Geld: Was in Münster alles teurer wird | Unbezahlte Werbung: Die kleinen Dinge

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 12. Dezember 2023

heute schauen wir der Inflation live bei der Arbeit zu. Im neuen Jahr wird vieles teurer. Wie man so etwas geschickt und unauffällig mitteilt, hat Münsters Zoo Ende November vorgeführt.

Über der Meldung auf der Website mit der unangenehmen Information steht die Überschrift: „Neues im Allwetterzoo Münster“. Hier in der RUMS-Redaktion nennen wir so etwas einen Euphemismus.

Aber die Überschrift stimmt, denn darum geht es in der Meldung, zumindest am Anfang: um das Neue im Zoo, um die neue Tropenhalle, das sanierte Bärenhaus und den Artenschutz-Campus.

Aber im drittletzten Absatz, wenn man schon angefangen hat, sich auf all das zu freuen, dämpft Zoo-Direktorin Simone Schehka die Freude dann doch mit dem Satz: „Insgesamt führt dies zu einer notwendigen Steigerung der Eintrittspreise.“

Ab Januar kostet das Tagesticket 23,90 Euro, das sind zwei Euro mehr als vorher. Der Preis für eine Familienjahreskarte steigt um 10 Euro. Für sie verlangt der Zoo dann 219 Euro. Ein kleiner Trost: Die Münster-Information verkauft für 139 Euro eine Karte, mit der Erwachsene 10 Mal in den Zoo kommen, Kinder 20 Mal (Quizfrage: Wie oft können Erwachsene und Kinder mit einer Karte zusammen in den Zoo?).

Aber Moment, wir sind ja noch gar nicht bei der Unbezahlten Werbung, daher bleiben wir noch kurz bei den schlechten Neuigkeiten.

Auch die Stadt Münster hängt neue Preisschilder an das, was sie so anbietet. Morgen entscheidet der Rat über eine lange Liste an Leistungen, die bald mehr kosten werden. Hier ein unvollständiger Überblick, zuallererst zu den Verwaltungsgebühren:

  • Wenn Sie sich in Münster an- oder abmelden möchten, Ihre Bankberaterin einen Grundbucheintrag sehen möchte oder Ihr Vermieter einen Auszug aus dem Melderegister, kostet all das ab Januar 10 Euro, vorher waren es 8.
  • Baugenehmigungen stellt das Stadtplanungsamt künftig für 100 Euro aus. Wenn Sie 20 Euro sparen möchten, stellen Sie den Antrag bis zum Monatsende. Und ein Tipp von uns: Bauen Sie eine geförderte Mietwohnung. Dann kostet die Baugenehmigung weiterhin lediglich 50 Euro, bis Ende des Monats sogar nur 40.

Schauen wir kurz auf die Schwimmbäder.

  • Die Preise für eine Tageskarte steigen ab Januar um 50 Cent auf 4,50 Euro, wie die Verwaltung es Anfang November angekündigt hatte. Die Jahreskarte verschwindet dann allerdings nicht aus dem Angebot, wie es zunächst geplant war. Sie wird einfach teurer und kostet für Erwachsene im neuen Jahr 240 Euro. Im Vergleich zu vorher sind das 30 Euro mehr. Hier ein Überblick über alle Preise.

Was haben wir noch?

Ach ja, zwischendurch eine gute Nachricht: Die Abfallgebühren und die Straßenreinigungsgebühren bleiben unverändert. Die Abfallwirtschafttsbetriebe haben nach eigenen Angaben zwar auch höhere Kosten, aber sie haben in den vergangenen Jahren etwas Geld zurückgelegt.

Und eine noch bessere Nachricht: Die Gewässergebühren werden sogar günstiger. Das betrifft Sie allerdings nur, wenn Sie ein Grundstück haben, von dem aus Wasser in einen öffentlichen See oder Fluss fließt. Dann zahlen Sie im Stadtgebiet ungefähr ein Viertel weniger.

Dazu gibt es die Abwassergebühren. Kommen Sie noch mit? Das ist das Geld, das die Stadt dafür verlangt, dass sie Schmutz- und Regenwasser reinigt und Klärschlamm entsorgt. Ein Beispiel:

  • Ein Haushalt mit vier Personen und einem Jahresverbrauch von 200 Kubikmetern Frischwasser (200.000 Literflaschen) zahlt für die Abwasserbeseitigung in Münster in diesem Jahr 559 Euro pro Jahr. Nach der Änderung der Gebühren wäre es 642 Euro pro Jahr. Das sind 83 Euro mehr.

Teurer wird auch das Busfahren:

  • Die Stadtwerke wollen die Ticketpreise laut den Westfälischen Nachrichten im August um sieben Prozent erhöhen. Das 90-Minuten-Ticket würde dann 2,35 Euro kosten – statt wie bisher 2,20 Euro.

Immerhin verlängert die Stadt das Deutschlandticket alias 49-Euro-Ticket, allerdings auch hier gleich ein Dämpfer: nur bis Ende April.

