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Ein bisschen Neues zum Musik-Campus | RUMS drei Monate lang zum halben Preis


Münster, 29. September 2023
„auf mehr als 100 Seiten steht wenig Neues“, fasst die FDP die gestern veröffentlichten Dokumente zum Musik-Campus zusammen. Und ja, das passt ganz gut. Die Idee, dass sich Uni und Stadt einen Gebäudekomplex teilen, in dem Sinfonieorchester, Musikschule, Musikhochschule und die freie Szene Platz finden und gut ausgestattete Räume von vielen benutzt werden, bleibt bestehen. Aber die wohl größte Frage auch: Wie wird das Ding komplett bezahlt?
Nach wie vor ist nicht klar, wie der gemeinsame Gebäudeteil von Uni und Stadt finanziert wird. Das Ganze soll etwa 85 Millionen Euro kosten. 20 Millionen vom Land und 20 Millionen von der Uni sind sicher. Markus Lewe berichtete gestern auf der Pressekonferenz, dass er eine Zusage für neun Millionen Euro Spenden habe. Er sei zuversichtlich, sechs weitere Millionen mit dem Fundraising zu gewinnen. Lewe sagte außerdem, dass die Hälfte des Geldes ja quasi da ist, ohne dass es überhaupt einen konkreten Plan gibt.
FDP und Linke finden eher schwierig, dass die Hälfte des Geldes noch gar nicht sicher da ist und trotzdem fröhlich geplant wird. Sie sind nicht so zuversichtlich, dass die fehlenden Millionen schon irgendwo herkommen werden. Die Verwaltung setzt für die noch offenen 30 Millionen auf öffentliche Förderungen, fest steht da allerdings auch noch nichts. Und ja, für diese Diskussion ist es vielleicht noch reichlich früh. Aber wenn der Campus erstmal steht, fallen ja noch laufende Kosten an. Teile sind schon angesetzt, die Personalkosten zum Beispiel fehlen aber noch.
Ein bisschen Neues hat die Verwaltung aber doch in petto. Wir haben für Sie einmal aufgeschrieben, was:
- Die Verwaltung will jetzt den sogenannten städtebaulich-freiräumlichen Realisierungswettbewerb angehen. Auf Deutsch heißt das: Man schaut, wie die drei geplanten Gebäude gut an ihren vorgesehenen Platz an der Hittorfstraße passen würden. Wie sieht es zum Beispiel mit dem Verkehr aus? Wie kann der Park drumherum weiterentwickelt werden? Das Ergebnis davon soll dann „Masterplan Musik-Campus“ heißen. Und wiederum die Grundlage sein für die Gebäudeplanung und -errichtung.
- Das wird nicht ausschließlich vom Bauunternehmen des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), übernommen. Eigentlich war das der Plan, vor einigen Monaten hatten wir allerdings schon mal gehört, dass sich das ändern könnte (RUMS-Brief). Jetzt ist das Projekt in drei Bausteine unterteilt, für die jeweils ein:e Bauherr:in zuständig ist: Die Stadt kümmert sich um die freie Szene, das Sinfonieorchester und die Musikschule. Der BLB baut weiterhin die Musikhochschule. Für Baustein Nummer drei, den sogenannten Kulturbau, wollen Stadt und Universität nun eine Musik-Campus-GmbH gründen. In dem gemeinsamen Teil soll es dann unter anderem einen Konzertsaal geben.
- Die Flächen werden verkleinert, damit die Stadt ihr festes Budget von gut 70 Millionen Euro nicht überschreitet. Das betrifft insbesondere die Räume der Musikschule und ist vor einer Weile übrigens schon einmal passiert (RUMS-Brief). Zum Beispiel an dieser Stelle soll die Idee zum Tragen kommen, dass sich die unterschiedlichen Nutzer:innen ja auch Räume teilen können. Üben müssen schließlich nicht nur Menschen der Musikschule, sondern auch die der Hochschule.
- Die Verwaltung hat zwei alternative Vorschläge gemacht, wie sie agieren könnte, falls der Musik-Campus nicht zustande kommt. Denn klar ist: Musikschule und Sinfonieorchester brauchen neue Räume. Geld sparen ließe sich damit allerdings nicht, die 70 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt müssten auch ohne Musik-Campus eingeplant werden, steht in der Vorlage. Zumindest, wenn der Gebäudestandard annähernd ähnlich sein soll. Die erste Idee wäre, jeden Bedarf einzeln zu bearbeiten. Sprich: Ein Anbau für den Musikschulstandort, ein Neubau ohne Aufführungsort fürs Sinfonieorchester und noch irgendein Standort für die freie Szene. Davon ist man nicht überzeugt. Die zweite Idee lautet, wenigstens die städtischen Projekte an einem Ort unterzubringen, zum Beispiel an der Einsteinstraße. Die zweite Idee gefällt der Verwaltung deutlich besser.
