Ein Jahresrückblick und neun Gedanken | Das Beste aus diesem Jahr | Drei Fragen an Ahmad Al-Ani

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 22. Dezember 2023

das Jahr ist schon wieder zu Ende, und das ist immer der Moment, in dem man zurückschaut und sich fragt: Was ist denn eigentlich in den letzten zwölf Monaten passiert?

Hier nur einiges, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Jahr fing an mit der Ankündigung, dass Silvester in der Innenstadt beim nächsten Mal ruhiger werden wird. Eine andere Frage hatte das alte Jahr mitgebracht: Wie geht es am Gasometer weiter? Dann verschwanden die Telefonzellen (wobei einige noch immer da sind). Und es stellte sich, wieder mal, die Frage, was aus den Kaufhäusern Karstadt und Kaufhof wird.

Auch ein anderes Problem begleitete die Stadt das ganze Jahr über. Es fehlt Personal, in den Kitas, den Bussen, in der Stadtverwaltung.

Im Februar verlor dann auch noch der Kita-Navigator die Orientierung. Die Gratiszeitung „Hallo Münster“ verschwand und damit auch die Zeitungsstapel an den Bushaltestellen.

Im März passierte auf dem Send etwas Schreckliches: Ein 31-jähriger Mann wurde erstochen. In der politischen Debatte ging es um ein Konzept, das Münsters Parkplatzproblem etwas mildern soll, und um die Frage, wie viel Platz die Stadt Münster für Gewerbegebiete reservieren möchte. Der Rat führte das 29-Euro-Ticket ein, das größte verkehrspolitische Projekt des Rathausbündnisses. Start: im August.

Wir haben uns mit der kritischen Situation der Frauenhäuser befasst. Eine weitere Nachricht, die uns in diesem Jahr lange beschäftigte, fand bundesweit Aufmerksamkeit: Das Bistum schloss eine Beratungsstelle, weil eine Mitarbeiterin, so schrieb es das Magazin „Spiegel“, Menschen eingeredet haben soll, sie seien von Sektenmitgliedern missbraucht worden.

Nach einem langen Hin und Her änderte dann Münsters Universität ihren Namen in Universität Münster. Dass der Bremer Platz umgebaut wird, sorgte im Verlauf des Jahres immer wieder für Diskussionen und Probleme, auch anderswo in der Stadt, zum Beispiel am Servatiiplatz.

Im Frühjahr zogen wir eine politische Halbzeitbilanz (hier und hier).

Immer wieder ging es um Münsters große Worte und die kleinen Taten im Klimaschutz. Der Versuch des Klimaaktivisten Christian Ladleif, die Stadt Münster zu zwingen, ihm eine Antwort auf die Frage zu geben, wie sie das mit der Klimaneutralität denn jetzt machen will, führte zur ernüchternden Erkenntnis: So genau weiß man das offenbar selbst noch nicht.

Im Mai besetzte eine Klimaschutzgruppe die Uni. In der Politik ging es um die Frage, ob in Münster auch in Zukunft noch Einfamilienhäuser gebaut werden; es ging darum, ob Münster einen Bürger:innenrat bekommt. Und man sprach, wieder mal, über den Musik-Campus.

Dann fiel die Entscheidung: Rolle rückwärts, die Stadt baut doch ein viertes Stadthaus. Wir berichteten darüber, wie es mit dem Glasfaserausbau weitergeht, und wir schauten uns ein genossenschaftliches Projekt an, das Antworten auf die Frage liefern könnte, wie Menschen in Zukunft wohnen: den Grünen Weiler.

Im Juni führte eine Posse hinein in das langsam beginnende Sommerloch. Am Ende trat der grüne Bezirksbürgermeister Stephan Nonhoff zurück. Nach der Sommerpause wählte die Bezirksvertretung Nonhoffs Nachfolger Martin Honderboom, allerdings per Los.

Im Juli starb im Zoo ein Storch, das löste eine Debatte aus. Die Baumschutzsatzung kam. Wir berichteten über die Konflikte in einem Tanzzentrum, die ungewisse Zukunft des Paul-Gerhardt-Hauses, über die Bauflaute und den Wohnungsmangel sowie über die nächste Haltestelle auf der Strecke von Münster bis zur Reaktivierung der Bahnlinie nach Sendenhorst.

Im August erlebte Münster wieder mal einen Jahrhundertregen. Es blieb der Eindruck: ganz schön viele Jahrhundertregen für so ein Jahrzehnt.

Wir fragten uns: Was wird aus dem alten Gefängnis? Wir schrieben über den Plan, Häuser Quartier für Quartier zu sanieren, über Münsters Versuch, einen Klimastadtvertrag zu vereinbaren, über Missbrauch in der evangelischen Kirche und über die Gemeinwohlökonomie.

Im September bekam Münster doch noch die Erlaubnis, in Roxel eine dritte Gesamtschule zu eröffnen. Wir landeten unweigerlich wieder beim Haushalt. Diesmal keine guten Nachrichten. Wenn alles so weitergeht, könnte die Bezirksregierung der Stadt Münster in zwei Jahren die Bankkarte wegnehmen.

Im Oktober begann mit einem Terroranschlag der Krieg in Israel. Auch in Münster entstand eine solidarische Bewegung.

Ein Berliner Investor stellte seine Pläne für den Gasometer vor. Damit deutete sich an: Aus einem Kulturzentrum dort wird wohl nichts werden.

In einer umfangreichen Recherche befassten wir uns mit der Frage, wer die Menschen informiert, wenn der Strom ausfällt.

