Neue Hoffnung für den Hoppengarten | Unbezahlte Werbung: Green Hell Records | Jetzt 6 Monate RUMS für 1 Euro testen

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von Anna Niere

Guten Tag,

ich muss ja gestehen, dass ich einige Zeit gebraucht habe, bis mir aufgefallen ist, dass das unauffällige Backsteingebäude am Hoppengarten gar nicht leersteht. Zugegebenermaßen sieht die Umgebung, vor allem im Winter, nicht gerade sehr einladend aus. Was drinsteckt, ist im Gegensatz dazu aber durchaus sehr einladend.

Das in den 1960er-Jahren entstandene Gebäude wurde früher als Schule genutzt. Seit 2001 ist es das Zuhause freier Kunstschaffenden. Das Theater im Pumpenhaus nutzt es als Probenstätte. Der Hoppengarten ist das Zuhause des Jugendtheaters Cactus, aber auch verschiedener Kunstkollektive. Sie teilen sich vier Proberäume sowie Gästezimmer für bis zu 16 Personen.

Auch wenn die Künstler:innen froh sind, den Ort als Probestätte nutzen zu können, gibt es ein großes Problem: Das Haus ist baufällig. „Es kommt an einigen Stellen Wasser durchs Dach, die Fenster sind nicht dicht, die Proberäume lassen sich zum Teil nicht richtig heizen und der Keller stand auch schon mal unter Wasser“, berichtet Manfred Kerklau, Sprecher des Arbeitskreises Hoppengarten der freien Kulturszene-Initiative Monokultur, „es wurde immer nur das nötigste gemacht.“ Er ist mit seinem Theaterlabel „MAKE“ im Hoppengarten seit Beginn dabei.

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Schon lange sei die freie Kulturszene in Gesprächen mit der Stadt gewesen – in der Hoffnung, dass diese endlich Mittel für die Sanierung zur Verfügung stelle. „Da hätte schon vor Jahren was passieren sollen“, sagt Kerklau. 2022 wurde das Sanierungskonzept im Rat vorgestellt. Jetzt gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer: In der Ratssitzung im Dezember soll über den Errichtungsbeschluss für den Hoppengarten abgestimmt werden.

Wenn der Plan eine Mehrheit findet, werden alle Gebäude saniert. Eine neue Probebühne, die fünfte, mit über 310 Quadratmetern, soll entstehen. Die Ateliers werden von 590 auf etwa 680 Quadratmeter erweitert inklusive eines neuen Gemeinschaftsateliers, um Austausch und Kooperation zu fördern.

Außerdem soll eine Kita mit Platz für zwei Gruppen entstehen. Neu ist die allerdings nicht – die Kita haust schon seit 2021 in Containern hinter dem Gebäude des alten Heerde-Kollegs. Die Projektkosten belaufen sich auf mehr als 17 Millionen Euro. Die Stadt soll mit rund 12 Millionen den Großteil der Kosten zahlen.

Für die freie Kulturszene ist der Plan eine große Erleichterung, wie Kerklau berichtet. Er sei zufrieden mit den Maßnahmen und hofft, dass sie auch so umgesetzt werden. Losgehen soll es aber erst im Herbst 2025. Kerklau glaubt das allerdings erst beim ersten Spatenstich: „Die Sanierung wurde, aufgrund von bürokratischen Hürden, immer wieder herausgezögert.“

Zudem gebe es auch noch eine Menge offener Fragen. Allen voran: Wo gehen die Kunstschaffenden während der Bauphase hin? Eine Alternative habe die Stadt bisher nicht vorgeschlagen. Zwei Jahre soll der Umbau dauern. Ungeklärt sei, wie lange die Künstler:innen ihre Ateliers nicht nutzen können.

Ideen für die Nutzung nach dem Ausbau habe die freie Kulturszene schon. Es soll eine spartenübergreifende Produktionsstätte für viele Künstler:innen werden. „Wir wollen unsere Räume mit dem Umbau mehr öffnen und zum Beispiel auch einen Ort zum gemeinsamen Arbeiten integrieren“, sagt Kerklau, der zugleich auch künstlerischer Leiter von „MAKE“ ist.

