Das Jahr 2080: Hitze in „Monaco di Vestfalia“ | Unbezahlte Werbung: Fivehome | Jetzt das 6-für-1-Angebot abschließen

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Guten Tag,

den Gag mit „Monaco di Vestfalia“ hatten wir Ihnen schon erzählt, oder? So hieß Münster früher in Italien. Das ist natürlich sehr witzig, denn es klingt nach Sonne, Vespa und Dolce Vita – also nach dem genauen Gegenteil des typischen Münsterflairs bestehend aus Regenschauern, Fahrrädern und Miesepetrigkeit, ohne dabei den ebenfalls münstertypischen Größenwahn zu verlieren.

In Wahrheit ist aber nicht das Fürstentum Monaco das heimliche Münster am Mittelmeer. Sondern das 1.700-Seelen-Nest Bisenti in den Abruzzen. Oder eher andersherum: Im Jahr 2080 könnte sich das Klima hier bei uns so entwickeln wie im italienischen Bisenti. Das hat eine Forschungsgruppe aus den USA ausgerechnet.

Die Wissenschaftler:innen haben ihre Ergebnisse schon 2019 im Fachblatt „Nature Communications“ veröffentlicht und jetzt noch mal mit aktualisierten Daten in einer interaktiven Karte zusammengestellt. Mit der Karte kann man für etliche Städte auf der ganzen Welt sogenannte Klima-Zwillinge finden. Die Stadtpaare zeigen, wie heiß es am jeweiligen Wohnort in den nächsten 50 Jahren wird.

Achselzucken in der Klimakrise

Dieser Zeitsprung in die Klima-Zukunft ist gleichzeitig die große Schwachstelle der Zwillingsstadtstudien. Denn im Ernst: 2080 führen wir in Münster ein Leben wie in den Abruzzen – ja, meine Güte, was ist daran denn bitte schön so schlimm?

Das hat sich vielleicht auch ein Redakteur der „Rhein-Zeitung“ gedacht, als er Anfang Juli über die Studie geschrieben hat. In dem Artikel geht es um Tolentino, dem Klima-Zwilling der Rhein-Mosel-Stadt Koblenz. Gleich zu Beginn heißt es liebevoll: „Italien. Das ist Dolce Vita, Gelato, Pasta und Pizza, Pavarotti und Ferrari.“

Die „Rhein-Zeitung“ empfiehlt, beim nächsten Italientrip unbedingt einen Ausflug in das unbekannte Tolentino zu machen. Da gebe es sehr schöne Burgen und Kirchenfresken. Aber man könne bei der Gelegenheit in Tolentino auch noch das Klima von morgen kennenlernen, durch das man in Rheinland-Pfalz demnächst auch Zitronen anbauen könne. „Denn: So gut wie alle Städte werden sich dem dortigen mediterranen Klima annähern“, heißt es im Artikel.

Genauso kommuniziert man am besten nicht über die Klimakrise. Denn hängen bleibt nur: Wenn nicht nur Riesling, sondern bald auch Zitrusfrüchte aus dem rheinland-pfälzischen Boden sprießen, dann sind wir dem Traum von der „Toskana Deutschlands“ näher denn je.

Städtebau mit Hitze-Erfahrung

Dabei vergessen wir aber einen Unterschied: Städte wie Koblenz oder Münster sind anders als Tolentino und Bisenti nicht für mediterrane Hitze gebaut. Diesen Satz sollte man als Warnung begreifen. Wenn jeder Sommer in Münster künftig 5 Grad heißer sein wird (zu diesem Ergebnis kam die Zwillingsstadtstudie), könnte das Leben in der Stadt unerträglich, wenn nicht sogar für viele Einwohner:innen gefährlich werden.

Eine Stadt, die schon jetzt gegensteuert, ist Zürich. Dort dürfte es künftig so heiß werden wie in Mailand. Schon 2020 hat Zürich deshalb ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet, das die Stadt etwa mit mehr Bäumen, Grünfassaden, einem besseren Umgang mit Regenwasser und einer luftigeren Bebauung abkühlen soll.

Diese Zwillingsstadtstudien können insgesamt ein Bewusstsein für die Klima-Zukunft schaffen – aber auch den Ernst der Klimakrise verharmlosen. Bisenti in den Abruzzen, das klingt eben nicht nach Starkregen, Dauerdürre und Hitzesommer. (sfo)

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+++ Pflanzenkunde I: Halten Sie Ihren Hund (und sich selbst) in nächster Zeit lieber vom Wasser im Aasee und in der Aa fern, denn da wuchern gerade Blaualgen. (Stadt Münster)

+++ Pflanzenkunde II: Aber auch im heimischen Garten könnte sich gerade giftiges Zeugs ausbreiten (das sogenannte Jakobskraut), das Sie am besten direkt entfernen, wenn Sie es gefunden haben. (Westfälische Nachrichten)

