Betreff „Debit initiated by RUMS-Medien GmbH“ von dem Absender Stripe erhalten. Wir möchten Ihnen kurz erklären, warum Sie diese E-Mail erhalten haben – oder warum Sie sie vielleicht in Zukunft einmal bekommen werden.
Stripe ist unser Zahlungsdienstleister, über den alle Abo-Käufe abgewickelt werden, die per Lastschrift oder Kreditkarte getätigt werden. Das war schon immer so. Was sich aber seit kurzem geändert hat und neu ist: Wenn Sie Ihr RUMS-Abo monatlich per Lastschrift oder Kreditkarte zahlen, erhalten Sie von Stripe neuerdings nach jeder Abbuchung eine Zahlungsbestätigung per E-Mail.
Wir möchten, dass alle E-Mails, die Sie im Zusammenhang mit RUMS erhalten, auf Deutsch sind. Darüber sind wir mit Stripe gerade noch im Gespräch. Möglicherweise stellt unser Zahlungsdienstleister sein System demnächst auch wieder um und es werden keine Zahlungsbestätigungen mehr verschickt. Wir schreiben Ihnen noch mal, wenn wir Näheres dazu erfahren haben.
+++ Im RUMS-Brief am Dienstag haben wir aus Versehen die falsche Unbezahlte Werbung veröffentlicht. Der Laden, Bethlehem Cravings, war richtig. Der Text war allerdings im November vergangenen Jahres schon erschienen. Darauf hatten wir in der neuen Unbezahlten Werbung sogar noch hingewiesen (Emoji-Affe, der sich die Augen zuhält). Der Grund für die zweite Empfehlung war: Bethlehem Cravings hat jetzt auch ein Geschäft, am Spiekerhof. Den Text finden Sie hier. (rhe)
+++ Das „Grand Café“ an der Hörsterstraße schließt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Ein früherer Mitarbeiter der Ratsgruppe Volt steht unter Verdacht, einen fünfstelligen Geldbetrag veruntreut zu haben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Bundesregierung fördert ein Forschungsteam aus Münster, das eine Methode entwickelt hat, um Krebsmittel direkt zu Krebszellen zu transportieren und so vor allem Darm- und Lungenkrebs zu behandeln, mit 1,6 Millionen Euro. (Uniklinik Münster)
+++ Nachdem die Stadt einen Räumungsbescheid geschickt hat, steht Münsters erste Tinyhouse-Siedlung vor dem Aus. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Grünflächenamt rechnet in diesem Jahr mit wenigen Eichenprozessionsspinnern, fängt aber schon mal damit an, bekannte Hotspots vorsorglich zu besprühen, damit sich die Raupen erst gar nicht ausbreiten. (Stadt Münster)
+++ Der jüngste Student der Uni Münster heißt Friedrich Wendt, ist zehn Jahre alt und studiert im zweiten Semester Mathe. (WDR)
+++ Der Vertriebsleiter der Stadtwerke Münster muss gehen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Ihre Stimme für die Europawahl können Sie ab dem 8. Mai abgeben. (Antenne Münster)
+++ Ende Juni kehrt nach vier Jahren das Kunstfestival „Flurstücke“ zurück. (Westfälische Nachrichten)
Im Kaufladen-Café Westart am Verspoel 2 gibt es auf kleinem Raum heiße und kalte Getränke sowie Deko- und Geschenkartikel. Kuchen, Waffeln und Quiche werden ebenfalls angeboten. Bei schönem Wetter empfehlen wir, am besten auf der Innenhof-Terasse Platz zu nehmen. Geöffnet ist das Café montags bis samstags von 12 bis 18 Uhr. Einen Blick auf die Karte können Sie hier werfen.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Katja Angenent für Sie in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Heute Abend veranstaltet das Café Lockvogel an der Neubrückenstraße zum ersten Mal einen queeren Afterwork, mit einer Tanzfläche, Lounge-Ecke und Singlebörse. Wenn Sie heute keine Zeit haben, kommen Sie im Mai vorbei. Der queere Afterwork findet immer am letzten Freitag im Monat statt.
+++ Das diesjährige Droste-Festival auf Burg Hülshoff beschäftigt sich ab dem heutigen Freitag und noch bis zum 5. Mai mit verschiedenen Aspekten von Hexen. Dazu gehört nicht nur eine entsprechende Zusammenkunft in der Walpurgisnacht, sondern auch Lesungen, Vorträge, Spaziergänge, Konzerte, Filme und mehr. Heute wird unter anderem die Ausstellung „Körper_Sprachen“ eröffnet, dazu gibt es eine gleichnamige Lesebühnenshow. Das Programm im Einzelnen finden Sie hier.
