Wir sind jetzt 2.000 | RUMS auf dem Weihnachtsmarkt | Ein Windrad sorgt für Ärger

Müns­ter, 26. Novem­ber 2021

Guten Tag,

heu­te möch­ten wir uns wie­der ein­mal mit RUMS-Neu­ig­kei­ten bei Ihnen mel­den – und wei­ter unten hat unse­re Redak­ti­on für Sie noch eini­ge Mel­dun­gen, unse­re Tipps und auch den Link zu einer wei­te­ren Geschich­te auf unse­rer Web­site zusam­men­ge­stellt, die in Zusam­men­ar­beit mit der Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen ent­stan­den ist.

Nun aber erst ein­mal das, was uns gera­de am meis­ten bewegt: In die­sem Monat haben wir die 2.000er-Marke erreicht. 2.000 Men­schen haben RUMS abon­niert! Dafür möch­ten wir uns zual­ler­erst bei Ihnen bedan­ken, denn Sie sind einer die­ser 2.000 Men­schen, durch die es RUMS über­haupt erst geben kann, und durch die RUMS das wer­den konn­te, was es schon ist.

Nur was ist RUMS eigentlich?

Am Anfang war es eine Idee in vie­len Köp­fen. Aber inzwi­schen hat die­se Idee sich ver­selbst­stän­digt. Wir sehen, dass mit RUMS etwas ent­stan­den ist, das wir uns vor zwei Jah­ren gar nicht vor­stel­len konnten.

Als wir vor eini­gen Mona­ten im RUMS-Brief ankün­dig­ten, dass die Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen uns besu­chen wer­de und wir Sie frag­ten, ob jemand ein Zim­mer zur Ver­fü­gung stel­len kön­ne, muss­ten wir spä­ter eini­gen von Ihnen wie­der absa­gen. Wir hät­ten fast zwei Repor­ta­ge­schu­len unter­brin­gen kön­nen. Spä­ter brauch­ten wir noch eini­ge Fahr­rä­der, auch die­ses Pro­blem ließ sich dank Ihnen schnell lösen.

Im Sep­tem­ber tra­fen wir vie­le der Men­schen, die uns Zim­mer zur Ver­fü­gung gestellt hat­ten, an einem Abend am Hawerkamp, drau­ßen in einem Innen­hof. Wir waren über­rascht von der Begeis­te­rung für das, was RUMS macht und ausmacht.

In der Theo­rie wuss­ten wir das alles. Ein jour­na­lis­ti­sches Medi­um ist immer mehr als ein Infor­ma­ti­ons­trä­ger. Es trans­por­tiert mit sei­nen Bei­trä­gen auch ein Gefühl. Das kann ein Lebens­ge­fühl sein, in unse­rem Fall ein Gefühl für das Leben in die­ser Stadt.

Die­ses Gefühl kommt zustan­de durch die Aus­wahl der The­men, durch die Art und Wei­se, in der man auf die­se The­men schaut, und durch den Ton, in dem man mit­ein­an­der spricht.

Bou­le­vard-Medi­en spit­zen ihre Geschich­ten bis aufs Äußers­te zu, damit sie sich in weni­gen Wor­ten erzäh­len las­sen, im bes­ten Fall in einer Überschrift.

Wenn man Geschich­ten auf die­se Wei­se erzählt, braucht es Kon­flikt­li­ni­en, Gegen­sät­ze, es muss mög­lichst laut knal­len. Dann wird es inter­es­sant, dann schau­en die Men­schen hin, das erzeugt Aufmerksamkeit.

Die­se Art von Jour­na­lis­mus ver­brei­tet sich immer wei­ter, denn vor allem loka­le Medi­en gera­ten immer mehr unter Druck. Sie set­zen ihren Redak­tio­nen Zie­le. Die Bei­trä­ge müs­sen eine bestimm­te Zahl an Klicks errei­chen. Das bedeu­tet: Wenn eine Über­schrift nicht funk­tio­niert, dann muss man sie noch etwas mehr zuspitzen.