Aber Moment. War da nicht noch irgendwas mit 450 Millionen Euro (RUMS-Brief)? Oder wenigstens knapp 300 (RUMS-Brief)? Wie teuer der gesamte Musik-Campus Stand jetzt wohl werden soll, wissen wir nicht. Denn die Kosten für das Hochschulgebäude (also das, was der BLB baut), stehen nicht in der Vorlage und eine Sprecherin des BLB kann dazu zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. Fest steht aber auch: Damit haben die Stadt Münster und ihr Haushalt nichts zu tun. Dass es da nicht mehr als geplant zu holen gibt, macht Kämmerin Christine Zeller übrigens klar: „Wir haben 70,1 Millionen Euro im Haushalt“, sagt sie bei der Pressekonferenz. „Das ist für uns der Maßstab. An diesem Budget hat sich die Planung auszurichten.“ (sst)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Die Termine der Tonnenabfuhr verschieben sich wegen des Feiertags am 3. Oktober um einen Tag nach hinten, Sperrgut- und Grünschnittabfuhr sowie Straßenreinigung fallen aus und die Recyclinghöfe sind geschlossen. (Stadt Münster)
+++ Nach den Herbstferien wollen die Stadtwerke den jüngst ausgedünnten Fahrplan schrittweise wieder verdichten. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Linke fordert eine sofortige Gehaltserhöhung für Busfahrer:innen und eine Mobilitätsgarantie von den Stadtwerken. (Die Linke Münster)
+++ Eine Stiftung schenkt der Stadt 370.000 Euro, damit der Lambertibrunnen saniert werden kann. (Stadt Münster)
+++ Die Schuhgeschäfte Mephisto und Ecco werden bald schließen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Der LWL benötigt voraussichtlich rund 332 Millionen Euro mehr als im vorhergehenden Jahr in seinem Haushalt für 2024. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
+++ Nach zwei Amtszeiten ist die Kulturdezernentin des LWL, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, am Donnerstag für weitere acht Jahre in ihrem Amt bestätigt worden. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
+++ Die IHK will bis zum Jahresende noch möglichst viele junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung gewinnen und die 9.000 Ausbildungsstellen im Münsterland voll machen. (IHK Nord Westfalen)
+++ Auf drei Inserate für Wohnungen unter 40 Quadratmeter kommen in Münster 100 Studierende, die Situation ist laut Report nur in Bochum noch angespannter. (MLP Studentenwohnreport)
+++ Ab Mittwoch gibt es ausschließlich veganes und vegetarisches Mittagessen in der Mensa Bispinghof. (Antenne Münster)
+++ Die „Schwurbelbusters“ heißen jetzt nur noch „Busters“. (Instagram Busters)
+++ Die LEG will in Berg Fidel ein Wandbild entfernen, das die Initiative „Berg Fidel solidarisch“ vor zwei Jahren wegen eines Besuchs von Zapatistas aus Mexiko gemalt hat. (Instagram Berg Fidel solidarisch)
+++ Junge Menschen, die 2024/2025 ein Jahr Freiwilligendienst für das Bistum Münster machen wollen, können sich noch bis Sonntag, den 15. Oktober anmelden. (Kirche und Leben)
+++ Ab Sonntag heißt die Uni Münster wirklich ganz offiziell Universität Münster. (Universität Münster)
Unbezahlte Werbung
Der Zoo verkauft ab Samstag zwei Wochen lang Jahreskarten an der Zookasse (nicht online) zum halben Preis. Das lohnt sich unter Umständen schon, wenn Sie zweimal im Jahr in den Zoo gehen. Ein Preisvergleich: Eltern mit zwei Kindern zahlen bei einem einmaligen Besuch für die Eintrittskarten knapp 70 Euro. Eine Jahreskarte für diese Familie kostet 199 Euro, in den kommenden zwei Wochen also nur noch 99,50 Euro. Eine Jahreskarte für eine erwachsene Person und all ihre Kinder kostet eigentlich 119 Euro, nun also zwei Wochen lang 59,50 Euro. Die Aktion endet am 15. Oktober. Die komplette Preisübersicht finden Sie hier. (rhe)
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Heute haben Fabian Cohrs und Imke Noetzel nach interessanten Veranstaltungen geschaut:
+++ Dieses Wochenende endet das Filmfestival Münster, abgeschlossen wird es von der Preisverleihung für den besten Kurzfilm. Diese findet am Samstag ab 20 Uhr im Schlosstheater statt, zuvor gibt es noch einige Filmvorführungen. Im Anschluss an die Preisverleihung werden die prämierten Kurzfilme noch einmal gezeigt, ein Besuch lohnt sich also. Tickets erhalten Sie hier.