In einer weiteren monatelangen Recherche erklärten wir, wie das Bistum Münster dazu beigetragen hat, dass eine satanistische Verschwörungserzählung sich über viele Jahre immer weiter verbreiten konnte.

Wir beschäftigten uns mit dem Konzept der solidarischen Landwirtschaft, der sich immer weiter hinziehenden Kanalerweitung und der damit verbundenen Frage: Muss der Kanal überhaupt noch breiter werden?

Im November begann die Ratssitzung mit einer Live-Schaltung in Münsters Partnerstadt Rishon le Zion. Der Rat schrumpfte die Musik-Campus-Idee, weil noch immer nicht klar ist, wo das Geld herkommen soll. Die Kita-Krise verschärfte sich. Es fehlt nicht nur Personal, sondern vor allem privaten Kitas auch Geld – so viel, dass einige Kitas daran scheitern könnten. Und wir zeigten eine Perspektive, die oft vergessen wird: die der Menschen, die in den Kitas arbeiten.

Auch ein anderes Problem ließ sich nun kaum noch verbergen, das der Bäder in Münster. Das Südbad wurde im Herbst endlich fertig, aber es fehlte Personal, um es zu öffnen. Die Skandalnudel Ostbad hatte wieder mal eine Affäre und, bevor es wieder öffnen konnte, dann auch noch Legionellen. Die fand man auch in Hiltrup. Die Ursachen für die Probleme sind teilweise Jahrzehnte alt. Jetzt soll ein Unternehmen das Ganze von außen ordnen.

In der letzten Ratssitzung im Dezember schauten die Parteien in ihren Haushaltsreden noch einmal zurück auf das, was sie gemacht haben – oder was sie ihrem Eindruck nach besser gemacht hätten, wenn sie es hätten machen dürfen.

Es ging um die großen Probleme der Stadt, zu denen aber oft die großen Lösungen fehlen.

Da sind Klimakrise und das Verkehrsproblem, und als Erfolg muss man hervorheben, dass es gelungen ist, eine zusätzliche Busspur einzurichten. Diese Inkongruenz ist ein Problem, und da sind noch ein paar weitere Dinge, die mir im Laufe des Jahres in den Debatten aufgefallen sind.

I. Ziele und Lösungen müssen zueinander passen

In diesem Jahr habe ich die Berichterstattung über die Verkehrspolitik der 90er-Jahre durchgesehen. Dabei ist mir aufgefallen: Die Ideen, auch die Debatten ähneln denen von heute sehr. Die rot-grüne Rathauskoalition wollte damals die Innenstadt von den vielen Autos befreien, sie wollte den Busverkehr verbessern. Nur vom Klima war da noch keine Rede.

Man wollte die Verkehrswende vor allem aus anderen Gründen – weil der Lärm stört, weil die Abgase stinken, weil die Innenstädte ohne Staus lebenswerter sind, und das kann man auch erreichen, indem man zum Beispiel eine Straße sperrt. Die Klimakrise ist als Argument hinzugekommen. Ihre negativen Folgen möglichst gering zu halten, das steht als großes Ziel über allem. Und damit das gelingt, sind sehr viele sehr kleine Veränderungen nötig. Aber für sich genommen ist jede kleine Veränderung nahezu unbedeutend.

Je größer das Missverhältnis zwischen Ziel und Lösungsvorschlag ist, desto absurder erscheint das Vorhaben. Wenn man eine Straße sperrt, um das Klima zu schützen, macht man es vor allem den Menschen leicht, die das verhindern möchten. Denn dass eine gesperrte Straße mehr oder weniger klimapolitisch keinen Unterschied macht, leuchtet unmittelbar ein. Bei einer Lastenradförderung ist es ganz ähnlich. Aber in Wirklichkeit ist so etwas nicht absurd. Man muss es nur anders verstehen.

II. Es geht um den Verbreitungseffekt

Kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben, aber diese Wirkung kommt oft erst mittelbar zustande. Wenn Menschen im Viertel immer öfter Lastenräder sehen, stellen sie sich vielleicht irgendwann die Frage: Wäre das nicht auch etwas für mich? Wenn Menschen sehen, wie eine gesperrte Straße die Atmosphäre in ihrem Viertel verändert, wächst vielleicht der Wunsch, sich dafür einzusetzen, so etwas auch an anderen Stellen zu etablieren. Vielleicht entwickelt sich so überhaupt erst eine Meinung.

Beim Klimaschutz geht es wie auf vielen anderen Feldern also erst einmal nicht um den direkten Nutzen fürs Klima, sondern um den Verbreitungseffekt. Wenn man sagen kann: Das mit der Busspur funktioniert doch an der Frierich-Ebert-Straße ganz gut, ist es unter Umständen leichter, Akzeptanz in einem anderen Stadtviertel zu bekommen, vielleicht auch in anderen Städten.

III. Gute Beispiele und Vorbilder sind wichtig

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat vor einigen Tagen ein Heft veröffentlicht, in dem Fachleute sich in mehreren Aufsätzen mit der lokalen Verkehrswende beschäftigen. Münster wird darin mehrfach als gutes Beispiel genannt. Ein häufig genanntes Argument gegen Klimaschutz aller Art ist: Deutschland verursacht gerade zwei Prozent vom weltweiten CO2-Ausstoß. Man könnte das Land auch abstellen. Nicht einmal das würde etwas ändern.