Ein anderer Journalismus

Wir hal­ten das für kei­ne gute Ent­wick­lung. Des­we­gen ver­su­chen wir, Jour­na­lis­mus anders zu inter­pre­tie­ren. Und wir sehen, dass an unse­rem Ver­ständ­nis von Jour­na­lis­mus ein gro­ßes Inter­es­se besteht. Wir sind fast wöchent­lich an Uni­ver­si­tä­ten und Jour­na­lis­ten­schu­len zu Gast, um davon zu erzäh­len. Nicht nur in Deutschland.

Gro­ße Ver­la­ge fra­gen uns, ob wir ihnen bei der Ent­wick­lung ver­gleich­ba­rer Pro­jek­te hel­fen kön­nen. Aber vor allem: Men­schen bedan­ken sich dafür, dass wir ver­su­chen, die Abstu­fun­gen und Facet­ten der Wirk­lich­keit etwas deut­li­cher zu zei­gen, etwas unemotionaler.

Es erreicht uns natür­lich auch Kri­tik. Eine Kri­tik ist, dass die RUMS-Brie­fe zu lang sind, zu schwer zugäng­lich. Falls Sie das auch den­ken: Das ist ange­kom­men. Anfang des Jah­res wird sich unser Team zusam­men­set­zen und den RUMS-Brief über­ar­bei­ten. Wir haben schon eine Idee, wie wir ihn ver­bes­sern kön­nen, ohne auf Inhalts­tie­fe ver­zich­ten zu müssen.

Das ist nicht ganz leicht, wie wir fest­stel­len. Und das ist wahr­schein­lich nicht unge­wöhn­lich, wenn man ver­sucht, etwas zu ent­wi­ckeln, das es noch nicht gibt. Aber es ist wich­tig, denn wir möch­ten mit unse­ren Inhal­ten noch mehr Men­schen erreichen.

2.000 Abonnent:innen sind eine gan­ze Men­ge. Aber wir sind davon über­zeugt, dass sich von den fast 320.000 Men­schen, die hier in Müns­ter leben, noch mehr für das inter­es­sie­ren, was RUMS aus­macht: unab­hän­gi­ger Jour­na­lis­mus, eine kon­struk­ti­ve Hal­tung und das alles so prä­sen­tiert, dass man sich dar­auf freut. Wenn Sie uns einen Gefal­len tun möch­ten, erzäh­len Sie von RUMS, emp­feh­len Sie uns wei­ter. Das hilft uns sehr.

Zu den Din­gen, die wir uns vor zwei Jah­ren noch nicht vor­stel­len konn­ten, gehört auch noch etwas sehr Schö­nes. Das haben wir zum Bei­spiel gemerkt, als wir im Sep­tem­ber – da war es noch mög­lich – eine klei­ne Par­ty gefei­ert haben, in unse­rer Redak­ti­on an der Neu­brü­cken­stra­ße. Vie­le der Men­schen, die schon seit Mona­ten mit­ein­an­der arbei­te­ten, haben sich dort zum ers­ten Mal getrof­fen. Und als wir drau­ßen vor der Tür stan­den, kamen Men­schen zu uns her­über, die RUMS kann­ten und mit uns spre­chen wollten.

RUMS führt Men­schen zusam­men. Men­schen kom­men über das, was sie bei RUMS gele­sen haben, ins Gespräch mit­ein­an­der. Und das ist wich­tig. Vor allem jetzt, wo die Stim­mung auf­ge­heizt ist. Wir möch­ten dazu einen Bei­trag leis­ten, und wir hat­ten schon im ver­gan­ge­nen Jahr ange­kün­digt, in unse­ren Redak­ti­ons­räu­men auch Dis­kus­sio­nen statt­fin­den zu las­sen. Coro­na hat das bis­lang nicht zuge­las­sen. Daher haben wir uns für die­sen Win­ter etwas ande­res über­legt, um Sie tref­fen zu kön­nen: Wir haben einen Stand auf dem Weih­nachts­markt, und wir wür­den uns sehr freu­en, dort mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Der Weihnachtsmarkt

