Klimapolitik: Warum denn so still? | Wohnungsmarkt: Wenig Haus für sehr viel Geld

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

wenn man heute Nachmittag vor die Tür ging, lief man gefühlt gegen eine sehr warme Mauer. Um 16 Uhr sollen es laut den bei diesen Temperaturen hoffentlich überhaupt zurechnungsfähigen Wetter-Apps 36 Grad gewesen sein. Was soll man da sagen?

Der Publizist Nils Minkmar hat am Wochenende in seinem sehr lesenswerten und, wenn man nichts zahlen möchte, auch kostenlosen Newsletter „Der siebte Tag“ an eine Geschichte über den belgischen Maler René Magritte erinnert, der einmal einem Gast, den er gar nicht so gut kannte, auf dem Weg ins Wohnzimmer in den Hintern trat. Ohne Warnung. Ohne Grund. Einfach so.

Der Mann war, so geht jedenfalls die Erzählung, so verwundert, dass er tat, als wäre nichts passiert. „Der getretene Gast hatte in seinem bourgeoisen Verhaltenskanon eben keine passende Reaktion gelernt“, schreibt Minkmar und nimmt das als Bild für die von den Klimakapriolen verwirrte Gegenwart.

In Glandorf, 40 Autominuten von Münster entfernt, brennt ein Wald. Am Möhnesee, 90 Kilometer von hier, sind schon sechs Hektar in Flammen aufgegangen. In Hürtgenwald, auch das ist noch in Nordrhein-Westfalen, bedroht eine Feuerwalze ein ganzes Dorf. Last but not least: Die Feuerwehr aus Münster hilft in Marsberg-Helminghausen aus. Dort sind 35 Hektar betroffen.

Der Rhein ist fast ausgetrocknet. Und ja, das ist ein paar Kilometer von Münster entfernt. Aber auch Münster liegt ja an einer Wasserstraße, dem Dortmund-Ems-Kanal, und auch hier wird gerade so geplant, als würde man von alledem nichts wissen.

Der Kanal wird ausgebaut, damit künftig größere Schiffe mehr Güter transportieren können. Das klingt vernünftig, wenn man nur auf die Straßen schaut. Die sollen dadurch entlastet werden.

Aber was, wenn man auch auf den Rhein schaut? Wegen anhaltenden Niedrigwassers an Rhein, Elbe und Donau können Schiffe schon jetzt oft nur noch ein Drittel ihrer Kapazität laden. Und nun?

„Apokalypse erzeugt offenbar keine Wut, sondern Apathie“, schreibt Susanne Goetze in einem Kommentar im „Spiegel“. Und das ist das Erschreckende an diesem Sommer: Würde man nicht erwarten, dass die Hitze, die Feuer und die leeren Flüsse die Debatte lauter machen? Tatsächlich passiert das Gegenteil.

Sogar die Klimabewegung fordert inzwischen vor allem, sich um die Folgen zu kümmern. Mit den Forderungen von 2019 bekommt man inzwischen kaum noch jemanden auf die Straße. Anfang August berichtete der „Spiegel“, dass die Kommunen nach und nach ihre Klimaziele aufgeben. Und teilweise lagen die Jahre hinter denen von Münster.

Klimaneutral bis 2030 – das wird nichts mehr. Ändern will man das Ziel trotzdem nicht, um nicht zu vermitteln: Wir nehmen erst mal das Tempo raus. Der Eindruck, der so entsteht, ist allerdings auch nicht viel besser: Das Ziel ist unerreichbar geworden. Und wir machen einfach weiter, als wäre nix gewesen.

So landet die Klimapolitik am Ende bei der ernüchternd praktischen Frage, wie man es als Frosch im schon blubbernden Wasser noch einigermaßen aushält.

Die CDU im Rat hat in dieser Woche mehr Hitzeschutz an Schulen gefordert. Die Bezirksregierung warnt vor dem Wassermangel und verbietet seit Juli, Wasser aus Flüssen und Bächen zu entnehmen.

Und was ist mit den Klima-Protesten? Vor dem Kanzleramt hat sich vor ein paar Tagen ein kleines Grüppchen aus 300 Menschen versammelt, um für mehr Klimapolitik zu demonstrieren.