Klar ist aber: Der Hoppengarten bleibt eine reine Arbeitsstätte und wird auch in Zukunft kein Veranstaltungsort für Auftritte – dafür sei schließlich das Theater im Pumpenhaus da. (ani)

Korrekturen

Im RUMS-Brief am Dienstag haben wir eine Veranstaltung übers Nicht-Wissen im Naturkundemuseum empfohlen und die Meldung mit etwas eigenem Nicht-Wissen angereichert. Das Museum liegt nicht, wie wir schrieben, am Sentmaringer Weg, sondern an der Sentruper Straße. Ein Leser hat uns auf den Fehler aufmerksam gemacht. Wir haben die Meldung korrigiert. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Eine neue Flugverbindung bringt seit Kurzem Urlauber:innen von Greven an die klassischen Touri-Orte in Ägypten und auf den Kanarischen Inseln. (Flughafen Münster/Osnabrück)

+++ Der Kulturjournalist Till Briegleb zerreißt in der „Süddeutschen Zeitung“ die aktuelle Otto-Mueller-Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur, die seinem Urteil nach die Kunst des Expressionisten aus „heutiger Wokeness-Perspektive“ einseitig als „aggressiv und feindlich“ bewerte. (Süddeutsche Zeitung)

+++ Am Mittwoch fand eine große Krisenübung statt, bei der das Szenario durchgespielt wurde, das in weiten Teilen der Stadt und im Kreis Steinfurt der Strom ausfällt. (Gemeinsame Pressemitteilung)

+++ Das nordrhein-westfälische Familienministerium hat eine höhere Kindpauschale beschlossen, sodass Münsters Kitas mehr Geld für die Betreuung für Kinder unter drei Jahren bekommen. (Grüne Münster)

+++ Weil die Bauarbeiten im Süden schneller vorangehen als geplant, sind der Kappenberger Damm und die Thierstraße ab Montagnachmittag wieder mit dem Auto befahrbar. (Stadt Münster)

+++ Im Advent gilt am Hauptbahnhof wieder ein Waffenverbot. (Westfälische Nachrichten, RUMS-Brief)

+++ Caritas und Diakonie sammeln bis zum 7. Dezember Spenden für arme Menschen in Münster. (Bistum Münster)

+++ Der Galerist Claus Steinrötter, der seine Galerie nach 57 Jahren schließt, blickt im „Spiegel“ auf sein Arbeitsleben zurück und sagt, er habe am liebsten antifaschistische Kunst ausgestellt. (Spiegel)

+++ Für den Kanalausbau sollen wohl doch weniger Bäume am Prozessionsweg gefällt werden als bislang gedacht. (Westfälische Nachrichten)

Unbezahlte Werbung

Plattenläden gibt es ja gar nicht mehr so viele; ein Laden wie „Green Hell Records“ war aber schon in der Hochphase von Vinyl und CD etwas Besonderes. Seit fast 30 Jahren verkauft Inhaber Frank Kestennus in wechselnden Ladenlokalen in Münster und aktuell an der Winkelstraße verschiedene Tonträger, Merchandise und Konzertkarten. Der Schwerpunkt liegt auf Punk-, Metal- und Rockmusik, im Laden und auch im Online-Shop finden sich aber auch andere Genres und immer kompetente Beratung dazu. Als ich das letzte Mal dort war, stöberte gerade Bela B. von den „Ärzten“ durch die Regale – ein Besuch ist also so oder so ein Erlebnis. (aze)

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Annalena Zernott hat sich für Sie umgehört und kann Ihnen diese Veranstaltungen in den nächsten Tagen empfehlen:

+++ Unter dem Motto „Opus 10“ findet am Samstag und Sonntag die zehnte Ausgabe des „Mensch Musik Festivals“ der Musikhochschule statt. Kostenlose Eintrittskarten zu den insgesamt zehn Konzerten werden an jedem Festivaltag – Sie ahnen es – ab 10 Uhr im Foyer der Musikhochschule ausgegeben. Das vollständige Programm finden Sie hier. Hier können Sie die Konzerte im Live-Stream verfolgen.