Mit unse­rer RUMS-Hüt­te sind wir auf dem X-MS-Markt auf dem Har­se­win­kel­platz zu fin­den, Sie wis­sen schon, der mit den Kir­schen von Tho­mas Schüt­te. Der Markt, der die­ses Jahr zum ers­ten Mal dort statt­fin­det, passt zu uns, denn er ist etwas Beson­de­res – nicht nur, weil er klei­ner und gemüt­li­cher als ande­re Weih­nachts­märk­te in Müns­ter ist. Unser Stand ist wie alle ande­ren auch eine upge­cy­cel­te und weih­nacht­lich geschmück­te Erd­beer- und Spar­gel­hüt­te. Aus­ge­wähl­te, loka­le Unter­neh­men und Initia­ti­ven prä­sen­tie­ren dort ihre regio­na­len Pro­duk­te. Und alle legen Wert auf Nach­hal­tig­keit. Die Spei­sen und Geträn­ke wer­den zum Bei­spiel auf Mehr­weg­ge­schirr ser­viert, der Glüh­wein ist vom Win­zer, die Pom­mes sind aus regio­na­len Bio-Kartoffeln.

Außer­dem haben die Veranstalter:innen ehren­amt­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen aus Müns­ter kos­ten­frei eine Hüt­te reser­viert, in der sich die­se im Wech­sel vor­stel­len kön­nen. Wir hat­ten in unse­ren Brie­fen dazu auf­ge­ru­fen und sehr vie­le Rück­mel­dun­gen erhal­ten. Das The­ma Ehren­amt grei­fen wir dort auch auf ande­re Wei­se auf. Unse­re Redak­teu­rin­nen Johan­ne Burk­hardt, Ann-Mar­len Hoolt, Ali­na Köl­ler und Eva Strehlke wer­den mon­tags bis frei­tags abends die Vertreter:innen ver­schie­de­ner Orga­ni­sa­tio­nen aus Müns­ter inter­view­en, die sich mit guten Ideen für ande­re Men­schen in der Stadt enga­gie­ren oder das Ehren­amt för­dern. Das Pro­gramm fin­den Sie hier.

Ansons­ten wer­den wir immer wie­der am Stand vor­bei­schau­en, oft zwi­schen­durch, aber manch­mal auch zu bestimm­ten Zei­ten, die wir Ihnen dann in einem der Info­käs­ten in unse­ren Brie­fen immer recht­zei­tig mit­tei­len wer­den. Wir wür­den uns sehr freu­en, wenn Sie ab und zu mal vor­bei­kom­men wür­den. Natür­lich bie­ten wir am Stand auch unse­re ver­schie­de­nen Abos an, machen klei­ne Geschen­ke und ver­kau­fen eini­ge schö­ne Sachen, die wir dem­nächst eben­falls in unse­ren Brie­fen ankün­di­gen werden.

RUMS @ X-MS-Markt 2021

Foto: Niko­laus Urban

Ach­ten Sie in den nächs­ten Wochen doch mal auf die­se Box hier. Wenn Sie die in unse­ren Brie­fen sehen, gibt es Neu­ig­kei­ten oder Pro­­­gramm-Hin­­wei­­se zum X-MS-Markt am Har­se­win­kel­platz (gegen­über der Rapha­els­kli­nik). Ab dem 3. Dezem­ber sind wir auf ‚Müns­ters fai­rem Weih­nachts­markt‘ mit unse­rer RUMS-Hüt­­te ver­tre­ten. Was wir dort machen, erfah­ren Sie hier.