Das stimmt vielleicht in diesem Moment, aber nicht mehr im Zeitablauf. Wenn eine Stadt ein Problem lösen möchte, orientiert sie sich an anderen Städten. Das Klimabudget, das Münster einführen möchte, gibt es in ähnlicher Form in Oslo. Die Idee, Kitakräfte aus Spanien zu holen, hat die Stadt sich in Bonn abgeschaut. So verbreiten sich gute Ideen, auch international. Wenn es um Digitalisierung geht, dauert es meist nicht lange, bis irgendwer sagt, Lettland mache das ja alles ganz fantastisch. Darum geht es auch beim Klimaschutz. Städte und Länder müssen es vormachen, damit andere es nachmachen können.

IV. Die Leute schauen auf heute. Iss so

Eine der größten Schwierigkeiten beim Klimaschutz ist das Trittbrettfahrer-Problem. Die Kosten für den Klimaschutz tragen einzelne, vom Nutzen profitieren alle. Daher ist eine mögliche Erwägung, das Geld erstmal zu sparen und zu hoffen, dass alle anderen sich kümmern werden. Dann muss man unter Umständen gar nichts tun.

So ist es nicht nur in der Konkurrenz zwischen den einzelnen Städten, sondern auch zwischen den Generationen. Die Kosten für den Klimaschutz müssen Menschen heute tragen. Vom Nutzen profitieren sie selbst im schlechten Fall gar nicht, vielleicht ihre Kinder. Aber viele Menschen heute haben keine Kinder.

Und sogar, wenn sie selbst profitieren werden, ist es ja so: Dass sie krank werden oder sterben, weil sie rauchen oder Alkohol trinken, ist für Menschen in Deutschland im mittleren Alter heute wahrscheinlicher, als dass sie an den Folgen der Klimkrise sterben werden. Viele rauchen und trinken trotzdem, weil ihnen der Genuss heute wichtiger ist. In der Ökonomie nennt man das Gegenwartspräferenz.

Aus diesem Grund zwingt der Staat Menschen, eine Altersvorsorge abzuschließen. Vielleicht muss er die Menschen in gleichem Maße zum Klimaschutz zwingen, damit die Mehrheit dazu überhaupt bereit ist. Aber dafür muss es eine Mehrheit geben.

V. Der demokratische Weg ist mühsam, aber besser

In der Realität sehen wir, dass Parteien sich vor unangenehmen Entscheidungen drücken. Sie vertreten also nicht die Interesse der Menschen morgen, weil die Menschen heute sie abwählen können. Aber wie sehr muss es heute um die Menschen von morgen gehen?

Eher konservative Parteien wollen die Menschen heute nicht so sehr belasten. Darum dreht sich der Streit in der Klimapolitik. Und ein, wie ich finde, ganz interessanter Gedanke, der sehr naheliegend ist, aber den man sich trotzdem immer wieder klarmachen sollte, lautet: Es wird nicht gelingen, das aufzulösen. Vieles wird immer umstritten bleiben, auch in Münster.

Die konservative Stadtregierung hat Ende der 1990er-Jahre vieles wieder rückgängig gemacht, was die weniger konservative Mehrheit vorher verfolgen wollte. Zum Beispiel den Ausbau des Busverkehrs.

Das Ergebnis kann man unterschiedlich bewerten, aber es ist gut, dass es so ein Korrektiv gibt. Das macht Demokratien langsam und schwerfällig, aber auch in der Klimapolitik hat sich gezeigt, dass sie erfolgreicher sind als andere politische Systeme, denn in diesem System können Menschen auf die Regierung Druck ausüben.

VI. Es braucht einen Kompromiss

Mit der Einschätzung darüber, wie sehr man die Menschen heute zu Gunsten der Menschen morgen belasten sollte, ist auch eine andere Frage verbunden, um die es in vielen gesellschaftlichen Debatten geht, auch denen in Münster. Die Frage ist: Wo liegt der Normalzustand?

In der eher linken Sphäre sieht man in vielen Dingen ein starkes Ungleichgewicht. In der Sprache, so kommt das Gendern zustande; in der Verkehrspolitik, hier geht es um die Dominanz des Autos; generell in der Klimadebatte, wo es darum geht, für die bislang weitgehend kostenlose Belastung des Klimas Geld zu verlangen – oder wenn man es kompliziert formulieren möchte: externe Kosten zu internalisieren. Konservativere Gruppen denken eher: Der gegenwärtige Zustand ist doch ein Gleichgewicht. Warum irgendwas ändern?

Beispiele in Münster sind die Preiserhöhungen bei Bewohnerparkausweisen, die angehobenen Baustandards oder das Bemühen, weniger Boden zu versiegeln und weniger Einfamilienhäuser zu bauen. Auch dass es hier Kräfte gibt, die Gegengewichte sein können, ist gut. Aber je länger man sich das Gezerre anschaut, desto mehr kommt man zu der Erkenntnis: Ohne größere Übereinkünfte lassen große Probleme sich nicht lösen.

VII. Es braucht einen Plan

Als Münster mit der Bezirksregierung über die Genehmigung für eine dritte Gesamtschule stritt, war in der Stadt etwas Interessantes zu beobachten: Die Parteien in Münster waren sich im Grunde einig. Auch wenn in den vergangenen Jahren über den Musik-Campus diskutiert wurde, stimmte am Ende meist doch eine große Mehrheit dafür. Das war auch beim Preußen-Stadion so. Hier erkennt offenbar eine Mehrheit: Das ist dringend, hier müssen wir etwas tun.