+++ Ganz in der Nähe der Musikhochschule, im Haus der Nachhaltigkeit, startet am Samstag die bis zum 20. Dezember dauernde Tausch- und Verschenk-Börse für Weihnachtsschmuck und -deko. Diesen Samstag können Sie von 10 bis 14 Uhr dort fündig oder Ihren Schmuck loswerden. Alle weiteren Termine und mehr Infos finden Sie hier.

+++ Der Verein Pro Filia setzt sich seit 15 Jahren gegen die Versklavung und Ausbeutung nepalesischer Frauen und Mädchen ein. Das tut er, indem er beispielsweise Schutzhäuser für ehemals Verschleppte finanziert oder vor Ort informiert, damit es gar nicht erst zur Verschleppung kommt. Am kommenden Sonntag versteigern die „Zucchini Sistaz“ im Auftrag des Vereins Werke von insgesamt 36 Künstler:innen. Hier können Sie schon einmal nachschauen, ob etwas für Sie dabei ist. Das Ganze findet statt von 11 bis 14 Uhr in der Münster School of Design.

+++ Wie fühlt es sich an, als Patient:in auf der Palliativstation zu liegen, also schwer krank zu sein, und zu wissen, dass das Leben eher früher als später vorbei ist? Dieser Frage widmet sich die 4D-Performance „Zwischenwelt“ im Planetarium. Am Sonntagabend findet die letzte von drei Vorstellungen statt. Karten zum Preis von 15 Euro (12 Euro ermäßigt) bekommen Sie hier.

Was gibt’s noch?

Chaos im Kopf und im Alltag: So sieht der Alltag mit ADHS aus. Viele Betroffene werden allerdings erst im Erwachsenenalter diagnostiziert. Warum ist das so? Dieser Frage bin ich diese Woche nachgegangen und habe dazu ein ADHS-Picknick am Aasee besucht und mit der Uniklinik über die Versorgungslage in Münster gesprochen.

Hört sich das interessant an? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Sonntag schreibt Ihnen ein neuer Kolumnist zum ersten Mal. Und am Dienstag bekommen Sie wieder Post von uns. Haben Sie ein schönes Wochenende.

Herzliche Grüße
Anna Niere

Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Annalena Zernott (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Im Stadion laut mitgrölen, ist wohl für die meisten Preußen-Fans ein fester Bestandteil – sonst würde wahrscheinlich etwas fehlen? Bisher haben sich da vor allem „Preußen“ von den Donots oder „Fußball-Sinfonie“ von Götz Alsmann angeboten. Seit gut einem Monat gibt es jetzt eine neue Hymne – beziehungsweise einen Anwärter darauf: „Adlerträger“ vom Pegelprinz. Der Song hat es in den iTunes-Charts direkt auf Platz 43 geschafft. Die große Frage ist jetzt natürlich: Welchen Song grölen Sie am liebsten im Stadion? In der Story auf unserem Instagram-Kanal läuft für die nächsten 24 Stunden eine Abstimmung über den Lieblingssong der Preußen-Fans. Lassen Sie uns doch wissen, was Ihr Favorit ist.

PPS

Wir bleiben noch kurz musikalisch, lassen den Fußball aber für einen Moment weg. Wie kaum eine andere Band werden die Donots mit Münster in Verbindung gebracht. Dabei begann die Bandgeschichte vor 30 Jahren gar nicht hier, sondern im Jugendkulturzentrum „Scheune“ in Ibbenbüren. Der „Radio Bob“-Moderator Benni Zinke hat die fünf Musiker dort besucht und einen Interviewpodcast aufgenommen, der zum Bandjubiläum die vergangenen drei Jahrzehnte Revue passieren lässt. Die Aufnahmen finden Sie hier.

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