Wenn man „Münster“ und „Klimabewegung“ googelt, findet man aus den vergangenen Tagen eine dpa-Meldung, die bei „Antenne Münster“ erschienen ist: Klima-Aktivisten haben auf Sylt an 50 Luxus-Autos die Reifenventile aufgedreht. Klimatechnisch bringt das wohl nicht viel. Aber man könnte natürlich sagen: Immerhin ist jetzt auch bei denen die Luft raus. (rhe)

Wie es weiterging

… mit den Jugendlichen und dem Ehrenamt

+++ In einem Gastbeitrag für RUMS schrieb Jakob Schoen Ende Juni, junge Menschen bräuchten Orte, an denen sie ohne Verpflichtung zusammenkommen können, bevor daraus Engagement entsteht. Nun hat WDR 5 über diesen Ort berichtet, den Schoens Organisation „Youth Matters“ an der Hörster Straße eröffnet hat. Dort sollen junge Menschen eigene soziale Projekte entwickeln, andere Engagierte treffen oder erst einmal einfach vorbeikommen können, ohne sich festlegen zu müssen. (rhe)

Wie es weiterging

… mit dem verschwundenen 70-Jährigen

Der Mann, der von der Polizei gesucht wurde und zuletzt in den Rieselfeldern gesehen worden war – wir hatten am Dienstag im PS drüber geschrieben –ist gesund wieder zurück, meldet die Polizei.

Kurz und Klein

+++ Die rechte Influencerin Naomi Seibt aus Münster will mit Geldern der US-Regierung ein Mediennetzwerk aufbauen. Ein Programm der US-Regierung soll Organisationen in Europa fördern, deren politische Ziele zur Politik des Präsidenten passen. Seibt hat sich nach Informationen von „Handelsblatt“ und „Tagesspiegel“ um das Geld beworben und möchte damit das Netzwerk „Freedom Alliance of the West“ (FAW) gründen, heißt es. Dazu sollen ein Social-Media Sender mit dem Namen „Freedom TV“ sowie Kooperationen mit Anwälten und alternativen Medien gehören. Die AfD-nahe Influencerin hatte vergangenes Jahr einen Asylantrag in den USA gestellt. Gegen sie gab es Ermittlungen der Polizei Münster wegen des Verdachts auf Volksverhetzung (RUMS-Brief). (rba)

+++ Die Polizei Münster ermittelt zurzeit in zwei tödlichen Fällen, die gar nicht in Münster passiert sind. In Bielefeld hatte die Polizei in dieser Woche bei einem Polizeieinsatz einen 47-jährigen Mann erschossen, der eine Waffe bei sich trug. In Rheine hat mutmaßlich ein 55-jähriger Mann seine 46-jährige Frau mit einem Messer getötet. In dem Bielefelder Fall ermittelt die Polizei Münster aus Neutralitätsgründen, weil Polizeibeamte aus Bielefeld beteiligt waren – in dem in Rheine, weil es in Münster eine spezialisierte Mordkommission gibt. (rhe)

+++ Der Aufzug an der Dominikanerkirche, in der das Pendel von Gerhard Richter hängt, ist seit dieser Woche wieder nutzbar. Ein Leser, der regelmäßig Rollstuhlfahrer in die Kirche begleitet, hatte sich bei uns mit dem Hinweis gemeldet, dass der Aufzug außer Betrieb sei und die Stadt ihn aus Kostengründen nicht repariere. Die Stadt schreibt, der Grund für den längeren Ausfall sei ein anderer. Jemand habe die Aufzugtür beschädigt. Eine neue Tür habe nicht sofort geliefert werden können. Am Dienstag sei das passiert. Inzwischen läuft der Aufzug wieder. Seitdem kommt man auch mit Rollstuhl wieder in die Kirche. (rhe)

Einladung
2026-07-24 Miteinander-Reden-1_Kinderhaus_Infobox

Mit „Reden wir über Kinderhaus!“ bringen wir erstmals ein Journalismus-Format nach Kinderhaus. Wir sprechen über Wohnen, Müll und den Zusammenhalt in Kinderhaus. Was macht den Stadtteil aus? Welche Geschichten zeigen, was in Kinderhaus gelingt? Und wie entsteht Zusammenhalt in einem Stadtteil, der vielfältiger ist als sein Ruf?