Wir freu­en uns auf Sie! 🎄

Das bringt uns wie­der zum Anfang des Brie­fes: 2.000 Men­schen lesen uns jetzt per Abo, und vie­le von Ihnen haben uns berich­tet, dass Sie uns ger­ne wei­ter bekannt machen möch­ten. Dazu haben wir nun eini­ge Fra­gen und Angebote:

  • Wenn Sie uns unter­stüt­zen möch­ten, laden Sie uns ein. Wir stel­len Ihnen und Ihren Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­ei­nen oder Unter­neh­men RUMS ger­ne vor und dis­ku­tie­ren mit Ihnen dar­über, wie ein neu­er Lokal­jour­na­lis­mus aus­se­hen kann.
  • Sie kön­nen sich außer­dem ger­ne auch mit Ideen bei uns mel­den, wie wir RUMS noch bekann­ter machen kön­nen. Wir pro­bie­ren ja vie­les aus, aber oft haben ande­re eben auch sehr gute Ein­fäl­le – so ähn­lich wie das ja auch unse­re Redak­ti­on hand­habt, die sich über die vie­len guten Vor­schlä­ge und das Wis­sen unse­rer Leser:innen immer sehr freut.
  • Wir haben oft gehört, dass Leser:innen unse­re Brie­fe wei­ter­lei­ten, was wir wirk­lich gut fin­den, um bekann­ter zu wer­den. Noch bes­ser wäre es, wenn die Empfänger:innen uns auch abon­nie­ren wür­den, zumin­dest zum Test. Dafür haben wir ein beson­de­res Weih­nachts-Schnup­pe­r­an­ge­bot: Auf die­ser RUMS-Sei­te müs­sen sich Inter­es­sier­te nur mit ihrer E-Mail-Adres­se anmel­den und bekom­men dann die Brie­fe und Kolum­nen kos­ten­los für 30 Tage zuge­schickt. Hier kön­nen Sie die­sen Link ein­fach kopie­ren und in Ihre E-Mails oder Nach­rich­ten ein­fü­gen: www.rums.ms/schnupper-abo

Das Kreuz mit den Windrädern

Mit Wind­rä­dern ist es ein biss­chen so, wie wir es oben beschrie­ben haben. Sie sind einer­seits ein wich­ti­ger Bestand­teil der Ener­gie­wen­de, aber mit ihnen sind auch Pro­ble­me ver­bun­den, ganz unter­schied­li­che Pro­ble­me. Es ist alles nicht ganz so ein­fach. Sie kön­nen zum Bei­spiel sehr laut sein, wie ein Bei­spiel aus Müns­ter zeigt, das Wind­rad in Loeve­ling­loh. Und das kann zu einer Belas­tung wer­den. Auf der ande­ren Sei­te müs­sen Wind­rä­der irgend­wo ste­hen. Und einen geeig­ne­ten Stand­ort zu fin­den, das kann zu einer jah­re­lan­gen Odys­see wer­den. Yves Bel­ling­hau­sen von der Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen hat sich mit Anja Hol­len­horst getrof­fen, der ein Wind­rad vor ihrer Tür schlaf­lo­se Näch­te berei­tet – und mit Tim Hes­se, der am Ran­de von Müns­ter meh­re­re Wind­rä­der bau­en möch­te, und es nun fast geschafft hat. Lesen Sie hier den Bei­trag von Yves Bel­ling­hau­sen.

Das Kreuz mit dem Haushalt

Die Ein­nah­men der Stadt rei­chen bei Wei­tem nicht aus, um die Aus­ga­ben zu decken. Eigent­lich hät­te Müns­ter gar kein Geld für neue Plä­ne. Coro­na macht alles noch schlim­mer. Aber die Stadt hat Reser­ven, zumin­dest noch ein paar Jah­re lang. Und zur Haus­halts­pres­se­kon­fe­renz am Frei­tag­mit­tag, inzwi­schen wie­der per Video­kon­fe­renz, brach­te das Rat­haus­bünd­nis aus Grü­nen, SPD und Volt immer­hin die gute Nach­richt mit, dass es gelun­gen ist, die Lücke um fünf Mil­lio­nen Euro zu ver­rin­gern. Den Spiel­raum will die Koali­ti­on nut­zen, um ihre Plä­ne umzu­set­zen und, so schrei­ben es die Par­tei­en, Müns­ter „öko­lo­gi­scher, gerech­ter und zukunfts­fä­hi­ger zu machen“. Was das bedeu­tet? Ein Überblick:

  • Müns­ter bekommt eine Baum­schutz­sat­zung. Die Sat­zung wird es erschwe­ren, Bäu­me ein­fach zu fäl­len, auch auf Pri­vat­grund­stü­cken. Für die­se Auf­ga­be schafft die Stadt zwei­ein­halb neue Stellen.
  • Ein Drit­tel mehr Per­so­nal soll sich dar­um küm­mern, dass die Park­re­geln in der Stadt ein­ge­hal­ten wer­den. Das sind in etwa acht neue Stellen.
  • Der öffent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr soll bes­ser wer­den, um Men­schen dazu zu bewe­gen, das Auto zu Hau­se ste­hen zu las­sen. Um das vor­zu­be­rei­ten, stellt die Stadt zwei neue Fach­kräf­te ein.
  • Allen Grund­schu­len in Müns­ter sol­len in Zukunft Schulsozialarbeiter:innen zur Ver­fü­gung stehen.
  • Die Stadt will etwa eine hal­be Mil­li­on Euro mehr für sozia­le Pro­jek­te aus­ge­ben. Sie möch­te sich unter ande­rem mehr um Woh­nungs­lo­se küm­mern und ein Kon­zept erar­bei­ten, mit dem sich ver­hin­dern lässt, dass Men­schen woh­nungs­los werden.
  • Die Bahn­hofs­mis­si­on soll mehr Geld bekom­men, auch der Quar­tiers­treff in Berg Fidel. Und die Stadt will mehr Hil­fen für Pro­sti­tu­ier­te zahlen.
  • Ein Nacht­bür­ger­meis­ter – das muss natür­lich nicht zwin­gend ein Mann sein – soll in der Stadt zwi­schen den Anwoh­nen­den, Gastronom:innen und dem Fei­er­volk ver­mit­teln, wenn es mal wie­der zu laut ist oder es ande­ren Ärger gibt.
  • Die Stadt will etwa 1,5 Mil­lio­nen Euro aus­ge­ben, um Schu­len mit iPads auszustatten.
  • Müns­ter will ein Pro­gramm star­ten, das dabei hel­fen soll, im EU-Aus­land Erzieher:innen zu suchen, die in Müns­ters Kitas arbei­ten kön­nen. Hin­ter­grund ist: Stel­len las­sen sich kaum beset­zen, das sei gene­rell in der Stadt­ver­wal­tung ein Pro­blem, sag­te Volt-Rats­herr Tim Pasch.

Das sind die wesent­li­chen Punk­te. Inter­es­sant ist noch eine grund­sätz­li­che Ände­rung. Die Stadt will in Zukunft dar­auf ver­zich­ten, gro­ße Sum­men für Bau-Inves­ti­tio­nen „ins Schau­fens­ter zu stel­len“ (also in den Haus­halt), so sag­te es SPD-Frak­ti­ons­chef Mari­us Her­wig. Das soll nur noch dann pas­sie­ren, wenn abseh­bar sei, dass der Bau im Lau­fe des Jah­res begin­nen wird. Bis­her stand in die­sem Schau­fens­ter vie­les, was die Stadt sich für die nächs­ten Jah­re vor­ge­nom­men hat. Aber dann wan­der­te es von einem Haus­halt in den nächs­ten. Das hat den Vor­teil, dass der Pos­ten im Haus­halt dar­in erin­nert, wofür in den kom­men­den Jah­ren noch Geld gebraucht wird. Und neben­bei sieht es so aus, als wür­de die Poli­tik mäch­tig viel auf die Bei­ne stel­len. Der Nach­teil ist: Es bläht den Haus­halt enorm auf, die Lücke im Haus­halts­plan wird größer.