Warum das? Bund und Land zahlen das Ticket bis dahin vollständig. Danach müsste Münster wohl einen Anteil übernehmen. Genaueres steht noch nicht fest. Ob es mit dem Ticket dann überhaupt weitergeht, auch nicht. Der erste Landkreis ist in dieser Woche schon ausgestiegen, schreibt der Tagesspiegel heute. Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen, sagt in dem Beitrag: „Es war zwar der erste Landkreis, aber es wird nicht der letzte gewesen sein.“ (rhe)

Klima-Update

+++ Regionalplaner Ralf Weidmann hat gestern den Stand der Dinge zum Regionalplanentwurf (RUMS-Brief) mitgeteilt. Darin ist festgelegt, wie Flächen im Münsterland potenziell genutzt werden dürfen. Dazu habe es etwa 1.200 Stellungnahmen gegeben, sagte er in der Regionalratssitzung. Er rechnet damit, dass es eine zweite Offenlegung des Planentwurfs geben wird. Welche Konsequenzen das für den Zeitplan haben wird, steht noch nicht fest. Eigentlich soll das Verfahren Ende 2024 abgeschlossen werden. (sst)

+++ Kaum ein Thema hat in diesem Jahr für so viele Diskussionen gesorgt wie das Heizungsgesetz, denn die damit verbundene Wärmewende ist beschlossene Sache (RUMS-Brief). Die Stadt bietet jetzt eine kostenlose Beratung an, mit der Sie sich über Heiztechnik und Förderungen informieren können. Einen Termin können Sie hier vereinbaren. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Am vergangenen Freitag fand die erste Veranstaltung zum Aktionsplan „Istanbul-Konvention“ (RUMS-Brief) statt, deren Ziel es ist, die bestehende Infrastruktur für den Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt zu überprüfen. (Stadt Münster)

+++ Das höchste Gericht des Landes Nordrhein-Westfalen soll an den Domplatz ins Freiherr-von-Vincke-Haus ziehen. (Bezirksregierung Münster)

+++ Wenn alles glatt läuft, ist das neue Gefängnis in Wolbeck im Jahr 2026 fertig. (Antenne Münster)

+++ Stefan Weber ist einstimmig als Fraktionschef der CDU-Fraktion wiedergewählt worden. (CDU-Fraktion)

+++ Die AfD hält nächstes Jahr ihren sogenannten Neujahrsempfang am 16. Februar im historischen Rathaus ab. (Alles Münster)

+++ Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt nicht mehr gegen den ehemaligen Dompropst Kurt Schulte, die Kirche schon. (Bistum Münster)

Unbezahlte Werbung

Es sind ja bekanntlich die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen. Das haben sich auch die Schwestern Sofie und Katharina Pieper aus Münster gedacht, als die ihren Onlineshop gegründet haben. Bei „Die kleinen Dinge“ gibt es folgerichtig die kleinen Dinge: Ketten, Armbänder, Ringe oder Ohrringe aus Perlen, Gold und Silber. Jedes Schmuckstück ist wassertauglich und damit alltagsgeeignet. Bis morgen findet auch noch bei Instagram ein Gewinnspiel statt. Mit ein bisschen Glück können Sie ein goldenes oder silbernes Schmuckset gewinnen.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Antonia Strotmann hat heute in den Terminkalender geschaut und das hier gefunden:

+++ Am Mittwoch um 17 Uhr bietet die Volkshochschule Münster eine kostenfreie Infoveranstaltung zum Thema selbstständige Kindertagespflege an. Interessierte, die mit dem Gedanken spielen, auf Kinder im Alter von ein bis drei Jahren aufzupassen, können sich hier anmelden.

+++ Am Mittwoch findet ab 20 Uhr auch noch der 8. Münsteraner Gitarrengipfel im Pumpenhaus statt. Das ist eine Sonderveranstaltung, bei der es – Überraschung! – um Gitarrenmusik geht. Der Singer-Songwriter Ernie Rissmann spielt zusammen mit den Akustik-Künstlern Vladi und Dave Goodman ein vorweihnachtliches Konzert. Tickets gibt’s hier.

+++ Im Hot Jazz Club findet ebenfalls am Mittwoch ab 21 Uhr eine Salsa-Party statt: Die Band Grupo Vacila spielt Latin Jazz und Salsa, in den Pausen und danach legt DJ Juan Pa die dazu passende Latino-Musik auf. Vorab um 20 Uhr können Interessierte kostenlos an einem Salsa-Schnupperkurs teilnehmen.

+++ Das Mozart-Orchester Münster spielt am Donnerstag um 20 Uhr sein zweites Adventskonzert. Auf dem Programm stehen Stücke von Händel, Bach, Mozart, Debussy, Dvořák, Mahler und Whitacre. Tickets können Sie hier kaufen.

+++ Zum Schluss noch ein etwas anderes Weihnachtskonzert: Der Mundharmonika-Musiker Konstantin Reinfeld tritt am Freitag zusammen mit dem Pianisten Benyamin Nuss in der Friedenskapelle auf. Ihr Weihnachtsprogramm „Merry Mundharmonika Christmas“ vereint verschiedene Musikstile, von Klassik über Jazz bis hin zu Pop und Filmmusik. Einlass ist um 19:30 Uhr, los geht’s um 20 Uhr. Tickets gibt es hier.

Und sonst?

New York will eine City-Maut einführen. Im RUMS-Brief analysiert Ralf Heimann, warum das für Münster interessant ist – auch wenn es mit der Maut in Deutschland wohl noch dauern wird. 

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis.

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Sebastian Fobbe (sfo), Antonia Strotmann (ast), Svenja Stühmeier (sst)
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Der Deutschlandfunk hat Erhard und Christiane Holze besucht, deren Sohn Tilman mit 24 Jahren an einer Drogen-Überdosis starb. Katrin Grote von der Reportageschule Reutlingen hatte die Familie für RUMS porträtiert, vielleicht erinnern Sie sich. Der Radiobeitrag ist sehr schön geworden. Wenn Sie ihn hören möchten, finden Sie ihn hier. (rhe)

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