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Geothermie: Schon wieder ein Masterplan | Unbezahlte Werbung: Garbo

Guten Tag,
wenn Münster klimaneutral werden möchte, müssen die Haushalte klimaneutral heizen. In der Theorie ist das ganz einfach. Die Stadtwerke müssen im Prinzip nur an der richtigen Stelle tief genug in die Erde bohren. Voruntersuchungen haben gezeigt, dass die Aussichten, eine richtige Stelle zu treffen, in Münster nicht schlecht sind (RUMS-Brief).
Das Problem ist: Trifft man die falsche Stelle, wird der Fehlschlag so teuer, dass nicht einmal der gesamte Gewinn der Stadtwerke – zuletzt immerhin knapp neun Millionen Euro – ausreichen würde, um die Rechnung für eine einzige Fehlbohrung zu begleichen. Zehn Millionen Euro wären das.
Die grüne NRW-Energieministerin Mona Neubaur hat gestern einen Masterplan zu dieser Art der Energiegewinnung, der Geothermie, vorgestellt, der das Problem etwas kleiner machen soll. Der Plan sieht unter anderem vor, dass die NRW-Bank bis zu 45 Prozent der Kosten von erfolglosen Bohrungen übernimmt. Außerdem sollen Genehmigungen schneller vorliegen.
Nordrhein-Westfalen will bis zum Jahr 2045 ein Fünftel des Wärmebedarfs klimaneutral decken. Geothermie ist dabei sehr wichtig. Ende November hatte das Land NRW schon angekündigt, ein Modellprojekt in Münster mit knapp sechs Millionen Euro zu unterstützen. Die Stadtwerke wollen den Untergrund dreidimensional kartieren, um Hindernisse zu finden und Erfolgschancen abzuschätzen.
Die Risiken von Geothermie-Bohrungen sind nach Einschätzung von Fachleuten gering, aber es gibt sie. Im baden-württembergischen Staufen etwa misslang vor 17 Jahren der Versuch, das historische Rathaus mit Erdwärme zu versorgen. Dort quoll der Boden nach den Bohrungen auf, weil sich Wasser mit Mineralien vermischte und Gips entstand, der sich immer weiter ausdehnte. Die Folge waren: Historische Gebäude bekamen Risse, Böden brachen auf. Noch vor zwei Jahren erhob der Boden sich Monat für Monat um über einen Zentimeter.
In Münster rechnet Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk in den nächsten Monaten allenfalls damit, dass es laut werden könnte, und das jeweils auch nur sehr kurz, das hat er dem WDR gesagt. Um die dreidimensionalen Aufnahmen zu erstellen, werden im Winter wieder sogenannte Vibro-Trucks durch die Stadt fahren, um 3D-Aufnahmen vom Boden zu machen. Das wird man merken, der Boden wird vibrieren. Man müsse noch einige Dinge klären, sagt Sebastian Jurczyk – zum Beispiel, wer dafür aufkommt, wenn dabei dann ein Glas aus der Vitrine fällt. Das Risiko wird die NRW-Bank wahrscheinlich nicht übernehmen. Aber so ein Glas werden die Stadtwerke verkraften. (rhe)
+++ Mit dem neuen Fahrplan fahren wieder mehr Nacht- und Taxibusse. (Stadtwerke Münster)
+++ Die Stadt Münster möchte, dass der Waldfriedhof Lauheide besser erreichbar wird. (Westfälische Nachrichten)
+++ Einige Nachbar:innen ärgern sich darüber, dass die Bundeswehr den Truppenübungsplatz im Handorfer Osten für Schießübungen dauerhaft sperrt. (WDR)
+++ Ab heute prüfen Fachleute, ob das, was man an der Tom-Rink-Straße im Boden gefunden hat, eine Weltkriegsbombe ist. (Stadt Münster)
+++ Der Bücherbus fährt vom 29. April bis zum 10. Mai nicht, weil Personal fehlt und die Fahrzeuge repariert werden müssen. (Stadt Münster)
+++ Laut einer neuen Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung wächst Münster bis 2040 auf etwa 325.000 Menschen. (Bertelsmann-Stiftung)
+++ Die CDU Münster spricht sich für die Bezahlkarte für Geflüchtete aus, während SPD, die Grünen und die Stadtverwaltung eher dagegen sind. (CDU Münster, Westfälische Nachrichten)
+++ Nach der angekündigten Schließung des integrativen Caterers MDS in Münster unterstützt der NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) den Vorschlag der CDU Münster, einen städtischen Inklusionsbetrieb zu gründen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Industrie- und Handelskammer in Münster ändert vorübergehend ihr Logo, um darauf aufmerksam zu machen, dass über ein Viertel (27 Prozent) aller arbeitenden Menschen in Deutschland eine Migrationsvorgeschichte hat. (IHK Nordwestfalen)
+++ In Münster müssen nach der Teillegalisierung von Cannabis ungefähr 7.000 Verfahren noch einmal geprüft werden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Uni Münster warnt vor Phishing-Mails von Cyberkriminellen, die unter einem Vorwand darum bitten, auf einen Link zu klicken. (Bitte klicken Sie hier: Antenne Münster)
+++ Die neue Forschungsstelle „Islam und Politik” soll Wissen über den aktuellen Islam liefern und als Anlaufstelle für Politik, Medien und Öffentlichkeit dienen. (Uni Münster)
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Das Garbo, Café und Kneipe im Cinema, eignet sich nicht nur für Essen und Trinken vor oder nach dem Kinobesuch. Vom Frühstück bis zu Longdrinks lässt sich hier mit Blick auf die lebhafte Warendorfer Straße ein ganzer Tag verbringen, während im Hintergrund die analoge Filmanzeige rattert. Das gemütliche Ambiente mit viel Holz nutzen gerade nachmittags viele Menschen, um zu lesen oder zu arbeiten. Aber im Garbo treffen sich auch Familien und Freunde zum Kaffee, zum Bier oder zum Abendessen. Für den großen Hunger empfehle ich die herzhaften Pfannkuchen, für den kleineren Appetit das Chili sin Carne.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Katja Angenent in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Der Film „Quo vadis, Aida?“ handelt von dem Genozid, den bosnische Serben vor fast dreißig Jahren an mehr als 8.000 Bosniaken in dem Kurort Srebrenica verübt haben. Morgen zeigt das Cinema an der Warendorfer Straße das 2020 erschienene Historiendrama zusammen mit dem Bistum Münster. Karten für die einmalige Sondervorstellung bekommen Sie hier für 9 Euro. Mehr über die Filmreihe über Osteuropa finden Sie hier.