Beim Klimaschutz ist das nicht so. Hier wissen zwar alle, man kann heute öffentlich nicht mehr zugeben, dass man Klimaschutz für eher unwichtig hält. Aber man kann einzelne Maßnahmen doch immer noch ablehnen (siehe oben). Tatsächlich bräuchte es bei einem so gigantischen Ziel auch eine sehr große Mehrheit – allein, um auszuschließen, dass andere Parteien nach den Wahlen alles wieder rückgängig machen, worauf man sich zuvor geeinigt hatte. Aber weil in Deutschland alles auf der Ebene gemacht werden soll, auf der es gemacht werden kann – das Prinzip der Subsidiarität –, müssen sich beim Klimaschutz tausende Kommunen auf individuelle Pläne und Maßnahmen einigen.

Interessanterweise entspricht das auch einer weit verbreiteten Strategie, um Veränderungen zu verhindern. Wenn man das erreichen möchte, schiebt man Entscheidungen auf die unterste Ebene. Je dezentraler sie getroffen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine Einigung gelingt. Einfach erklärt: Wenn man Klimaschutz verhindern möchte, dann gibt man die Verantwortung fürs Gelingen den einzelnen Menschen. Dann hängt es zum Beispiel daran, ob alle auch tatsächlich bereit sind, nicht in den Urlaub zu fliegen.

Wäre es auf Ebene der Kommunen wie bei der Müllabfuhr, wäre alles sehr viel leichter. Hier ist allen klar, was gemacht werden muss, wie wichtig es ist, und welche Folgen es hat, wenn es nicht passiert.

Beim Klimaschutz muss man feststellen: Er ist einer Mehrheit trotz aller Debatten, Erkenntnisse und Warnungen noch nicht wichtig genug, um große Dinge zu ändern. Daher gibt es keine große Einigkeit darüber, was zu tun ist. Aber genau so etwas wäre nötig.

VIII. Im schlechtesten Fall braucht es Katastrophen

Die Bereitschaft, für Klimaschutz auf etwas zu verzichten, ist in Deutschland nicht größer geworden, sie hat eher abgenommen. Das zeigte zum Beispiel eine Civey-Umfrage im September, über die der „Spiegel“ berichtete. Das kann damit zu tun haben, dass Menschen sich an Bedrohungen gewöhnen, dass sie zur Normalität werden. Das kann sich aber jederzeit ändern. Nach großen Katastrophen ergibt sich meist ein Fenster, in dem auch unangenehme und unpopuläre Entscheidungen möglich werden. Bevor sich etwas verändert, muss also oft erst etwas Schlimmes passieren. Das ist eine nicht so gute Aussicht.

IX. Kleine Veränderungen sind auch was

Eine etwas optimistischere Erkenntnis erklärt der Ökonom Thomas Piketty in seinem Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Das ist das Phänomen des kumulativen Wachstums. Es besagt, vereinfacht erklärt: Schaut man ein Jahr zurück, kann es sein, dass man den Eindruck bekommt: Es ist so gut wie nichts passiert. Tritt man einen Schritt nach hinten und schaut sich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum an, ergibt sich ein anderes Bild. Das könnte zumindest eine Hoffnung sein, dass Veränderungen, die im Moment Jahr für Jahr klein erscheinen, in der Summe doch größer sind. Um die vereinbarten Ziele zu erreichen, sind sie allerdings – das muss man auch sagen – noch immer viel zu klein. Aber das Gute ist: Das kann man ändern. (rhe)

Kurz und Klein

+++ Jahresende bedeutet auch: Es gibt ein paar Veränderungen im öffentlichen Leben. Falls Sie Bus fahren: Heiligabend, an den Weihnachtsfeiertagen, Silvester und Neujahr gilt der Sonntagsfahrplan. Heiligabend fahren ab 19 Uhr Nachtbuslinien. Vom 27. bis zum 30. ist alles wie gewohnt. An Silvester und in der Neujahrsnacht gibt es einige Veränderungen. Die können Sie im Detail in der Pressemitteilung der Stadtwerke und in der Online-Fahrplanauskunft nachlesen. Das Angebot Loop können Sie an den Feiertagen ebenfalls nutzen. Falls die Müllabfuhr sonst montags kommt, sind Sie nun schon am Samstag (23.) dran. Die Dienstagsfahrten werden am Mittwoch (27.) nachgeholt, die Freitagsfahrten am Samstag (30.). In der ersten Januarwoche verschieben sich die Abfuhrtermine jeweils um einen Tag nach hinten. Straßenreinigung, Sperrgut- und Grünschnittabfuhr fallen aus. Ihren Weihnachtsbaum können Sie an den Januar- und Februarterminen loswerden. Mehr Infos in der Pressemitteilung der Stadt. Mittwoch werden deutlich weniger Stände auf dem Markt sein als sonst, der Bücherbus fährt bis Januar nicht und die Unimuseen machen Pause bis zum 9. Januar. (sst)

+++ Vor einer Weile hatten wir berichtet, dass acht öffentliche Toiletten in der Stadt zum Jahreswechsel verschwinden werden. Der Vertrag zwischen Stadt und dem Unternehmen Wall GmbH, das die Toiletten bisher bewirtschaftet hat, läuft schließlich in diesen Tagen aus (RUMS-Brief). Die Sanierung der Standorte sei laut Stadt entweder unwirtschaftlich oder nicht möglich, deswegen übernimmt sie die Toiletten nicht. Bleiben also noch acht. Zugänglich sind ab Januar allerdings nur fünf. Oder vier, falls Sie die Hocktoilette am Bremer Platz nicht nutzen möchten. Man suche für die anderen noch Leute, die sich drum kümmern. Was helfen soll? Die Stadt führt jetzt das Konzept „Die nette Toilette“ ein. Betriebe, die ihre Toiletten kostenfrei zur Verfügung stellen, bekommen dafür nun einen Betriebskostenzuschuss (Interesse? Dann melden Sie sich beim Ordnungsamt). Außerdem soll’s im Sommer Container am Aasee, im Südpark und im Wienburgpark geben. Ist das jetzt alles? „Es ist erklärter Wille der Stadt Münster, eine ausreichende Versorgung mit öffentlichen Toiletten sicherzustellen“, steht in der Pressemitteilung. Es soll auch ein Gesamtkonzept entstehen. Vielleicht ist Münster dafür ja schon mit Zürich in Kontakt. Für ihre gut 400.000 Einwohner:innen stellt die Stadt 107 Toiletten bereit. (sst)