Die Veranstaltungsreihe wird im Rahmen der Initiative „Medien in NRW für Demokratie und Zusammenhalt“ von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen gefördert.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen hier.

Der Preis wird immer heißer

Einfamilienhäuser werden in Münster zur Seltenheit. Aber der Traum vom eigenen Haus scheitert nicht nur daran. Was bedeutet das? Raphael Balke hat es sich angesehen.

Im Mai 2023 titelte die Fachzeitschrift „Markt und Mittelstand“ „Münster verbietet Einfamilienhäuser“. Auch die Westfälischen Nachrichten schrieben damals: „Zerplatzt nun der Traum junger Familien?“ Ganz so stimmte die Annahme dahinter nicht, denn ein Verbot gab es nicht, stattdessen nur ein „angestrebtes Ziel“. Was allerdings stimmte: Die Stadt will, dass, außer in wenigen Ausnahmen, keine neuen freistehenden Einfamilienhäuser gebaut werden (RUMS-Brief).

Diesem Ziel kommt sie immer näher. Von allen Wohnungen, die in den letzten beiden Jahren fertig wurden, befand sich nur jede zehnte in einem Einfamilienhaus. Genauer: 2024 entstanden 80 und im vergangenen Jahr 140 neue Einfamilienhäuser in Münster. Vor sechs Jahren wurden noch etwa doppelt so viele gebaut.

Aber was bedeutet das? Will die Stadt den jungen Familien also wirklich den Traum vom eigenen Haus nehmen?

Seit 2018 gibt es die sogenannte „Klimagerechte Bauleitplanung“. Auf Basis bestehender Wohngebiete legte man damals fest: Es soll pro Hektar 55 bis 65 Wohnungen in Münster geben. Das führt laut Stadt dazu, dass in der Regel Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen. Also: Mehr Wohnungen auf gleichem Platz.

Der Grund ist simpel: Freistehende Einfamilienhäuser brauchen viel Platz für relativ wenige Menschen, und Fläche ist in Münster knapp. Bundesweit ist die Entwicklung außerdem ähnlich, auch dort wurden weniger Einfamilienhäuser gebaut.

Die Frage ist allerdings nicht nur, wie viel Wohnraum Münster insgesamt braucht, sondern auch, welche Wohnformen die Menschen suchen. Denn während weniger Einfamilienhäuser gebaut werden, sinkt die Nachfrage nicht im gleichen Maße. Um sie zu decken, bräuchte Münster laut Stadt rund 350 neue Einfamilienhäuser pro Jahr.

Frei werdende Einfamilienhäuser

Bleiben für Familien also nur zwei Möglichkeiten: wegziehen oder nehmen, was da ist? Es gibt mindestens noch eine dritte Möglichkeit. Denn an Einfamilienhäusern mangelt es in Münster nicht.

Mehr als die Hälfte der Wohngebäude in Münster sind Einfamilienhäuser, knapp ein Fünftel freistehende. Die Stadt setzt deshalb darauf, dass in den nächsten Jahren mehr dieser Häuser frei werden, etwa weil ältere Menschen ausziehen oder sterben.

Damit das früher passiert, sollen mehr altersgerechte Wohnungen entstehen. Dann könnten junge Familien in bestehende Häuser ziehen, ohne dass dafür neue Flächen versiegelt werden müssen.

Dabei reicht es nicht, dass solche Häuser frei werden. Familien müssen sie sich auch leisten können. Selbst wenn ein Einfamilienhaus, Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte auf den Markt kommt, bleibt der Kauf in Münster sehr teuer.

Laut der landeseigenen Förderbank NRW.Bank kostet ein Eigenheim für Haushalte in Münster im Schnitt mehr als neun Jahresnettoeinkommen. Im Umland sind es noch sieben, weiter draußen im westlichen Münsterland fünf bis sechs.

Und dann gibt es noch eine Entwicklung, die für die Planung wichtig werden könnte: Im vergangenen Jahr sind mehr Menschen aus Münster weggezogen als neu in die Stadt gezogen sind.

Münster ist geschrumpft. Genauer: Es wohnen 1.890 Menschen weniger in der Stadt. Jahrelang war das anders. Seit der Jahrtausendwende gab es nur einen Trend: Wachstum. Nur in einem Bereich nicht: Es sind jährlich mehr Menschen ins Umland gezogen als von dort nach Münster. Ganz besonders betrifft das junge Familien.