+++ Was passiert eigentlich mit den Daten und Profilen im Internet, wenn jemand gestorben ist? Antworten auf Fragen rund um den sogenannten digitalen Nachlass gibt ein Vortrag von IT-Experte Christian Rudde. Er informiert morgen um 17 Uhr in der Stadtbücherei über die unterschiedlichen Regelungen von Online-Diensten und gibt Tipps dazu, wann es sinnvoll ist, Profile oder Seiten weiter bestehen zu lassen. Der Eintritt ist frei.
+++ Ebenfalls am Mittwoch zeigt Christian Klepp um 19 Uhr in der Friedenskapelle seine Aufnahmen des „Wunderwerks Erde“. Die Fotoreportage des Wissenschaftlers will die Besonderheiten unseres Planeten aufzeigen, um für den Schutz unserer Lebensgrundlage zu werben.Restkarten sind hier erhältlich.
+++ In der neuen Ausgabe des Vorlesecafés im Theater an der Meerwiese lädt die Kulturinitiative Coerde am Freitag um 19.30 Uhr dazu ein, fremdsprachiger Literatur zunächst im Original zu lauschen, bevor ins Deutsche übersetzt wird. Diesmal gibt es einen Ausschnitt aus dem türkischen Roman „Memed mein Falke“ zu hören. Musik kommt von Nedim Şahin (Gesang, Bağlama). Kostenfreie Tickets gibt es an dieser Stelle.
+++ Am Freitag und Samstagabend um 19.30 Uhr zeigt das Theater „ex libris” im Planetarium jeweils seine Version von Dumas‘ berühmten Abenteuerroman unter dem Titel „Der Graf vom Mond Callisto“. Christoph Tiemann und sein Team haben das Live-Hörspiel speziell für das Planetarium entwickelt. Karten gibt es hier.
+++ Zum Schluss noch: Am Samstag findet die parapolitische Abendunterhaltung „Baddabäm!“ zum vorerst letzten Mal im „SpecOps” statt. Das Thema ist: Macht in der Liebe. Mit auf der Bühne ist RUMS-Redakteurin Svenja Stühmeier, die ein Interview über eine Verhütungsmethode für Männer führen wird, die mit Wärme funktioniert (RUMS-Brief). Die Eintrittskarten im Vorverkauf sind schon weg. Wenn Sie aber rechtzeitig vor dem Beginn um 20 Uhr am Aegidiimarkt vor der Tür stehen, haben Sie die Chance, an der Abendkasse noch ein Ticket zu bekommen.
Und sonst?
Vor knapp zwei Jahren hat die Stadt angekündigt, die Radwegebenutzungspflicht in Münster aufzuheben. Viel passiert ist seitdem nicht. Im RUMS-Brief habe ich versucht, herauszufinden, woran das liegt.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn), Katja Angenent (kan) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer
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PS
Vor einer Woche haben wir über die Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirche berichtet (RUMS-Brief). Jetzt hat das Recherchekollektiv „Correctiv” einen 17 Minuten langen Film zu einem Missbrauchsfall veröffentlicht, der zeigt, wie die katholische Kirche versucht hat und immer noch versucht, sich selbst und ihr Personal zu schützen, indem sie Verantwortung bestreitet oder Menschen unter Druck setzt. In diesem Fall hat laut dem Bericht Joseph Ratzinger, früher Professor in Münster, später Papst in Rom, mit einer Unterschrift dafür gesorgt, dass ein Pfarrer, der Kinder missbraucht hatte, an anderer Stelle weiter arbeiten konnte. Und was hat sich seitdem geändert? Der Opferanwalt Andreas Schulz sagt in dem Film: „Vertuschen, Leugnen, Betrügen, Lügen und unter Druck setzen – das ist das, was die katholische Kirche ausmacht in den Missbrauchsfällen, und daran hat sich überhaupt nichts geändert.” (rhe)