SPD-Rats­frak­ti­ons­chef Mari­us Her­wig sprach von einem „Para­dig­men­wech­sel“. Für das Pro­jekt Musik-Cam­pus etwa gilt das neue Prin­zip aller­dings noch nicht. Das sag­te Her­wig auf Nach­fra­ge. Der Cam­pus wird im nächs­ten Jahr rela­tiv sicher nicht gebaut (wenn er denn über­haupt kom­men soll­te). Trotz­dem plant die Stadt auch in die­sem Jahr wie­der 45 Mil­lio­nen Euro ein. Wür­de man die Zahl jetzt strei­chen, wäre das auch ein poli­ti­sches Signal, sag­te Her­wig. Und so ein Signal will das Bünd­nis nicht senden.

In der Rats­sit­zung am 15. Dezem­ber wird das Rat­haus­bünd­nis den Haus­halts­plan beschlie­ßen. Dann beschäf­ti­gen wir uns noch ein­mal etwas aus­führ­li­cher mit die­sem Thema.

Corona-Update

+++ Die Wochen­in­zi­denz in Müns­ter wird heu­te mit 158,3 ange­ge­ben, deutsch­land­weit hat das Robert-Koch-Insti­tut 438,2 Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Men­schen in sie­ben Tagen gemel­det. Die Stadt Müns­ter hat wegen der sich wei­ter ver­schär­fen­den Lage die Mas­ken­pflicht in der Innen­stadt wie­der ein­ge­führt. Sie gilt ab heu­te in den Fuß­gän­ger­zo­nen und im Bahn­hofs­um­feld, auch auf den Weih­nachts­märk­ten und auf dem Wochen­markt. Auf die­ser Kar­te kön­nen Sie sich genau anschau­en, wo Sie die Mas­ke tra­gen müs­sen. Auf den Weih­nachts­märk­ten gilt außer­dem die 2G-Regel, alle Besucher:innen müs­sen also geimpft oder gene­sen sein. Das Ord­nungs­amt will mit bis zu 5.000 Kon­trol­len pro Tag sicher­stel­len, dass die Vor­schrift tat­säch­lich ein­ge­hal­ten wird.

+++ In den Kran­ken­häu­sern der Stadt wer­den aktu­ell 23 Covid-Patient:innen behan­delt, zehn von ihnen auf der Inten­siv­sta­ti­on. Sie­ben Men­schen wer­den beatmet.

+++ Lei­der hat die Stadt auch zwei neue Todes­fäl­le gemel­det. Ein 64-jäh­ri­ger und ein 85-jäh­ri­ger Mann, die mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert waren, sind gestor­ben. Ins­ge­samt sind seit Pan­de­mie­be­ginn 138 Münsteraner:innen gestorben.

+++ Sehr schlech­te Nach­rich­ten gibt es wei­ter­hin aus fast allen Regio­nen in Deutsch­land. In Bay­ern sind die Kli­ni­ken inzwi­schen so über­las­tet, dass nun die ers­ten Covid-Patient:innen in ande­re Bun­des­län­der gebracht wer­den müs­sen. Ein spe­zi­el­les Flug­zeug der Bun­des­wehr fliegt heu­te sechs Intensivpatient:innen vom Flug­ha­fen Mem­min­gen zum Flug­ha­fen Münster/Osnabrück. Von dort wer­den sie in ver­schie­de­ne Kli­ni­ken gebracht, die Not­hil­fe ange­bo­ten haben. Dar­un­ter sind drei Kran­ken­häu­ser in Müns­ter, wie der WDR berich­tet: die Uni­kli­nik, das Cle­mens­hos­pi­tal und das Franziskushospital.