Wenn Münster tatsächlich schrumpft, betrifft das nicht nur die Frage, wie viele Wohnungen gebraucht werden. Es hätte auch Folgen für Kitas, Schulen, Verkehr, Pflege, Infrastruktur und vieles mehr. Kurz: Stadtplanung müsste unter anderen Voraussetzungen rechnen.

Besonders relevant wird all das, wenn sich diese Entwicklung fortsetzt. Davon ging die Stadt bislang nicht aus. In der Vorausberechnung der Bevölkerung gab es in den nächsten 20 Jahren ein stetiges Wachstum (Seite 20).

Das drängendste Problem: bezahlbarer Wohnraum

Die Politik reagiert unterschiedlich auf diese Nachricht. Die „Westfälischen Nachrichten“ haben sich umgehört (hier und hier): Die Ratsparteien ziehen daraus unterschiedliche Schlüsse: SPD, CDU, FDP und Linke fordern mehr bezahlbaren Wohnungsbau, Volt will die Ursachen genauer prüfen. Die Grünen setzen auf mehr Wohnungen und weniger Büro-Leerstand, Die Partei/ÖDP dagegen auf ein kleineres Baulandprogramm.

Viele in der Politik sehen hinter dem Rückgang also das wohl drängendste Problem der Stadt: bezahlbaren Wohnraum. Die Annahme: Wer keine Wohnung findet oder sie sich nicht leisten kann, zieht weg. Aber erklärt der Wohnungsmarkt den Bevölkerungsrückgang wirklich?

Münster hat landesweit das vierthöchste Mietpreisniveau. Dazu steigen die Mieten überdurchschnittlich. Damit sich das ändert, wird gebaut. Im Vergleich wird sogar stärker gebaut als in den meisten Großstädten.

Trotzdem wurden 2024 (1.115) und 2025 (1.402) weniger Wohnungen fertig als die Stadt eigentlich plant (2.000). Die Gründe liefert die Stadt direkt mit: Die Baukosten seien nach Beginn des Kriegs in der Ukraine gestiegen, dazu sei die Finanzierung teurer. Eine Folge ist: Viele Wohnungen sind genehmigt, allerdings noch nicht gebaut worden. Ende 2025 waren es etwa 4.100 Stück.

Übrigens: Der Großteil der Wohnungen wurde in den letzten zehn Jahren in der Innenstadt fertiggestellt. 2025 sogar fast alle (89 Prozent). In Zukunft soll sich das ändern. Die meisten Baugebiete der kommenden Jahre liegen in den äußeren Stadtteilen.

Ob der Bevölkerungsrückgang in den kommenden Jahren anhält oder einmalig war, ist nicht klar. Am Ende bleibt eine Frage: Verliert Münster Menschen, weil es insgesamt zu wenig Wohnraum gibt – oder weil ein Teil der Menschen nicht den Wohnraum findet, den sie suchen und bezahlen können? (rba)

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Grüße aus dem Urlaub

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Korrekturen

+++ Im RUMS-Brief am 31. Juli hatten wir geschrieben, der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide fordere, Homosexualität in der islamischen Community weniger abzuwerten. Das war missverständlich formuliert. Tatsächlich forderte er, Homosexualität nicht abzuwerten. Wir haben die Stelle korrigiert.

Personalabteilung

+++ Marie-Christin Beckers arbeitet seit gut hundert Tagen beim Bistum Münster als „Referentin für Schöpfungsverantwortung“ daran, Kirchengemeinden umweltfreundlicher zu machen. Die 28-Jährige, die Theologie und Geografie studiert hat, berät sie zum Beispiel beim Energiesparen, beim fairen Einkaufen und bei anderen Klimaschutzfragen.

+++ Birgit Schäfer ist nach 18 Jahren bei der Diakonie Münster in den Ruhestand gegangen. Zuletzt leitete sie eine Tagespflege in Berg Fidel, in der ältere Menschen betreut werden und gleichzeitig Physio- und Ergotherapie bekommen.