+++ Nochmal Kino: Am Sonntag startet eine vierteilige Filmreihe im Cinema an der Warendorfer Straße. Dort können Sie sich an vier Sonntagen Filme unter dem Motto „Architektur & Film“ ansehen. Konkret geht’s um Hotels in Filmen. Im Anschluss gibt es Wein und Brezeln. Der erste (Stumm-)Film ist „Der letzte Mann“ aus dem Jahr 1924 und startet um 17 Uhr, weitere Infos und Tickets gibt es hier.
+++ Am Sonntag findet im und am Fyal ein Flohmarkt statt, Kaffee gibt’s dort natürlich auch. Der Flohmarkt läuft von 12 bis 16 Uhr, mehr Infos erhalten Sie hier.
+++ Am kommenden Dienstag, am Tag der Deutschen Einheit, findet der Münsterland Giro statt. Das Fahrradrennen startet in Osnabrück am historischen Rathaus und endet nach 194 Kilometern vor dem Schloss in Münster, voraussichtlich gegen 17 Uhr. Für Hobbyfahrer:innen gibt es auch kürzere Distanzen, diese starten alle auf dem Prinzipalmarkt und enden auch wieder in Münster. Mehr Infos zum Ablauf und Rahmenprogramm finden Sie hier.
+++ Seit Anfang September läuft das Schauspiel „Am Anfang war die Waffe“ im Stadttheater. Das Stück befasst sich mit der Waffenindustrie, Krieg und Frieden und dem Recht des „Stärkeren“. Karten gibt es hier, beispielsweise für eine Vorstellung am Dienstag, den 3. Oktober um 18 Uhr.
+++ Am Samstag beendet auch das Freibad Coburg die Saison. Dazu lädt es noch einmal zur „Nacht der Lichter“ ein. Bis 22 Uhr können Sie bei Flutlicht schwimmen, und das, ohne Eintritt zu zahlen. Alle weiteren Infos gibt es hier.
+++ Morgen organisiert der Integrationsrat das Interkulturelle Fest vor dem Stadthaus 1. Da gibt es einige Stände zu entdecken, darunter auch einer von uns. Kommen Sie doch mal vorbei!
Und was steht noch so im RUMS-Brief?
Ein Team der FH hat Fahrradunfälle in Münster untersucht. Das macht zwar auch die Unfallkommission – das Besondere an der FH-Analyse ist aber: Darin geht es auch um die Unfälle, die nicht an bekannten Unfallstellen passiert sind. Constanze Busch hat die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen zusammengeschrieben. Scheint ganz so, als könnte man manches sogar leicht umsetzen.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 3 Monate lang zum halben Preis.
Herzliche Grüße
Svenja Stühmeier
Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Fabian Cohrs (fco), Imke Noetzel (ino), Ralf Heimann (rhe)
Lektorat: Antonia Strotmann
PS
Zwischendurch ist es ja ganz schön, wenn man nach der ganzen Arbeit auch so etwas wie eine Belohnung bekommt. Der Tourismusverein Münsterland hat gestern die Nominierungen beim Medienpreis Münsterland bekannt gegeben. Sieben Beiträge haben es in die engere Auswahl geschafft, zwei davon sind bei RUMS erschienen. Zum einen die Reportage „Kidane und Schweitzer“ von Sigrid März, die es im vergangenen Jahr beim Theodor-Wolff-Preis schon unter die besten drei Lokalreportagen Deutschlands geschafft hat, zum anderen Johanne Burkhardts Recherche über Baulücken in Münster. Und die übrigen fünf Nominierungen? Drei davon haben die Westfälischen Nachrichten veröffentlicht, eine die Emsdettener Volkszeitung und eine das Kulturbüro Gronau. Wer gewonnen hat, erfahren wir am 7. Dezember. Dann werden die Preise verliehen. (rhe)
PPS
Heute startet der Bürger:innenrat zum Thema Ernährung in Berlin. 160 Personen aus ganz Deutschland nehmen daran teil. Sie wurden quasi ein bisschen gelost, ein bisschen ausgewählt. Sie treffen sich nun, um zum Beispiel über Ernährungspolitik, Tierwohl und Lebensmittelverschwendung zu diskutieren und am Ende Empfehlungen für die Politiker:innen aufzuschreiben (dpa, hier bei Zeit Online). Falls Sie die noch nicht kennen, lesen Sie doch auch Ruprecht Polenz’ Kolumne, die er zum bundesweiten Bürger:innenrat geschrieben hat. Darunter finden Sie übrigens einige interessante Diskussionsbeiträge. In Münster soll es so einen Bürger:innenrat schließlich auch bald geben (RUMS-Brief). (sst)