+++ Wo wir hier ständig über die Verkehrswende sprechen. Morgen ist in der Volkshochschule Thomas Stohldreier zu Gast, Bürgermeister von Ascheberg und Sprecher der Münsterland-Kommunen. Er wird bei einer Veranstaltung des Verkehrsclubs Deutschland darüber sprechen, wie das Problem mit dem Bus- und Bahnverkehr aussieht, wenn man aus dem Umland auf Münster schaut. Los geht es um 15 Uhr in der Volkshochschule (Eingang Aegidiistraße).
+++ Auf Hof Hesselmann in Mecklenbeck findet am Samstag um vier Uhr nachmittags die Buchpremiere von „Tonis Tag“ statt. Die Autorin und Illustratorin Lilli L’Arronge zeigt ihre neue Familiengeschichte als Bilderbuchkino für alle ab drei Jahren. Anschließend zeichnet sie auf Zuruf der Kinder Bilder und Geschichten. Der Eintritt ist frei.
+++ Wer Lust hat, ein eigenes Hörspiel zu gestalten oder mitzugestalten, ist beim „HörSpielLab“ an der richtigen Adresse. In diesem Jahr gibt es – erstmalig gebündelt am letzten Juni-Wochenende – die Möglichkeit, eigene Hörspiele zu produzieren. Bewerben für einen der 16 kostenfreien Plätze können Sie sich ab sofort hier. Wer vorab schon mit anderen über Hörspiele fachsimpeln möchte, ist außerdem am morgigen Samstag von 14 bis 17 Uhr ins Medienforum eingeladen.
+++ Am Sonntag zeigt das Cinema um 12:45 Uhr den preisgekrönten Dokumentarfilm For the Time Being. Darin kämpft Michelle um die Freilassung ihres Ehemannes aus dem Gefängnis, während sie sich gleichzeitig als alleinerziehende Mutter um die Kinder im Teenager-Alter kümmert. Entstanden ist eine Langzeitbeobachtung über Hoffnung und weibliche Widerstandskraft inmitten des maroden US-amerikanischen Justizsystems. Vor dem Film gibt Manuel Sheikh von Chance e.V. eine Einführung.
+++ Die Niederlande stehen morgen Kopf, denn König Willem-Alexander feiert seinen 57. Geburtstag. Die ersten Partys gehen schon heute Abend los. Das Programm für den morgigen Koningsdag in Enschede finden Sie hier auf Deutsch. Wenn Sie in der Menschenmenge nicht auffallen wollen, ziehen Sie am besten etwas Orangefarbenes an.

Anonymer Briefkasten
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Was gibt’s sonst noch so?
Sie haben es oben schon gelesen, am Mittwoch war Ratssitzung. Neben Regenbogen ging es um 88 Millionen Euro fürs Stadion, 4 Millionen Euro für Kitas und das Ende des Kleintaxibus-Angebots „Loop“.
Sie wüssten gerne mehr? Dann abonnieren Sie doch RUMS. Die ersten sechs Monate zahlen Sie für das volle Programm nur einen Euro.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier
Mitarbeit: Katja Angenent (kan), Sebastian Fobbe (sfo), Ralf Heimann (rhe) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
PS
Einer der bekanntesten Menschen aus Münster ist gestorben: Klaus Otto Nagorsnik – „der Bibliothekar“, wie er in der Quizsendung „Gefragt, gejagt“ hieß, und was er bis zu seiner Pensionierung auch war. Meldungen und kleine Nachrufe sind in vielen auch überregionalen Medien erschienen. Die Nachrichtenagentur dpa meldet seinen Tod, hier zu lesen beim „Spiegel“. Hartmut Vollmari hat für die „WDR Lokalzeit“ mit ehemaligen Kolleg:innen gesprochen, auch aus seinem Quizteam. Eines der schönsten Porträts in Interviewform mit vielen Fotos hat vor längerer Zeit schon Henning Stoffers für seinen Blog „sto-ms“ geschrieben. Dort sagt Nagorsnik, der ja vor allem über das Fernsehen bekannt wurde: „Einen Fernseher habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr. Ich glaube, dass das Medium Buch effizienter ist.“ (rhe)

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