Einladung
Grafik, auf der ein Porträt von Ruprecht Polenz zu sehen ist und auf dem folgender Text steht: RUMS-Veranstaltung: Wie ein Volk den Verstand verliert - und was wir dagegen tun können

Am Montag, 14. September 2026, ist Ruprecht Polenz unser Gast und liest aus seinem neuen Buch „Wie ein Volk den Verstand verliert – und was wir dagegen tun können“. Darin beschreibt er unter anderem, wie Rechtspopulisten und Rechtsextreme das Vertrauen in Wissenschaft, Journalismus und demokratische Institutionen angreifen.

Was geschieht, wenn immer weniger Menschen zwischen überprüfbaren Tatsachen, Meinungen und gezielter Desinformation unterscheiden können und wie demokratische Gesellschaften bei Verstand bleiben können, darüber spricht RUMS-Redaktionsleiter Ralf Heimann an diesem Abend mit unserem Gast.

Exklusiver Ticketpreis für RUMS-Abonnenten: 14 Euro (statt 19 Euro). Den Link zum vergünstigten Ticket finden Sie hier. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Ein-Satz-Zentrale

+++ Nach der Insolvenz der Unternehmensgruppe „Revo Hospitality“ hat das frühere Hostel am Verspoel mit der Grimm-Holding einen neuen Betreiber gefunden und heißt jetzt, simsalabim, „Stories by Grimm’s“ – kein Märchen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Im Stadtmuseum kann man ab sofort einen seltenen Bronzemörser aus einer Werkstatt von 1551 sehen – und hinter dem Link auch. (Stadt Münster)

+++ Die Sternsinger im Bistum Münster haben Anfang des Jahres mit 3,9 Millionen Euro so viele Spenden wie noch nie gesammelt. (Bistum Münster)

+++ Das große Ereignis in der von den Sommerferien stillgelegten Woche war die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend. (Alles Münster)

+++In Vorbereitung auf ein neu entstehendes Wohngebiet wird die Stadt Münster die Heidestraße und die Straße Flaßkuhl in Angelmodde für knapp zweieinhalb Millionen Euro ausbauen, wenn die Bezirksvertretung zustimmt. (Stadt Münster)

+++ Auf dem Staufenplatz gibt es seit dieser Woche neue Sitzplätze und eine Fläche zum Boulespielen. (Stadt Münster)

+++ Die LVM-Krankenversicherung zahlt nach eigenen Angaben für das Jahr 2025 insgesamt 20,3 Millionen Euro an mehr als 35.000 privat Krankenversicherte zurück, im Schnitt rund 730 Euro pro Vertrag. (LVM Versicherung)

+++ Forscher der Uni Münster haben herausgefunden, dass viele Pflanzensamen nach langer Trockenheit so schnell wieder wachsen, weil sie schon vorher Energie dafür bereithalten. (Uni Münster)

Am Dienstag schreibe ich Ihnen wieder. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Raphael Balke (rba), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer

PS

In Mauritz-West hat am Samstagmorgen ein Mann einer 90-jährigen Frau die Einkäufe ins Haus getragen. Ganz nett, könnte man denken. Vorher hatte er ihr offenbar gesagt, er müsse die Gastherme kontrollieren. So steht es in der Polizeimeldung, und Sie ahnen schon, dass es doch nicht ganz nett war. Als der Mann wieder gegangen war, fehlten der Frau tausend Euro, eine EC-Karte und eine Schmuckschatulle. Trickdieb überrumpelt Seniorin. So enden viele dieser Geschichten. Diese hier nicht, denn der Mann kam später zurück zum Tatort, geriet laut Polizei in einen Streit mit einem Nachbarn und gab schließlich die tausend Euro und die EC-Karte zurück. Man wüsste gern, was in der Zwischenzeit passiert ist. Hatte der Nachbar den Mann beobachtet? Wusste er längst von den verschwundenen Dingen? Das steht nicht in der Polizeimeldung. Da steht aber die nächste kuriose Wendung. Eine Dreiviertelstunde später kam nämlich ein anderer Mann und brachte die Schmuckschatulle zurück, denn die fehlte ja auch noch. An ihr klebte ein Zettel mit der Adresse der Frau und einer Nachricht des Täters: Es tue ihm leid, schrieb er. Und irgendwie schön natürlich, wenn nicht Polizei und Justiz so eine Tat aufklären, sondern einfach das penetrante Gewissen. Andererseits muss man auch wirklich sagen: Augen auf bei der Berufswahl. (rhe)

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