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Bundestagswahl: Wird grün wieder schwarz? | Unbezahlte Werbung: Café im Schlosstheater | 6 Monate RUMS lesen, 1 Euro zahlen

Guten Tag,
wenige Tage vor der Bundestagswahl urteilt die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl, noch nie sei eine deutsche Wahl so wichtig gewesen wie diese. Man kann diese Aussage übertrieben finden. Oder auch kurios, denn als Österreicherin ist Strobl gar nicht wahlberechtigt. Aber wenn Sie mich fragen, trifft der Kommentar einen wahren Kern: Der Rechtsruck und die Krisen bewegen offensichtlich viele Menschen.
Auch das Wahlteam in Münster beobachtet ein großes Interesse an der Bundestagswahl. Das lässt sich etwa an der bisherigen Wahlbeteiligung ablesen: Schon jetzt haben 22.000 Menschen ihre Stimme im Wahlbüro der Stadt abgegeben. Bei der letzten Bundestagswahl 2021 waren es insgesamt über 24.000, die im Wahlbüro abgestimmt haben. Laut Stadt könnte dieser Spitzenwert in diesem Jahr übertroffen werden. Heute Nachmittag war um 15 Uhr die letzte Möglichkeit zur vorzeitigen Stimmabgabe vor Ort.
Insgesamt haben 90.000 Wähler:innen Briefwahl beantragt. Von den rund 240.000 Wahlberechtigten in Münster ist das eine ganze Menge. Dennoch, schreibt uns das Presseamt auf Nachfrage, gehe die Stadt von einem großen Andrang am Sonntag aus. 2021 lag die Beteiligung an der Bundestagswahl in Münster bei überdurchschnittlich hohen 83,9 Prozent.
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Aber wie sieht die Stimmung im Wahlkreis Münster aus? Umfragen dazu gibt es einige. Die sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und den Grünen um das Direktmandat in Münster voraus. Im schwarzdominierten Wahlkreis Münster konnten die Grünen 2021 erstmals die meisten Erst- und Zweitstimmen auf sich vereinigen.
Ob sich das wiederholt, ist eine der spannenden Fragen bei dieser Wahl. Ein Stimmungstest, den das Heidelberger Sinus-Institut Ende Januar herausgegeben hat, deutet auf einen interessanten Trend hin. Demnach punktet ausgerechnet CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz gerade in den grünen Milieus.
Seit den 1980er-Jahren untersucht das Sinus-Institut das Stimmungsbild in Deutschland. Dazu teilen die Forscher:innen die Bevölkerung in verschiedene Milieus auf, die je nach Wertvorstellungen, Lebensstilen und sozialer Lage gruppiert werden. Unterm Strich unterscheidet das Sinus-Institut zehn solcher Milieus.
Bei der letzten Umfrage, die zusammen mit den Meinungsforscher:innen von „YouGov“ entstanden ist, stellte das Sinus-Institut fast 2.200 Personen die berühmte K-Frage. Auffällig, aber vielleicht nicht überraschend ist: In keinem Milieu erreicht Amtsinhaber Olaf Scholz die alleinige Mehrheit. Eine richtige Überraschung ist dagegen: In drei progressiven Milieus führt zwar Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck, doch der Abstand zu dem CDU-Konkurrenten Friedrich Merz ist hauchdünn.
Zoomen wir mal rein. Vier von zehn Befragten, die dem expeditiven (lies: urban-hippen) Milieu zugerechnet werden, sagen, ihr Favorit fürs Kanzleramt sei Friedrich Merz. Auf einen ähnlich guten Wert kommt der CDU-Kanzlerkandidat im sogenannten neo-ökologischen Milieu, das sich vor allem um den Zustand unseres Planeten sorgt.
Den geringsten Zuspruch im progressiven Spektrum findet CDU-Kandidat Merz im postmateriellen Milieu. Schlecht ist sein Ergebnis aber nicht: Ein Viertel der Postmateriellen sagt immerhin, dass Merz ihr Wunschkanzler sei. Dem postmateriellen Milieu sind Nachhaltigkeit und Diversität in der Gesellschaft extrem wichtig. Klassisch grüne Themen.
Auch insgesamt schneidet Friedrich Merz mit 40 Prozent in der Sinus-Umfrage am besten ab. Silke Borgstedt, die Geschäftsführerin des Sinus-Instituts, erklärt den Erfolg der CDU damit, dass ihr Kanzlerkandidat als „Führungspersönlichkeit mit klar geäußerten Positionen wahrgenommen“ wird. Solche Typen kommen traditionell in konservativen und leistungsorientierten Milieus an, aber auch in der modernen Mitte. Neu ist allerdings, dass ein CDU-Kandidat auch bei progressiven Wähler:innen punkten kann.
Allerdings: Einen klaren Favoriten fürs Kanzleramt sieht die Sinus-Studie nicht. 40 Prozent für Merz, dahinter kommen 33 Prozent für Olaf Scholz und 31 Prozent für Robert Habeck. Ob die CDU den Grünen in Münster nicht nur das Direktmandat, sondern auch Zweitstimmen abluchsen kann, erfahren wir am Sonntagabend.