+++ Bes­se­re Nach­rich­ten gibt es in Sachen Imp­fun­gen: Bei einer Impf­ak­ti­on im Stadt­haus 2 und auf dem Lud­ge­ri­platz haben mehr als 160 Men­schen ihre ers­te Imp­fung und rund 240 Men­schen eine Boos­ter-Imp­fung bekom­men, ges­tern wur­den dort wie­der gut 300 Imp­fun­gen ver­ab­reicht. Und die Stadt hat ange­kün­digt, dass die neue Impf­stel­le im Jovel wie geplant am Diens­tag um 15 Uhr eröff­net wer­den kann. Ab Mon­tag um 10 Uhr kön­nen Sie auf die­ser Sei­te einen Ter­min buchen. Und Sie kön­nen sich dort jetzt schon über die Imp­fun­gen, Vor­aus­set­zun­gen und benö­tig­te Unter­la­gen informieren.

+++ Und noch etwas zum The­ma Imp­fun­gen: Die Euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel­be­hör­de hat wie erwar­tet emp­foh­len, die Coro­na-Schutz­imp­fung für Kin­der zwi­schen fünf und elf Jah­ren zuzu­las­sen. Aus Sicht der Behör­de über­wie­gen auch in die­ser Alters­grup­pe die Vor­zü­ge der Imp­fung. Eine Emp­feh­lung der Stän­di­gen Impf­kom­mis­si­on für alle Fünf- bis Elf­jäh­ri­gen wird erst spä­ter erwar­tet. Wenn Sie sich über die Imp­fun­gen infor­mie­ren möch­ten: Wir kön­nen die­sen Bei­trag des Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land und die­sen Text des Maga­zins Spek­trum emp­feh­len. Und hier hat die Uni­kli­nik Müns­ter ges­tern eine Ein­schät­zung veröffentlicht.

Unbezahlte Werbung

Am Sonn­tag ist der ers­te Advent. Wenn Sie jetzt den­ken „Ja ich weiß, mein Advents­kranz steht schon seit Wochen auf dem Couch­tisch“, dann kön­nen Sie ruhig bis zur nächs­ten Rubrik sprin­gen. Wenn Sie aller­dings noch einen pas­sen­den Advents­kranz suchen, könn­ten Sie im Flo­ris­tik­ge­schäft Fasci­no in der Aegi­di­i­stra­ße fün­dig wer­den. Die haben nicht nur ver­schie­de­ne Krän­ze, son­dern auch schö­ne Advents­de­ko. Und wenn Sie kei­nen pas­sen­den Kranz fin­den, machen die Mit­ar­bei­ten­den dort ger­ne einen ganz indi­vi­du­el­len für Sie. Einen Tag War­te­zeit müss­ten Sie dafür einplanen.

Drinnen und Draußen

+++ Vor dem Ein­gang des West­fä­li­schen Kunst­ver­eins gegen­über dem Aegi­di­imarkt kön­nen Sie sich ab mor­gen eine beson­de­re Skulp­tur anschau­en. Sie besteht nicht aus Mar­mor oder Bron­ze, son­dern aus Plas­tik­con­tai­nern. Damit macht die Künst­le­rin Ani­ta Moli­ne­ro dar­auf auf­merk­sam, wie wir Men­schen mit Roh­stof­fen umge­hen. Das Kunst­werk ist eines von vie­len, die im Rah­men der Grup­pen­aus­stel­lung „Nim­mer­satt? Gesell­schaft ohne Wachs­tum den­ken“ bis zum 27. Febru­ar in der Kunst­hal­le Müns­ter, dem LWL-Muse­um für Kunst und Kul­tur sowie in den Räu­men des West­fä­li­schen Kunst­ver­eins zum Nach­den­ken über gegen­wär­ti­ge und zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen ein­la­den. Wei­te­re Infos zum Pro­gramm fin­den Sie online, zum Bei­spiel auf der Home­page des West­fä­li­schen Kunst­ver­eins. Auch Han­no Rau­ter­berg von der Zeit hat sich mit dem Pro­jekt in Müns­ter beschäf­tigt und erklärt hier, war­um die Aus­stel­lun­gen sei­ner Mei­nung nach zu sehr in die Fer­ne schwei­fen. Aber schau­en Sie doch ein­fach mal ganz lokal vor­bei und machen sich selbst ein Bild.