+++ Mit der Wall GmbH verschwinden außerdem viele Bushäuschen. Genau genommen 675 davon (im Münster-Jargon heißen die übrigens „Buswartehallen“), schreibt das Kommunikationsamt in einer Presseeinladung. Aber keine Angst, die werden ja durch neue ersetzt. Los geht es damit Anfang Januar im Südosten der Stadt. Der Austausch soll pro Standort ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Die neuen Häuschen sollen übrigens „modern“ und „nachhaltig“ sein. Sie erhalten zum Beispiel begrünte Dächer, einige noch Solarmodule dazu, hat die Stadt schon im Juli mitgeteilt. Die alten seien nicht mehr auf dem neusten Stand und technisch teilweise defekt. Was mit denen jetzt passiert? Sie werden „einem zertifizierten Recyclingprozess zugeführt“, schreibt uns ein Sprecher der Wall GmbH. „Eine Weiterverwendung erfolgt nicht.“ (sst)

+++ Es gibt ja nichts, was noch nicht wissenschaftlich untersucht worden ist. Zum Beispiel der Kartoffelsalat-Index des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft. Der bitte was? Zwei Volkswirte des Kölner Forschungsinstitut haben ausgerechnet, wie teuer der diesjährige Kartoffelsalat mit Würstchen in jedem deutschen Landkreis ist. Und siehe da: Münster ist mal wieder Spitzenreiter. Hier kostet das Traditionsweihnachtsgericht nur schlappe 6,04 Euro – der bundesweit niedrigste Preis. Bevor Sie jetzt in lokalpatriotischen Jubel verfallen: Die Sache hat aber zwei Haken. Erstens muss sich Münster Platz 1 noch mit zig anderen Städten und Kreisen in Deutschland teilen, zum Beispiel mit Wolfsburg, Aurich oder Stendal. Zweitens geht es hierbei um Kartoffelsalat mit Essig und Öl. Münster liegt aber oberhalb des bekannten Kartoffelsalatsoßenäquators. Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland nämlich ein kartoffelsalatiges Nord-Süd-Gefälle, das natürlich wissenschaftlich untersucht wurde: Hier im Norden isst man den Kartoffelsalat schließlich mit Mayonnaise. Und diese Variation ist dieses Jahr in Münster ganz schön teuer: 7,09 Euro muss man dafür ausgeben, um genau zu sein. In der Rangliste belegt die Stadt damit Platz 346 von 400. Prost, Mahlzeit! (sfo)

+++ Dass Sie das hier lesen, bedeutet: Wir von RUMS sitzen jetzt wahrscheinlich beim Abendessen mit der Familie (oder mit Snacks auf dem Sofa) und freuen uns, dass wir erst im Januar wieder mit der Arbeit loslegen. In der Hoffnung, dass auch Sie entspannte Tage vor sich haben, hier noch ein Gruß von unseren Redaktionsnachbar:innen von Perspective Daily: Die haben aufgeschrieben, welche sechs Bücher sie zu Weihnachten verschenken (Geschenk an sich selbst ist auch erlaubt). Falls Sie das eine fehlende Geschenk davon abhält, abzuschalten: Vielleicht freut sich die Person ja über eine Spende in ihrem Namen. Und weil Weihnachten ja nicht nur mit Geschenken und Gemütlichkeit zu tun hat, hier noch eine Leseempfehlung aus der taz. Die hat mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack gesprochen, der bis Mai noch Professor an der Uni Münster war. Thema: Religion und ihr Niedergang. (sst)

Das Beste aus diesem Jahr

Wir haben in diesem Jahr über 150 Newsletter verschickt. Da verliert man schnell den Überblick, und vielleicht übersieht man auch etwas. Daher empfehlen wir aus der RUMS-Redaktion Ihnen noch einmal die drei Texte, die uns am besten gefallen haben.

Sebastian Fobbe

Kennen Sie den Moment, in dem es Klick macht? Danach blickt man mit anderen Augen auf die Welt. Vor ein paar Jahren legte sich bei mir der Schalter um, als ich „Männerseelen“ von Björn Süfke las. Das Buch ist ein „psychologischer Reiseführer“. Er geht dorthin, wo es weh tut: in die Gefühlswelt der Männer. Hannah Mara Schmitt von der Reportageschule Reutlingen hat im Herbst Lothar Bardenhorst vom Verein „Chance“ besucht. Der Sozialpädagoge berät Männer, die ein Problem mit Gewalt haben – weil sie ein Problem mit ihren Gefühlen haben. Aus dem Besuch ist ein einfühlsames Porträt über die Männerberatung entstanden. Im August hat Ralf Heimann mit Stephan Nonhoff darüber gesprochen, warum er als Bürgermeister für den Bezirk Mitte zurückgetreten ist. Das Interview gibt einen guten Einblick in den Maschinenraum der Lokalpolitik. Svenja Stühmeier hat in im Mai im RUMS-Brief sehr schön herausgearbeitet, dass die Verwaltung offenbar wenig Interesse hat an einem Update für Münsters Lokaldemokratie, also warum der Bürger:innenrat angekündigt ist, aber nicht kommen will. Die Politik hat inzwischen anscheinend auch keine so starke Meinung mehr. (sfo)