Falls Sie noch auf den letzten Metern Rat suchen, haben wir mit dem Wahlkompass und unserem Kandidat:innenencheck zwei Entscheidungshilfen für Sie. (sfo)
+++ Auf ihrer Webseite informiert die Stadtverwaltung über geänderte Öffnungszeiten an den Karnevalstagen. (Stadt Münster)
+++ Ab dem 5. März ist auf dem Albersloher Weg wegen Kanalarbeiten, die für die Reaktivierung der Bahnstrecke Münster-Sendenhorst nötig sind, für etwa acht Wochen nur eine Spur frei. (Stadt Münster hier und hier)
+++ Die Stadt Münster plant in Gievenbeck eine Erstaufnahme-Einrichtung für 80 Geflüchtete, über die der Rat am Donnerstag entscheidet. (Stadt Münster)
+++ Die Bauarbeiten für das „Forum für Naturwissenschaften“ am LWL-Museum für Naturkunde haben begonnen. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
+++ Ab dem 10. März akzeptieren alle Mensen, Bistros und Cafés des Studierendenwerks Münster nur noch bargeldlose Zahlungen. (Studierendenwerk Münster)
+++ Die Stadt bietet ab dem Wintersemester 2025/26 erstmals ein duales Studium der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe mit der FH Münster an. (Stadt Münster)
+++ Die ehemalige Esprit-Filiale an der Stubengasse wird ab Sommer von dem niederländischen Elektronikhändler Coolblue übernommen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Stadt Münster führt das „Kultick“ ein, ein Kulturticket für rund 38.000 Kinder und Jugendliche, mit dem sie vergünstigt oder kostenlos Kulturangebote nutzen können. (WDR)
+++ Der ehemalige Wolbecker Abiturient Alexander Schmid wurde für den Grimme-Preis 2025 mit seinem Kurzfilm „Lang lebe der Fischfriedhof“ nominiert. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die FDP hat vor dem Ludwig-Erhard-Berufskollegs Kondome und Papes für Joints verteilt und wird dafür von der Schulleitung kritisiert. (Westfälische Nachrichten)
Frühling und Flammkuchen – wie passt das zusammen, fragen Sie sich? Besser als man denken mag. Hierzulande gilt das französische Pendant zur Pizza zwar eher als herbstlich-winterliches Essen, aber eigentlich ist immer Flammkuchen-Zeit. Auf der Karte im frisch renovierten Café im Schlosstheater stehen gleich drei Variationen: ein veganer Flammkuchen mit Ratatouille-Gemüse, einer mit Serrano-Schinken und Rucola und natürlich auch der Klassiker nach Elsässer Art mit Speckwürfel und Zwiebeln. Dazu reicht das Café Pinot Grigio, Merlot und andere Weine, und falls der Abend mal wieder länger wird als geplant, auch noch Kino-Knabbereien wie Nachos oder Popcorn. Die Küche öffnet jeden Tag um 17 Uhr. Außer sonntags, da gibt es schon ab 14 Uhr Flammkuchen.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Annalena Zernott hat heute einige Empfehlungen zusammengestellt. Es geht los mit Veranstaltungen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der sich am Montag zum dritten Mal jährt:
+++ Samstag um 15 Uhr wird im Zeitungslesesaal der Stadtbücherei aus dem „Ukrainischen Tagebuch“ von Oxana Matiychuk vorgelesen. Darin schildert die Autorin die Auswirkungen des Kriegs auf ihre Heimatstadt Czernowitz. Die Lesung ist kostenlos. Wenn Sie mehr zur Veranstaltung erfahren möchten, schauen Sie hier.
+++ Sonntag um 15 Uhr wird in der Überwasserkirche ein ukrainischer Gottesdienst gefeiert. Einzelheiten finden Sie hier.
+++ Am Montag um 16:45 Uhr ist im Schlosstheater der Dokumentarfilm „In the Rearview“ zu sehen. Dieser zeigt, wie Regisseur Maciek Hamela in seinem Transporter ukrainische Bürger:innen zur Flucht verhilft und was sie dabei erleben. Karten können Sie hier kaufen. Einen Trailer und weitere Hintergründe zum Film finden Sie auf dieser Seite.
+++ Auf der Studiobühne ist am Wochenende das Tanztheater-Projekt „Momentos“ zu Gast. Samstag und Sonntag um jeweils 20 Uhr zeigt es seine aktuelle Produktion „Haut skin pele“. Karten können Sie hier kaufen.
+++ Wenn Sie Lust auf Jazz-Pop haben, dann kaufen Sie sich eine Karte (hier) für ein Konzert im Kulturbahnhof in Hiltrup am Samstagabend. Da stellt nämlich die Sängerin Maria Masur mit ihrem Trio ihr neues Album „Postcard Pictures“ vor. Hier können Sie sich einen Eindruck verschaffen.
Was noch?
Die elektronische Patientenakte soll Gesundheitsdaten transparent machen. In Münster ist eine der wenigen deutschen Testpraxen. Jakob Milzner hat sie für RUMS besucht. Interessiert Sie das Thema? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Haben Sie ein schönes Wochenende und einen schönen Wahlsonntag.
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Jakob Milzner (jmi), Anna Niere (ani), Ralf Heimann (rhe), Annalena Zernott (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Svenja Stühmeier
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PS
Heute ist ein wirklich schöner Tag. Warm, sonnig, richtig frühlingshaft. Am Wochenende soll es so schön bleiben. Ob sich die Stimmung am Sonntag nach den ersten Hochrechnungen schlagartig ändert, werden wir sehen. Falls es ganz schlimm wird, dann wäre das hier etwas: 20 Uhr, Improtheater, Hot Jazz Club. In ihrer Ankündigung verspricht die Gruppe „Placebo“ nichts Geringeres als „Muskelkater im Zwerchfell und tränende Augen“. Bis dahin – schönes Wochenende!