+++ Der Fernleitungsnetzbetreiber Nowega aus Münster bekommt eine Förderung in Höhe von 38 Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium, um ein Wasserstoffnetz weiterzuentwickeln. (Nowega, RUMS-Brief)

+++ Leute aus Gievenbeck sind mit den neuen Parkregeln am Horstmarer Landweg unzufrieden, die wohl zu Staus und gefährlicheren Situationen auf der Straße führen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadt ist nun Mitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“. (Stadt Münster, RUMS-Brief)

+++ Die JVA Münster muss mit weniger Personal anspruchsvollere Aufgaben erledigen, unter anderem weil mehr Häftlinge psychische Probleme haben. (Tagesschau)

+++ Der ehemalige Telegramm-Bote Roland Kaiser erhält zum 50. Bühnenjubiläum eigene Briefmarken. (Antenne Münster)

+++ Die Junge Union Münster streitet sich weiter, diesmal wegen eines Abwahlantrags gegen den Vorsitzenden. (Westfälische Nachrichten)

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Meistens empfehlen wir hier Cafés und Restaurants, also Tipps zum Zunehmen. Zur Abwechslung kommt heute mal was zum Abspecken: das Fitnessstudio Fivehome an der Hafenstraße. Das Personal-Training-Studio bietet nicht nur Eins-zu-Eins-Trainings an, sondern auch Zirkeltrainings in der Gruppe, bei dem Spaß und Motivation im Vordergrund stehen. Eine Trainingskraft ist immer dabei und achtet darauf, dass die Übungen korrekt und passend zum Fitnesslevel ausgeführt werden. Dank passender App sind Termine auch kurzfristig und flexibel verfügbar. Fivehome bietet verschiedene Abo-Pakete, die entweder nur das Zirkteltraining beinhalten (Starter, ab 49 Euro im Monat) oder Zirkeltraining mit verschiedenen Personal-Training-Einheiten kombinieren.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Heute hat Katja Angenent nach den besten Freizeitbeschäftigungen Ausschau gehalten:

+++ Am Mittwoch können Sie ab 15:30 Uhr mit Unterstützung von Profis in der Stadtbücherei Altes und Kaputtes wieder in Schuss bringen. Einfach defekte Dinge wie Elektronik oder Möbel mitbringen und gemeinsam mit den Expert:innen vom Repair-Café an einer Lösung arbeiten. Die Helfer:innen freuen sich anschließend über eine Spende.

+++ Ab Donnerstag liegt ein besonderes Schiff im Hafen: die MS Wissenschaft. Auf Höhe der Kunsthalle widmet sich das schwimmende Wissenschaftszentrum dem Thema Freiheit. Mit an Bord ist eine Ausstellung zu Demokratie und Grundrechten. Jeden Tag finden kostenlose Führungen statt, jeweils um 11 und 17 Uhr. Dazu kommen noch verschiedene Veranstaltungen wie „Meet the Scientists“ oder „Dialog an Deck“.

+++ Wenn Sie in den letzten Tagen am Schlossplatz vorbeigekommen sind, haben Sie es bestimmt schon gesehen: Die Aufbauarbeiten für den Sommersend sind in vollem Gange. Von Donnerstag bis Montag findet die Kirmes statt, wie immer mit Feuerwerk am Freitag ab 22:30 Uhr.

+++ Am Freitag verwandelt sich das Freibad Stapelskotten ab 18 Uhr ins Freubad. Heißt also: Bis 21 Uhr können die Gäst:innen nicht nur schwimmen gehen, sondern auch eine Party mit Livemusik und Swingtanz besuchen. Das genaue Programm finden Sie hier. Der Eintritt kostet ganz normal 4,50 Euro.

Und sonst so?

Münster arbeitet gerade an einem Aktionsplan, der Frauen vor Gewalt schützen soll. Im Juni hat der Rat über den Zwischenstand diskutiert. Und auch schon erste Verbesserungen angestoßen: So sollen zum Beispiel die Frauenhäuser mehr Geld und Personal bekommen.

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Am Freitag schreibt Ihnen Svenja Stühmeier. Haben Sie eine schöne Woche!

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Katja Angenent (kan), Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer

PS

Vor zwei Jahren wurde ein großer Wunsch von Meinulf Welp erfüllt: Er wollte noch einmal das Meer sehen. Bei einer Spendenaktion von „Antenne Münster“ waren 4.000 Euro zusammengekommen, damit der stadtbekannte und langjährige Verkäufer des Straßenmagazins „draußen!“ einen Urlaub an der Nordseeküste von Norderney verbringen konnte. Meinulf Welp war lange krank gewesen, mehr als zehn Jahre lebte er mit Rollstuhl. Die letzten Wochen verbrachte er im Krankenbett. Gestern gab die „draußen!“ bekannt, dass Meinulf Welp gestorben ist. Er wurde 70 Jahre alt.

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