+++ Der Advent beginnt, aber das Wet­ter steckt noch im tiefs­ten Novem­ber­grau fest. Wenn Ihnen eher nach eisi­gem Weiß ist, sind Sie ab heu­te bei der „Win­ter­zeit am Ger­ma­nia Cam­pus“ genau rich­tig: Dort kön­nen Sie auf einer Eis­bahn Ihre Run­den zie­hen, sich mit Freund:innen zum Eis­stock­schie­ßen ver­ab­re­den oder sich das Spek­ta­kel ein­fach bei einem Glüh­wein von der Ban­de aus anschau­en. Eine Stun­de Eis­lau­fen kos­tet 5 Euro, für Kin­der 4 Euro, Schlitt­schu­he kön­nen Sie vor Ort für 4 Euro lei­hen. Die „Win­ter­zeit“ hat heu­te ab 14 Uhr eröff­net, ab mor­gen ist die Eis­bahn dann frei­tags und sams­tags von 12 bis 22 Uhr, sonn­tags von 10 bis 20 Uhr und wochen­tags von 14 bis 20 Uhr befahr­bar. Alle Infos fin­den Sie auch auf der Home­page des Ger­ma­nia Cam­pus.

Am Diens­tag bekom­men Sie Post von Johan­ne Burk­hardt. Wir wün­schen Ihnen ein schö­nes Wochenende!

Herz­li­che Grüße

Marc-Ste­fan And­res und Götz Grommek 

PS

Wir haben es oben ja schon ange­kün­digt, bald ist Weih­nach­ten. Aber das wuss­ten Sie wahr­schein­lich schon. Was Sie viel­leicht nicht mehr so prä­sent hat­ten: RUMS bie­tet Geschenk-Abos an, die Sie hier buchen kön­nen. Für drei, sechs oder zwölf Mona­te kön­nen Sie Ihre Lie­ben so mit dem ver­sor­gen, was in kei­nem guten Haus­halt feh­len soll­te: unab­hän­gi­ge, tief recher­chier­te und gut zu lesen­de Infor­ma­tio­nen über unse­re Stadt. Die Gut­schei­ne kön­nen Sie übri­gens auch auf dem Weih­nachts­markt an unse­rem Stand kau­fen. Dort bekom­men Sie sie direkt auf einem schön gestal­te­ten Papier in einem rum­si­gen Umschlag. Und die letz­te Wer­bung für heu­te: Wenn Sie eine Orga­ni­sa­ti­on oder ein Unter­neh­men lei­ten, kön­nen Sie – auch zu Weih­nach­ten – Ihren Mitarbeiter:innen etwas Gutes tun. Unser Fir­men-Abo kön­nen Sie hier abschlie­ßen, für unter­schied­lich gro­ße Teams, die Sie dann selbst bei uns im Sys­tem ver­wal­ten können.

PPS

Ach ja, ein Tipp noch: Wenn Sie ger­ne lesen – und das müs­sen Sie ja als RUMS-Leser:in – emp­feh­len wir Ihnen heu­te den Land­brief, der seit ver­gan­ge­ner Woche erscheint. Marit Schrö­der und Gis­bert Strot­drees schrei­ben dort im Wech­sel über The­men für Men­schen, die auf dem Land leben und arbei­ten – oder sich ein­fach dafür inter­es­sie­ren. Und davon gibt es rund um Müns­ter ja eini­ge. Den Brief kön­nen Sie hier kos­ten­los abon­nie­ren. Wenn Sie sich ein wenig wun­dern, war­um der Land- dem RUMS-Brief ähnelt: Wir haben die Kolleg:innen sehr ger­ne bei ihrem Pro­jekt beraten.