Svenja Stühmeier

Der Münsteraner Mathis Bönte ist nicht nur FDP-Mitglied – sondern auch Anwalt und Klimaaktivist bei der „Letzten Generation“. Eigentlich müsste man das auch andersherum sagen: Er ist nicht nur Anwalt und Klimaaktivist, sondern neuerdings auch FDP-Mitglied. Wie es dazu gekommen ist, hat er Frederik Mittendorff in seinem Porträt „Der Verrückte aus der FDP“ beschrieben. Unter anderem hat er in Düsseldorf miterlebt, warum Bönte anders agiert als andere FDP-Mitglieder. Mit „Einfamilienhäuser: Wessen Träume platzen denn nun?“ hat Ralf Heimann einige Aspekte bedient, die RUMS sich immer wieder auf die Fahne schreibt. Im Text geht es zum einen um ein sehr lokales Thema: die Entscheidung der Stadt Münster, in neuen Siedlungen erstmal keine Einfamilienhäuser mehr vorzusehen. Dazu bietet der Text eine Medienkritik. Und: Das, was Marion Lohoff-Börger schreibt, ist ganz schön interessant. Und es hilft definitiv im Münster-Alltag. Damit hat sie sich auch in ihrem Text „Masematte sells“ beschäftigt. Bei der Gelegenheit hat sie ein paar masemattige Unternehmensnamen unter die Lupe genommen. Falls Sie gerade auch einen Namen mit Lokalkolorit für Ihr neues Produkt suchen: Sie finden darin auch einige Hinweise, wo man nachgucken kann, ob man das Wort so ganz richtig verstanden hat. (sst)

Ralf Heimann

Besonders ist mir eine Recherche von Constanze Busch in Erinnerung geblieben. In ihr geht es um die Frage, was passiert, wenn der Strom ausfällt. Wie bekommen wir dann Informationen? Sehr schön ist, dass man nebenbei die sonderbare Struktur der Lokalradios in Nordrhein-Westfalen versteht. Ein weiterer Text, an den ich mich sofort erinnere, wenn ich an dieses Jahr denke, ist von Svenja Stühmeier. Sie hat sich mit einem sehr trockenen Thema beschäftigt, dem Regionalplan. Dieser Plan legt fest, wie die Städte in der Region sich entwickeln und wachsen werden. Das ist ihr in ihrem Text auf eine überhaupt nicht trockene Weise gelungen, dazu ist er sehr lehrreich. Und schließlich: Sebastian Fobbe hat sich mehrere Monate lang in ein Thema eingearbeitet, das sehr schwer zu greifen ist, weil schon nicht klar nicht, was man unter ritueller Gewalt – darum geht es hier – überhaupt versteht. Die zentrale Erkenntnis der Recherche ist: Das Bistum Münster hat über einen langen Zeitraum dazu beigetragen, dass eine Verschwörungserzählung sich verbreiten konnte.

Sozialpolitik: Was das Bündnis im Haushalt geändert hat

Wir haben ja schon kurz erwähnt, dass Grüne, Volt, SPD und die Internationale Fraktion ein paar Änderungen am Haushaltsentwurf vorgenommen haben (RUMS-Brief). Besonders wichtig ist ihnen dabei der Punkt „Soziales“.

Oder man könnte sagen: Besonders klar ist, dass sich die Situation von einigen Menschen in Münster ziemlich verschlechtert hat. Die Parteien haben nun in einer Pressekonferenz vorgestellt, wie ihre Pläne aussehen, damit alles ein bisschen weniger schlecht wird. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber nennt das in einer Pressemitteilung eine verspätete Einsicht, „im Haushalt die falschen Schwerpunkte gesetzt zu haben“. Man habe schließlich den CDU-Antrag abgelehnt, 60.000 Euro mehr für den Treff „Suppenküche“ zu bewilligen.

Etwa 625.000 Euro hat man allerdings für etwa 20 soziale Organisationen und Anliegen in Münster draufgelegt. Man habe nur wenige Anträge ablehnen müssen, hieß es bei der Konferenz. Ein zentraler Grund dafür: Man will sicherstellen, dass die Angebote nicht eingestellt werden müssen, weil sie zu wenig Geld haben. Viele Anträge wurden also nicht komplett bewilligt. Dafür insgesamt mehr, damit bei möglichst vielen eine bereits bestehende Struktur zumindest gesichert ist.

Dabei geht es ihnen um vier zentrale Punkte:

  • Wohnungslosigkeit: Das Thema zieht sich durch das gesamte Gespräch. Die Anzahl der Obdachlosen steige, die der Wohnungslosen, die Kontakt zu Einrichtungen haben, ist innerhalb von einem Jahr von gut 1.700 auf knapp 3.000 angestiegen (Geflüchtete aus der Ukraine sind eingerechnet). Und auch Menschen, die potenziell nach Münster ziehen wollen, brauchen ja eine Wohnung. Das wolle man mit einer Mischung aus akuter und längerfristiger Hilfe angehen. Eine Idee ist, eine soziale Wohnraumagentur zu etablieren, so etwas gibt es etwa in Darmstadt. In diese Richtung gehe der Antrag des Vereins Dach überm Kopf. Zusätzlich zu diversen Projektförderungen wurde schon vergangenes Jahr der Masterplan Obdachlosigkeit in den Haushalt aufgenommen, mit 100.000 Euro pro Jahr. Das Geld soll zum einen eben dafür genutzt werden, den Masterplan zu erstellen. In Notsituationen können Mittel allerdings auch schnell für andere Zwecke eingesetzt werden – zum Beispiel, wenn eine Einrichtung nicht mehr in der Lage ist, Mittagessen für alle Besucher:innen bereitzustellen.
  • Quartiersarbeit: Der Fokus soll weiter bestehen, insbesondere Quartierstreffpunkte werden unterstützt und ausgebaut.
  • Pflege: Hier geht es zum einen um Pflegebedürftige. Konkret wird etwa die Koordination der Palliativversorgung ausgebaut (RUMS-Brief), außerdem sollen sie gut vor Ort versorgt werden können. Auf der anderen Seite will man den Job von Pfleger:innen attraktiver machen, deswegen wird zum Beispiel der Verein Starke Pflege in Münster gefördert.
  • Inklusion: Als konkretes Beispiel geht es um die Beratung für Gehörlose bei der Parisoziale Münsterland GmbH. In der vergangenen Zeit sei sie insbesondere für ukrainische Geflüchtete eine wichtige Anlaufstelle gewesen. Kurzer Wasserstand zur interkulturellen Stadtverwaltung (RUMS-Brief): Man arbeitet dran. (sst)

Klima-Update

+++ Momentan ist eher Kakao- und Glühwein-Wetter, der Jugendrat Münster denkt aber schon vorausschauend an die nächste Sommerhitze: Er regt in einem Brief an den Oberbürgermeister an, zu prüfen, an welchen Spielplätzen in Münster Trinkwasserbrunnen angebracht werden können. Das sei wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Eltern, vor allem bei extremer Hitze. Im vergangenen Sommer war die Ausstattung mit Trinkwasser an den Spielplätzen noch ausgesprochen mau: Von den 315 Spielplätzen in Münster hatte nur einer einen Trinkbrunnen und zwar der am Coerdeplatz (Sie wissen schon: Da steht das Flugzeug). Der Trinkbrunnen funktionierte immerhin. Der andere an den Aaseekugeln war kaputt, der am Bremer Platz noch nicht fertig gebaut. In den Westfälischen Nachrichten hieß es damals, die Stadt müsse noch ein Trinkbrunnenkonzept erarbeiten (wir hören im Frühling mal nach!). Die Stadt verweist traditionsgemäß bei solchen Anfragen immer auch auf das Refill-System in Münster: In Geschäften mit einem Refill-Aufkleber kann man sich kostenloses Leitungswasser abfüllen lassen. Das sei bekannt, schreibt der Jugendrat in seiner Anregung. Das System werde aber von den meisten Familien nicht genutzt. (sfo)

+++ Ab Februar können Sie Förderanträge bei der KfW-Bank einreichen. Und zwar für einen Heizungstausch, aber auch andere Umbauten, die für ein energieeffizienteres Haus sorgen. Loslegen können Sie mit dem Sanieren schon ab dem 29. Dezember, die Förderung kann man dann rückwirkend beantragen. Das Gebäudeenergiegesetz gilt erst einmal nur für Neubauten. Gebäude im Bestand kommen an die Reihe, sobald es eine kommunale Wärmeplanung gibt. Wie hoch die Förderungen sein können, hat „Zeit Online“ genau aufgedröselt. (sst)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Das Sturmtief „Zoltan“ hat in der Nacht in Münster keine größeren Schäden verursacht, nur einige Züge wurden eingestellt. (Antenne Münster)

+++ Am 28. Dezember von 9 bis 11 Uhr ein paar Sirenen getestet, um den Netzausbau bald abzuschließen. (Stadt Münster)

+++ Ab dem kommenden Jahr nimmt die Stadt Bauanträge digital entgegen. (Stadt Münster)

+++ Da das Budget begrenzt ist und die Baukosten steigen, soll nicht mehr das Kulturamt, sondern ein ehrenamtlicher Verein das Casino in der Yorkkaserne betreiben. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Bezirksregierung hat knapp 13 Millionen Euro locker gemacht für das Stadtteilhaus in Coerde. (Bezirksregierung Münster)e

+++ Eltern können bis Ende Januar ihre Kinder im Kita-Navigator für das neue Kita-Jahr vormerken lassen. (Stadt Münster)

+++ Das Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster darf im Notfall eine Sicherheit über 150.000 Euro eintragen, um finanziell abgesichert zu sein. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Lebenshilfe überlegt, beim gemeinnützigen Unternehmen Westfalenfleiß als Gesellschafter auszusteigen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Der Staatsschutz ermittelt, weil die Ditib-Moschee am Bremer Platz einen rassistischen Drohbrief erhalten hat. (Westfälische Nachrichten)

+++ Nach der Brandserie in Gremmendorf und Angelmodde hat ein 13-Jähriger, einer der drei Tatverdächtigen, gestanden. (Westfälische Nachrichten)

+++ Ein Staatsanwalt fordert Haftstrafen gegen ein Ehepaar aus Greven und einen Anwalt aus München, weil sie mit der Kryptowährung Onecoin um Milliarden betrogen haben sollen. (WDR)

+++ Wegen eines leeren Plastikrohrs wurde das Spiel Preußen gegen die U23 des BVB in Dortmund abgesagt, die Polizei ermittelt. (WDR)

+++ Die marxistische und propalästinensische Gruppierung „Waffen der Kritik“ wurde nicht als „Students for Palestine Münster“ in die Matrikel der studentischen Gruppen an der Uni aufgenommen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Da das Hafenfest auch 2024 nicht hätte stattfinden können, weil der Kai an der Hafen-Südseite ausgebaut wird, haben die Veranstalter:innen das endgültige Aus für das Fest verkündet und den Verein „MS Hafen“ aufgelöst. (Alles Münster)

+++ In Kooperation mit der Caritas International spendet das Bistum Münster 100.000 Euro für humanitäre Hilfe in Palästina. (Kirche und Leben)


Unbezahlte Werbung

Etwas abseits der üblichen Einkaufsrouten am Servatiiplatz befindet sich das Modegeschäft „Backyard“. Ganz nach dem Motto „classic streetwear & modern basics“ gibt es dort für alle Geschlechter schlichte, zeitlose und hochwertige Kleidungsstücke, in vielen Fällen mit Fairtrade- und Bio-Zertifikat. Laut den Hamburger Betreiber:innen werden alle CO2-Emissionen der Produkte ausgeglichen. Für einen Überblick können Sie durch den Onlineshop schauen.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.

Drinnen und Draußen

Fabian Cohrs hat für Sie geschaut, was in den kommenden Tagen in Münster los ist, auch zwischen Weihnachten und Silvester. Das hier sind seine Empfehlungen:

+++ Am Heiligabend öffnet das Naturkundemuseum seine Türen für einige Stunden die Türen. Die Ausstellung ist von 10 bis 15 Uhr geöffnet und in dieser Zeit kostenlos. Außerdem gibt’s familientaugliche Vorführungen im Planetarium. Weitere Infos gibt es hier.

+++ Morgen ist Ihre letzte Chance, noch einmal einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Bis auf die Märkte an der Lamberti- und Überwasserkirche haben die Märkte noch bis abends um 21 Uhr geöffnet.

+++ Morgen und am Dienstag finden im Stadttheater Weihnachtskonzerte statt. Das Sinfonieorchester Münster spielt Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern. Hier gibt es letzte Tickets für die Termine.

+++ In den kommenden Tagen gibt es drei Aufführungen des Stücks „Die zwei Päpste“ im Wolfgang-Borchert-Theater. Es geht um Machtkämpfe innerhalb des Vatikans und die Zukunft der katholischen Kirche in skandalträchtigen Zeiten. Los geht es Montag und Dienstag um 18 Uhr, am Mittwoch um 20 Uhr. Für die Vorstellungen gibt es hier noch Karten.

+++ Am 30. Dezember treten die Jazzpoeten im Hot Jazz Club auf. Dieses Mal jedoch in größerer Formation: Als elfköpfige Band statt als Trio spielen sie ihr letztes Konzert des Jahres. Um 21 Uhr beginnt das Konzert, Karten im Vorverkauf gibt es für 21 Euro hier.

+++ Falls Sie den 90. Geburtstag von Miss Sophie sonst immer im Fernsehen schauen, versuchen Sie es jetzt doch mal mit der Theaterversion: Am 31. Dezember führt das Boulevard-Theater den Silvesterklassiker „Dinner for One“ auf. Karten für die Vorstellungen um 16 und 17 Uhr gibt es telefonisch (unter 0251 4140400) oder per E-Mail.

+++ Falls Sie für Silvester noch keine Pläne haben: Nicht für alle Veranstaltungen benötigt man weit im Voraus Tickets. Im Specops beispielsweise wird es eine „Wilde Silvestersause“ geben, bei der es in den unterschiedlichen Räumen verschiedene Programmpunkte geben soll. Genauere Pläne werden noch bekanntgegeben, dafür ist die Instagram-Seite die richtige Anlaufstelle.

+++ Und falls Sie noch keine Termine an Heiligabend haben oder eine Person kennen, die nichts vorhat: Das Stadtdekanat Münster lädt alle, die sich Gesellschaft wünschen, zur „Offenen Weihnacht“ ein. Es gibt Kuchen und Gebäck, ein vom Bundeswehrkoch gekochtes Weihnachtsessen, Lieder, eine Weihnachtsgeschichte und ein kleines Geschenk für jede:n Besucher:in.

Hat Ihnen gefallen, was Sie gelesen haben, dann testen Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis.

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Fabian Cohrs (fco), Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst)
Lektorat: Melanie Kelter

PS

Damit Sie nun wirklich beseelt in die Feiertage gehen, hier noch ein paar Nachrichten, über die wir uns gefreut haben: Im Allwetterzoo leben seit Kurzem Zwerg-Seepferdchen, allerdings noch hinter den Kulissen. Klingt niedlich? Was halten Sie dann von Baby-Zwerg-Seepferdchen? Seit ein paar Wochen schwimmt der wenige Millimeter große Nachwuchs ebenfalls im Zoobecken, hat ein Sprecher diese Woche mitgeteilt. Ungefähr genauso groß ist das, was Achim Schwermanns Jahr zumindest auf beruflicher Ebene besonders gemacht hat: Das Team des Paläontologen hat im Sauerland einen eineinhalb Millimeter kleinen Zahn gefunden, von dem es vorher nur fünf Exemplare gab. Das Tier gehört zu einer Gruppe, aus der sich fast alle heute lebenden Säugetiere entwickelt haben. Mit der wissenschaftlichen Veröffentlichung ist nun der Fund und auch der Name des Tieres offiziell, den sich das Team überlegen durfte: es heißt „Spelaeomolitor speratus – erhoffter Höhlenmüller“. Und dass „arbeiten“ und „jemandem etwas Gutes tun“ nicht immer Gegensätze sein müssen, zeigen Studierende der Fachhochschule. Sie haben ein Seminar damit gefüllt, sich zu überlegen, wie sie Menschen in der Weihnachtszeit eine Freude machen können. (sst)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Anmelden oder registrieren